Der junge Bestsellerautor Angus Stuart ist auf dem Weg an die südenglische Küste, wo er seinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub verbringen möchte. Doch ein Wintereinbruch macht die Straßen unpassierbar, und Angus quartiert sich notgedrungen in einem Dorfgasthaus ein. Bald hat sich ein illustres Grüppchen gestrandeter Reisender dort versammelt - und es schneit immer weiter. Zunächst ist die Bereitschaft groß, das Beste aus der Situation zu machen, die Reisenden freunden sich ungeachtet aller gesellschaftlichen Unterschiede miteinander an. Aber dann werden kostbare Juwelen gestohlen - und der aufdringliche, trinkfreudige Major Carew liegt ermordet in seinem Zimmer.
Angesichts dieses Doppelverbrechens ist der einzige Polizist des eingeschneiten Dorfes überfordert, und unter den Gästen wächst die Angst vor dem nächsten Mord. Also nehmen der prominente Schachexperte Dr Constantine und Angus mit einem weiteren Gast die Ermittlungen selbst in die Hand. Eine ebenso spannende wie aberwitzige Verbrecherjagd beginnt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
rallewu
aus Niedersachsen
5/5
18.01.2026
eBook (ePUB 3)
Eine echte Perle des "goldenen Zeitalters" des englischen Krimis
Massiver Schneefall im England der 1930er Jahre sorgt vor allem auf dem Land für unpassierbare Straßen und zwingt eine illustre Auswahl völlig unterschiedlicher Charaktere gemeinsam eine längere Zeit, abgeschnitten von der Umwelt, in einem kleinen, jedoch gut ausgestatteten Landgasthof zu verbringen. Man arrangiert sich zunächst recht gut miteinander, aber schon bald sorgt der Fund einer Leiche für Unruhe unter den Eingeschlossenen. Das Misstrauen steigt - erste Ermittlungen der Anwesenden und der Polizei ergeben, das einige der Gestrandeten tatsächlich durchaus ein Motiv für den Mord haben. Als weitere merkwürdige Vorgänge die Eingeschneiten weiter aufschrecken und für Verunsicherung sorgen, nehmen die Ermittlungen so manche spannende Wendung...
Molly Thynnes' Buch "Eingeschneit mit einem Mörder" ist ein wunderbar zu lesender, nun wieder neu aufgelegter Krimi aus den 1930er Jahren. Seine Entstehung fällt in das "Goldene Zeitalter des englischen Krimis" und erinnert in Stil und Storyline stark an die Bücher von Agatha Christie, die sich die frühzeitiger geschaffenen Bücher von Molly Thynne wohl durchaus als Vorbild für ihre eigenen Storys genommen hat.
Auf jeden Fall sehr lesenswert - nicht nur für Liebhaber klassischer englischer Krimis.
odile
5/5
10.11.2025
eBook (ePUB 3)
Mörderische Weihnacht
Die Autorin Molly Thynne hat ihren Kriminalroman „Eingeschneit mit einem Mörder“ 1931 geschrieben. Als großer Fan des Goldenen Zeitalters dieses Genres war ich sehr gespannt auf ihr Buch und wurde nicht enttäuscht.
Kurz vor Weihnachten herrscht ein ungewohntes Schneechaos in England. Der junge Angus Stuart startet trotz bedrohlicher Unwetterwarnungen in seinen Winterurlaub, wird aber von unpassierbaren Straßen zum Stopp in einem alten Dorfgasthaus, der „Arche Noah“ gezwungen. Da es anderen Reisenden ähnlich ergeht, befindet sich dort bald eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft. Und es schneit weiter. Schon in der zweiten Nacht geschehen zwei Verbrechen. Ein kostbarer Gürtel aus Smaragden wird gestohlen und der unangenehmste Gast, ein ehemaliger Major, erschlagen. Der örtliche Constable Bates muss auf sich gestellt ermitteln, da die Schneemassen die Anreise der Spezialisten von Scotland Yard verhindern.
Der vorliegende ist der erste von drei Fällen, in denen Dr. Luke Constantine, ein bekannter Schachexperte, als Amateurdetektiv der Polizei unter die Arme greift. Er ist zwar kein Belgier, aber Halb-Grieche, distinguiert, höflich und sehr intelligent. Die Fähigkeit, durch seine angenehme, sympathische Art, Menschen zum Reden zu veranlassen, verhilft ihm neben seiner ausgezeichneten Beobachtungsgabe zu nützlichen Informationen. Der bodenständige Handlungsreisende Soames und Angus Stuart, ein junger Autor, fungieren als seine Watsons.
Die übrigen Reisenden sind Vertreter der verschiedenen Gesellschaftsschichten. Der snobistische, ziemlich tumbe Lord, die alternde Witwe, die juwelenbehangen jeden Dieb provoziert, die ältlichen Schwestern, die sich vor ihrem eigenen Schatten fürchten, die mondäne Alleinreisende, die ein Geheimnis umgibt, der trunksüchtige ehemalige Offizier, der sich jeder alleinstehenden Frau aufdrängt und andere mehr. Diese Protagonisten verfügen über wenig psychologische Tiefe und bedienen auch einige Klischees, doch das hat mich nicht gestört.
Die Atmosphäre ist herrlich nostalgisch, mit knisternden Kaminfeuern, Telefonieren beim Postamt, limitiertem heißem Badewasser, mit Bridge und Billard als angemessenen Mitteln der Zerstreuung. Wie erwartet ist die Sprache etwas antiquiert, aber sehr gut lesbar, flüssig und mit britischem Humor versehen. Die Autorin versteht es hervorragend, eine Reihe von Motiven und Verdächtigen zu generieren. So entsteht Spannung und der Leser wird zum Miträtseln veranlasst.
Molly Thynne hat einen klassischen Whodunit-Krimi geschrieben, worauf schon der Originaltitel „The Crime at the Noah’s Ark“ hinweist. Nur dass diese Arche sehr weitläufig ist, ein alter Landgasthof mit vielen Winkeln, mehreren Stockwerken, Treppen und Abstellkammern. Dazu noch Scheunen im Außenbereich. Ein in sich zwar geschlossenes, aber weitläufiges Terrain, das unseren Amateurdetektiven mehrere schlaflose Nächte beschert.
Letztlich werden die Fälle dank Dr. Constantine, seiner Watsons und der späten Unterstützung des Yards gelöst, die Täter ermittelt und der wahre Mörder zum Tod am Galgen verurteilt.
Molly Thynne hat zwischen 1928 und 1933 sechs erfolgreiche Kriminalromane geschrieben. Sie war finanziell unabhängig, ist viel gereist und hat nie geheiratet. Es ist bedauerlich, dass eine Autorin wie sie in völlige Vergessenheit geraten ist. Ihre Kritiker haben Molly Thynne seinerzeit in derselben Liga wie Agatha Christie gesehen. Obwohl ich diese Meinung nicht ganz teile, finde ich es erfreulich, dass der Dörlemann Verlag dieses „Schätzchen“ der Kriminalliteratur jetzt herausgebracht hat.
S. L.
aus Berlin
3/5
13.11.2025
eBook (ePUB 3)
Ein Old-England Krimi
Es ist wie beim Betrachten eines alten Filmes, man ist in einer anderen Welt. Wenn man sich ein eingeschneites, von der Welt abgeschnittenes Gasthaus vorstellt,sich in die Dreißiger träumt, landet man genau in der beschriebenen Szenerie.
Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten suchen Unterschlupf, müssen Zeit miteinander verbringen. Zum Teil klappt das ganz gut, meistens eher nicht. Kein Wunder, dass ein Mord geschieht. Und die Smaragde der hochnäsigen Lady werden gestohlen!
Molly Thyne hat ihre Figuren erkennbar gezeichnet, sie sind gut vorstellbar, werden schnell vertraut. Auch ihre Interaktionen sind authentisch, Eigenheiten und Vorlieben werden klar. Die Spannung plätschert dahin, die Handlung verläuft gemächlich, die Locked-Inn Situation spricht für sich.
Ein old-fashioned Krimi mit nostalgischem Flair und wenig Überraschendem.
Bewertung
5/5
10.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Klassischer britischer Whodunit
Diese Neuauflage eines Klassikers der britischen Krimiliteratur ist kurzweilig und verspricht Rätselspaß bis zum Schluss. Neugierig folgt man den Theorien der Protagonisten, die herausfinden wollen, wer der eingeschneiten, heterogenen Gesellschaft einen Gast ermordet und einen Smaragdgürtel gestohlen hat. Ich hatte bestimmt jeden Gast einmal auf meiner Verdächtigenliste, und trotzdem hat mich das Ende überrascht. Der Krimi liest sich trotz des Alters sehr flüssig und wirkt nicht altmodisch. Die Kapitellänge von 12-15 Seiten ist genau richtig, um immer ein Kapitel vor dem Schlafengehen zu lesen. Wobei ich das nicht geschafft habe, weil ich immer weiterlesen musste und das Buch daher in zwei Tagen durch hatte. Es muss nicht immer Agatha Christie sein, auch andere Autoren dieser Zeit haben wunderbare Krimis geschrieben. Wer auf klassische britische Krimis steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Klare Leseempfehlung.
shizu_reads
5/5
31.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Winterlicher Krimi
Mit Angus Stuart geht es eigentlich in einen entspannten Weihnachtsurlaub an die englische Küste. Doch der Plan scheitert schnell: Schnee – und zwar sehr, sehr viel Schnee – legt alles lahm. Statt Meerblick findet man sich schließlich gemeinsam mit einigen anderen Gestrandeten in einem Gasthof wieder.
Ein ideales Setting für einen winterlichen Krimi, denn an eine Abreise ist nicht zu denken. Die dadurch entstehende Atmosphäre wird wunderbar eingefangen. Zunächst kommt man ganz in Ruhe im Gasthaus an und lernt nach und nach die einzelnen Charaktere kennen. Sie sind sehr unterschiedlich, teils eigenwillig und bringen alle ihre ganz eigenen, manchmal ungewöhnlichen Eigenschaften mit.
Zu Beginn entwickelt sich die Geschichte eher gemächlich, was ich jedoch als sehr passend für Stimmung und Handlung empfunden habe. Sobald die Tat geschieht, kommt spürbar Bewegung ins Geschehen. Plötzlich steht jeder unter Verdacht, und man beginnt gemeinsam mit Stuart zu grübeln und zu rätseln. Genau das hat mir großen Spaß gemacht.
Auch die Auflösung konnte mich überzeugen: überraschend und wirklich sehr gelungen. Denn selbst wenn manches zunächst offensichtlich wirkt, ist letztlich alles deutlich vertrackter, als es scheint.
Insgesamt kann ich das Buch absolut empfehlen – ein klassischer britischer Krimi mit einem perfekten Setting für den Winter.
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