'Dieser Autor lässt sich den Eros der Macht nicht austreiben und verwandelt die politische Realität in packende Literatur, die man wie einen Roman liest.' (DIE ZEIT)
Friedrich Merz steht vor gewaltigen Aufgaben. Während Trump und Putin die alte Weltordnung zerstören, droht die AfD die politische Mitte in Deutschland zu sprengen. Der neue Bundeskanzler will ganz anders regieren als die abgewählte Ampel-Koalition. Dabei sind die Herausforderungen, an denen die Ampel krachend gescheitert ist, dieselben geblieben: Wirtschaftskrise, Klimawandel, Migration und Aufrüstung der Bundeswehr. Ist Friedrich Merz, der bislang keine Regierungserfahrung hat und schon angeschlagen sein Amt antritt, seiner Aufgabe gewachsen? Und was muss er aus dem Desaster der Ampel lernen, um die vielleicht letzte Chance zu nutzen, unsere Demokratie vor dem endgültigen Aufstieg der extremen Rechten zu bewahren?
In dieser entscheidenden Phase der deutschen Politik erzählt Bestsellerautor Robin Alexander die Geschichte hinter den Kulissen: von Merz' Tabubruch mit der AfD und Geheimgesprächen mit Olaf Scholz bis hin zum Drama um das Billion-Schuldenpaket. Ein packend erzähltes Buch, das zeigt, warum die politisch Handelnden in einer zersplitterten Parteienlandschaft und einer aufgeheizten Öffentlichkeit immer weniger imstande sind, die großen Herausforderungen zu bewältigen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
2/5
22.07.2025
eBook (ePUB)
Viele infos weggelassen
Halbwahrheiten und so gut wie NUR die konservative Seite wird dargestellt. Das Potenzial was es am Anfang hatte leider nicht komplett genutzt schade. Deswegen nur zwei Sterne. Schade
Bewertung
5/5
14.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
"All in mit diesem Thema" - Reportage aus dem politischen Berlin
Es gibt Bücher, die liest man mit wachsender Beklemmung. Und es gibt Bücher, die liest man mit wachsender Beklemmung und wachsender Faszination – weil sie einen so nah an die Schaltzentralen der Macht heranführen, dass man das Knistern der zerrütteten Nerven fast hören kann. Robin Alexanders "Letzte Chance" ist so ein Buch.
Der Autor, stellvertretender Chefredakteur Politik der Welt und Bestseller-Autor (Die Getriebenen, Machtverfall), hat sich in den vergangenen Monaten tief in den Maschinenraum der deutschen Politik begeben. Herausgekommen ist ein Stück Zeitgeschichte, das sich streckenweise wie ein politischer Thriller liest – nur dass alles, was hier erzählt wird, tatsächlich passiert ist.
Robin Alexander beginnt seine Reportage mit einem Bild, das sich einprägt: Friedrich Merz, frischgebackener Wahlsieger, auf der Rückbank seines Dienstwagens, das iPad auf dem Schoß, wie er die Demütigung Wolodymyr Selenskyjs durch Donald Trump im Oval Office verfolgt. Von diesem Moment an ist klar: Die alte Weltordnung bröckelt, und der neue Kanzler muss handeln – notfalls gegen seine eigenen Wahlversprechen.
Was folgt, ist eine atemberaubende Tour d'Horizon durch die Krisenherde der Republik: die Zerrüttung der Ampel-Koalition, das Ringen um die Schuldenbremse, der Streit um das Heizungsgesetz, die existenzielle Bedrohung durch die AfD. Alexander erzählt nicht aus der Vogelperspektive, sondern aus der Kloake: Er war dabei, als im Kanzleramt nachts um halb drei Big Macs verteilt wurden, weil Christian Lindner Hunger hatte. Er zitiert aus E-Mails, die zeigen, wie Robert Habeck seine Staatssekretäre anwies, Atomkraftwerke doch länger laufen zu lassen – gegen den eigenen Parteitagsbeschluss. Und er schildert, wie Friedrich Merz nach den Messerattacken von Aschaffenburg seine Stimme brechen ließ, als er von den ermordeten Kindern sprach.
Das ist große Literatur? Nein. Das ist große Reportage. Alexander schreibt flüssig, fast schon filmisch. Man blättert, man fliegt durch die Seiten, weil man einfach wissen will, wie es ausgeht. Und obwohl man die grobe Richtung der Geschichte kennt, gelingt es ihm immer wieder, mit neuen Details und überraschenden Wendungen zu fesseln.
Meine Lieblingsszene? Die nächtliche Koalitionsausschuss-Sitzung, in der die Ampel-Spitzen um den Tankrabatt ringen, Lindner einen Bodyguard losschickt, um Burger zu holen, und die Grünen am nächsten Morgen mit dem 9-Euro-Ticket überrascht werden – eine Idee des liberalen Verkehrsministers Volker Wissing. Das ist Politik, wie sie wirklich ist: chaotisch, absurd, manchmal geradezu komisch. Und genau das macht Alexanders Buch so großartig. Er zeigt die Menschen hinter den Titeln, ihre Schwächen, ihre Eitelkeiten, ihre Momente der Größe und des Scheiterns.
Dass man das Buch innerhalb weniger Tage verschlingen kann, liegt nicht nur am Stoff, sondern auch an der klaren Struktur. Alexander gliedert in vier große Teile – Die letzte Chance der Demotratie, Demokratie im Krieg, im Klimawandel, dysfunktionale Demokratie – und findet für jedes Kapitel den richtigen Ton. Mal ist er dramatisch, mal analytisch, mal fast zynisch. Aber nie langweilig.
Natürlich ist das Buch nicht unparteiisch. Alexander ist ein Kind des politischen Berlin, er kennt die Protagonisten, er hat seine Quellen. Das merkt man. Aber er nutzt sein Wissen nicht, um Abrechnungen zu halten, sondern um zu erklären. Er zeigt, wie schwer es geworden ist, in einer zersplitterten Öffentlichkeit und einer zerrütteten Parteienlandschaft zu regieren. Er zeigt, dass die demokratische Mitte nicht mehr selbstverständlich ist. Und er zeigt, dass Friedrich Merz eine Hypothek mit ins Kanzleramt bringt, die schwerer wiegt als alle Milliarden Schulden.
Dieses Buch schreit geradezu nach einer Verfilmung. Die Szenen sind so bildmächtig, die Dialoge so direkt, die Wendungen so dramatisch – man kann sich gut vorstellen, wie das Ganze als zwei bis vierteilige ARD-Serie daherkommt, irgendwo zwischen "Die Getriebenen" und "Haus des Geldes". Vielleicht mit einem Hauch von "The West Wing". Man darf gespannt sein.
Mein Fazit: Letzte Chance ist das politische Buch des Jahres. Es ist ein Weckruf, ein Lehrstück und ein pageturner zugleich. Wer verstehen will, warum Deutschland am Scheideweg steht, kommt an dieser Lektüre nicht vorbei.
Ein exzellenter politischer Report, der mit exklusiven Einblicken und packendem Stil überzeugt. Alexander macht komplexe Zusammenhänge verständlich, verändert den Blick auf die Politik und unterhält dabei großartig. Die perfekte Mischung aus Bildung und Spannung – selten war Zeitgeschichte so lesenswert. Daher gibt es von mir 5 von 5 Punkte.
Ein Buch für alle, die wissen wollen, wie es wirklich war. Und wie es vielleicht weitergehen könnte.
Juti
aus HD
5/5
29.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte der Ampel
Die Geschichte der Ampel
Der Titel verleiht den Eindruck, dass sich das Buch mit der Zukunft beschäftigt. So ist die Regierung Merz vermutlich die letzte, die ohne Extremisten von links oder rechts regieren kann.
Doch diese Thematik behandelt Alexander gar nicht. Er beschäftigt sich lieber mit dem Thema, wie Merz den Wahlkampf versiebt hat. Ursprünglich wollte er über die Wirtschaft sprechen, hat sich dann aber wegen der vielen Anschläge doch dazu verleiten lassen über Migration zu sprechen. Und sein Mitarbeiter Frey hat dann Anträge gestellt, denen auch die AfD zustimmen konnte. Fertig war der Salat und niemanden in der CDU fiel das auf.
Merz fehle ohnehin ein Büro mit Mitarbeitern, die ihm schon jahrelang zuarbeiten. Er kümmere sich nur um die große Linien und überlasse den Kleinkram anderen Abgeordneten. Der Autor zitiert Heine, dass Westfalen „sentimentale Eichen“ seien (76). Auch besuchte er Schloss Stetten bei Künzelsau, wo einer der reichsten CDU-Abgeordneten wohnt. (87)
Danach geht es bis auf den Epilog mit der Kanzlerwahl von Merz nur noch um die Ampel. Der Krieg in der Ukraine spielt auch eine Rolle, wobei ich nicht glaube, dass die Karte auf S.164 wirklich die Westukraine zeigte. Hier sind wohl die Himmelsrichtungen vertauscht worden.
Da wir die Ampel von ihrem Ende wahrnehmen, vergessen wir oft, dass es Scholz war, der sich zuungusten Habecks zuerst profilierte. Alexander stellt die These auf, dass es kein linkes und rechtes Lager mehr gibt, sondern nur noch die Populisten am Rand gegen die Mitte. (211)
Habeck hätte sich den Ärger über das Heizungsgesetz erspart, wenn er diese Aufgabe der Bauministerin Gleywitz überlassen hätte. (231) Habeck käme aus der Schule von Ralf Fücks, der das Buch „Intelligent wachsen. Die grüne Revolution“ geschrieben hat.
Der Autor schreibt selbst, dass er in Zukunft eine Diskussion weg von der Frage „mehr oder weniger Klimaschutz“ hin zu der Frage „wer hat den besseren Klimaschutz“ erwartet hatte. (251) Doch die groben Fehler der Ampelregierung haben das offenbar verhindert. Nach 20 Seiten folgert er: „Die Klimapolitik einer CDU-Kanzlerin, die in er Zeit von Wirtschaftswachstum und vollen Kassen stattfindet und durch Massendemonstrationen von Fridays For Future begleitet wird, kann größere Fortschritte bewirken als ein grüner Klimaminister, der in der Rezession und im gesellschaftlichen Gegenwart operiert.“ (273)
Ein trotz des falschen Titels absolut lesenswertes Buch. Interessant ist, dass der Historiker tausend Fußnoten verwendet hätte, der Journalist aber seine Quellen geheim halten muss. Aber der Leser denkt, wenn es plausibel ist, dann wirds wohl so gewesen sein. 5 Sterne.
Bewertung
5/5
15.08.2025
Hörbuch-Download
Letzte Chance
Unglaublich, wie dedtailliert Robin Alexander hier die Sachverhalte schildert.
Selbst die angeblich geheimen Treffen werden sogar bis in kleine Details offengelegt.
Alle Achtung! Eine Meisterleistung des Autors. So spannend kann Politik dargestellt werden.
Vielen Dank Herr Alexander, daß Sie das Hörbuch auch noch selbst vortragen.
Bewertung
5/5
13.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lies sich wie ein Krimi
Kapitel 1: Die letzte Chance der Demokratie liest sich besser als jeder Politkrimi. Kapitel 2+3 arbeiten das Scheitern der Ampel auf. Ich hoffe viele Politiker in Berlin lesen dieses Buch. Robin Alexander stellt die richtigen Fragen und leitet eine Menge guter Erkenntnisse ab. Absolut lesenswert.
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