Nachdem er sich ausgesperrt hat, sitzt Viktor auf dem Dach, schaut über die Stadt. Er erinnert sich an die letzten Jahre, erst die Trennung der Eltern, dann der Umzug, sein bester Freund ist nicht mehr da. Wird es nie wieder gut? Doch. Hier oben bekommt er plötzlich wieder den Überblick, nicht nur über Berlin, sondern über sein Leben.
Eine Coming-of-Age-Geschichte rund um Familie und Freundschaft vom preisgekrönten Autor Salah Naoura.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesevergnügen mit Tiefgang
Dass ein Junge mal eben auf ein Haus steigt, ist ungewöhnlich. Mindestens genauso erstaunlich ist das Buch, dem die Dachkletterei den Titel verlieh: Viktor ist fast 14 und hat so viel Schwieriges erlebt, dass es ihm (trotz Höhenangst) gut tut, die Welt einmal verkleinert von oben zu betrachten und zu sortieren. Der Vater bedeutet für Viktor Sorge, Panik und Enttäuschung, weil er seinen Risikosport nicht sein lassen kann und dafür Viktor im Stich lässt. Die Mutter versucht, Viktor und sich zu schützen und schießt dabei übers Ziel hinaus, der beste Freund ist verschwunden. Das alles beobachtet und beschreibt Viktor so punktgenau, dass seine Geschichte dennoch ein reines Lesevergnügen ist, voller Sprachschönheit und Situationskomik. Tiefgang mit herrlicher Leichtigkeit: Salah Naoura zeigt auch in diesem Buch wieder, wie fantastisch er diese ungewöhnliche Spezialität beherrscht.
Alrik Gerlach
aus NordWestMecklenburg
5/5
25.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Höhenangst trifft Herzklopfen: Viktor im Großstadtdschungel
Auf dem Dach sitzen und plötzlich klar sehen – das klingt erstmal verrückt, oder? Genau da setzt die Geschichte an, und meine Tochter und ich haben uns beim Buddyread öfter gefragt: Würden wir uns selbst trauen, auf ein Dach zu klettern, nur um den Überblick zurückzubekommen? Antwort: eher nein. Aber Viktor tut’s – und was er da oben über sich, sein Leben und seine Gefühle erkennt, hat uns beide umgehauen.
Wir haben das Buch abwechselnd laut gelesen, und manchmal musste eine kleine Pause her, weil meine Tochter plötzlich mitten in einer Szene meinte: „Papa, das ist wie bei uns, wenn …!“ Zack, nächster Lachanfall. Andere Stellen dagegen gingen richtig tief rein – Trennung der Eltern, Verlust des besten Freundes, dieses Gefühl, dass nichts mehr so ist, wie es mal war. Da blieb es bei uns beiden nicht trocken ums Herz.
Besonders mochte ich, dass Viktor nicht in Selbstmitleid versinkt, sondern auf seine eigene, schräge Art nach vorne schaut. Es gibt keine übertriebenen Action-Szenen, kein künstliches Drama – alles wirkt ehrlich, nachvollziehbar und manchmal so nah, dass man fast vergisst, dass man liest. Meine Tochter sagte irgendwann: „Das ist wie in einem Film, nur dass man selbst drinsteckt.“ Genau so fühlt es sich an.
Humor blitzt an den richtigen Stellen auf, und diese Dach-Perspektive ist einfach genial gewählt: Oben sein, runtergucken, plötzlich merken, dass die Probleme nicht mehr ganz so riesig wirken. Wir haben beim Lesen manchmal so getan, als würden wir mit Viktor über Berlin schauen – ein kleiner Buddyread-Trick, der das Ganze noch lebendiger machte.
Fazit: Dieses Buch ist ein leises, ehrliches, herzliches Abenteuer über Freundschaft, Familie und das Chaos im Kopf, wenn man groß wird. Wir haben’s gefeiert. Klare 5 Sterne von uns beiden – Dachtest bestanden!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
22.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Vater - Sohn - Geschichte
„…Von hier oben ist die Welt viel übersichtlicher. Alles wirkt geordneter, weniger chaotisch. Erst jetzt, mit dreizehn, kapiere ich, was Papa damals gemeint hat, als er zum ersten Mal vom Gleitschirmfliegen schwärmte…“
Mit diesen Zeilen beginnt ein Jugendbuch mit Tiefgang. Die Geschichte wird zum großen Teil im Rückblick erzählt. Der Junge auf dem Dach reflektiert die Beziehung zu seinem Vater.
Der Vater liebt Extremsportarten und ordnet denen auch sein Leben unter. Viktor ist eher ängstlich. Lange kämpft er mit Höhenangst. Deshalb wundert es ihn auch, warum die beim Aufstieg auf das Dach ausblieb.
„…Seine größte Freude ist es, mich von irgendwelchen Aktionen zu überzeugen, die Mama zu gefährlich findet…“
Und natürlich geht dabei auch eine Menge schief. Später ziehen sie in die Schweiz, weil das für den Vater das ideale Trainingsgelände ist. Es wird deutlich herausgearbeitet, dass es für die Familie nicht einfach ist, ständig um das Leben des Vaters bangen zu müssen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.
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