In diesem biografischen Roman erzählt Susanne Kerkovius das Leben der Malerin Ida Kerkovius (1869- 1971), einer der bedeutendsten Malerinnen der Klassischen Moderne. Ihr Weg als freie Künstlerin führt die in einer privilegierten baltendeutschen Gutsbesitzersfamilie aufgewachsenen junge Frau aus der geliebten Heimat, die anfangs noch zum russischen Zarenreich gehörte, zuerst nach Dachau an die Freiluftmalschule des Malpioniers Adolf Hölzel und dann als seine Meisterschülerin an die Akademie nach Stuttgart. Dort arbeitet sie zusammen mit Adolf Hölzel, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer, Johannes Itten und anderen an der Entwicklung der modernen Malerei. Sie besucht die Webklasse am Bauhaus und entwickelt ihre eigene Teppich-Webkunst, freundet sich mit Paul Klee an. Der Kontakt zur Familie mit sieben Brüdern und drei Schwestern bleibt immer eng, auch wenn Idas Entscheidung gegen ein konventionelles Leben als Ehefrau und Mutter nicht immer auf Verständnis trifft. Revolution, Krieg, Umsiedlung und Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg verlangen der Familie viele Opfer ab, am Ende ist die baltische Heimat für immer verloren- für Ida war sie eine wichtige Quelle der Inspiration gewesen. Mit großer innerer Kraft übersteht die Künstlerin die NS-Zeit in Stuttgart mit Mal- und Ausstellungsverbot. In ihren letzten Lebensjahrzehnten erst erfährt sie Würdigung und kann von ihrer Arbeit gut leben. Susanne Kerkovius, Ehefrau eines Großneffens von Ida Kerkovius, lässt die Leser anhand lebendiger Dialoge, innerer Monologe, knapper zeitgeschichtlicher Erläuterungen und farbigen Details aus dem baltendeutschen Kosmos teilhaben am Leben einer Pionierin der modernen Malerei.
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