Über die Verstrickungen von Vergangenheit, Erbe und Verantwortung: Als der Egomane Philip Brooke stirbt, kommen seine Kinder Frannie, Milo und Isa für fünf Tage auf dem gewaltigen Familienanwesen in Sussex zusammen. Haupterbin Frannie hat hier vor Jahren die Führung übernommen. Sie will die Ländereien renaturieren und für ihre siebenjährige Tochter eine Zukunft schaffen. Doch der unstete Milo hat andere Pläne - und den Segen seines Vaters dafür. Isa kämpft gegen innere Dämonen, sie hat die Tochter von Philips langjähriger Geliebter zur Beerdigung eingeladen. Und die kennt das wahre Erbe der Brookes aus den Zeiten des Empire. Eine fesselnde Geschichte mit Schubkraft: "Wo wir uns treffen" von Anna Hope ist ein meisterlich komponierter Familienroman über die Beziehungen, die uns für immer prägen, über ererbten Besitz und historische Verantwortung - feinsinnig, klug und packend bis zum Schluss. Das HörErlebnis, in der Übersetzung von Ulrike Kretschmer, wird außergewöhnlich empathisch von Julia Meier gesprochen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Edith Berger
aus 3istau
5/5
28.08.2025
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Ungemein großes Hörvergnügen
Als das Familienoberhaupt Philip Brooke stirbt, kommen anlässlich seiner Beerdigung seine Familie, Freundinnen, Freunde und Weggefährten auf dem Anwesen in Sussex zusammen. Kleine und große Geschichten, liebenswerte und wesentlich mehr weniger nette Begegnungen mit dem Patriarchen werden erzählt. Oberflächliche Schrammen und tiefe Verletzungen werden sichtbar. Und ein Geheimnis,das stattliche Anwesen betreffend, kommt ans Licht.
leseratte1310
4/5
15.09.2025
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Eine komplexe Familiengeschichte
Philip Brooke ist gestorben und hinterlässt ein großes Erbe. Seine Kinder Frannie, Milo und Isa kommen zur Beerdigung auf dem Familienanwesen in Sussex zusammen. Jeder von ihnen hat andere Vorstellungen, wie es mit dem Familienbesitz weitergehen soll. Dann trifft auch noch die außereheliche Tochter Clara ein, die mehr über die Familie weiß als die ehelichen Kinder von Philip.
Die Autorin Anna Hope berichtet über fünf Tage lang aus unterschiedlichen Perspektiven, wie die Familie in dieser Situation miteinander umgeht. Der Schreibstil ist fließen und lässt sich gut lesen, allerdings manchmal etwas ausufernd.
Die Charaktere sind gut gezeichnet, waren mir aber allesamt nicht besonders sympathisch. Philips Frau Grace kann nun endlich ihr eigenes Leben führen und muss keine Rücksicht mehr nehmen. Sie war nicht glücklich in ihrer Beziehung. Frannie hat die letzten Jahre mit ihrem Vater zusammen an der Renaturierung der Ländereien gearbeitet. Das alles möchte sie für ihre Tochter erhalten, denn sie ist die Haupterbin. Doch ihrem Bruder Milo gefällt das nicht, denn sein Vater hatte ihm zugesagt, was allerdings nicht schriftlich festgehalten wurde. Isa ist mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Zudem hat sie Clara, die Tochter aus einer Affäre ihres Vaters, eingeladen. Lange schwellende Konflikte brechen auf und Geheimnisse werden aufgedeckt.
Man spürt gleich, dass in der Familie etwas nicht stimmt. Die Atmosphäre ist von Anfang an angespannt. Philip Brooke hat nie viel Interesse an seiner Familie gezeigt, er hat sein Ding durchgezogen. Seine Frau hat er betrogen und sich wenig um die Kinder gekümmert. Die Familie Brooke ist also eine Familie, die keine innige Beziehung hat. All das kommt nun nach dem Tod des Vaters hoch. Man ist gezwungen, sich mit der Familiengeschichte, den eigenen Befindlichkeiten und dem Erbe auseinanderzusetzen.
Ich habe diesen Roman über eine Familie mit Konflikten und Geheimnissen gerne gehört.
Ann-liest
aus Hessen
4/5
02.08.2025
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Grandios gelesenes Familiendrama
Ich glaube, das Hörbuch hat für mich hier einiges gerettet, denn Julia Meier hat das Buch einfach großartig eingelesen. Sie konnte mich von Anfang bis Ende fesseln und hat die Geschichte und die vielen verschiedenen Personen einfach wahnsinnig gut und abwechslungsreich zum Leben erweckt. Sie liest sehr authentisch und es fühlt sich an, als würde man echte Gespräche belauschen. In Sachen Hörerlebnis war das auf jeden Fall ein Highlight und ich werde mir die Sprecherin merken.
Die Geschichte würde ich weniger als eine Geschichte als eher eine Personenstudie bezeichnen. Wir lernen zahlreiche Mitglieder sowie einige der engsten Weggefährten einer Familie kennen, die sich zur Beerdigung des Patriarchen treffen.
Jedes Mitglied der Familie ist auf die eine oder andere Weise unglücklich und nach und nach bekommen wir als Leser gezeigt warum. Es gibt Geheimnisse, falsche Entscheidungen, seelische Verletzungen und vieles, was nie ausgesprochen oder verarbeitet wurde.
Das Erzähltempo ist sehr langsam und ich kann nicht ausschließen, dass ich lesend nicht hier und da Passagen überblättert hätte.
Die Geschichten der einzelnen Charaktere und die Dynamik zwischen den Handelnden ist durchaus interessant, aber irgendwie konnte bei mir der Funke nicht richtig überspringen. Ich kann nicht sagen, ob es an der Vielzahl der Erzählstränge lag oder an etwas ganz anderem, aber ich habe mich eher als emotional unbeteiligte Beobachterin gesehen. Tatsächlich habe ich mit niemandem mitgefiebert, was ich irgendwie schade fand, denn die Themen haben durchaus Brisanz mitgeliefert.
3,5 Sterne gibt es von mir.
lucieliest
4/5
03.07.2025
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Eine Familiengeschichte
"Wo wir uns treffen" ist eine Familiengeschichte geschrieben von Anna Hope. Ich habe es als Hörbuch gehört. Die Autorin kannte ich vorher nicht, aber das grüne Cover mit dem alten Haus hat mich angesprochen. Auch die Sprecherin Julia Meier war mir neu. Ich finde, sie hat die Geschichte sehr angenehm gelesen – ruhig, klar, mit Gefühl, aber nie übertrieben. Ich habe ihr gerne zugehört.
In der Geschichte geht es um eine Familie, die nach dem Tod des Familienoberhauptes, Philip Brooke, zusammenkommt. Es geht um alte Geheimnisse, verschiedene Pläne für das Anwesen und das große Grundstück, und darum, wie jede Person doch anders mit Vergangenheit umgeht und auch die Zukunft plant. Interressant fand ich, wie die drei erwachsenen Kinder Frannie, Isa und Milo ganz verschiedene Ideen haben, was mit dem Land passieren soll. Frannie will zum Beispiel alles wieder der Natur überlassen. Das klingt erstmal schön, aber es wirft auch Fragen auf, was das für andere bedeutet. Milo hat auch seine Ideen und Pläne. Ist alles ziemlich komliziert.
Am Anfang gab es viele Namen und Personen, da habe ich nicht immer ganz mitbekommen, wer wer ist. Es wird aus wechselnden Perspektiven aus der Sicht verschiedene Prsonen erzählt, die Philip Brooke kannten. Ein paar Stellen fand ich etwas langatmig. Aber dann wurde es wieder spannend, und ich wollte wissen, wie es weitergeht.
Insgesamt ein schönes Hörbuch, ruhig erzählt, mit nachdenklichen Themen. Für alle die sich für komplizierte Familiengeschichten, Erbschaften und alte Geheimnisse interessieren.
bookloving
4/5
06.05.2025
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Zwischen Erbe und Zukunft - ein vielschichtiger Familienroman
Mit „Wo wir uns treffen“ legt Anna Hope einen feinfühlig erzählten, tiefgründigen Familienroman vor, der sich auf differenzierte Weise mit Trauer, familiärem Erbe, Verantwortung und den Schatten der Vergangenheit auseinandersetzt.
Geschickt verwebt die Autorin aktuelle gesellschaftliche Themen mit den individuellen Lebenswegen ihrer vielschichtigen Figuren zu einer bewegenden Geschichte.
Im Mittelpunkt steht das traditionsreiche Landgut der Familie Brooke im englischen Sussex. Nach dem Tod des Patriarchen Philip Brooke versammelt sich die zerrissene Familie, um im kleinen Kreis Abschied zu nehmen und sich mit dem materiellen sowie emotionalen Erbe auseinanderzusetzen. Die Handlung entfaltet sich über fünf Tage und wird aus der Perspektive der drei Geschwister Frannie, Milo und Isa sowie ihrer Mutter Grace erzählt.
Anna Hope gelingt es hervorragend, lebendige und tiefgründige Charaktere zu erschaffen und ein glaubwürdiges und vielschichtiges Familienporträt zu zeichnen. So tauchen wir tief in die komplexen Dynamiken und die subtilen Spannungen zwischen den Familienmitgliedern ein. Jeder von ihnen ringt auf seine eigene Weise mit der Bewältigung vergangener Konflikte, der Übernahme persönlicher Verantwortung und dem Umgang mit den belastenden Hinterlassenschaften des familiären Erbes.
Die Geschwister verbinden sehr verschiedene Vorstellungen über die Zukunft des Anwesens, geprägt von ihren individuellen Lebensentwürfen und Erfahrungen in der Vergangenheit. Während die älteste Tochter Frannie das gemeinsam mit ihrem Vater initiierte „Albion-Projekt“ fortführen möchte und eine Renaturierung des Landes zur Wiederherstellung des Ökosystems anstrebt, verfolgt der mittlere Sohn Milo mit der Idee eines exklusiven Retreats vor allem wirtschaftliche Interessen. Die jüngste Tochter Isa hingegen zeigt sich eher zurückhaltend und unentschlossen. Die Ankunft der von ihr eingeladenen Clara, der jungen, dunkelhäutigen Tochter der langjährigen Geliebten des Vaters aus den USA, bringt Unruhe in die Familie. Sie enthüllt unbequeme Wahrheiten über die Vergangenheit und den Ursprung des Familienvermögens, die schließlich das Gefüge der Familie erschüttern.
Besonders beeindruckend sind die Passagen, in denen Hope die atemberaubende Natur ins Zentrum rückt und die Flora und Fauna des Anwesens eindrucksvoll und lebendig schildert. Mit großer Feinfühligkeit verdeutlicht sie, wie eng die Schicksale der Menschen mit dem fragilen und schützenswerten Zustand der Natur verknüpft sind.
Die Vielzahl der Themen – von Natur- und Umweltschutz über die Suche nach einer lebenswerten Zukunft, Suchtproblematik bis hin zu Rassismus und Kolonialismus – wirkt stellenweise etwas überfrachtet, sodass die Handlung mitunter leicht konstruiert erscheint.
Die Autorin lässt ihren beeindruckenden Roman mit einem überraschend offenen und nachdenklich stimmenden Ende ausklingen, das viel Raum für eigene Interpretationen und Reflexionen bietet.
ZUM HÖRBUCH
Die ungekürzte Hörbuchfassung wird von Julia Meier abwechslungsreich und zugleich sehr einfühlsam interpretiert. Mit feinem Gespür fängt sie die nuancierten Charaktere und die dichte Atmosphäre der komplexen Familiengeschichte stimmlich ein, sodass man mühelos in die Welt der Brookes eintaucht. Ihre ruhige, angenehme Stimme führt souverän durch die verschiedenen Perspektiven und verleiht jeder Figur eine eigene, glaubwürdige Färbung. Besonders gelungen bringt sie die Verletzlichkeiten, Sehnsüchte und inneren Konflikte der Charaktere zum Ausdruck. In manchen Passagen hätte ich mir jedoch eine noch deutlichere stimmliche Abgrenzung zwischen den einzelnen Figuren gewünscht.
Dank ihrer stimmungsvollen und nuancierten Vortragsweise überzeugt Meier auch in den leisen, nachdenklichen Momenten sowie bei den eindrucksvollen Naturbeschreibungen des Romans. Aufgrund der Vielzahl an Figuren und Themen ist gelegentlich eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, um den Überblick zu behalten. Insgesamt bietet diese Hörbuchumsetzung aber eine sehr gelungene und atmosphärische Interpretation der facettenreichen Familiengeschichte
FAZIT
Ein berührender und einfühlsam erzählter Familienroman, der mit einer sensiblen Auseinandersetzung mit Erbe, Verantwortung und familiären Konflikten und vielschichtigen Charakteren überzeugt. Trotz gelegentlicher Überfrachtung besticht die Geschichte durch ihre atmosphärische Dichte und lebendige Naturbeschreibungen!
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