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Fat Business Dicke sind nicht das Problem: für eine Kehrtwende von Politik, Medizin und Wirtschaft

4

25,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.10.2025

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/1,8 cm

Gewicht

240 g

Farbe

Seidengrau / Rubin

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01485-4

Beschreibung

Rezension

Eine, die Zuschreibungen wie „dick“ und „fett“ reclaimt und die verändern möchte, wie wir über und mit Mehrgewichtigen sprechen und gesellschaftlich umgehen, ist Martina Herrmann-Thurner. […] Es geht um Gewichtsdiskriminierung. Dieser Begriff ist in Österreich relativ neu und bezieht sich auch auf ein strukturelles Problem.Stuart Freeman und Conny Lee, FM4
„Friss die Hälfte und beweg dich mehr“ – diesen Satz hat Bobby Herrmann-Thurner schon oft gehört. [...] In ihrem Debüt „Fat Business“ zeigt sie, wie sehr unsere Gesellschaft dicke Körper noch immer pathologisiert und beschämt.Natascha Ickert, Der Standard
„Dick“ ist für Herrmann-Thurner kein Schimpfwort, sondern eine neutrale Beschreibung ihres Körpers. So, wie andere eben „schlank“ sind. Mit dem Unterschied, dass „dick“ mit einer Vielzahl an negativen Vorurteilen behaftet ist, die über Jahrzehnte weitergegeben wurden. Das betrifft vor allem den Gesundheitsbereich. [...] Ihr Appell: Patienten individuell und in ihrer Gesamtheit zu betrachten – nicht nur ihre Kilos.Julia Pfligl, Kurier

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.10.2025

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/1,8 cm

Gewicht

240 g

Farbe

Seidengrau / Rubin

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01485-4

Herstelleradresse

Kremayr und Scheriau
Rotenturmstraße 27/5
1010 Wien
AT

Email: office@kremayr-scheriau.at

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Plädoyer gegen Entmenschlichun…

CK aus Raum Stuttgart am 20.10.2025

Bewertungsnummer: 2966441

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Plädoyer gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung Die Wiener Autorin Martina „Bobby“ Herrmann-Thurner arbeitet seit mehr als 10 Jahren engagiert gegen Gewichtsdiskriminierung. „Fat Business: Dicke sind nicht das Problem: für eine Kehrtwende von Politik, Medizin und Wirtschaft“, ihr erstes Buch, ist weder ein Ratgeber noch ein Sachbuch; vielmehr ist es ein Plädoyer, ein Aufruf gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung. "Die Öffentlichkeit vergisst allzu gerne, wenn sie über dicke Menschen spricht, dass wir eben genau das sind - Menschen." Mehrgewichtige Menschen haben es schwer; sie werden in den Medien durchweg negativ dargestellt und systematisch entmenschlicht. Ob im Arbeitsleben, in der Medizin oder im Alltag, die Benachteiligung ist überall spürbar. Nach wie vor hält sich das Narrativ der „faulen, armen, dicken Menschen“. „Die Bandbreite an Hass, der Mehrgewichtigen entgegengebracht wird, ist also groß. Doch woher stammt die Ablehnung, die hier zum Ausdruck gebracht wird? Was macht dicke Menschen zur Zielscheibe dieser Angriffe? Und lässt sich das überhaupt zufriedenstellend klären? Hier ein Versuch: In einer Gesellschaft, die Leistung zu ihrem obersten Prinzip gemacht hat und daran alle Lebensbereiche sowie Normen, Schönheit und Körperbild koppelt, stellt die Abweichung eine Provokation dar. Wenn man selbst durch eigene Leistung zum Erhalt dieses Systems beiträgt, warum müssen andere das nicht? Wenn man selbst verzichtet, wieso tun das andere dann nicht auch? So kann ein Unverständnis für die Andersartigkeit entstehen. Andere Lebensweisen können Irritation hervorrufen. Fat Shaming, Mobben, Ausgrenzen, Herabwürdigen und auch Diskriminieren dicker Menschen kann eine Folge dieser Irritation sein. Das öffentlich gezeichnete und bereits vor Jahrhunderten entstandene Bild des faulen, trägen, leistungsunwilligen Mehrgewichtigen bietet da eine gute Zielscheibe für die Ablehnung.“ Doch die Diätindustrie verdient sich auf der anderen Seite eine goldene Nase mit den zahllosen Versprechen von „schlank sein = glücklicher sein / besseres Leben“. - Aber: „Gewichtsreduktion im Fokus heißt nicht automatisch Gesundheit im Fokus.“ „In einer Gesellschaft, die den dicken Körper als Normabweichung und als Verlust der Kontrolle sieht - als Maßlosigkeit (wie sie der Protestantismus eingeführt hat) -, ist die Diät das Mittel zur Buße und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Nach Völlerei kommt Zügelung. Dabei wird nicht nur vollkommen außer Acht gelassen, dass Mehrgewicht weit vielfältigere Gründe hat als Maßlosigkeit, körperliche Diversität wird schlichtweg ausgeschlossen. Egal wie groß die Hürde des Gewichtsverlusts ist, er muss stattfinden. Der dicke Körper muss schrumpfen.“ "When you’re overweight, your body becomes a matter of public record in many respects. Your body is constantly and prominently on display. People project assumed narratives onto your body and are not at all interested in the truth of your body, whatever that truth might be. (Roxane Gay)“ Wer sich wie ich schon viel mit Themen wie Gewicht, Body Shaming etc. beschäftigt hat, wird in diesem Buch zwar nicht zwangsläufig etwas Neues lesen, dennoch gibt es einige wichtige Aussagen, die man nicht oft genug betonen kann: „Das Unverständnis für Mehrgewicht hat weitreichende Auswirkungen auf uns alle. Denn wie wir dicke Körper sehen, prägt den Blick auf alle Körper. Es gilt, in das Bild des leistungsfähigen Körpers zu passen und jeder Mensch, der diesem Bild nicht entspricht, hat darunter zu leiden. Der gesellschaftliche Blick ist so verzerrt, dass wir vollkommen unverhältnismäßige Maßstäbe ansetzen. So soll eine 50-jährige Frau die gleichen Maße haben wie ein 14-jähriges Mädchen? Vor allem auf Social Media erlebt der Körperkult unglaubliche Auswüchse. Eine Gefährdung schon für sehr junge Menschen, die mit diesen Körperbildern aufwachsen.“ „Wenn wir stark durch unser Leben gehen, für uns eintreten, lernen, dass wir nicht schlecht sind und uns nicht für unser Äußeres schämen müssen, dann können wir uns auch ein Stück Macht zurückholen.“ „Fat Business“ ist ein gleichermaßen persönliches wie politisches Buch. „Wieder einmal habe ich mich hinterfragt, meinen Körper, meine Einstellung, anstatt das Verhalten meines Gegenübers. Als dicke Frau bin ich es so sehr gewöhnt, mich „falsch“ zu fühlen, dass mir im ersten Moment gar nicht aufgefallen ist, was bzw. wer hier eigentlich das Problem ist. Mehrgewichtige wie ich werden täglich entmenschlicht. Ob Tiernamen oder negative Darstellungen in Zeitschriften oder TV-Formaten - den „Dicken“ wird das Menschsein gerne genommen. Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein, wird uns nicht zugestanden. Wir passen einfach nicht ins Normsystem und seine Wertvorstellungen.“ Ein Buch, das hoffentlich Aufmerksamkeit bekommt und etwas Positives bewirken kann! Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung zum Buch ist meine eigene.

Plädoyer gegen Entmenschlichun…

CK aus Raum Stuttgart am 20.10.2025
Bewertungsnummer: 2966441
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Plädoyer gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung Die Wiener Autorin Martina „Bobby“ Herrmann-Thurner arbeitet seit mehr als 10 Jahren engagiert gegen Gewichtsdiskriminierung. „Fat Business: Dicke sind nicht das Problem: für eine Kehrtwende von Politik, Medizin und Wirtschaft“, ihr erstes Buch, ist weder ein Ratgeber noch ein Sachbuch; vielmehr ist es ein Plädoyer, ein Aufruf gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung. "Die Öffentlichkeit vergisst allzu gerne, wenn sie über dicke Menschen spricht, dass wir eben genau das sind - Menschen." Mehrgewichtige Menschen haben es schwer; sie werden in den Medien durchweg negativ dargestellt und systematisch entmenschlicht. Ob im Arbeitsleben, in der Medizin oder im Alltag, die Benachteiligung ist überall spürbar. Nach wie vor hält sich das Narrativ der „faulen, armen, dicken Menschen“. „Die Bandbreite an Hass, der Mehrgewichtigen entgegengebracht wird, ist also groß. Doch woher stammt die Ablehnung, die hier zum Ausdruck gebracht wird? Was macht dicke Menschen zur Zielscheibe dieser Angriffe? Und lässt sich das überhaupt zufriedenstellend klären? Hier ein Versuch: In einer Gesellschaft, die Leistung zu ihrem obersten Prinzip gemacht hat und daran alle Lebensbereiche sowie Normen, Schönheit und Körperbild koppelt, stellt die Abweichung eine Provokation dar. Wenn man selbst durch eigene Leistung zum Erhalt dieses Systems beiträgt, warum müssen andere das nicht? Wenn man selbst verzichtet, wieso tun das andere dann nicht auch? So kann ein Unverständnis für die Andersartigkeit entstehen. Andere Lebensweisen können Irritation hervorrufen. Fat Shaming, Mobben, Ausgrenzen, Herabwürdigen und auch Diskriminieren dicker Menschen kann eine Folge dieser Irritation sein. Das öffentlich gezeichnete und bereits vor Jahrhunderten entstandene Bild des faulen, trägen, leistungsunwilligen Mehrgewichtigen bietet da eine gute Zielscheibe für die Ablehnung.“ Doch die Diätindustrie verdient sich auf der anderen Seite eine goldene Nase mit den zahllosen Versprechen von „schlank sein = glücklicher sein / besseres Leben“. - Aber: „Gewichtsreduktion im Fokus heißt nicht automatisch Gesundheit im Fokus.“ „In einer Gesellschaft, die den dicken Körper als Normabweichung und als Verlust der Kontrolle sieht - als Maßlosigkeit (wie sie der Protestantismus eingeführt hat) -, ist die Diät das Mittel zur Buße und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Nach Völlerei kommt Zügelung. Dabei wird nicht nur vollkommen außer Acht gelassen, dass Mehrgewicht weit vielfältigere Gründe hat als Maßlosigkeit, körperliche Diversität wird schlichtweg ausgeschlossen. Egal wie groß die Hürde des Gewichtsverlusts ist, er muss stattfinden. Der dicke Körper muss schrumpfen.“ "When you’re overweight, your body becomes a matter of public record in many respects. Your body is constantly and prominently on display. People project assumed narratives onto your body and are not at all interested in the truth of your body, whatever that truth might be. (Roxane Gay)“ Wer sich wie ich schon viel mit Themen wie Gewicht, Body Shaming etc. beschäftigt hat, wird in diesem Buch zwar nicht zwangsläufig etwas Neues lesen, dennoch gibt es einige wichtige Aussagen, die man nicht oft genug betonen kann: „Das Unverständnis für Mehrgewicht hat weitreichende Auswirkungen auf uns alle. Denn wie wir dicke Körper sehen, prägt den Blick auf alle Körper. Es gilt, in das Bild des leistungsfähigen Körpers zu passen und jeder Mensch, der diesem Bild nicht entspricht, hat darunter zu leiden. Der gesellschaftliche Blick ist so verzerrt, dass wir vollkommen unverhältnismäßige Maßstäbe ansetzen. So soll eine 50-jährige Frau die gleichen Maße haben wie ein 14-jähriges Mädchen? Vor allem auf Social Media erlebt der Körperkult unglaubliche Auswüchse. Eine Gefährdung schon für sehr junge Menschen, die mit diesen Körperbildern aufwachsen.“ „Wenn wir stark durch unser Leben gehen, für uns eintreten, lernen, dass wir nicht schlecht sind und uns nicht für unser Äußeres schämen müssen, dann können wir uns auch ein Stück Macht zurückholen.“ „Fat Business“ ist ein gleichermaßen persönliches wie politisches Buch. „Wieder einmal habe ich mich hinterfragt, meinen Körper, meine Einstellung, anstatt das Verhalten meines Gegenübers. Als dicke Frau bin ich es so sehr gewöhnt, mich „falsch“ zu fühlen, dass mir im ersten Moment gar nicht aufgefallen ist, was bzw. wer hier eigentlich das Problem ist. Mehrgewichtige wie ich werden täglich entmenschlicht. Ob Tiernamen oder negative Darstellungen in Zeitschriften oder TV-Formaten - den „Dicken“ wird das Menschsein gerne genommen. Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein, wird uns nicht zugestanden. Wir passen einfach nicht ins Normsystem und seine Wertvorstellungen.“ Ein Buch, das hoffentlich Aufmerksamkeit bekommt und etwas Positives bewirken kann! Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung zum Buch ist meine eigene.

Plädoyer gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 20.10.2025

Bewertungsnummer: 2630752

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Wiener Autorin Martina „Bobby“ Herrmann-Thurner arbeitet seit mehr als 10 Jahren engagiert gegen Gewichtsdiskriminierung. „Fat Business: Dicke sind nicht das Problem: für eine Kehrtwende von Politik, Medizin und Wirtschaft“, ihr erstes Buch, ist weder ein Ratgeber noch ein Sachbuch; vielmehr ist es ein Plädoyer, ein Aufruf gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung.   “Die Öffentlichkeit vergisst allzu gerne, wenn sie über dicke Menschen spricht, dass wir eben genau das sind - Menschen.”   Mehrgewichtige Menschen haben es schwer; sie werden in den Medien durchweg negativ dargestellt und systematisch entmenschlicht. Ob im Arbeitsleben, in der Medizin oder im Alltag, die Benachteiligung ist überall spürbar. Nach wie vor hält sich das Narrativ der „faulen, armen, dicken Menschen“.    „Die Bandbreite an Hass, der Mehrgewichtigen entgegengebracht wird, ist also groß. Doch woher stammt die Ablehnung, die hier zum Ausdruck gebracht wird? Was macht dicke Menschen zur Zielscheibe dieser Angriffe? Und lässt sich das überhaupt zufriedenstellend klären? Hier ein Versuch: In einer Gesellschaft, die Leistung zu ihrem obersten Prinzip gemacht hat und daran alle Lebensbereiche sowie Normen, Schönheit und Körperbild koppelt, stellt die Abweichung eine Provokation dar. Wenn man selbst durch eigene Leistung zum Erhalt dieses Systems beiträgt, warum müssen andere das nicht? Wenn man selbst verzichtet, wieso tun das andere dann nicht auch? So kann ein Unverständnis für die Andersartigkeit entstehen. Andere Lebensweisen können Irritation hervorrufen. Fat Shaming, Mobben, Ausgrenzen, Herabwürdigen und auch Diskriminieren dicker Menschen kann eine Folge dieser Irritation sein. Das öffentlich gezeichnete und bereits vor Jahrhunderten entstandene Bild des faulen, trägen, leistungsunwilligen Mehrgewichtigen bietet da eine gute Zielscheibe für die Ablehnung.“   Doch die Diätindustrie verdient sich auf der anderen Seite eine goldene Nase mit den zahllosen Versprechen von „schlank sein = glücklicher sein / besseres Leben“. - Aber: „Gewichtsreduktion im Fokus heißt nicht automatisch Gesundheit im Fokus.“   „In einer Gesellschaft, die den dicken Körper als Normabweichung und als Verlust der Kontrolle sieht - als Maßlosigkeit (wie sie der Protestantismus eingeführt hat) -, ist die Diät das Mittel zur Buße und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Nach Völlerei kommt Zügelung. Dabei wird nicht nur vollkommen außer Acht gelassen, dass Mehrgewicht weit vielfältigere Gründe hat als Maßlosigkeit, körperliche Diversität wird schlichtweg ausgeschlossen. Egal wie groß die Hürde des Gewichtsverlusts ist, er muss stattfinden. Der dicke Körper muss schrumpfen.“   "When you’re overweight, your body becomes a matter of public record in many respects. Your body  is constantly and prominently on display. People project assumed narratives onto your body and  are not at all interested in the truth of your body, whatever that truth might be. (Roxane Gay)“   Wer sich wie ich schon viel mit Themen wie Gewicht, Body Shaming etc. beschäftigt hat, wird in diesem Buch zwar nicht zwangsläufig etwas Neues lesen, dennoch gibt es einige wichtige Aussagen, die man nicht oft genug betonen kann:   „Das Unverständnis für Mehrgewicht hat weitreichende Auswirkungen auf uns alle. Denn wie wir dicke Körper sehen, prägt den Blick auf alle Körper. Es gilt, in das Bild des leistungsfähigen Körpers zu passen und jeder Mensch, der diesem Bild nicht entspricht, hat darunter zu leiden. Der gesellschaftliche Blick ist so verzerrt, dass wir vollkommen unverhältnismäßige Maßstäbe ansetzen. So soll eine 50-jährige Frau die gleichen Maße haben wie ein 14-jähriges Mädchen? Vor allem auf Social Media erlebt der Körperkult unglaubliche Auswüchse. Eine Gefährdung schon für sehr junge Menschen, die mit diesen Körperbildern aufwachsen.“   „Wenn wir stark durch unser Leben gehen, für uns eintreten, lernen, dass wir nicht schlecht sind und uns nicht für unser Äußeres schämen müssen, dann können wir uns auch ein Stück Macht zurückholen.“   „Fat Business“ ist ein gleichermaßen persönliches wie politisches Buch.   „Wieder einmal habe ich mich hinterfragt, meinen Körper, meine Einstellung, anstatt das Verhalten meines Gegenübers. Als dicke Frau bin ich es so sehr gewöhnt, mich „falsch“ zu fühlen, dass mir im ersten Moment gar nicht aufgefallen ist, was bzw. wer hier eigentlich das Problem ist. Mehrgewichtige wie ich werden täglich entmenschlicht. Ob Tiernamen oder negative Darstellungen in Zeitschriften oder TV-Formaten  - den „Dicken“ wird das Menschsein gerne genommen. Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein, wird uns nicht zugestanden. Wir passen einfach nicht ins Normsystem und seine Wertvorstellungen.“   Ein Buch, das hoffentlich Aufmerksamkeit bekommt und etwas Positives bewirken kann!   Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley.  Die geäußerte Meinung zum Buch ist meine eigene.

Plädoyer gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 20.10.2025
Bewertungsnummer: 2630752
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Wiener Autorin Martina „Bobby“ Herrmann-Thurner arbeitet seit mehr als 10 Jahren engagiert gegen Gewichtsdiskriminierung. „Fat Business: Dicke sind nicht das Problem: für eine Kehrtwende von Politik, Medizin und Wirtschaft“, ihr erstes Buch, ist weder ein Ratgeber noch ein Sachbuch; vielmehr ist es ein Plädoyer, ein Aufruf gegen Entmenschlichung und Gewichtsdiskriminierung.   “Die Öffentlichkeit vergisst allzu gerne, wenn sie über dicke Menschen spricht, dass wir eben genau das sind - Menschen.”   Mehrgewichtige Menschen haben es schwer; sie werden in den Medien durchweg negativ dargestellt und systematisch entmenschlicht. Ob im Arbeitsleben, in der Medizin oder im Alltag, die Benachteiligung ist überall spürbar. Nach wie vor hält sich das Narrativ der „faulen, armen, dicken Menschen“.    „Die Bandbreite an Hass, der Mehrgewichtigen entgegengebracht wird, ist also groß. Doch woher stammt die Ablehnung, die hier zum Ausdruck gebracht wird? Was macht dicke Menschen zur Zielscheibe dieser Angriffe? Und lässt sich das überhaupt zufriedenstellend klären? Hier ein Versuch: In einer Gesellschaft, die Leistung zu ihrem obersten Prinzip gemacht hat und daran alle Lebensbereiche sowie Normen, Schönheit und Körperbild koppelt, stellt die Abweichung eine Provokation dar. Wenn man selbst durch eigene Leistung zum Erhalt dieses Systems beiträgt, warum müssen andere das nicht? Wenn man selbst verzichtet, wieso tun das andere dann nicht auch? So kann ein Unverständnis für die Andersartigkeit entstehen. Andere Lebensweisen können Irritation hervorrufen. Fat Shaming, Mobben, Ausgrenzen, Herabwürdigen und auch Diskriminieren dicker Menschen kann eine Folge dieser Irritation sein. Das öffentlich gezeichnete und bereits vor Jahrhunderten entstandene Bild des faulen, trägen, leistungsunwilligen Mehrgewichtigen bietet da eine gute Zielscheibe für die Ablehnung.“   Doch die Diätindustrie verdient sich auf der anderen Seite eine goldene Nase mit den zahllosen Versprechen von „schlank sein = glücklicher sein / besseres Leben“. - Aber: „Gewichtsreduktion im Fokus heißt nicht automatisch Gesundheit im Fokus.“   „In einer Gesellschaft, die den dicken Körper als Normabweichung und als Verlust der Kontrolle sieht - als Maßlosigkeit (wie sie der Protestantismus eingeführt hat) -, ist die Diät das Mittel zur Buße und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Nach Völlerei kommt Zügelung. Dabei wird nicht nur vollkommen außer Acht gelassen, dass Mehrgewicht weit vielfältigere Gründe hat als Maßlosigkeit, körperliche Diversität wird schlichtweg ausgeschlossen. Egal wie groß die Hürde des Gewichtsverlusts ist, er muss stattfinden. Der dicke Körper muss schrumpfen.“   "When you’re overweight, your body becomes a matter of public record in many respects. Your body  is constantly and prominently on display. People project assumed narratives onto your body and  are not at all interested in the truth of your body, whatever that truth might be. (Roxane Gay)“   Wer sich wie ich schon viel mit Themen wie Gewicht, Body Shaming etc. beschäftigt hat, wird in diesem Buch zwar nicht zwangsläufig etwas Neues lesen, dennoch gibt es einige wichtige Aussagen, die man nicht oft genug betonen kann:   „Das Unverständnis für Mehrgewicht hat weitreichende Auswirkungen auf uns alle. Denn wie wir dicke Körper sehen, prägt den Blick auf alle Körper. Es gilt, in das Bild des leistungsfähigen Körpers zu passen und jeder Mensch, der diesem Bild nicht entspricht, hat darunter zu leiden. Der gesellschaftliche Blick ist so verzerrt, dass wir vollkommen unverhältnismäßige Maßstäbe ansetzen. So soll eine 50-jährige Frau die gleichen Maße haben wie ein 14-jähriges Mädchen? Vor allem auf Social Media erlebt der Körperkult unglaubliche Auswüchse. Eine Gefährdung schon für sehr junge Menschen, die mit diesen Körperbildern aufwachsen.“   „Wenn wir stark durch unser Leben gehen, für uns eintreten, lernen, dass wir nicht schlecht sind und uns nicht für unser Äußeres schämen müssen, dann können wir uns auch ein Stück Macht zurückholen.“   „Fat Business“ ist ein gleichermaßen persönliches wie politisches Buch.   „Wieder einmal habe ich mich hinterfragt, meinen Körper, meine Einstellung, anstatt das Verhalten meines Gegenübers. Als dicke Frau bin ich es so sehr gewöhnt, mich „falsch“ zu fühlen, dass mir im ersten Moment gar nicht aufgefallen ist, was bzw. wer hier eigentlich das Problem ist. Mehrgewichtige wie ich werden täglich entmenschlicht. Ob Tiernamen oder negative Darstellungen in Zeitschriften oder TV-Formaten  - den „Dicken“ wird das Menschsein gerne genommen. Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein, wird uns nicht zugestanden. Wir passen einfach nicht ins Normsystem und seine Wertvorstellungen.“   Ein Buch, das hoffentlich Aufmerksamkeit bekommt und etwas Positives bewirken kann!   Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley.  Die geäußerte Meinung zum Buch ist meine eigene.

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