Wenn Artjom mit den anderen Jungs ,tolle Bienen' zündet, dann schaut Lou, dass sie nach Hause kommt; zu ihrem Vater, der für ein Bestattungsinstitut arbeitet, und Oma Gitte, die meistens am Fenster ihrer Wohnung sitzt. Eines Tages kommt Frau Schebesta in die Schule und erzählt von ihrem Job. Sie ist Bombenentschärferin. In Kiel und den umliegenden Dörfern, einst wichtige Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg, hat sie immer noch reichlich Arbeit, die sie just Lou und Artjom zeigen will. Oma Gitte findet ein Praktikum beim Kampfmittelräumdienst gefährlich, ist sie doch von ihren Kriegserlebnissen noch traumatisiert. Doch die Neugierde der Jugendlichen ist, wen wundert’s, entfacht, und schon sitzen sie im Panzerfahrzeug neben Frau Schebesta. Tatsächlich muss bald eine Weltkriegsbombe entschärft werden, und am Ende ist nichts mehr so, wie es war ...Den Schauplatz im Norden Deutschlands und die jugendliche Erzählstimme teilt sich Malte Borsdorfs viel gelobtes Debüt "Flutgebiet" mit seinem neuen Roman, der sich vermeintlich leichtfüßig mit Schwerwiegendem befasst: den Altlasten des Krieges. Ein bewegendes und gerade wieder sehr aktuelles Buch!
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Vicky Dahl
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22.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frau Schebesta, Bombenentschär…
Frau Schebesta, Bombenentschärferin beim Kampfmittelräumdienst, kommt nach Flint, ein (erfundener) Vorort von Kiel, in die Klasse von Lou und Artjom, um den Schülern ihren Beruf vorzustellen. Die 14-jährige Ich-Erzählerin Lou und ihr Freund aus Sandkastentagen Artjom entwickeln Interesse an Frau Schebestas Tätigkeit und begleiten sie einen Tag bei ihrer Arbeit. Kiel und Umgebung wurde im 2. Weltkrieg stark bombardiert, so dass hier noch enorm viele Altlasten im Boden schlummern. Artjom, dessen Familie aus Tschetschenien kommt und kriegserfahren ist, kann gar nicht genug bekommen von allem, was laut kracht und knallt. Lou hingegen fürchtet sich bereits vor Feuerwerkskörpern. Sie lebt mit ihrem Vater, einem Bestatter, bei Urgroßmutter "Oma Gitte" in einem Wohnblock. Die Mutter hat vor Jahren die Familie verlassen. Eine nicht antastbare Last für Vater und Tochter. Oma Gitte sitzt viel am Fenster, beobachtet die Umgebung und trägt schwer an ihren ganz eigenen Altlasten aus dem Krieg. Frau Schebesta, erklärt sie Lou, räume mit ihrer Tätigkeit die Welt auf. Care-Arbeit übernehmen Vater und Urgroßmutter kaum, sind selbst bedürftig. Lou bleibt mit der Sehnsucht nach der Mutter, Fragen, Gedanken und ihrer sich verändernden Freundschaft zu Artjom alleine. Auf einem brachliegenden Gelände mit längst verlassenem Supermarkt finden die beiden einen herrenlosen Hund. "Fredi" wird zum treuen Begleiter, insbesondere für Lou. Und dann vermutet Frau Schebesta eine Bombe auf dem Gelände und sie beginnt mit ihrer Arbeit. Physisch und psychisch stellt es alle auf eine harte Probe, in deren Folge ... #lesen Frau Schebesta bringt nicht nur Bomben zum Platzen, sondern eine unerwartet dramatische Entwicklung ins Rollen. Auf 136 Seiten beleuchtet der Autor das Thema Freundschaft facettenreich, aber auch die Vielschichtigkeit von Krieg und den Umgang damit. Die Erzählperspektive der 14-Jährigen klug gewählt. Sie nimmt die Dinge wahr wie sie sind. Der Text kommt beinahe leichtfüßig daher. Die Alltagsidylle aufgebrochen.
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