"Von der Una" ist der gelungene Versuch, ein persönliches Kriegstrauma schreibend zu verarbeiten und zu überwinden. Wir folgen der Hauptfigur des Romans durch drei Zeitabschnitte: Kindheit und Jugend in Jugoslawien vor dem Krieg, Fronterfahrung während des Bosnienkrieges und schließlich der Versuch, nach dem Konflikt ein normales Leben zu führen. In seiner sehr lyrischen, meditativen Prosa rekonstruiert Faruk sehic das Leben eines Mannes, der sowohl Kriegsveteran als auch Dichter ist. Der Historiker lehrt uns, was geschehen ist, der Dichter, was für gewaltige emotionale Spuren es hinterlassen hat und der Ästhet, wie man auch noch aus den schmerzhaftesten Erinnerungen den maximalen Genuss ziehen kann. Parallel zu dieser Geschichte nehmen die Passagen des Buches über die Stadt am Fluss Una mythische, traumgleiche und phantastische Dimensionen an.
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yellowdog
4/5
24.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
In den Spiegel eintauchen
Faruk Sehic hat den Bosnienkrieg erlebt und überlebt. Das hat ihn geprägt.
Ein hartes Thema, an einigen Stellen mit überraschend viel Pathos geschrieben. Aber das halt sein sprachlicher Ausdruck für die grauenvollen Erlebnisse des Krieges. Eine lyrische Prosasprache kann man Faruk Sehic nicht absprechen. Er hat auch einen Blick für Details. Es ist ein reflektierendes Buch mit relativ wenig Handlung. Aber es gibt beachtliche Beschreibungen und viele bemerkenswerte Sätze voller Poetik.
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