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Ruh Roman | »Şehnaz Dost erzählt sprachlich beeindruckend von Fremdheit, Sehnsucht und Einsamkeit.« MDR Kultur | Die literarische Neuentdeckung

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14,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.12.2026

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

272

Maße (L/B)

18,4/11,6 cm

Farbe

Beige / Dunkelgrün

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-312-01458-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.12.2026

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

272

Maße (L/B)

18,4/11,6 cm

Farbe

Beige / Dunkelgrün

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-312-01458-3

Herstelleradresse

Nagel & Kimche
Valentinskamp 24
20354 Hamburg
DE

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  • Bewertung

    5/5

    18.11.2024

    eBook (ePUB)

    Ruhig und berührend

    Ruh“ ist mehr als ein Roman – es ist eine poetische Reise in die Tiefen der menschlichen Seele, die leise und eindringlich zugleich erzählt wird. Şehnaz Dost schafft es, mit einer zarten, beinahe magischen Sprache eine Welt zu erschaffen, in der die Grenzen zwischen Realität und Gefühl aufgelöst werden. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin, deren Namen man fast vergisst, weil ihre Seele, ihr „Ruh“, der wahre Kern der Geschichte ist. Es ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern erlebt wird. Jede Seite scheint wie ein Spiegel, der dem Leser seine eigenen Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte vor Augen führt. Dost webt meisterhaft Themen wie Liebe, Verlust und die Suche nach Identität in eine Erzählung, die weder chronologisch noch linear verläuft. Stattdessen führt sie uns durch Erinnerungen, Träume und Reflexionen, die sich wie ein Strom durch die Seiten ziehen. Manchmal verliert man sich in der Ungewissheit – und genau das scheint gewollt, denn „Ruh“ zwingt den Leser, sich seinen eigenen inneren Fragen zu stellen. Besonders berührend ist die Art und Weise, wie Dost das Unsichtbare sichtbar macht. Die leisen Momente, die oft in anderen Geschichten übersehen werden – ein Blick, ein Atemzug, ein kurzes Innehalten – werden hier mit solcher Präzision und Tiefe beschrieben, dass sie einem das Herz zerreißen. Doch „Ruh“ ist kein leichtes Buch. Es verlangt Geduld, Offenheit und die Bereitschaft, sich selbst darin zu verlieren. Manche Passagen wirken fast schwer, als trage man die Trauer der Protagonistin mit sich. Aber gerade diese Intensität macht das Buch so außergewöhnlich. Am Ende lässt „Ruh“ einen mit einem bittersüßen Gefühl zurück. Es gibt keine einfachen Antworten, kein klares Ende. Stattdessen bleibt der Nachhall einer tiefen, existenziellen Wahrheit, die jeder Leser für sich selbst entschlüsseln muss. Es ist ein Buch, das nachklingt – nicht nur im Kopf, sondern vor allem im Herzen. Ein Meisterwerk der leisen Töne, das lange nachwirkt und uns an das erinnert, was uns im Innersten ausmacht: unsere Seele.

  • Bewertung

    5/5

    11.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Poesie zwischen Yasar Kemal und Feridun Zaimoglu

    Cemals Leben dreht sich um Georg, den er inzwischen statt seiner Ex-Frau Gül vögelt, und um die "frühlingsblumige Aura", die seine Tochter Ekin in unregelmäßigen Abständen bei ihm hinterlässt; und die Störgeräusche, die beispielsweise vorurteilsbehaftete Eltern gegenüber dem Deutschlehrer produzieren. Diesen Alltag nimmt Cemal mit in seine Träume von seiner Großmutter Süveyde und seinen ersten Lebensjahren in der Türkei, einer in jeder Hinsicht vergangenen Welt... Senaz Dost pflegt eine spannende Sprachmischung aus (klingt das zu hoch gegriffen?) Yasar Kemal Geschichten- und Feridun Zaimoglus spätem Romanstil, gehoben und doch flüssig und lebensnah. Zeitliche Überblendungen schaffen Kontraste, ohne dass eine wirkliche "Handlung" erkennbar werden würde - aber welches Leben hat denn auch schon eine "Handlung". Es ist einfach der Alltag mehrerer Welten, der hier einmal kollidiert, einmal mehr oder weniger harmonisch miteinander verschmilzt, aber immer poetisch widergespiegelt wird. Das ist Kunst!

  • Katrin

    aus Kiel

    5/5

    04.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mitteilungen aus dem Jenseits

    Cemal ist Ende dreißig, Grundschullehrer, geschieden und hat eine kleine Tochter, Ekin, die für ihn den Mittelpunkt der Welt darstellt. Und außerdem ist da noch Georg, mit dem er gern seine freien Tage und inzwischen auch Nächte verbringt, jedoch immer darauf bedacht, dass sich seine verschiedenen Leben nicht berühren. Georg dagegen möchte mehr von ihm, eine echte Beziehung, in der er sich öffnen müsste. Doch das macht Cemal Angst, er fühlt sich verloren und nicht in der Lage, sein Leben wirklich zu teilen. Zu stark wirkt die anerzogene Sprachlosigkeit nach, seine Geschichte als Einwandererkind, das als Kleinkind bei den Großeltern in der Türkei zurückgelassen wurde und erst Jahre später zu den Eltern nach Deutschland kam. Eltern, die ihm immer ein wenig fremd geblieben sind, wirkliche Nähe ist zwischen ihnen nie entstanden. Doch seit einiger Zeit erscheint ihm nachts seine Urgroßmutter Süveyde, diese Traumsequenzen erzählen von ihrem Leben im Dorf, sie offenbaren Cemals Wurzeln und die Kontinuitäten, die es innerhalb seiner Familie gibt. Şehnaz Dost verknüpft Süveydes Erzählungen mit Rückblicken auf Cemals Kindheit und Jugend, seine Freundschaft zu Sinan und seiner Gegenwart in der großen Stadt. Es geht um Migration, Alltagsrassismus, Identität und die Nachwirkung alter Verletzungen. Die Sprache ist poetisch, der Text wirkt wie ein zartes Gebilde, dessen Bestandteile manchmal deutlich zutage treten und manchmal im Nebel der Erinnerung zu verschwimmen scheinen. Cemal muss lernen, sein Spiegelbild auszuhalten und die Geister der Vergangenheit zu konfrontieren. Vieles deutet die Autorin nur an, das Ende bleibt offen und lässt doch die Hoffnung zu, dass alles gut oder wenigstens besser werden kann. Mir hat dieser warmherzige und berührende Roman wirklich gut gefallen, ich mochte die Figuren und die Art, wie die Autorin ihre Beziehungen erzählt. Besonders Cemal, der oft so verloren wirkt und doch eigentlich immer alles richtig machen möchte, ist mir wirklich ans Herz gewachsen, ich hätte ihn gern noch weiter begleitet. Passend zur Geschichte findet sich am Ende des Buches eine Liste mit allen Liedern, die in den einzelnen Kapiteln erwähnt werden. Wer also ein umfassendes Leseerlebnis möchte, kann sich zum Buch den passenden Soundtrack anhören.

  • Lianne

    5/5

    26.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachliches Kunstwerk

    Ein Buch, das wie ein Kunstwerk gelesen werden will. So wie das Seebild als Cover nicht klar erkennen lässt, ob es Morgendämmerung oder Abendstimmung einfangen möchte, so bewegt sich auch der Inhalt zwischen so vielen verschiedenen Themen. „Wer kann schon wissen, wovon die Songs wirklich handeln.“ Dieses Zitat kann man auch wunderbar auf das Gesamtwerk übertragen. Wer weiß schon, was das eigentliche Thema des Romanes ist, denn es werden viele verschiedene angesprochen. Zwischen Stillstand und Bewegung, das Ertrinken in Emotionen, im Alltag und in der Welt. Der Umgang mit Alltagsrassismus und dem Wechsel zwischen Ankommen und Rückblicken. „Die Grenzen sind schon lange offen“, stellt der Protagonist Cemal fest. So auch die Grenzen zwischen den Zeiten, der Perspektiven und Sprachen. Alles vermischt sich und wird somit lebendig. Ob Traum oder Erinnerung, ob Realität oder Hoffnung. Die Übergänge sind fliesend, wie der Fluss des Lebens. Cemal, der eigenständig seinen Namen geändert hat, vielleicht um mit seiner Vergangenheit abzuschließen, hängt doch einem Trauma nach. Sprachlich bewegt sich der Roman ebenfalls zwischen verschiedenen Grenzen hin und her. Mal lange Sätze, die über eine halbe Seite fließen, mal kurz auf den Punkt gebracht. Fragen, die keine Fragen sind und plötzliche direkte Ansprache, bei denen man kurz überlegt, ob mit DU die Lesenden oder doch die Urgroßmutter oder Cemal gemeint ist. Mal Präteritum, mal Präsens, mal Futur. Mal wird Englisch eingeworfen, aber dem deutschen Sprachgebrauch in Grossschreibung angepasst, mal Türkisch in der unveränderten Form. So vermischt sich alles, wie wir es aus dem Leben kennen. Genau deswegen ist es ein Kunstwerk, das man gelesen haben sollte. Klare Empfehlung für alle, die über ihren Horizont hinausblicken möchten.

  • Mfli

    5/5

    25.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wundervoll poetisches, wichtiges Buch

    "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns", habe ich neulich gelesen. Dieses Buch ist keine Axt, sondern lässt das Eis ganz langsam und sanft schmelzen. Dieser Roman muss gelesen werden von Lehrern, Eltern, Migranten und Nicht-Migranten, Liebenden, Suchenden und Angekommen. Häufig sind türkische Sätze eingestreut, was ich sehr schön fand. Google translate hat mir weitergeholfen, aber Fußnoten mit der Übersetzung hätten mir besser gefallen. Die musikalischen Referenzen sind auch toll, es böte sich sogar an, eine Buchplaylist zu erstellen. Ich habe selbst "Migrationshintergrund", wenn auch keinen türkischen, und es tut bisweilen weh, diesen Text zu lesen, weil er so wahr ist, individuell und auch gleichzeitig universell. Ich wünsche mir, dass er von vielen Menschen gelesen wird, gerade auch von denen der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, die uns immer fremdgemacht hat und immer fremdmachen wird. Wir sind hier nicht fremd. Wird es eines Tages jemand verstehen? Ich empfehle diesen Roman uneingeschränkt weiter.

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