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Suche liebevollen Menschen Mein Vater, sieben Kinder, und ihre Flucht vor dem Holocaust

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.09.2024

Verlag

Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG

Seitenzahl

308

Maße (L/B/H)

22,6/16,1/3,2 cm

Gewicht

685 g

Übersetzt von

Hainer Kober

Sprache

Deutsch

EAN

2710000626688

Beschreibung

Rezension

„Eine kraftvolle, wunderbar erzählte, ergreifende Erzählung. Ich habe sie geliebt.“
Edmund de Waal, „Der Hase mit den Bernsteinaugen“
„Eine zutiefst bewegende Geschichte, teils Biografie, teils packende Spurensuche. Ein berührendes und faszinierendes Buch, das in einer Zeit wie der unseren, wichtiger denn je ist. Ich konnte es nicht weglegen.“
Philippe Sands, „Die Rattenlinie“
„Nicht nur unglaublich gut recherchiert, sondern auch liebevoll, aufrüttelnd und bewegend.“
Jonathan Freedland, „The Escape Artist: The Man Who Broke Out of Auschwitz to Warn the World”

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Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.09.2024

Verlag

Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG

Seitenzahl

308

Maße (L/B/H)

22,6/16,1/3,2 cm

Gewicht

685 g

Übersetzt von

Hainer Kober

Sprache

Deutsch

EAN

2710000626688

Herstelleradresse

Molden Verlag
Lobkowitzplatz 1
1010 Wien
AT

Email: office@verlagsgruppestyria.at

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  • Bewertung

    aus Annaberg-Buchholz

    5/5

    30.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    entwurzelt

    Immer wenn ich denke, dass alle Facetten des zweiten Weltkriegs in Film und Literatur gesehen zu haben und dass sich der Stoff nunmehr erschöpft hat, taucht ein völlig neuer Aspekt auf. Genauso ist es in "suche liebevollen Menschen". Was klingt wie eine Partnersuchannonce, war ein verzweifelter Akt von jüdischen Eltern, ihre Kinder in England in Familien unterzubringen, um so wenigstens den Nachwuchs in Sicherheit zu wissen, während zu Hause "die Stellung gehalten" wird. Für viele Eltern war es ein großer Trost die Kinder ins Ausland vermittelt zu wissen, wenn auch es oft für das eigene Wohl keine Chance mehr auf eine Flucht gab. Die Kinder wuchsen nun völlig entwurzelt auf und hatten mal mehr, mal weniger Glück mit ihren neuen Heimen. Ständig zwischen Hoffnung, Verzweiflung und teilweise bis heute auch Ungewissheit über den Verbleib von Familienmitgliedern. Diese Buch erzählt die Geschichten einiger dieser Kinder, die ähnlicher nicht hätten ins Leben starten können, die in die Welt hinaus geschickt wurden und sich unterschiedlichst entwickelt haben. Spannend und aufrüttelnd. Abschließend noch ein Zitat was mich besonders bewegt hat: Die beiden jüdischen Friedhöfe befinden sich an den beiden Enden dieser weitläufigen Nekropole und sind auffallend ungepflegt , was kaum wundernimmt angesichts des krassen Missverhältnisses zwischen lebenden und toten Juden."

  • Hopeandlive

    5/5

    07.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Geschichte hinter der Zeitungsannonce

    Auf dem Cover lacht mich eine Familie an, Vater, Mutter und Kind. Ob sie auf diesem Foto schon ahnen, was ihnen bevorsteht und wo ihre Lebensreise hingeht? Der Vater ahnt es vielleicht, den Ausdruck der Mutter kann ich nicht deuten, doch der Junge lacht in die Kamera, wie Kinder in diesem Alter einfach lachen, nichtsahnend was sich in der Welt über ihnen zusammenbraut. Julian Borger, erfolgreicher Journalist der Tageszeitung "The Guardian" und der BBC, macht sich nach dem Suizid seines Vaters Robert auf eine ganz außergewöhnliche Recherchenreise, die ihn zu den Wurzeln und ganz besonders zu der Entwurzelung seiner Familie führt und sein Leben auf eine ganz besondere Weise erschüttert und nachhaltig beeinflusst. Robert Borger ist der kleine Junge auf dem Cover, der so fröhlich in die Kamera lacht, nichtsahnend, dass sich sein Leben bald völlig verändern wird und dass er diese Entwurzelung niemals wirklich verkraften wird. Das Verhältnis des Autors Julian Borger zu seinem Vater war immer etwas kompliziert, doch er verstand immer mehr das Warum dahinter, je mehr er während seiner Recherche herausfand. Der Autor nimmt uns mit nach Wien im Jahr 1938 und versteht seine persönliche Familiengeschichte dank seiner journalistischen Gabe mit genügend politischen Informationen auszuschmücken, so dass dem Leser das Grauen, dem die jüdischen Menschen und ganz besonders die Familien, die sich aufgrund der gefährlichen Situation trennen mussten, sehr deutlich vor Augen geführt wird. Nach dem Anschluss im Jahr 1938 verschärft sich die Lage in Österreich für Juden und viele jüdische Familien sehen nur einen Ausweg ihre Kinder vor dem kommenden Wahnsinn zu retten. Sie setzen eine Kleinanzeige in den "Manchester Guardian" um ihren Kindern ein Überleben zu sichern. Dort preisen sie ihre Kinder mit Worten an, die jedem Leser, der Kinder hat einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Der junge Robert wird als "intelligenter Elfjähriger aus guter Wiener Familie" angepriesen, in der Hoffnung eine Familie zu finden, die ihm ein rettendes Exil bieten kann, bis die Eltern in der Lage sind, ihren Kinder nachzureisen. Wir wissen aus der Geschichte, dass es vielen Eltern nicht mehr gelungen ist zu flüchten. Roberts Eltern gelang es nach England zu kommen, doch es hatte das Leben der Familie für immer verändert und Robert ist dieses Trauma sein Leben lang nicht mehr losgeworden. Dies passierte alles vor den sogenannten Kindertransporten und diese Kleinanzeigen waren für viele jüdische Eltern die einzige Hoffnung wenigstens ihre Kinder vor dem beginnenden Sturm zu bewahren. Julian Borger machte sich auf und fand die Anzeige seines Vaters seinerzeit und je mehr er forschte, umso näher kam er dem verstorbenen Vater und entwickelte ein neues Verständnis für ihn und wie er sein Leben geführt hat. Doch er blieb nicht bei seinem Vater stehen, sondern forschte auch nach den anderen Kindern, die durch diese Kleinanzeigen über den ganzen Globus verstreut wurden. Ob sie in England blieben, oder in kriegsgeplagten Shanghai landeten, ob sie durch die Wälder Deutschlands im Jahr 1945 irrten, im Konzentrationslager landeten oder im französischen Widerstand. Julian Borger gibt diesen Kindern ein Gesicht, ihrer Geschichte einen Raum und zeigt auf eine sehr deutliche Weise auf, welche traumatischen und unvorhersehbare Folgen Krieg auf Familien hat und wie sich dieses Trauma fortsetzt in den nachfolgenden Generationen fortsetzt. Ein absolut lesenswertes und wertvolles Buch!

  • Julia

    5/5

    29.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bewegende Schicksale

    Wir alle kennen die Geschichte des zweiten Weltkrieges und wissen, welche grauenhaften Taten gegenüber Juden und anderen Menschen passiert sind. In diesem Buch erfahren wir etwas über eine ganz besondere Gruppe an Menschen: den Wiener Kindern, welche per Zeitungsanzeigen an Familien in England vermittelt und somit aus der Schusslinie gebracht werden sollten. Der Vater des Autors war selbst so ein Kind und somit sind alle Geschichten immer wieder mit dieser Geschichte verknüpft. Die Kinder, welche auf der selben Zeitungsseite ihre Anzeigen hatten, wie der Vater. Und doch gibt es einen Unterschied: Der Autor hatte nie die Möglichkeit die Dinge aus Sicht seines Vaters erzählt zu bekommen und so kann er nur Mutmaßungen anstellen, ob sein Schicksal wohl dem der anderen Kindern geähnelt hat. Man merkt, wie viel Mühe sich Julian Borger bei der Recherche zu diesem Buch gegeben hat und er deckt Teile der Geschichte auf, die mir so gar nicht bekannt waren. Denn wir lernen in der Schule viel über die Entwicklungen in Deutschland, jedoch nicht die, die in Österreich passiert sind. Für mich war das ein sehr spannender Einblick. Die Schicksale der Kinder waren alle sehr unterschiedlich und hatten doch eins gemeinsam: sie gehen einem beim Lesen sehr nahe. Man möchte sich gar nicht vorstellen, welches Leid manche ertragen mussten. Da waren Geschichten dabei, die mir regelrecht eine Gänsehaut beschert haben. Ein top recherchiertes Buch, mit vielen persönlichen Schicksalen, welche mit originalen Bildern noch einmal mehr unter die Haut gehen. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung!

  • Katyleh

    aus Lingen

    5/5

    04.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erschreckend

    Ich kenne den Wunsch des Autors, seine Vorfahren gefragt zu haben, wie genau es im Krieg war und was sie für eine Rolle gespielt haben. In diesem Buch erfahren wir vom Schicksal des Vaters des Autors, aber auch von anderen Kindern, die damals über eine Zeitungsannonce in eine vermeintlich bessere Welt geschickt wurden. Was muss das eine schwierige Entscheidung gewesen sein für die vielen Eltern, ihre Kinder abzugeben in die Obhut fremder Menschen, von denen man nicht wusste, wie sie ihre Kinder behandeln werden. Aber wo man glaubte, dass es die beste Entscheidung sei. Das Buch geht wirklich unter die Haut . Ich finde der Autor Julian Borger hat ihr unglaublich gut recherchiert und versucht, die Schicksale der Menschen in Zeiten des Zweiten Weltkriegs aufzudecken. Ich konnte das Buch teilweise kaum aus der Hand legen und auch die vielen Familien Fotos im Inneren des Buches machen dieses Werk zu etwas ganz besonderem. Sehr gefallen hat mir auch, dass man viele historische Informationen und Fakten präsentiert bekommt. Hier hat der Autor ganz tolle Arbeit geleistet. Auch hat mich vieles überrascht, wovon ich nichts gewusst habe. Wie zum Beispiel das Kaiser Franz der Held vieler Juden war, weil er sich für sie einsetzte. Ich finde es wichtig, heute zu erfahren, wie hart die Zeit damals war und wie schlimm es für die einzelnen Familien gewesen sein muss. Die einzelnen Schicksale fand ich sehr spannend und emotional. Ein sehr gelungenes Buch und eine absolute Lese Empfehlung von mir.

  • Biancaneve

    aus Salzburg

    5/5

    28.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Glück und die Schuld des Überlebens

    Journalist Julian Borger entdeckt Anzeigen im »Manchester Guardian« aus dem Jahr 1938. In diesen Kleinanzeigen der englischen Zeitung versuchten jüdische Eltern in Wien, ihre Kinder vor den Nazis in Sicherheit und aus dem Land zu bringen; selbst mit der Gewissheit, die Kinder nie wiederzusehen. Auch Borgers Vater war eines dieser Kinder. Im Lauf der Recherche findet der Journalist Spuren von sieben weiteren Kindern, die ebenfalls von Wien aus ins Exil gebracht wurden. Die Recherche führt nicht nur nach England, sondern auch nach Shanghai, zu niederländischen Schmugglern oder französischen Widerstandskämpfern, und leider auch ins KZ Auschwitz. Das Cover ziert ein Foto mit lächelnden Menschen, daneben Ausschnitte jener Kleinanzeigen, die Wiener Kinder 1938 Sicherheit bringen sollten. Neben einem übersichtlichen Personenverzeichnis und zahlreichen Anmerkungen weist das Buch die Kopien der betreffenden Kleinanzeigen und eine Reihe von Fotos auf. Der Autor lüftet ein Familiengeheimnis, das er vor allem durch die Schicksale anderer sieben betroffener Kinder lösen wird, denn sein Vater hat im während seiner Lebenszeit nur wenige Anhaltspunkte zu jener Zeit gegeben. Die Kapitel behandeln jeweils die Lebenswege dieser Kinder und Borger zieht mit deren Hilfe immer wieder Parallelen zu seinem Vater. Der Schreibstil ist angenehm, dennoch erfordert das Buch Konzentration, den Lebenswegen der unterschiedlichen Personen zu folgen, da der Autor die Geschichten oft ineinander verwebt. Aber das Buch ist ohnehin nicht geeignet, um es so nebenbei zur Unterhaltung zu lesen. Es ist nicht nur eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit seiner Familie. Es ist ein Buch, das auch vom Schweigen erzählt, das immer wieder Abstecher zu historischen Persönlichkeiten, Gebäuden, usw. macht, und eine weitere Menge an Hintergrundinformationen liefert. Borger ist hier ein sehr wertvolles Buch gelungen. Es berührt und lehrt zugleich. Die Schrecken jener Zeit werden eindrücklich beschrieben, durch historische Tatsachen, aber auch durch die Aufzeichnungen einiger dieser Kinder, denen durch die Annonce ihrer Eltern die Flucht gelang; ebenso durch die Gespräche, die er mit Überlebenden oder deren Nachfahren führen konnte. Es ist ein Buch, das betroffen macht - durch die Geschehnisse jener Zeit in Wien, aber auch durch die Situation in den englischen Pflegefamilien, in denen die jüdischen Kinder aufgenommen und gefördert wurden, in etlichen Fällen aber leider auch ausgebeutet wurden. Borger zeigt auch, dass ein sicherer Platz, eine gelungene Flucht, kein Garant dafür sind, unbeteiligt aus der Situation hervorzugehen. Und, dass diese Auswirkungen nicht nur den Beteiligten betreffen, sondern auch auf die Nachkommen übergehen kann, wie es auf dem Gebiet der Epigenetik erforscht wird.

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