Ein zehnseitiges Haus, sieben Studenten und ein Mörder! Japans Antwort auf Agatha Christie.
Eine abgelegene Insel in Japan, auf der vor sechs Monaten ein mysteriöser Massenmord stattfand. Bizarre Gebäude, die das Werk eines seltsamen Architekten sind, der bei dem brutalen Massaker ums Leben kam. Es wird gemunkelt, dass sein Geist dort immer noch im Dunkeln umherwandert ... Gibt es einen besseren Ort für die Mitglieder des studentischen Detektivclubs, die solche Geschichten lieben? Doch das Rätsel, dem sie sich im Dekagon-Haus stellen, ist alles andere als gewöhnlich. Denn die Studenten haben dem verstorbenen Architekten etwas Kostbares entrissen. Nun sinnt jemand auf blutige Rache ...
Der Auftakt zur japanischen Kult-Bestsellerreihe, die weltweit millionenfach verkauft und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
31.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein großartiger, klassischer Krimi
Die Morde im Dekagon-Haus / Yukito Ayatsuji
Poe, Ellery, Carr, Leroux, Agatha und Orczy gehören dem Krimiklub ihrer Universität an.
„Es war seit der Gründung des Krimi Clubs der K-Universität Brauch, dass sich die Mitglieder gegenseitig bei ihrem Decknamen riefen.“ (S.50)
Die Studierenden machen sich am 26.3.1986 auf dem Weg zu der Insel Tsunojima. Sie gehörte einst einem exzentrischen Architekten, der dort die Blaue Villa sowie das geheimnisvolle Dekagon-Haus erbaute. Im Herbst 1985 kam es zu einem mysteriösen Vierfachmord, der nie aufgeklärt werden konnte. Neben dem Architekten verstarben seine Frau und das Verwalterehepaar. Die Villa ist abgebrannt, das Dekagon-Haus existiert noch.
Van, ein weiterer Student, hat durch seinen Onkel, der nun die Liegenschaft betreut, Zugang zu der Insel und so den Klubmitgliedern die Reise ermöglicht. Er ist vor den anderen dort angekommen und hat das Haus für den Aufenthalt vorbereitet.
Die jungen Leute möchten die Insel erkunden, prüfen, ob die Gruselgeschichten, die über den Ort erzählt werden, stimmen und jede*r soll einen Beitrag zu der Klubzeitschrift „Die Insel der Toten“ verfassen.
„Der Name unserer Zeitschrift wurde schließlich von Christies berühmtesten Werk inspiriert, das in der japanischen Erstübersetzung von 1939 den Titel „Die Insel der Toten“ trug.“ (S.52)
Nach der ersten Nacht liegen auf dem Esstisch Schilder auf denen „1. Opfer“ bis „5. Opfer“, „Detektiv“ und „Mörder“ stehen – sie halten das zunächst für einen Scherz oder ein Spiel – aber dies ändert sich schnell, als Orczy ermordet aufgefunden wird.
Die jungen Leute sind auf der Insel von der Außenwelt abgeschnitten und können keine Hilfe rufen. Wird es bei dem einen Opfer bleiben oder müssen sie alle fürchten, die Insel nicht lebend zu verlassen?
Klar, die Idee eine Gruppe von Menschen auf einer einsamen Insel ohne Aussicht auf Hilfe in eine mörderische Situation zu bringen ist nicht neu; Yukito Ayatsuji erzählt die Geschichte jedoch auf eine besondere Art und Weise und die Widmung
„Gewidmet in ehrenvollem Gedenken all meinen Vorgängern“
unterstreicht für mich den Respekt vor anderen Krimischaffenden, den ich auch im Text empfunden habe.
Der Aufbau ist klassisch, ein Prolog und Epilog bilden einen passenden Anfang und Abschluss. Die Geschichte selbst spielt nicht nur auf der Insel, es gibt auch zwei Klubmitglieder, die nicht an der Reise teilgenommen haben. Kavaminami und Morisu (das sind nicht ihre Klubnamen) erhalten einen mysteriösen Brief, der in Zusammenhang mit der Insel steht und beginnen ihrerseits etwas zu recherchieren. So wechseln sich in den Kapiteln die „Tag auf der Insel“ und „Tag auf dem Festland“ Passagen ab.
Der Autor beschreibt seine Figuren sehr lebhaft, ich habe sie mir bestens vorstellen und auch ihre persönlichen Befindlichkeiten untereinander nachvollziehen können. Der Krimi ist spannend, führt durch vielschichtige Handlungsstränge gelungen auf falsche Fährten und bietet eine schlüssige, für mich nicht vorhersehbare Auflösung.
Ein wirklich tolles Buch und eine großartige Umsetzung des klassischen „Whodunnit“-Szenarios.
An manchen Stellen gibt es Fußnoten, zum Beispiel zur Erklärung japanischer Lyrik oder zur Erläuterung von Gedichtsammlungen. Mir gefällt so etwas immer sehr gut.
Großartig, absolut großartig! Ich habe die Geschichte gebannt und mit Begeisterung gelesen, Vermutungen angestellt und verworfen und war von der Auflösung überrascht! Ich bin wirklich begeistert und freue mich auf kommende Bücher des Autors.
Allergrößte Leseempfehlung!
Eyva_liest
Book Circle Community
4/5
15.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein spannender Kriminalroman
Ein Kriminalroman, der in Japan spielt? Da bin ich sofort dabei. Der Klappentext klang überzeugend, das Cover hat mich angesprochen und wenig später sass ich schon mit dem Buch auf dem Sofa. Was soll ich sagen? Ich fand es richtig gut.
Die Handlung spielt an zwei Schauplätzen: auf einer abgelegenen Insel, auf der Studenten eines Krimiclubs eine Woche verbringen, und auf dem Festland, wo parallel ermittelt wird. Diese Wechsel haben mir sehr gefallen, denn dadurch konnte sich die Geschichte Stück für Stück entfalten und Spannung aufbauen.
Wie bei vielen asiatischen Romanen sind die Figuren auch hier nicht extrem tief gezeichnet. Dennoch bekommen sie mehr Raum als erwartet, sodass man sie gut kennenlernen kann. Für mich war das absolut passend, zumal ich diesen Stil bereits kenne und mag.
Besonders begeistert hat mich die Krimiclubidee: Die Studenten tragen allesamt die Namen berühmter Krimiautoren, und hier und da wird auf deren Werke angespielt. Vor allem Agatha Christie wird mehrfach erwähnt und ich finde, dass die Geschichte durchaus mit der Krimi-Queen mithalten kann.
Das Ende habe ich so definitiv nicht kommen sehen. Vielleicht habe ich unterwegs zu wenig mitgerätselt, aber genau das hat mir gefallen. Ich war überrascht und erfreut, dass die Auflösung mich erwischt hat. „Schlaue“ Krimifans könnten die Lösung allerdings durchaus vorher erahnen.
Für mich ist es eine sehr spannende und äußerst unterhaltsame Krimigeschichte, die ich gerne weiterempfehle. Und das Beste: Es handelt sich um den Auftakt einer Kult-Bestsellerreihe. Ich freue mich jetzt schon auf die weiteren Bände.
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