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Paris, 1917. Im Herzen der Stadt begegnen sich zwei Buchhändlerinnen: Sylvia Beach und Adrienne Monnier. Fast 40 Jahre lang wird das Paar in der Rue l`Odéon seine Buchläden betreiben, Sylvia Shakespeare & Company, Adrienne schräg gegenüber das La Maison des Amis des Livres. Ihr Straßenzug, von Adrienne Monnier »Odéonia« getauft, wird zum Treffpunkt einer regen Literaturszene, in der neben amerikanerischen Autorinnen und Intellektuellen wie Djuna Barnes, Gertrude Stein oder Nathalie Barney auch angehende Schriftsteller verkehren wie etwa Ernest Hemingway und Thornton Wilder. An der Rive gauche entsteht eine Gemeinschaft aus Menschen, die als »Lost Generation« schreibend die Alte Welt verändert, von den Goldenen Zwanzigern über die Weltwirtschaftskrise, dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur Nachkriegszeit. Sylvia Beach verlegt schließlich James Joyce's »Ulysses« - ihre mutige Tat wird zum grandiosen Erfolg, aber auch zur größten Belastungsprobe für die Beziehung der beiden Frauen. Veneda Mühlenbrink erzählt erstmals in einem Roman die facettenreiche Geschichte dieses Paares anhand der historischen Fakten.
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Bewertung
4/5
04.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Buchhändlerinnen, die begeistern
GELESEN: Veneda Mühlenbrink „Odéonia, Paris“
(Eine Liebe, zwei Buchhändlerinnen und die Welt der Bücherfreunde)
Erschienen 2016 bei Ulrike Helmer Verlag
234 Seiten
Veronika Peters hat bereits in ihrem Roman „Das Herz von Paris“ über Adrienne Monnier und Sylvia Beach geschrieben, die fast vierzig Jahre lang in der Rue de l’Odéon ihre legendären Buchhandlungen „Shakespeare&Company“ sowie „La Maison des Amis des Livres“ führten. Nun habe ich mir zu diesem Thema noch den bereits 2016 erschienenen Roman von Veneda Mühlenbrink zur Hand genommen. Diese beschreibt, was Veronika Peters ausließ. Unter anderem wie sich Adrienne und Sylvia einst kennen und lieben lernten. Zwei Damen, die unter anderem die Leidenschaft zu Büchern zusammenhält und zwischendurch auch fast wieder trennt; deren Buchhandlungen, wie große Wohnzimmer anmuten, in denen Liebhaber wunderbarer Geschichten und Erzählungen überaus zuvorkommend empfangen werden. Bei Tee und Gebäck finden Lesungen statt. Junge Schriftsteller wie einst Ernst Hemingway animiert, andere sogar verlegt.
Bei Adrienne und Sylvia kann man nicht nur kaufen, sondern auch ausleihen, was ihr nicht immer gutbetuchter Kundenkreis überaus schätzt.
Der Leser wird hier in eine Welt der Bücher katapultiert, die es so wohl nur einmal gab und in dieser Form sicher auch nicht mehr geben wird.
Bei Sylvia und Adrienne verkehren Größen der Pariser Literatur- und Kunstszene wie
D. H. Lawrence, Schriftsteller
Ernest Hemingway, Schriftsteller
Ezra Pround, Dichter
T. S. Eliot, Lyriker
Francis Fergusson, Literaturkritiker
Valery Larbaud, Schriftsteller
Thornton Wilder, Schriftsteller
André Gide, Schriftsteller u. Nobelpreisträger
Léon-Paul Fargue, Dichter
George Antheil, Komponist
Robert McAlmon, Autor
Gertrude Stein, Schriftstellerin
Stephen Vincent Benét, Schriftsteller
Aleister Crowley, Schriftsteller
John Quinn, Kunstsammler
Berenice Abbott, Fotografin
Gisèle Freund, Fotografin
und Man Ray, Fotograf.
Wir erleben, wie beide Bücherläden florieren, aber auch in schwere finanzielle Krise geraten. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hat Sylvia Beach ihren Laden für immer geschlossen, bevor man diesen, wie durch einen Nationalsozialisten angedroht, geräumt hätte. Grund dafür war eine jüdische Angestellte.
Zu dieser schönen Geschichte, die auch erotische Komponenten nicht auslässt, passt leider das sehr profane Cover überhaupt nicht.
Adrienne Monnier (* 26. April 1892 in Paris; † 19. Juni 1955 ebenda) war als Buchhändlerin und Verlegerin eine zentrale Gestalt der Pariser Literaturszene zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Sie war die Lebenspartnerin von Sylvia Beach.
Sylvia Beach (eigentlich Nancy Woodbridge Beach;
* 14. März 1887 in Baltimore, Maryland; † 5. Oktober 1962 in Paris) war als Buchhändlerin und Verlegerin eine zentrale Gestalt der Pariser Literaturszene zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.
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