Eine verschwundene Frau. Ein dunkles Geheimnis. Ein tödliches Wiedersehen.
Berlin, 1879. Als Privatdetektiv Felix Blom und seine Partnerin Mathilde Voss im Zuge eines Auftrags den Mord an einer ehemaligen Prostituierten untersuchen, werden sie von der Vergangenheit eingeholt: Vor neun Jahren verschwand eine Freundin von Mathilde auf rätselhafte Weise – und nun deuten Hinweise darauf, dass beide Ereignisse zusammenhängen. Als es ein weiteres Mordopfer gibt, erkennen Felix und Mathilde, dass jemand bereit ist, über Leichen zu gehen, um ein düsteres Geheimnis zu bewahren. Bald steht nicht nur ihre berufliche Existenz, sondern auch ihr Leben auf dem Spiel – denn der Täter ist gefährlich nahe …
Noch mehr historische Spannung? Dann empfehlen wir Ihnen auch die packenden Krimis um Alex Beers raubeinigen Ermittler August Emmerich. Alle Bücher sind unabhängig voneinander lesbar.
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Spannender persönlichster Fall für Felix Bloom
Eliza am 23.02.2026
Bewertungsnummer: 3055223
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Eine spannende Jagd nach dem Mörder bringt Felix und Mathilde an ihre Grenzen. Es ist wohl der persönlichste Fall der Detektei Voss.
Für mich ist es der bisher beste und geheimnisvollste Fall für Felix und Mathilde. Besonders gut gefallen hat mir, dass man aktiv miträtseln kann und am Ende eine Auflösung von der Autorin präsentiert bekommt, auf die ich zumindest nicht gekommen wäre.
Aber der Reihe nach: Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, einmal im Jahr 1879 und dann in einem Zeitstrang, der vor dem Verschwinden von Mathildes Freundin Agnes spielt. Agnes ist im Jahr 1870 plötzlich verschwunden. Die drei Freundinnen Mathilde, Charlotte und Antonia sind sich einig, dass nur ein Freier dahinterstecken kann. Alle vier arbeiten als Prostituierte in Berlin. Doch leider kann dem Verdächtigen nichts nachgewiesen werden.
Neun Jahre später werden Charlotte und Antonia ermordet. Mathilde wird durch kurze Nachrichten ihrer Freundinnen an die jeweiligen Tatorte gelockt und wird so schnell zur Hauptverdächtigen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn sie landet rasch im Gefängnis Moabit und wird verurteilt.
Fast perfekte Morde, so scheint es. Felix beißt sich gemeinsam mit Bruno Harting an diesem Fall die Zähne aus. Diese Zweckgemeinschaft hat mir sehr viel Freude bereitet. Zwei Menschen, die sich eigentlich überhaupt nicht ausstehen können, arbeiten für Mathilde zusammen.
Die psychologische Bedrohung ist deutlich spürbar und auch die Schnitzeljagd quer durch Berlin ist spannend angelegt. Ein großes Kompliment an die Autorin, die zudem ein wunderbares Sittengemälde der Stadt zeichnet und uns auf eine großartige Zeitreise mitnimmt.
Das Ende ist mehr als gelungen, denn es kommt zu einem intensiven Showdown, bei dem alle Puzzlestücke an ihren Platz fallen. Dieses Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf einen neuen Fall von Felix Blom.
1 - 2 - 3 Versteck Dich
Michael Sterzik aus Wallenhorst am 01.01.2026
Bewertungsnummer: 2689314
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wir leben in einer Ära der allwissenden Forensik. Ein winziges Hautschüppchen, ein digitaler Fußabdruck, eine Überwachungskamera an der Straßenecke – heute ist der „perfekte Mord“ fast eine Unmöglichkeit geworden. Die Netze der Justiz sind eng gewebt, Daten rasen in Sekunden um den Globus. Doch was passiert, wenn wir diese technologischen Krücken wegnehmen? Wenn wir die Zeit zurückdrehen, in eine Welt aus Gaslicht, Pferdekutschen und tiefen Schatten?
Berlin, 1879. Die Stadt boomt, ist dreckig, laut und gefährlich. Und genau hierhin entführt uns Alex Beer in ihrem dritten Band um den Meisterdieb und Privatdetektiv Felix Blom.
Es ist eine Zeit, in der Mörder noch im Schutz der Dunkelheit verschwinden konnten, ohne Spuren zu hinterlassen. Wie viele Verbrechen blieben damals ungesühnt, einfach weil den Ermittlern die Werkzeuge fehlten? Wie viele Täter entkamen, weil Intuition das Einzige war, was einem Detektiv zur Verfügung stand? In diesem Spannungsfeld zwischen archaischer Ermittlungsarbeit und menschlichen Abgründen entfaltet sich der neue Fall.
Bislang war Felix Blom, der charmante Gauner und „Schatten von Berlin“, oft derjenige, der die Fäden zog. Doch diesmal verschiebt sich der Fokus auf seine Partnerin, Mathilde Voss. Der Fall beginnt vermeintlich klassisch: Der Mord an einer ehemaligen Prostituierten soll aufgeklärt werden. Doch für Mathilde ist dies kein Auftrag wie jeder andere. Er ist ein Spiegel ihrer eigenen, schmerzhaften Vergangenheit.
Als ehemalige Edelprostituierte kennt Mathilde die plüschigen Salons und die brutale Realität dahinter. Sie hat überlebt, wo andere zerbrochen sind. Doch nun, neun Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden einer engen Freundin, scheinen sich die Ereignisse auf unheimliche Weise zu verknüpfen. Hinweise tauchen auf, die suggerieren, dass die Geister der Vergangenheit nicht ruhen. Jemand da draußen bewahrt ein düsteres Geheimnis und ist bereit, dafür sprichwörtlich über Leichen zu gehen.
Alex Beer gelingt es meisterhaft, die psychologische Bedrohung greifbar zu machen. Es geht nicht mehr nur um beruflichen Erfolg oder das Lösen eines Rätsels – es geht um Mathildes Existenz. Die Gefahr rückt näher, wird persönlich, bedrohlich intim.
Um diesen übermächtigen, unsichtbaren Gegner zu stellen, muss Felix Blom das Undenkbare tun. Er muss sich mit dem Mann verbünden, der ihn am liebsten hinter Gitter sehen würde: seinem alten Widersacher, Kommissar Bruno. Hier zeigt sich die große Stärke des Romans: Die „Beziehungskiste“ zwischen dem Meisterdieb und dem preußischen Polizisten. Beide glauben fest an die Unschuld Mathildes, und dieses gemeinsame Ziel zwingt sie in eine Zweckgemeinschaft, die so spannungsgeladen ist wie ein Pulverfass. Sie werden vielleicht keine Freunde fürs Leben, aber in den Gassen Berlins entsteht eine Form von Respekt, die auf der bloßen Notwendigkeit beruht.
Fazit
„Felix Blom – Mord an der Spree“ ist mehr als nur ein Krimi. Es ist eine atmosphärisch dichte Zeitreise. Alex Beer hat wie gewohnt exzellent recherchiert; man riecht förmlich den Ruß der Öfen und den Dunst der Spree. Sie zeigt uns, dass sich zwar die Methoden der Kriminalistik revolutioniert haben – von der simplen Beobachtung zur DNA-Analyse –, aber eines gleich geblieben ist: Der Mensch als größte Fehlerquelle und als gefährlichstes Raubtier.
Ein Roman für alle, die Spannung lieben, aber auch für jene, die verstehen wollen, wie sehr unsere Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmt. Man kann sich verstecken, man kann leugnen – doch am Ende holt einen die Wahrheit immer ein.
Michael Sterzik
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