Produktbild: Schweigen

Schweigen Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026

2

39,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

Lieferung nach Hause

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.05.2025

Verlag

Avant-verlag GmbH

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

24,8/17,4/3,8 cm

Gewicht

1214 g

Farbe

Beige

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96445-141-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.05.2025

Verlag

Avant-verlag GmbH

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

24,8/17,4/3,8 cm

Gewicht

1214 g

Farbe

Beige

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96445-141-5

Herstelleradresse

avant-Verlag, Berlin
Weichselplatz 3-4 HH
12045 Berlin
DE

Email: GPSR Kontakt

Kundinnen und Kunden meinen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

  • Linda

    aus Berlin

    5/5

    17.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unbedingt lesen

    "Ich habe das volle Vertrauen, dass ihr mit denen (gemeint sind Neonazis) mit der Abeitslosigkeit, den Resten der Stasi und anderen Landplagen in ein paar Jahren fertig werdet." Das schreibt Ellen Marx 1994 in einem Brief. Wow, was für ein Buch. Was für eine Geschichte. Nein, was für Geschichten. Ich bin auf dieses Buch durch den Jugendliteraturpreis aufmerksam geworden. Es ist in diesem Jahr in der Sparte Sachbuch nominiert und es ist eine Graphic Novel. Mit über 360 Seiten eigentlich schon ein Graphic Novel Wälzer, aber die Seitenzahl sollte nicht abschrecken, denn ich bin durch dieses Buch gerauscht. Und das obwohl ich so manches Mal innehalten musste, vor Bestürzung, vor Trauer, und Ungläubigkeit und vor Wut. Erzählt wird die Geschichte zweier deutscher Frauen, die sich persönlich nicht begegnet sind, deren Leben aber Parallelen aufweisen. Da ist Ellen Marx (geborene Pinkus), eine Berlinerin jüdischen Glaubens, die dem Holocaust entging, weil sie als eine der letzten noch ein Visum erhielt und 1939 nach Argentinien reiste. Ihre Eltern und ihren Großvater sah sie nie wieder. Ich wusste wenig über die politische Situation in Argentinien nach dem Zweiten Weltkrieg. Natürlich hatte ich von den Pérons und von dem Militärputsch gehört. Aber die Verstrickungen mit Nazischergen, die wirtschaftlichen Belange mit Deutschland, davon war mir kaum etwas bewusst. Ellen heiratet in Argentinien, schließt Freundschaften, bekommt Kinder. Übrigens wird auch die Verdrängung in Deutschland thematisiert. Das Schweigen eben. Ein Schweigen, dass Opfer weiter traumatisiert und Täter schützt. Aber zurück zu Ellen. Ihre jüngste Tochter engagiert sich politisch auf der linken Seite und gerät damit ins Visier des Militärs, bis sie eines Tages verschwindet. Und hier kommt es zur Parallele mit der zweiten Protagonistin Elisabeth Käsemann. Im Zuge eines sozialen Jahres kommt sie 1970 ebenfalls nach Argentinien. Das Buch erzählt ihre Geschichte ebenso detailgetreu, wie die von Ellen. 1977 wird Elisabeth verhaftet und erlebt eine Odyssee der Gewalt. Alle Interventionen ihrer Eltern und Menschenrechtsorganisationen können den Mord an ihr nicht verhindern. Einen großen Anteil an diesem Nichtstun hat das Auswärtige Amt und die deutsche Regierung. Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft und wirtschaftliche Interessen sind wichtiger als Menschenleben. Diese Graphic Novel ist besonders. Sie ist zum einen Biografie, stellt aber in Zwischenkapiteln immer wieder alle Ereignisse in den Kontext und ordnet sie zeitlich und politisch ein. Ein gleichermaßen bereicherndes wie wissenswertes Buch Und immer wieder wird das Schweigen aufgegriffen. Welche Arten von Schweigen es gibt und das Schweigen nicht gleich Schweigen ist. Birgit Weyhes Illustrationen drücken so viel mehr aus, als Worte es könnten. Ich bin so nah dabei. Die Bilder wühlen mich auf. Ich bin fassungslos, ob der Geschehnisse damals und ob der langwierigen Zeit bis zur teilweisen Aufarbeitung. Was weiß ich noch alles nicht, was in dieser Welt alles schief läuft? Danke an den Verlag und an Birgit Wehye für den Einblick und das sichtbar machen für diesen Teil der Weltpolitik. Und für das Nennen zweier Namen, die für Gerechtigkeit gekämpft haben.

  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    02.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Pflichtlektüre!

    Es beginnt mit der an uns Leser*innen gestellten Frage: was bedeutet Schweigen, im Sinne von gut oder schlecht? Schweigen kann beides sein: gut oder aber auch schlecht! Wenn etwa darüber geschwiegen wurde, dass der Nachbar im Nationalsozialismus Jüd*innen versteckte oder wenn geschwiegen wurde, wenn Nazis Menschen deportierten – so wie damals die große Mehrheit geschwiegen hat. Nach dem Krieg schwiegen alle – Opfer und Täter; die einen konnten darüber nicht sprechen, die anderen schützten sich damit. Schweigen hängt also wesentlich vom Kontext ab. Da gibt es einerseits Ellen Marx. Sie flieht als 17-jährige Jüdin vor den Nazis nach Argentinien. In den 1970er verschwindet ihre Tochter Nora, die sich gegen die argentinische Militärdiktatur politisch engagiert hatte. Dann – andererseits – die Geschichte von Elisabeth Käsemann, die als Jugendliche Ende der 1960er Jahre bei Demonstrationen in Deutschland teilnimmt und anschließend nach Argentinien geht, weil sie dort mehr beitragen zu können glaubt als in Deutschland, wo nach einer Demonstration gegen den Besuch des persischen Schahs ein Student von der Polizei erschossen wird. Alle Ereignisse, die die beiden Protagonist*innen erleben, werden in einem historischen Kontext erzählt – in Nazi-Deutschland, in Argentinien unter Peron und der Militärdiktatur, und auch in Deutschland während der 68er Bewegung, um derart die Einzelschicksale richtig einordnen zu können. Es geht vor allem um die Verstrickungen zwischen Argentinien und Deutschland seit der Nazi-Zeit bis heute: wie zuerst Jüd*innen nach Argentinien emigrieren mussten und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die bösartigsten Nazi-Verbrecher auch dorthin fliehen konnten, bis zu der Zeit der argentinischen Militärdiktatur, in der Menschen von den Militärjuntas verschleppt und ermordet wurden. Unter den Opfern auch Deutsche, wie Elisabeth Käsemann. Die deutsche Regierung, die um Hilfe ersucht wurde, hatte aufgrund der wirtschaftlichen Beziehungen nichts unternommen. Wichtige Firmen, wie Mercedes, Siemens oder Thyssen hatten dort ihren Sitz und profitierten immens von der Ausbeutung der argentinischen Arbeitskräfte – diesen Profit wollten die Regierungsverantwortlichen nicht stören, im Gegensatz zu anderen Regierungen, wie Frankreich oder Holland, die sich für ihre verschwundenen Staatsangehörigen einsetzten und auch bei der Fußball WM 1978 mit Boykotten drohten. Deutschland hingegen trug in dieser schwierigen Phase sogar ein Freundschaftsspiel (!) gegen Argentinien aus. Ich habe selten so ein grandioses Buch gelesen, wo am Einzelschicksal dargestellt das Vorgehen der Nazis bis heute nachhallt, weil über ihre Verbrechen geschwiegen wurde und sich das ausbreiten konnte, bis unter anderem nach Argentinien. Von der ersten Seite weg ein unglaublich tolles Buch, jeder einzelne Satz wäre zum Unterstreichen und Merken. Bitte lest alle dieses Buch, es ist so großartig, klug, lehrreich – hier wird klar, warum wir nie vergessen sollten. Der Avant-Verlag hat dieses Jahr unzählige wichtige Graphic Novels herausgegeben, jede sehr lesenswert – ganz im Sinne von „Nie wieder“.

Kundinnen und Kunden meinen

5

2

4

0

3

0

2

0

1

0

Bewertungen (2)

Weitere Artikel findest du in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Schweigen