Die Grossmutter lädt zur Familienfeier. Die Tochter kehrt temporär in die Enge ihres Kinderzimmers zurück. Sohn 1 hört sich gerne reden, während seine Begleitung eisern schweigt. Sohn 2 wiederum ist unfähig, für sich und andere einzustehen. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau, die immer kurz vor der Explosion steht. Die Enkelkinder derweil wären lieber woanders. Während die Spannung steigt, Triggerpunkte provoziert werden und passive Aggressionen in offene Konflikte aufbrechen, bleibt eine Frage: Was macht eigentlich die Kassiererin des lokalen Supermarktes, Frau Spar, hier? Mia Oberländer erzählt in einem furios dadaistischen Showdown von Dingen, die in jeder Familie vorkommen … Oder etwa nicht?
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
Book Circle Community
5/5
25.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bildgewaltiges Familientreffen mit vielen klugen Einfällen
Ich bin ein Newbie in Sachen Graphic Novels. Bei “Saloon” hat mich der Zeichenstil erstmal abgeschreckt zu Beginn. Wenn man sich aber daran gewöhnt hat, ist dieser kaum noch relevant beziehungsweise kann auf einigen Seiten sogar die Handlung unterstützen. “Saloon” handelt von einem jährlich stattfindenden Familientreffen, bei dem es auf den ersten Blick gesittet zugeht, aber unter der Oberfläche brodelt es "wie im Wilden Westen. Oberländer skizziert das Familientreffen aus unterschiedlichen Perspektiven von der Anfahrt einiger Teilnehmer:innen bis zur Abfahrt, umrahmt wird das Ganze noch von zwei Briefen. Im Buch erhaschen wir immer wieder Blicke auf verschiedene Protagonisten, was es sehr abwechslungsreich macht.
Die Graphic Novel überzeichnet einzelne Aspekte stark und dies durchaus bildlich. Die Wut eines Charakters wird durch einen übergroßen roten Kopf dargestellt. Das “Kuschen” eines anderen Protagonisten durch dessen Hunde-Optik. Mir hat dieses Schräge sehr gut gefallen. Auch Kontraste wie das kalte Fischbuffet in der Wüstenlandschaft machen diese Graphic Novel sehr abwechslungsreich. Sie ist gespickt voller witziger Einfälle und origineller Ideen. Die Story, die später noch “Streitschlichter” mit einbezieht ist eine Mischung aus konventionell und unkonventionell bis hin zum Absurden. Wie auch immer das nun gefällt: “Saloon” ist in jedem Fall witzig, originell und sehr smart. Nicht immer zündet (zumindest bei mir) jeder Gag und jede Anspielung (beispielsweise auf den Plakaten zwischendurch, die ähnlich wie in “normalen” Büchern die Zitate am Anfang von Kapiteln stehen. Aber Oberländer bietet ein echtes Feuerwerk an Ideen, über die man teils auch länger nachdenken kann.
So fand ich sicher nicht jeden Einfall supergut, aber ich hatte viel zum Nachdenken und Schmunzeln. Zudem war die Lektüre sehr kurzweilig und hat einfach Spaß gemacht, wenn man den Zeichenstil gewöhnt war. Ich kann dieses Debüt also jedem, der offen für originelle Ideen ist, ans Herz legen.
Bewertung
Book Circle Community
4/5
18.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grotesk, absurd, überzeichnet - eine kleine Familienfeier.
Etwas mehr Details… etwas schönere Zeichnungen… etwas passendere Sprüche… und ich hätte hier die maximale Bewertung gegeben.
Ein kleines Familenfest, zehn Stunden auf 350 Seiten. Schwarzer und schräger Humor inbegriffen.
Feste können aus dem Ruder laufen. So absurd und grotesk und auch wieder banal und schön… man muss es lesen. Auch für Graphic Novel Einsteiger
Der Eine oder die Andere findet sich bestimmt selber in den verschiedenen Charakteren. Familienaufstellungen waren gestern. Mach besser ein kleines Familienfest. Es muss ja kein Saloon sein…
Bewertung
Book Circle Community
4/5
13.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Familienfeier
Mia Oberländer hat hier eine sehr kurzweilige und unterhaltsame Geschichte gezeichnet. Alles fängt an mit einer ganz normalen Einladung zu einer Familienfeier. Als Leser ist man dann den ganzen Abend von der Anreise der ersten Gäste bis zum Ende spät abends dabei.
Und natürlich bleibt es nicht friedlich, denn alle Gäste (inkl. Gastgeberin) zeigen sich von ihrer “besten” Seite. Mit Männern die Hunde sind, Sektflaschen als Züge und Rodeo im Keller fliegt man nur so durch die Seiten.
In meinen Augen keine wahnsinnig tiefgehende Geschichte, dennoch lesenswert und auf jeden Fall weiter zu empfehlen!
Bewertung
Book Circle Community
2/5
27.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Speziell
Das war das erste Mal, dass ich eine Graphic Novel gelesen habe. Angesprochen hat mich vor allem das Cover und die Inhaltsbeschreibung. Wenn man an Comics denkt, kommen einen zuerst die Sachen aus der Kindheit in den Sinn. Dieses in Buchform erschiene Comic hat aber nichts mit denen gemeinsam. Erzählt wird die Geschichte einer Familienfeier, die etwas zu sehr eskaliert. Beim Lesen/Ansehen erkennt jeder wahrscheinlich einen oder mehrere der Charaktere aus seinem Umfeld wieder (zum Beispiel den peinlichen Onkel, den es gefühlt in jeder Familie gibt). Toxische und dysfunktionale Beziehungs- und Familiendynamiken bereiten hier jedem (Hobby-)Psychologen Freude bei der Analyse Die darauffolgende Intervention durch die professionelle Streitschlichtung zieht das ganze umso mehr ins Groteske. Ob das überhaupt einen guten Ausgang nehmen kann? Die Dialoge sind sehr knapp gehalten und viel wird mittels der Bilder ausgesagt (Show - don’t Tell). Die Bilder sind meist auch spartanisch gehalten, sodass man umso mehr reininterpretieren kann. Meist kommen die Bilder farbenfroh daher, ausser wenn die Streitschlichtung interveniert.
Wer gern mal eine Graphic Novel der etwas anderen Art lesen möchte, dann ist diese durchaus empfehlenswert.
Aber ehrlich gesagt, ich konnte mich nicht 100% damit anfreunden.
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