Zwei Welten, eine Entscheidung – und der Mut, einen neuen Weg zu gehen Juliana Wallenstein steht am Gipfel ihres Erfolgs: erfolgreiche Architektin, Gewinnerin eines renommierten Preises, kurz vor dem Karrieresprung ihres Lebens. Doch ein Übergriff ihres Chefs bringt den Karrieretraum ins Wanken. Plötzlich ohne Job, ohne Perspektive und von einer Rufmordkampagne verfolgt, nimmt sie das Angebot der exzentrischen Malerin Marine Forêt an, in deren Villa Zuflucht zu finden. Schnell wird klar, dass Marine mehr in ihr sieht als eine gestrandete Architektin – sie glaubt, Juliana habe eine Gabe, die die Grenzen zwischen Kunst und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Als Juliana durch ein Gemälde in eine geheimnisvolle Parallelwelt blickt, begegnet sie Florian – einem Mann, der nur in Bildern zu existieren scheint. Während sich in der Bilderwelt eine düstere Bedrohung ausbreitet, drängt Marine sie, ihre Rolle als Hüterin des grünen Kontinents Verdarion anzunehmen. Doch kann Juliana ihre Zukunft in einer Welt aufbauen, die sie für eine Illusion hält? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – und gegen ihr eigenes Herz. Denn zwischen Schatten und Farben, Traum und Realität, muss sie eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal zweier Welten verändern wird. Ein fesselnder Fantasyroman über die Kraft der Veränderung, die Heilung alter Wunden – und die Liebe, die Grenzen überwindet.
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Zwischen Herz und Verstand: Authentisches Portrait der Wirklichkeit
Bewertung am 07.06.2026
Bewertungsnummer: 3160566
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mich hat der Titel gelockt, noch bevor ich wusste, worum es in dem Buch geht. Dass man durch Bilder in eine Parallelwelt sehen bzw. reisen kann, hat sich sehr spannend und fantasievoll angehört. Meine Erwartungen lagen bei einem klassischen Urban Fantasy Roman, wo eine fantastische Parallelwelt erkundet wird, aber der Großteil der Handlung findet in unserer Welt statt. Obwohl die fantastische Heldenreise ein präsentes Gesprächsthema ist, geht es doch vielmehr um die innere Entwicklung und den Zwiespalt der Protagonistin Juliana. Sie ist ein fast schon zu gut getroffenes Beispiel für den leistungsorientierten Großstadtbewohner, der sich keine Zeit zum Träumen oder für das Privatleben nimmt, weil er von morgens bis abends arbeitet. Ihre eigenen Träume, die ihr doch immer wieder im Kopf herumspuken, stellt sie hinten an, weil sie aus ihrer Sicht nicht umsetzbar sind, und ihre Sorgen verdrängt sie, damit sie ihren geregelten Alltag ungestört nachgehen kann. Die Darstellung der arbeitswütigen Architektin ist keineswegs klischeehaft oder überspitzt, sondern sehr nah am echten Leben. Auch ihr Arbeitsalltag wird sehr authentisch beschrieben, sodass man sich einen guten Eindruck von der Arbeit einer Architektin verschaffen kann und sich auch als Frau, die nicht vom Fach ist, gut informiert fühlt.
Das Erzähltempo ist ruhig und die Handlung schreitet gemächlich voran, nur das Ende wirkt etwas überstürzt. Es wird abwechselnd aus der Perspektive der Architektin Juliana und aus der Perspektive der Künstlerin Marine erzählt, die mit ihrem sehr freien Lebensstil und ihrer Vorliebe fürs Reisen ein starker Gegensatz zu der Protagonistin ist. Marine drängt Juliana dazu, sich mit ihren Lebenszielen auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, was im Leben wirklich zählt. Die Französin, die kein Blatt vor dem Mund nimmt und fest hinter ihren Werten steht, war mir fast schon noch sympathischer als die Protagonistin selbst. Und ihr eigenwilliger Hund Brutus konnte sofort mein Herz gewinnen.
Die Geschichte ist eine sehr schöne Erinnerung daran, die schnelllebige Welt auch mal warten zu lassen, um sich auf die eigenen Wünsche zurückzubesinnen. Wie beim Betrachten eines Bildes, bei dem man sich Zeit zum Nachdenken, Reflektieren und Träumen nimmt. Die Bilder fungieren in der Geschichte als Fenster in eine andere Welt oder auch als Spiegel der Ängste und Sehnsüchte, wunderschöne Vorstellungen und Metaphern, wenn man die Botschaft auf unsere (magielose) Wirklichkeit bezieht. Gleichzeitig ist die Geschichte eine unterschwellige Kritik an der Arbeitswelt, wo Leistung und Gewinn leider häufig mehr wiegen als Leidenschaft und menschlicher Umgang. Sowie ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man seine Gesundheit ignoriert, um zu funktionieren, und dadurch immer wieder zurück in ungesunde Muster fällt. Die Protagonistin ist keine klassische Heldin, sondern tun sich sehr schwer damit, ihre fehlerhafte Denkweise einzusehen, was sie einerseits sehr menschlich und andererseits auch sehr sympathisch macht. Ich habe sie mit viel Freude auf ihrer Reise durch die Bilder und zu sich selbst begleitet.
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