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Der Kaninchenstall Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.11.2024

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

18,6/12,3/2,6 cm

Gewicht

357 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Rabbit Hutch

Übersetzt von

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

EAN

2710000567967

Warnhinweis

Warnhinweis nicht erforderlich

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.11.2024

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

18,6/12,3/2,6 cm

Gewicht

357 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Rabbit Hutch

Übersetzt von

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

EAN

2710000567967

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: [email protected]

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Auf der Suche nach Erlösung

Bewertung am 19.01.2025

Bewertungsnummer: 2390000

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Vacca Vale ist eine amerikanische Industriestadt, eine heruntergekommene Industriestadt im Rust Belt der USA. Hier lebt Blandine Watkins, die in ihrer Verehrung für Mystikerinnen wie Hildegard von Bingen nichts sehnlicher herbei sehnt, als ihren Körper zu verlassen. Hier übernachtet Moses Robert Blitz, Sohn einer egozentrischen Fernsehikone, die just verstorben ist, und legt die Beichte ab, obwohl er nicht gläubig ist. Hier exerzieren die drei ehemaligen Füsorge-Fälle Todd, Malik und Jack Tieropfer, während die drei neunzehnjährigen Jungs schmachtend Blandine verehren. Diese und all die Geschichten, die Tess Gunty um ein gut gemeintes, freundliches aber wohl zu hellhöriges Mietshaus und die akkurat rechtwinklig verlaufende Gegend ìn der amerikanischen Kleinstadt spinnt, sind unschlagbar komisch, dramatisch und traurig. Keine Spur von Befreiung, von Erlösung sondern grandios geschildertes Scheitern erwartet uns als Leser*innen. Das Buch glänzt nicht nur mit schrägen Statisten, wer das liest, den erwartet Stakkato-Prosa, da wird so farbig, temporeich wie sprachgewaltig fabuliert, da werden ergreifende Momente in unerhörte Szenen eingebaut, das ist eine Überdosis an Sprachgewalt, die frisch, frech und frei erzählt. Es ist weniger die Handlung sondern wie es erzählt wird, was an diesem Buch fasziniert, unkonventionell und so total gegen den Strich gebürstet, dabei so präzise und bilderreich, schlicht ein Juwel.

Auf der Suche nach Erlösung

Bewertung am 19.01.2025
Bewertungsnummer: 2390000
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Vacca Vale ist eine amerikanische Industriestadt, eine heruntergekommene Industriestadt im Rust Belt der USA. Hier lebt Blandine Watkins, die in ihrer Verehrung für Mystikerinnen wie Hildegard von Bingen nichts sehnlicher herbei sehnt, als ihren Körper zu verlassen. Hier übernachtet Moses Robert Blitz, Sohn einer egozentrischen Fernsehikone, die just verstorben ist, und legt die Beichte ab, obwohl er nicht gläubig ist. Hier exerzieren die drei ehemaligen Füsorge-Fälle Todd, Malik und Jack Tieropfer, während die drei neunzehnjährigen Jungs schmachtend Blandine verehren. Diese und all die Geschichten, die Tess Gunty um ein gut gemeintes, freundliches aber wohl zu hellhöriges Mietshaus und die akkurat rechtwinklig verlaufende Gegend ìn der amerikanischen Kleinstadt spinnt, sind unschlagbar komisch, dramatisch und traurig. Keine Spur von Befreiung, von Erlösung sondern grandios geschildertes Scheitern erwartet uns als Leser*innen. Das Buch glänzt nicht nur mit schrägen Statisten, wer das liest, den erwartet Stakkato-Prosa, da wird so farbig, temporeich wie sprachgewaltig fabuliert, da werden ergreifende Momente in unerhörte Szenen eingebaut, das ist eine Überdosis an Sprachgewalt, die frisch, frech und frei erzählt. Es ist weniger die Handlung sondern wie es erzählt wird, was an diesem Buch fasziniert, unkonventionell und so total gegen den Strich gebürstet, dabei so präzise und bilderreich, schlicht ein Juwel.

Provokant, bissig, humorvoll

MarieOn am 10.01.2025

Bewertungsnummer: 2383058

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

An einem schicksalhaften Abend verlässt die achtzehnjährige Blandine in C4, in der WG des heruntergekommenen Wohnkomplexes, ihren Körper. Vier Etagen über Blandines Abgang glaubt der Bewohner von C12, dass Frauen mehr Macht haben als alle anderen. Wenn man ihm seine Ansichten ausreden will, wird der Mittsechziger wütend. Er hat sich freiwillig der Verliererseite verschrieben, weil er wegen der fehlenden Rücklagen als Holzfäller weiterarbeiten muss. In C10 macht der Teenager Selfies von sich, postet eines hoch und schreibt: „Ich bin bereit!“ In C8 versucht Hope ihren Säugling zu stillen. Es gelingt ihr nicht. Zu oft scrollt sie durch die Mamablogs, sieht sich an, wie anderen Müttern alles gelingt und zweifelt zunehmend an ihren mütterlichen Fähigkeiten. Hope hat Todesangst vor den Augen ihres Babys, was ihr Panikattacken bereitet. Ida Mitte siebzig, erzählt ihrem gleichaltrigen Mann Reggie in C6, dass Frank wieder im Knast ist. Bewaffneter Raubüberfall trotz schlimmem Knie. Frank ist der Mann von Tina, ihre Tochter, zu der sie keinen Kontakt mehr haben. Drei Jungs und ein Mädchen in C4, einer hält ein Messer. Sie: „Nein, bitte nicht“. Einer filmt: „Das bringt so viele Klicks“. Rückblick Zwei Tage bevor Blandine ihren Körper verlässt, geht sie in den Waschsalon. Ihre einzige derzeitige Obsession findet sie in den Lehren der Benediktinerin Hildegard von Bingen. Eigentlich hat Blandine wegen der Fetischisierung Jesu Leidens ein Problem mit den Mystikerinnen, aber die liebt sie. Joan sitzt ebenfalls im Waschsalon. Blandine drängt ihr ein Gespräch auf, voller Euphorie eine Gesprächspartnerin gefunden zu haben. Doch Joan bleibt einsilbig und verlässt schnellstmöglich den Salon. Sie hatte kürzlich ein Gespräch mit ihrer Vorgesetzten. Sie hat den abfälligen Kommentar eines Angehörigen unter dem Nachruf seiner Mutter nicht gelöscht. Nun droht der Jobverlust bei Rest in Peace. Der Angehörige ist Moses Robert Blitz, der Sohn seiner verhassten Mutter Elsie Jane McLoughlin Blitz, hoch verehrter Kinderstar einer beliebten Serie. Er möchte Joan einen Schrecken einjagen, weil sie seine Kondolenzbezeugung zwischenzeitlich gelöscht hat. Fazit: Tess Gunty hat ein grandioses Debüt hingelegt. Sie zeigt uns einen alten Industrieort des heutigen Amerikas, in dem viele abgehängte Menschen versuchen, ihr teils aussichtsloses Dasein zu bestreiten. Im Kaninchenstall leben die Bewohner auf engem, hellhörigem Raum, umgeben von Nagetieren. Jede/r versucht unter sich zu bleiben. Die feenähnliche Protagonistin hat sich trotz ihrer Hochbegabung gegen das heiß begehrte Stipendium entschieden, weil einer ihrer Lehrer aus der Upperclass ihr zu nahegetreten ist. Ihre drei anderen jungen Mitbewohner wollen raus aus dem Kaff, allerdings fehlen ihnen die Möglichkeiten. Als sie erfahren, dass Blandine, die Auserwählte, sich dem System „freiwillig“ entzogen hat, ziehen dunkle Wolken über dem Kaninchenstall auf. Die Geschichte wird rückblickend erzählt und enthält so viele Skurrilitäten, wie es Menschen gibt. So etwas Komplexes und Geistreiches habe ich selten gelesen. Eine provokante, komische und zeitgenössische Story über den amerikanischen Traum, wo der Tellerwäscher ein Tellerwäscher bleibt. Grandios!

Provokant, bissig, humorvoll

MarieOn am 10.01.2025
Bewertungsnummer: 2383058
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

An einem schicksalhaften Abend verlässt die achtzehnjährige Blandine in C4, in der WG des heruntergekommenen Wohnkomplexes, ihren Körper. Vier Etagen über Blandines Abgang glaubt der Bewohner von C12, dass Frauen mehr Macht haben als alle anderen. Wenn man ihm seine Ansichten ausreden will, wird der Mittsechziger wütend. Er hat sich freiwillig der Verliererseite verschrieben, weil er wegen der fehlenden Rücklagen als Holzfäller weiterarbeiten muss. In C10 macht der Teenager Selfies von sich, postet eines hoch und schreibt: „Ich bin bereit!“ In C8 versucht Hope ihren Säugling zu stillen. Es gelingt ihr nicht. Zu oft scrollt sie durch die Mamablogs, sieht sich an, wie anderen Müttern alles gelingt und zweifelt zunehmend an ihren mütterlichen Fähigkeiten. Hope hat Todesangst vor den Augen ihres Babys, was ihr Panikattacken bereitet. Ida Mitte siebzig, erzählt ihrem gleichaltrigen Mann Reggie in C6, dass Frank wieder im Knast ist. Bewaffneter Raubüberfall trotz schlimmem Knie. Frank ist der Mann von Tina, ihre Tochter, zu der sie keinen Kontakt mehr haben. Drei Jungs und ein Mädchen in C4, einer hält ein Messer. Sie: „Nein, bitte nicht“. Einer filmt: „Das bringt so viele Klicks“. Rückblick Zwei Tage bevor Blandine ihren Körper verlässt, geht sie in den Waschsalon. Ihre einzige derzeitige Obsession findet sie in den Lehren der Benediktinerin Hildegard von Bingen. Eigentlich hat Blandine wegen der Fetischisierung Jesu Leidens ein Problem mit den Mystikerinnen, aber die liebt sie. Joan sitzt ebenfalls im Waschsalon. Blandine drängt ihr ein Gespräch auf, voller Euphorie eine Gesprächspartnerin gefunden zu haben. Doch Joan bleibt einsilbig und verlässt schnellstmöglich den Salon. Sie hatte kürzlich ein Gespräch mit ihrer Vorgesetzten. Sie hat den abfälligen Kommentar eines Angehörigen unter dem Nachruf seiner Mutter nicht gelöscht. Nun droht der Jobverlust bei Rest in Peace. Der Angehörige ist Moses Robert Blitz, der Sohn seiner verhassten Mutter Elsie Jane McLoughlin Blitz, hoch verehrter Kinderstar einer beliebten Serie. Er möchte Joan einen Schrecken einjagen, weil sie seine Kondolenzbezeugung zwischenzeitlich gelöscht hat. Fazit: Tess Gunty hat ein grandioses Debüt hingelegt. Sie zeigt uns einen alten Industrieort des heutigen Amerikas, in dem viele abgehängte Menschen versuchen, ihr teils aussichtsloses Dasein zu bestreiten. Im Kaninchenstall leben die Bewohner auf engem, hellhörigem Raum, umgeben von Nagetieren. Jede/r versucht unter sich zu bleiben. Die feenähnliche Protagonistin hat sich trotz ihrer Hochbegabung gegen das heiß begehrte Stipendium entschieden, weil einer ihrer Lehrer aus der Upperclass ihr zu nahegetreten ist. Ihre drei anderen jungen Mitbewohner wollen raus aus dem Kaff, allerdings fehlen ihnen die Möglichkeiten. Als sie erfahren, dass Blandine, die Auserwählte, sich dem System „freiwillig“ entzogen hat, ziehen dunkle Wolken über dem Kaninchenstall auf. Die Geschichte wird rückblickend erzählt und enthält so viele Skurrilitäten, wie es Menschen gibt. So etwas Komplexes und Geistreiches habe ich selten gelesen. Eine provokante, komische und zeitgenössische Story über den amerikanischen Traum, wo der Tellerwäscher ein Tellerwäscher bleibt. Grandios!

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Der Kaninchenstall

von Tess Gunty

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