Im Namen der Wahrheit macht sie sich die Hände schmutzig ... Für ihre Karriere tat Journalistin Susanne Mikula alles - dafür setzte sie auch reihenweise Redakteure auf die Straße, die sich gegen die politischen Verbündeten ihres Verlegers Hans-Otto Gleim stellten. Doch als Gleim sie des Diebstahls beschuldigt und fristlos kündigt, ahnt er noch nicht, dass er sich eine gefährliche Feindin geschaffen hat. Während ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen ein eigenes Konkurrenzblatt auf die Beine stellen und damit zur Zielscheibe des Verlegers werden, setzt Mikula alles daran, die Leichen im Keller ihres Ex-Vorgesetzten auszugraben - wortwörtlich ...
Der abgründige Auftakt der Dilogie um die knallharte Journalistin Susanne Mikula - Fans von Catherine Shepherd werden garantiert mitfiebern! In Band 2 ermittelt Susanne Mikula im Auftrag des reichsten Manns Deutschlands - geht ein Serienmörder in Hamburg um?
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
S.A.W
5/5
12.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Hire and Fire
Hire and fire, auch so ein Trend der aus Amerika kommt. Feuern ohne Rücksicht auf Verluste, das hat Donald Trump so berühmt gemacht, dass er es bis ins Weiße Haus schaffte.
Bei Susanne geht es nicht ganz so glatt. Zwar verspricht ihr Chef ihr fürs feste Feuern den Journalisten-Olymp des Chefredakteur-Postens, schmeißt sie dann aber selbst hinaus. Was nach Rache schreit, denn gelernt ist gelernt – warum nicht gleich den früheren Chef feuern? Das braucht allerdings einige Umwege, Verbündete, Gespräche mit Obdachlosen und Aufdeckung von Skandalen. Etwas anstrengend für eine passionierte Zwänglerin, die neben der Aufdeckung sich auch um die Abdeckung diverser chaotischer Vorgänge kümmern muss.
Insgesamt: unterhaltsam, für einen Erstling beachtlich.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Wasser und Eis. Ein Alpen-Klima-Krimi“
Bewertung
aus Steinfeld
5/5
23.04.2019
Buch (Taschenbuch)
von Anke Lenger am 23.04.2019
Als Leserin und Nutzerin der Coachingbücher von Martin Wehrle, erwartete ich auch beim neusten Buch und zugleich Krimi-Erstlingswerk vor allem neue Impulse für die eigene Beratungs- und Coachingtätigkeit.
Diese Erwartungen wurden - zunächst - nicht erfüllt. Vielmehr tauchte ich bereits nach wenigen Seiten ein, in eine Kriminalgeschichte die mich Arbeit und Coaching völlig vergessen ließ. "Die Ratte" riss mich mit in menschliche Abgründe, Überraschungen, Manipulation, Witz und den süßen wie bitteren Gefühlen als Mutter, Freundin oder Partnerin. Einmal angefangen zu lesen fällt es schwer "Die Ratte" wieder aus der Hand zu legen. Ein Krimi wie ihn das Leben selbst schreibt. Mit bekannter leichter wie tiefsinniger Schreibe eines authentischen und tollen Autors. Und am Ende übertraf "Die Ratte" sogar noch meine Erwartungen für den eigenen Arbeitskontext. Viele neue Impulse, Fragen und Anregungen... Ein Geschenk zum heutigen Welttag des Buches. Danke Martin Wehrle.
annlu
5/5
15.04.2019
Buch (Taschenbuch)
Eine Journalistin ermittelt
Susanne Mikula sieht in Reinstadt ihre neue Chance. Der Chefreportersessel scheint ihr sicher. Doch dazu muss sie Opfer bringen – ihre beste Freundin ist nicht die einzige, die von ihr gekündigt wird. Als sie selbst einer Intrige zum Opfer fällt, schließt sie sich unabhängigen Journalisten an um die Machenschaften ihres Exchefs und des Bürgermeisters aufzudecken. Dabei muss sie erkennen, dass beide mehr Dreck am stecken haben, als gedacht.
Susanne erzählt die Geschichte selbst, sodass der Leser erst einmal ihre harte Seite kennenlernt. Die Karriere scheint ihr über alles zu gehen, selbst die beste Freundin serviert sie ab. Für ihre Taten muss auch noch ihr Teenagersohn Sebastian büßen, der daraufhin gemobbt wird. So war sie mir nicht sonderlich sympathisch. Im Laufe der Geschichte gibt sie aber immer mehr über sich preis und zeigte die Gründe für ihr Verhalten auf. So ist es auch eine schmerzliche Hundeattacke, die ihr Angstzustände und den Tick alles zu zählen verschafft.
Die Ereignisse rund um Susanne werden immer wieder durch kurze Gesprächsauszüge unterbrochen. Diese beziehen sich einerseits auf solche, die Veränderungen in der Stadt beschreiben und aufzeigen, wie die Stadtverwaltung die Preise immer mehr in die Höhe drückt. Andererseits sind es Telefongespräche zwischen zwei Parteien, die nicht namentlich genannt werden und die hinter einer Intrige stecken, die auf eine kriminelle Tat in der Vergangenheit basiert. Zwar kann man Vermutungen anstellen, wer hinter den Sprechern steckt, Sicherheit gibt es aber nicht.
Der Rausschmiss verändert Susanne. Sie schließt sich denen an, die sie selbst entlassen hat. Das führt dazu, dass sie nicht mehr auf sie hinunterblicken kann und einen neuen Blickwinkel – auch auf sich selbst – einnimmt. Die Idee eine neue Tageszeitung zu gründen bezieht sich auf eine Obdachlosenzeitung. Damit tritt Susanne auch in Kontakt mit einem Obdachlosen, der ihre Ermittlungen vorantreibt. Auch das hilft ihr dabei sich selbst anders einzuschätzen, sodass sie mir immer sympathischer wurde. Als Journalistin wird sie hier von einem Extrem ins andere geworfen. So bekommt man als Leser Einblicke in die Ideale der freien Presse, aber auch in ihre Manipulationsversuche und in die Einmischungen der Politik.
Die neue Arbeit und die Ermittlungen gegen ihren Exchef gestalten sich spannend. Genauso interessant fand ich aber die privaten Aspekte der Geschichte. Susanne schlägt sich mit sich selbst und ihren Ängsten, ihrem zerrütteten Verhältnis zu Sebastian aber auch mit ihrem getrennt lebenden Mann herum. Zu all diesen Aspekten ihres Lebens hat sie vorerst eine starre Meinung, beginnt aber langsam ihre Gedanken und Aktionen zu hinterfragen, was sie weiterführt.
Fazit: Die Geschichte lies sich flüssig lesen. Der Krimianteil war spannend, interessanter fand ich aber Susanne als Hauptcharakter. Ihre Entwicklung besonders in Bezug auf ihre Ansichten und Beweggründe zeigten eine zunehmende Reife, die mir Susanne immer sympathischer machten.
Bewertung
aus Wien
5/5
21.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Rattenscharfer Auftritt, mörderischer Abgang – Die Ratte - ein Krimi der neuen Generation
Welches Gefühl erweckt allein der Buchtitel in Ihnen? Ein mulmiges, nicht wahr? Lesen Sie das Buch, und Sie wollen „Die Ratte“ an die Brust drücken. Zumindest werden Sie sie ins Herz schließen, wenn Sie zu den Anständigen gehören.
So viel sei verraten.
Es mag sein erster Kriminalroman sein, jedoch einer, der seinesgleichen sucht! Wer dieses Genre mag, kommt voll auf seine Kosten! Parallel zur eigentlichen Handlung legt Erfolgsautor Martin Wehrle eine Zündschnur, die sich bedrohlich an deren roten Faden klammert und den Spannungsbogen der Story fast zum Zerreißen bringt. Sie züngelt angriffslustig durch die ganze Geschichte hindurch und erzeugt die ständige Erwartung eines unausweichlichen, hoch explosiven Showdown.
Martin Wehrle ist wieder ganz in seinem Element – der ihm eigenen fantastischen und unglaublich lebendigen Bildersprache. Mit sozialem Tiefgang und gesellschaftskritischer Reflexion unserer Zeit.
Ja sogar seine große Leidenschaft für das Angeln verknüpft er durch einen genialen Trick mit dem erzählten Geschehen und macht damit dem Antagonisten das Leben vollends madig.
Geschockte „Augäpfel, die wie nervöse Insekten von einer Seite zur anderen fliegen“. Die Protagonistin des Buches, in der Rolle der karrierebesessenen Antiheldin Susanne, entlässt reihenweise Kollegen. Hier gerade zum unrühmlichen Auftakt ihre beste Freundin.
„Birken schwanken wie Schiffsmasten auf hoher See“. „Schwarze Wolken wuchern am Himmel“. Angesichts der abartig-fiesen Intriganz vermeintlicher Machthaber im Kleinstadtmilieu.
„Wie ein Kleidungsstück aus dem Altkleider-Container, das man mir gegen meinen Willen überstülpte (…)“, fühlt sich Susanne, die…
Aber lesen Sie selbst! Dieses Buch hinterfragt, stimmt nachdenklich, verspricht und hält Spannung. Von der ersten bis zur letzten Seite! Ein außergewöhnlicher Roman von einem außergewöhnlichen Autor. Beste Lese-Empfehlung für den denkaktiven Krimifreund!
Rezensiert von Sabine Haslinger
Dark Rose
aus Troisdorf
4/5
30.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine Protagonistin aus der man nicht schlau wird, aber ein wirklich spannender Krimi, voller menschlicher Abgründe!
Achtung: Band 1 einer Reihe!
Susanne Mikula will nur eins: Chefredakteurin werden! Dafür ist sie bereit so ziemlich alles zu tun, sogar ihre beste Freundin zu feuern. Doch obwohl sie so viele Opfer bringt, die ihr sogar die Verachtung ihres Teenager-Sohnes einbringen, bringt ihr Chef sie mit einer hinterhältigen Intrige zu Fall. Sie verliert ihren Job und alles andere und kennt nur noch ein Ziel: Rache! Sie setzt fortan ihre Fähigkeiten als Journalistin ein, um ihren Ex-Chef zu Fall zu bringen. Niemals hätte sie gedacht, dass sie dabei auf ein Komplott unheimlichen Ausmaßes stoßen würde, inklusive eines potentiellen Mordes. Doch damit bringt sie sich auch in große Gefahr.
Der Aufbau des Buches ist anfangs nicht ganz einfach. Abwechselnd gibt es kursivgedruckte Seiten, die nur aus Dialogen bestehen. Vollkommen aus dem Zusammenhang der restlichen Handlung gerissen wird man da mit Szenen konfrontiert und diese Szenen sind immer brisant. Sie hängen alle zusammen und sind auch wichtig für die „normale“ Handlung, aber das weiß man anfangs nicht, weil sie nicht einfach die Fortsetzung eines Gesprächs sind, sondern Ausschnitte aus mehreren Gesprächen sind. Man wird zum Rätseln gezwungen und dadurch direkt in das Buch gezogen. Obwohl das anfangs verwirrend ist, fand ich das richtig toll. Ich mag es, wenn ein Buch andere Wege geht.
Dann gibt es noch kurze Szenen, in denen es um hohe Gebühren in der Stadt geht, in der das Buch spielt. Dazu kommen noch Tagebucheinträge und Artikel bzw. Schlagzeilen. Dadurch ist man ganz nah an der Handlung und spürt schon bald den Puls steigen, aus Wut, aus Hilflosigkeit und aus Furcht.
Susanne war auf den ersten Blick keine sympathische Protagonistin. Sie sendet pausenlos widersprüchliche Signale. Ein Beispiel: Ganz zu Beginn des Buches entlässt sie ihre beste Freundin. Ihr gegenüber erklärt sie die Maßnahme als die Idee ihres Chefs. Doch es war ihre. Sie hat beschlossen ihrer besten Freundin zu kündigen, nur um zu beweisen, dass sie stark und nicht sentimental ist. Den Blick stets auf das Ziel: ihren Wunschjob gerichtet. In diesem Moment denkt man, sie sei eiskalt und ein Miststück. Doch dann erfährt man von ihrem Trauma und als man das liest, hat man direkt Mitleid mit ihr. Und schon weiß man nicht mehr, was man von ihr halten soll. Ist diese Kälte ein Produkt dieses Vorfalls oder nur gespielt, um sich für den Job zu qualifizieren?
Hier merkt man übrigens schön die Sozialkritik des Autors – die findet sich überall im Roman – eine Frau muss, um einen Chefposten zu bekommen rüberkommen wie ein Mann, sie darf nicht „sentimental“ oder „emotional“ sein. Sie muss sich auf eine bestimmte Art und Weise anziehen, damit sie ernstgenommen wird, ohne gleichzeitig als Freiwild oder „Schlampe“ angesehen zu werden, stattdessen ist die dann die „Eiskönigin“ oder ähnliches. Doch die Sozialkritik geht noch viel weiter. Ich möchte nicht spoilern, deswegen kann ich hier nicht ins Detail gehen.
In diesem Buch geht es um korrupte Politiker und Polizisten und eine Gesellschaft, die nur dem Stärksten zuhört. Durch die Intrige ihres Chefs verliert Susanne alles. Sie ist am Boden und ganz allein. Sie tut mir da wirklich schrecklich leid. Eine Intrige jagt die nächste, gefolgt von Rufmord und Demütigungen, die scheinbar nie aufhören. Man muss da echt aufpassen, dass man sich von dieser depressiven Stimmung mitreißen lässt. Es macht mich so wütend, was ich da lese! Aber gleichzeitig bin ich auch begeistert von der Art der Beschreibung. Es geht auch nicht nur gegen Susanne, es gibt auch andere Opfer, die teilweise massiv gemobbt werden. Es scheint den „Bösen“ egal zu sein, was sie ihren Opfern antun.
Martin Wehrle reiht sie Ereignisse so aneinander, dass man immer gut folgen kann, obwohl er einem die Kursiven-Dialogszenen hinknallt, ohne Erklärung, ohne Zusammenhang. Man muss selbst mitdenken und kombinieren. Manchmal wird schnell klar, worum es dabei geht, manchmal dauert es sehr lange und manchmal hilft nur viel nachdenken und kombinieren.
Das Buch ist schonungslos. Es reißt einen aus der Komfortzone des eigenen Lebens und zwingt einen, darüber nachzudenken, ob der Autor recht haben könnte. Kann es sein, dass es solche Machenschaften auch in der Realität gibt? Dass wir einfach bislang nur Glück hatten, nicht in sie hineingezogen zu werden?
Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist manchmal wirklich heftig und man muss echt aufpassen, um sich nicht von der Stimmung mitreißen zu lassen. Es ist ein sehr komplexes Buch aber nicht überfrachtet. Mir hat auch die Auflösung sehr gut gefallen. Das Buch ist stimmig und ich mag es sehr, dass das Buch keine Angst hat andere Wege zu gehen.
Zwischendrin ist es emotional echt belastend. Wie Menschen da kaputt gemacht werden, das ist nicht ohne. Wenn man das aber übersteht, lohnt es sich wirklich. Das Buch zwingt einen zu hinterfragen, zu kombinieren und auch das eigene Verhalten und Leben zu überdenken. Die zentrale Frage ist: wem glaubt man? Und diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Glaubt man Artikeln oder Posts im Internet? Glaubt man der Lokalpresse? Oder überregionalen Zeitungen? Glaubt man Freunden? Hinterfragen wir überhaupt was wir hören und lesen, oder schlucken wir brav alles, was uns vorgesetzt wird?
Ein ganz anderer Krimi mit teilweise wirklich heftigen emotionalen Magenschwingern und einer Protagonistin, bei der man einfach nicht weiß, ob man sie nun mag oder nicht. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es sich manchmal ein bisschen zieht, aber in meinen Augen, konnte das Buch die Spannung halten. Von mir bekommt es 4,5 Sterne.
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