Produktbild: Am Fließband

Am Fließband Roman über Henry Ford und Abner Shutt

1

17,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

30.06.2025

Herausgeber

Barbara Kalender

Verlag

MÄRZ Verlag

Seitenzahl

296 (Printausgabe)

Dateigröße

802 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Jörg Schröder

Sprache

Deutsch

EAN

9783755050469

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Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

30.06.2025

Herausgeber

Barbara Kalender

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MÄRZ Verlag

Seitenzahl

296 (Printausgabe)

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802 KB

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1. Auflage

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Jörg Schröder

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Deutsch

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9783755050469

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    Thalia Book Circle Community

    5/5

    06.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Der Mensch als Zahnrad - Abrechnung mit der Macht des Kapitals

    Upton Sinclairs „Am Fließband“ ist ein Roman aus einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und zugleich ein Werk, dessen Fragestellungen weit über seinen historischen Entstehungskontext hinausweisen. 1937 veröffentlicht, verbindet der Autor dokumentarische Recherche, historische Biografie und fiktionale Erzählung zu einer literarischen Anklage gegen die Entmenschlichung durch ein ungezügeltes Wirtschaftssystem. Im Zentrum stehen zwei Lebenslinien, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch untrennbar miteinander verbunden sind: die des Industriemagnaten Henry Ford und die des fiktiven Arbeiters Abner Shutt. Während Ford vom technisch versierten Tüftler zum Symbol einer neuen industriellen Ordnung aufsteigt, verkörpert Abner Shutt jene Menschen, auf deren Arbeitskraft dieser Erfolg beruht. Ihre parallele Entwicklung bildet das erzählerische Rückgrat des Romans und macht sichtbar, wie derselbe historische Prozess für den einen Aufstieg und Reichtum, für den anderen Abhängigkeit und soziale Unsicherheit bedeutet. Upton Sinclair interessiert sich dabei weniger für eine psychologisch nuancierte Charakterstudie als für die exemplarische Darstellung gesellschaftlicher Mechanismen. Henry Ford erscheint als eine Figur, an der sich der Wandel vom idealistischen Erfinder zum von Macht und Besitz geprägten Unternehmer nachvollziehen lässt. Der einstige Fortschrittsglaube weicht zunehmend einer kompromisslosen Fixierung auf Produktivität und Kontrolle. Sinclair zeigt, wie wirtschaftlicher Erfolg nicht nur Möglichkeiten schafft, sondern auch den Blick auf den Menschen verändern kann. Abner Shutt wiederum steht stellvertretend für die Arbeiterklasse seiner Zeit. Sein Schicksal verdeutlicht die Widersprüche des amerikanischen Fortschrittsversprechens. Die industrielle Massenproduktion schafft Wohlstand, doch diejenigen, die an den Maschinen arbeiten, bleiben häufig von diesem Wohlstand ausgeschlossen. Besonders eindringlich schildert Upton Sinclair die monotone und körperlich belastende Arbeit am Fließband, bei der der Mensch Gefahr läuft, selbst zum Teil eines Produktionssystems zu werden. Bemerkenswert ist dabei die Ambivalenz seiner Arbeiterfigur. Abner Shutt ist kein revolutionärer Held, sondern ein Mann, der trotz persönlicher Entbehrungen an der Loyalität zu seinem Arbeitgeber festhält. Gerade diese Haltung verleiht dem Roman seine besondere gesellschaftliche Spannung. Sinclair zeigt nicht nur die äußeren Bedingungen der Ausbeutung, sondern auch die psychologischen Bindungen, die Menschen an ein System knüpfen können, das ihnen letztlich schadet. Literarisch folgt Upton Sinclair einem bewusst schlichten Stil. Seine Sprache ist klar, direkt und auf Wirkung ausgerichtet. Dies entspricht seiner Absicht, nicht nur ein literarisch gebildetes Publikum anzusprechen, sondern vor allem Arbeiter über ihre eigene gesellschaftliche Lage aufzuklären. „Am Fließband“ ist daher weniger ein Roman im klassischen Sinne als eine Verbindung aus politischer Streitschrift, Sozialstudie und erzählerischer Dokumentation. Gerade diese Mischung macht die Eigenart des Werkes aus. Aus heutiger Perspektive mag Upton Sinclairs Weltbild stellenweise stark von seiner politischen Haltung geprägt und in manchen Bewertungen vereinfachend erscheinen. Dennoch hat der Roman seine historische und gesellschaftliche Bedeutung nicht verloren. Seine Kritik richtet sich nicht allein gegen eine einzelne Unternehmerpersönlichkeit, sondern gegen die Gefahren einer Wirtschaftsordnung, in der Gewinnmaximierung und Machtstreben den Blick für soziale Verantwortung verdrängen. Die Aktualität des Buches liegt deshalb neben den konkreten historischen Ereignissen in den grundsätzlichen Fragen, die es aufwirft. Dazu gehören die Fragen, welchen Wert menschliche Arbeit besitzt, welche Verantwortung Unternehmen gegenüber ihren Beschäftigten tragen und wohin die Grenzen wirtschaftlicher Macht reichen. Upton Sinclair hat mit „Am Fließband“ keinen zeitlosen Kunstroman im engeren Sinne geschaffen, wohl aber ein eindringliches literarisches Zeitdokument. Die Stärke dieses Buches liegt in seiner moralischen Dringlichkeit und in seiner Fähigkeit, den Leser auch Jahrzehnte später zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen herauszufordern, deren Aktualität kaum nachgelassen hat. Die Neuauflage des Unionsverlags ist daher nicht nur eine Wiederentdeckung eines historischen Romans, sondern eine Einladung, über die Bedingungen von Fortschritt und Wohlstand neu nachzudenken.

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