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Nelio Biedermann

1. Lázár

Lázár

Gesprochen von
187

12,89 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Verkaufsrang

622

Gesprochen von

Max Pufendorf

Spieldauer

7 Stunden und 44 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

05.12.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

111

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732422098

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Verkaufsrang

622

Gesprochen von

Max Pufendorf

Spieldauer

7 Stunden und 44 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

05.12.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

111

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732422098

Herstelleradresse

Argon Verlag AVE GmbH
Waldemarstraße 33A
10999 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@argon.de

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  • Bewertung

    aus Quickborn

    5/5

    11.10.2025

    Hörbuch-Download

    Tragische Leben, sinnliche Liebe, gewöhnlicher Sex

    Ohne den Hinweis einer Literaturbloggerin hätte ich wohl nie zugegriffen. Ein Pferd auf dem Cover hält mich für gewöhnlich vom Zugreifen ab, nun aber wurde mir der Inhalt so schmackhaft gemacht, dass ich zwar nicht das Buch, aber das Hörbuch binnen weniger Tage verschlang. Vor ein paar Tagen wurde ein mir vollkommen unbekannter Autor Gewinner des diesjährigen Literaturnobelpreises, der Ungar László Krasznahorkai. Und sofort hatte ich die Assoziation, auch Nelio Biedermann könnte eines Tages mit einem Buchpreis geehrt werden. Mit seinen ungarischen und dazu noch adligen Vorfahren und seinem Schreibtalent ist das überhaupt nicht ausgeschlossen. Noch ist dieser junge Mann von 22 Jahren ein Student und im Werden begriffen, aber er hat bereits jetzt ein Talent zum Schreiben, das so manchem, der sich Schriftsteller nennt, nicht gegeben scheint. Dieser Roman hat alles in sich, das Bewundernswerte, Aufregende, Traurige, Schöne, Unfassbare, Bedeutende und Unbedeutende, und er beginnt so: Die Familie von Lázár bekommt in ihrem Schloss um 1900 Nachwuchs, ein durchsichtiges, unscheinbares Söhnchen mit dem Namen Lajos. Der Vater braucht recht lange, ehe er leise Zweifel an seiner Vaterschaft anmeldet, die Mutter indes leidet, an gebrochenem Herzen wie an Depressionen. Biedermann erzählt so haarscharf und doch so poetisch, dass mir fast der Atem stockte. Ein ganzes Jahrhundert zieht an einem vorbei, Erster Weltkrieg und Zusammenbruch des Habsburger Reiches, die „Zwischenzeit“, der aufkommende Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Holocaust und wieder ein Zusammenbruch der gewohnten Welt, dann Ungarn unter sozialistischer Knute. Die Zeit- und Familiengeschichte erscheint wie ein einziges großes Bild, fast ein Puzzle, Eltern und Kinder, Großeltern, Enkel, Geschwister, ein ungarischer Reigen. Man spürt die Zerrissenheit der Menschen wie der ganzen Welt. Manch eine Szene bleibt mir wohl immer im Gedächtnis, eine der schlimmsten ist die Vergewaltigung des Dienstmädchens durch die marodierenden Russen. Es wurde von den anderen Frauen auserkoren, den Russen vorgeworfen zum Fraß und sollte hinterher durch Lajos‘ Frau mit einem Schmuckstück „entlohnt“ werden. Diese widerliche Herablassung lässt einen zweifeln, ob es gerechtfertigt ist, das Schicksal der Familie Lázár zu beweinen. Ebenso die nachträgliche Scham von Lajos, der sich als williger Mitläufer an der Judenverfolgung beteiligte. Eingestreute Ereignisse der Weltgeschichte verlieren sich im Roman, so auch der Tod Stalins, hier hat Biedermann versucht, mehr hineinzulegen in seinen Roman als nur die Familiengeschichte. Notwendig war es nicht. Biedermann beschreibt die Ereignisse mit regelrechter Wolllust, bei mancher Sexszene hat er vielleicht etwas übertrieben, vielleicht ist man diese Derbheit auch nur nicht gewohnt. Denn er kann auch anders, wie man tief berührt liest, wenn Pista, Lajos Sohn sich nach seiner fernen Geliebten Matilda verzehrt und sie sich nach ihm. Überhaupt ist wohl Pista meine Lieblingsfigur im Roman, er hat sich so viel Mühe mit dem Starkwerden gemacht, und doch konnte er seine Liebsten nicht vor den Schrecken der Zeit bewahren. Pista wäre es auch, von dem ich gern weiterlesen würde. Ich habe vor Jahren mich intensiv mit Recherchen zu den 1950ern beschäftigt, auch zu den Ereignissen in Ungarn nach 1945. Aber diese persönlich anmutenden Schilderungen von Gewalt, Terror und Unterdrückung gingen mir unter die Haut. Ich will nicht zu viel preisgeben vom Inhalt, aber das Zerschlagen einer ganzen Familiendynastie und ihres weltlichen Besitzes ist hochdramatisch. Bisweilen bedauerte ich, dass manche Episode recht abrupt endete. Dennoch machte mir das Zuhören große Freude, Max von Pufendorf liest genial, die Stimme ist dem Autor und dem Buch wie auf den Leib geschneidert, ganz leicht schwingt immer Ironie im Hintergrund, und doch sind Tragik ebenso wie Komik präsent und fast körperlich erlebbar. Der poetische Schreibstil, die Wortwahl, das beschriebene Ambiente sind auf hohem literarischem Niveau. Die Lorbeeren des Vergleichs mit Thomas Mann und den Buddenbrooks möchte ich dennoch dem Autor nicht um den Hals hängen. Warum auch, Biedermann steht für sich selbst und ich bezweifle nicht, dass aus seiner Feder noch weitere Roman fließen werden, die die Leserschaft begeistern. Wer Biedermann die Nutzung von KI beim Schreiben seines Romans unterstellt (ich las diesen Vorwurf in mehreren Rezensionen), ist sich in meinen Augen nicht klar darüber, wie ein Schreibprozess bei einem Schriftsteller abläuft. Das ist ein künstlerischer Vorgang, der mehr braucht als richtiges Deutsch und gute Grammatik. Der Vorwurf ist genauso unwürdig, wie zu behaupten, jeder könne malen wie Picasso. Fazit: Das Buch hätte ich mit vier Sternen bewertet, das Hörbuch kommt für die geniale Sprechleistung von Max von Pufendorf auf fünf Sterne. Absolute Hörempfehlung!

  • Bewertung

    aus Penzberg

    5/5

    05.10.2025

    Hörbuch-Download

    Eine dramatische Zeitgeschichte voller Tragik und Verlust

    Lajos von Lázár, Sohn eines Barons, wird in das 20. Jahrhundert hineingeboren und muss sich im Laufe seines Lebens mit dessen Wandel zurechtfinden. Das Habsburger Reich zerbricht, der Adel verliert seinen Status und der Krieg überrollt Ungarn. Und doch findet Lajos das Glück mit Lilli, seiner Frau, und den Kindern Eva und Pista, und erlebt sowohl wunderbare Augenblicke wie auch dramatische Momente voller Schmerz und Tragik, in denen es ums reine Überleben geht. Der stolze Lipizzaner auf dem Cover steht gekonnt für den blaublütigen Adel, und Nelio Biedermanns Geschichte beginnt zu dessen besten Zeiten, als die von Lázárs noch Barone und reiche Grundbesitzer waren. Der junge Autor geleitet die Leserschaft durch deren Leben, von schillernden, unbeschwerten Bällen und langen Ausritten bis hin zum Verfall und durch den blutigen Krieg, dessen detaillierte Beschreibungen manchmal schwer auszuhalten sind. Gerade auch, weil man ähnliche Anklänge schon wieder unterschwellig spüren kann. Der junge Autor schreibt sprachgewaltig, fast poetisch und schafft es spielerisch, zu fesseln. Sein Werk ist bewegend, dramatisch und voller Tragik und Verlust; ich denke, dieses Buch wird mir aufgrund seiner traurigen Thematik noch lange in Erinnerung bleiben. Max von Pufendorf liest mit angenehmer Stimme und etwas zurückhaltend, sein unaufdringlicher Stil passt einfach perfekt.

  • Bewertung

    5/5

    27.09.2025

    Hörbuch-Download

    Geschichte eines Zerfalls/Hörbuch

    Biedermann, Lazar B0F9FTX4S8 Klappentext: Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als ob er dessen Geheimnis ahnte. Mit Lajos' Geburt im Waldschloss bricht auch das 20. Jahrhundert an, das das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn für immer verändern wird. Der Untergang des Habsburgerreichs berührt erst nur ihre Traditionen, aber alle spüren das Beben der Zeit, die schöne Mária ebenso wie der geisterhafte Onkel Imre. Als Lajos in den zwanziger Jahren sein Erbe antritt, scheint der alte Glanz noch einmal aufzublühen. Doch die Kinder Eva und Pista - der das Dunkle so liebt - müssen erleben, wie totalitäre Zeiten ihre wuchtigen Schatten werfen - und lernen, gegen sie zu bestehen. Mein Hör-Eindruck: Der Roman erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie über drei Generationen, angefangen bei Lajos von Lazar, das „durchsichtige Kind mit wasserblauen Augen“, dessen Vater wohl nicht der aktuelle Baron Lazar ist. Die Geschichte dieser Familie ist die Geschichte eines Zerfalls, eingebunden in den Zerfall der Habsburger Monarchie. Der Autor behält jedoch immer die Geschichte der Familie im Blick, und aus der Sicht der Familienangehörigen erlebt der Leser die Kriege, Umwälzungen des politischen Systems, Enteignungen, Degradierungen, Vertreibung, Verarmung und schließlich auch die Flucht ins Schweizer Exil. Diese Vermittlung der großen Geschichte über das private Leben der Familie Lazar gelingt dem Autor beeindruckend mühelos. Und das macht den besonderen Reiz dieses opulenten Buches aus: wie der Untergang einer alten, überholten politischen und gesellschaftlichen Ordnung sich in der Familiengeschichte spiegelt. Wegen der Fülle des Stoffs arbeitet der Autor mit Zeitsprüngen und setzt dabei unterschiedliche Schwerpunkte. So gerät z. B. die Suche eines Sohnes nach seiner Jugendliebe Matilda zu einer dichten psychologischen Studie, die in langsamem Tempo erzählt wird und dem Leser einen differenzierten Blick ins Innere der Figuren ermöglicht. Andere ebenso interessante Episoden dagegen – etwa die Beteiligung an der Deportation der jüdischen Bevölkerung – werden nur kurz angerissen. Dieses sehr unterschiedliche Erzähltempo lässt manche Episoden wie aufgesetzte, aber eben isolierte Miniaturen wirken. Biedermann erzählt eher traditionell und entfaltet vor allem in den fast mythisch anmutenden Szenen rund um das Waldschloss und rund um den geheimnisvollen, gefahrvollen Wald eine poetische Sprache, die mir sehr gut gefallen hat. Der Autor ist belesen und baut immer wieder zitatähnliche Formulierungen ein, die dem Leser kleine Aha-Erlebnisse bescheren. Max v. Pufendorf liest den Roman mit Herz und Hirn. Er erhöht die Spannung mit seinem Sprechtempo und der Modulation, und immer wieder gerät sein Vorlesen zu einer Inszenierung. Sehr professionell! Fazit: Ein Familien-Epos im Umkreis der Umwälzungen des 20. Jahrhunderts. Ein beeindruckendes Debut, das neugierig auf weitere Romane macht. 4,5/5*

  • Novalie

    aus Graz

    4/5

    01.04.2026

    Hörbuch-Download

    Spannende Familiengeschichte

    Anfang des 20. Jahrhunderts wird Lajos von Lázár in eine Gesellschaft geboren, die in einer Zeit voller Wandel lebt. Alte Traditionen wollen erhalten werden, doch der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und auch politisch bleibt in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen. Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen. Diese ist voller Widersprüche und Geheimnisse und muss sich durch ein Labyrinth aus gesellschaftlichen und politischen Veränderungen manövrieren. Sprachlich ist die Geschichte sehr schön und voller Gefühl. Inhaltlich jedoch manchmal etwas verwirrend und ziemlich anspruchsvoll. Man muss wirklich aktiv mitdenken, um die Geschichte gut zu verstehen. Oft muss man auch zwischen den Zeilen lesen, was bei einem Hörbuch durchaus eine Herausforderung darstellt. Durch historisch relevante Themen wie Krieg, Flucht oder Tod ist die Stimmung meistens etwas gedrückt, was durch den intensiven Schreibstil direkt bei mir angekommen ist. Dadurch hat es sich manchmal auch etwas gezogen, aber letztendlich hat es auf mich sehr authentisch und gut recherchiert gewirkt. Geschrieben wurde das ganze von einem 22-jährigen Schweizer, der von ungarischem Adel abstammt und wurde als Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025 prämiert. Es ist ein wirklich gut geschriebenes Buch, für das man jedoch wirklich Konzentration braucht.

  • Bewertung

    4/5

    17.01.2026

    Hörbuch-Download

    Der Abstieg einer ungarischen Adelsfamilie

    Die Familie Lazar ist eine alte ungarische Adelsfamilie. Im Laufe der Jahre und durch zwei Weltkriege hindurch, verliert jede Generation etwas mehr von dem alten Glanz... Anfangs fiel es mir schwer, einen Einstieg in das Buch zu finden. Die vielen Personen, langen Sätze und die poetische Sprache haben bei mir für Verwirrung gesorgt. Nach und nach konnte ich jedoch die Personen und Geschehnisse besser einordnen. Gelegentlich gab es zwar Szenen, die für mich nichts mit der Geschichte zu tun hatten. Die Sprechstimme des Hörbuchs hat für mich perfekt zu dieser Geschichte gepasst. Trotz dem Gefühl, dass es sich bei diesem Roman eigentlich nur um an eine Aneinanderreihung von einzelnen Geschehnissen handelt und der teils derben Sprache, hatte es mich irgendwie gefesselt und ich habe das Hörbuch innerhalb kurzer Zeit durchgehört. Eine ungewöhnliche, aber faszinierende Familiengeschichte aus Ungarns Adel.

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