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Postkoloniale Mythen Auf den Spuren eines modischen Narrativs. Eine Reise nach Hamburg und Berlin, Leipzig, Wien und Venedig

2

28,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

43541

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.05.2025

Verlag

Zu Klampen Verlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,5/12,4/2,7 cm

Gewicht

368 g

Farbe

Mokka / Beige

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9873703-2-8

Beschreibung

Rezension

»ein Füllhorn gut belegter Fakten und Fragen« Michael Reisser in: ekz Bibliotheksservice, Juni 2025

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Verkaufsrang

43541

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.05.2025

Verlag

Zu Klampen Verlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,5/12,4/2,7 cm

Gewicht

368 g

Farbe

Mokka / Beige

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9873703-2-8

Herstelleradresse

Klampen, Dietrich zu
Röse 21
31832 Springe
DE

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Schon früh hat mich an der…

VolkerM am 09.05.2025

Bewertungsnummer: 3014667

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Schon früh hat mich an der sogenannten „postkolonialen Theorie“ gestört, dass sie den Westen und weiße Menschen pauschalisiert als Täter diffamiert. Verbreitete Aussagen wie: „Weiße Menschen können per Definition nicht rassistisch diskriminiert werden“ sind bei Licht betrachtet eine schwere rassistische Diffamierung. Die Postkolonialen blenden auch die Täterschaft indigener Völker bewusst aus ihrem Konzept der „Verantwortung“ aus, um zu den „richtigen“ Schlüssen zu kommen: schuld ist der Westen, schuld sind die Weißen. Immer und für alle Zeit. Mathias Brodkorb wirft einen sehr genauen und kritischen Blick auf die theoretischen Grundlagen dieser Argumentation und beleuchtet die konkreten Auswirkungen auf unsere Museen und die Politik. Das Ergebnis ist einfach nur erschreckend und erinnert stark an totalitäre Systeme, die ebenfalls die Wahrheit unterdrücken, um ihre Macht zu sichern. Brodkorb zeigt, wie politische Aktivisten das System unterwandert haben und mit immer den gleichen Falschdarstellungen und Leugnungen bei Museen im wahren Sinn „offene Türen einrennen“. Selbst Staaten wie Österreich, die niemals auch nur eine Kolonie besessen haben, suchen krampfhaft nach Möglichkeiten, um sich schuldig zu fühlen, damit auch sie in die Restitutionsdebatte einsteigen können. Und was ist nicht alles schon „restituiert“ worden! In Deutschland wurden fast alle Benin-Bronzen aus unterschiedlichsten Sammlungen an Nigeria zurückgegeben, mehr als 1000 Stück. Vereinbart war, die Exponate in Nigeria in einem Museum öffentlich zugänglich zu machen. In der Praxis wurden die Stücke vom nigerianischen Staat sofort dem Oba von Benin als Privatbesitz übereignet, ausgerechnet dem Nachfahren des größten Sklavenhändlers Ostafrikas. Dass der Sklavenhandel in Afrika muslimische Wurzeln hat, von Schwarzen betrieben wurde und erst auf Druck der Kolonialstaaten im 19. Jahrhundert weitgehend abgeschafft wurde, spielte bei der Restitutionsdebatte keine Rolle, genauso wenig wie der Umstand, dass die Beninbronzen als Resultat einer Strafexpedition in den Westen kamen, da mehrere Hundert Briten in Benin bei einem Überfall ums Leben kamen, nachdem ein Gesetz gegen den Sklavenhandel in Kraft kam. Der Oba von Benin, als wichtigster Sklavenhändler der Region, hatte den Aufstand angezettelt. Deutschland überließ seinen Nachfahren dafür Kunstwerke im Wert von fast einer Milliarde Euro, aus „moralischer Verantwortung“, denn einen rechtlichen Anspruch gibt es nicht. Zweierlei Maß für den Westen und „die anderen“, ein geradezu stereotypes Muster in der postkolonialen Debatte. Mathias Brodkorb hat noch viele andere Beispiele aus Hamburg, Leipzig und Wien, wo es Auswüchse gibt, die rational nicht mehr zu erklären sind. Gefühl statt Wissen, Geschichten statt Geschichte, „demokratische“ Diskussionsrunden unter Laien statt Expertenentscheidungen bestimmen Ausstellungen deren Inhalte. Unsere Museumslandschaft scheint in völliger Auflösung begriffen zu sein und versteht sich nicht mehr wie früher als Hort von Wahrheit und Wissenschaft, sondern als politischer Agitator, der seinen historischen Sammlungsauftrag einfach ignoriert. Es ist zum Haareraufen, aber ein Ende ist vorerst nicht in Sicht, weil sich diese Strukturen bereits verfestigt haben. Dass Mathias Brodkorb einen Verlag gefunden hat, der sich traut, diese Wahrheit zu publizieren, ist zumindest ein gutes Zeichen. Der woke Irrsinn, der mittlerweile eindeutig totalitäre Züge trägt, muss aufhören, sonst ist es um die Demokratie bald geschehen. Bertold Brecht hat einmal geschrieben: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Brecht steht nicht gerade im Verdacht, nicht links genug gewesen zu sein. Vielleicht hört ja jemand im postkolonialen Universum die Signale.

Schon früh hat mich an der…

VolkerM am 09.05.2025
Bewertungsnummer: 3014667
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Schon früh hat mich an der sogenannten „postkolonialen Theorie“ gestört, dass sie den Westen und weiße Menschen pauschalisiert als Täter diffamiert. Verbreitete Aussagen wie: „Weiße Menschen können per Definition nicht rassistisch diskriminiert werden“ sind bei Licht betrachtet eine schwere rassistische Diffamierung. Die Postkolonialen blenden auch die Täterschaft indigener Völker bewusst aus ihrem Konzept der „Verantwortung“ aus, um zu den „richtigen“ Schlüssen zu kommen: schuld ist der Westen, schuld sind die Weißen. Immer und für alle Zeit. Mathias Brodkorb wirft einen sehr genauen und kritischen Blick auf die theoretischen Grundlagen dieser Argumentation und beleuchtet die konkreten Auswirkungen auf unsere Museen und die Politik. Das Ergebnis ist einfach nur erschreckend und erinnert stark an totalitäre Systeme, die ebenfalls die Wahrheit unterdrücken, um ihre Macht zu sichern. Brodkorb zeigt, wie politische Aktivisten das System unterwandert haben und mit immer den gleichen Falschdarstellungen und Leugnungen bei Museen im wahren Sinn „offene Türen einrennen“. Selbst Staaten wie Österreich, die niemals auch nur eine Kolonie besessen haben, suchen krampfhaft nach Möglichkeiten, um sich schuldig zu fühlen, damit auch sie in die Restitutionsdebatte einsteigen können. Und was ist nicht alles schon „restituiert“ worden! In Deutschland wurden fast alle Benin-Bronzen aus unterschiedlichsten Sammlungen an Nigeria zurückgegeben, mehr als 1000 Stück. Vereinbart war, die Exponate in Nigeria in einem Museum öffentlich zugänglich zu machen. In der Praxis wurden die Stücke vom nigerianischen Staat sofort dem Oba von Benin als Privatbesitz übereignet, ausgerechnet dem Nachfahren des größten Sklavenhändlers Ostafrikas. Dass der Sklavenhandel in Afrika muslimische Wurzeln hat, von Schwarzen betrieben wurde und erst auf Druck der Kolonialstaaten im 19. Jahrhundert weitgehend abgeschafft wurde, spielte bei der Restitutionsdebatte keine Rolle, genauso wenig wie der Umstand, dass die Beninbronzen als Resultat einer Strafexpedition in den Westen kamen, da mehrere Hundert Briten in Benin bei einem Überfall ums Leben kamen, nachdem ein Gesetz gegen den Sklavenhandel in Kraft kam. Der Oba von Benin, als wichtigster Sklavenhändler der Region, hatte den Aufstand angezettelt. Deutschland überließ seinen Nachfahren dafür Kunstwerke im Wert von fast einer Milliarde Euro, aus „moralischer Verantwortung“, denn einen rechtlichen Anspruch gibt es nicht. Zweierlei Maß für den Westen und „die anderen“, ein geradezu stereotypes Muster in der postkolonialen Debatte. Mathias Brodkorb hat noch viele andere Beispiele aus Hamburg, Leipzig und Wien, wo es Auswüchse gibt, die rational nicht mehr zu erklären sind. Gefühl statt Wissen, Geschichten statt Geschichte, „demokratische“ Diskussionsrunden unter Laien statt Expertenentscheidungen bestimmen Ausstellungen deren Inhalte. Unsere Museumslandschaft scheint in völliger Auflösung begriffen zu sein und versteht sich nicht mehr wie früher als Hort von Wahrheit und Wissenschaft, sondern als politischer Agitator, der seinen historischen Sammlungsauftrag einfach ignoriert. Es ist zum Haareraufen, aber ein Ende ist vorerst nicht in Sicht, weil sich diese Strukturen bereits verfestigt haben. Dass Mathias Brodkorb einen Verlag gefunden hat, der sich traut, diese Wahrheit zu publizieren, ist zumindest ein gutes Zeichen. Der woke Irrsinn, der mittlerweile eindeutig totalitäre Züge trägt, muss aufhören, sonst ist es um die Demokratie bald geschehen. Bertold Brecht hat einmal geschrieben: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Brecht steht nicht gerade im Verdacht, nicht links genug gewesen zu sein. Vielleicht hört ja jemand im postkolonialen Universum die Signale.

Schwarz-Weiss Denken kennzeich…

LichtundSchatten am 07.05.2025

Bewertungsnummer: 2938191

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Schwarz-Weiss Denken kennzeichnet heute das Vorgehen vieler Museen bei uns in Europa: Opfer sind immer Menschen aus Afrika, schuld sind immer die Weißen aus dem Westen. Das aber wird der geschichtlichen Komplexität nicht gerecht. Notwendig ist eine differenzierte Analyse, dessen Lücke mit diesem Buch geschlossen wird. „Untersucht wird, wie die Völkerkundemuseen Hamburg, Berlin, Leipzig und Wien ihr koloniales Erbe aufarbeiten und welche Geschichten sie dabei ihren Besuchern erzählen.“ Zudem fließen Erkenntnisse ein aus den gezeigten Kunst-Werken auf der Biennale in Venedig, wo Künstler die koloniale Problematik auf sich wirken ließen. All das hat Rückwirkungen auch auf die Politik, deren Handlungen heute mit erheblichen monetären Folgen für uns alle klar werden. Dabei greift das Buch zurück in die Anfänge der Kolonialpolitik unter Bismarck, deren wesentliches Ziel damals die Bekämpfung der Sklaverei war. Bismarck war zudem kein Freund der Kolonien, man machte es damals mehr oder weniger, um Privat- bzw. Geschäftsleute in Afrika zu schützen und wohl auch weil bedeutende europäische Staaten, allen voran England, Kolonien hatten. Zwischen christlich-humanistisch und machtpolitisch beseelten Kolonialisten gab es einen gemeinsamen Nenner: Die Sklaverei galt als Schande der Menschheitsgeschlechts.“ Es gab in D damals eine Antisklaverei-Lotterie, an der alle teilnahmen, vom Arbeiter bis zum Fabrikbesitzer. Deutsche waren mithin Täter und Wohltäter. „Und Afrikaner nach heutigen Maßstäben Begünstigte wie Opfer - und als Sklavinnen oder Kollaborateure selbst Täter.“ Hat also der weiße Mann eine Alleinschuld oder nicht? Wenn es nach den Museen geht lautet die Antwort: ja. Die realistische Sichtweise dieses Buches zeichnet jedoch ein anderes Bild. „Es ist ein Plädoyer gegen die moralische Hybris, mit der die westlichen Gesellschaften auf ihre eigene Geschichte blicken.“ Mit Sartre und Franz Fanon als radikalen Sozialisten begann in den 50ern eine Sichtweise, die vermeintlich Unterdrückte in Afrika von Schuld freisprach. Die Armut in Afrika sei ein Produkt des Westens, der Reichtum im Westen sei auf dem Rücken von Sklaven und der Ausbeutung von Rohstoffen erzielt worden. Der neue Mensch könne nicht als fratzenhafte und obszöne Nachahmung Europas gelingen, sondern nur über eine andere Stufe des Humanen, aus Afrika herkommend, dem Hort alles Guten. „Was Sartre und Fanon bei all dem verschweigen, war die vorkoloniale Geschichte Algeriens…Über Jahrhunderte hinweg überfielen muslimische Korsaren aus Algier, also staatlich legitimierte Piraten, europäische Schiffe, raubten sie aus und verkauften oder versklavten ihre Besatzungen.“ Der postkoloniale Diskurs von der Alleinschuld des Westens ist aber übermächtig aktiv, auch heute noch, er leugnet, beschreibt und verharmlost in vielen Bereichen. Sie wollen tatsächlich Geschichte nachträglich verändern, zu Ungunsten des Westens und in mächtiger Bußhaltung in Richtung alten Kolonien. „Die Konsequenzen hieraus sind unausweichlich: Aus der Suche nach Wahrheit wird die Verfertigung einer gewünschten gesellschaftlichen Erzählung.“ Dabei geben vor allem Literaturwissenschaftler den Ton an! Das hochgesteckte Ziel: „historische Gerechtigkeit.“ Das Völkerkundemuseum Grassi in Leipzig sieht sich diesem Ziel verpflichtet: „Wir begreifen uns nicht in erster Linie als Leipziger oder deutsches Museum, sondern als Partner in einem internationalen Netzwerk der Weltkulturen.“ Dies sagt die Direktorin, Leontine Meijer- van Mensch, eine bekennende Feministin. Intellektuell und moralisch wird so eine globale, über-nationale Koordinationsstelle geschaffen, um Menschen vor Ort mit der gefundenen Erziehungsrichtung zu beglücken. Das Konzept dabei: ein verflüssigtes Museum, in dem Wahrheit nicht mehr möglich ist, sondern nur vielfältige, subjektive Sichtweisen, die jeder in eigener Vorstellungskraft interpretieren kann. „Aus Stätten der Wissensvermittlung werden Orte der politischen Aushandlung des Morgen.“ Dabei sollen alle gleichberechtigt mitreden, wirklich alle, also auch Atmosphäre, Ozean und das Eis. Schlaue Intellektuelle reden von der Ontologie des flüchtigen Museums. Man erschrickt ob solcher postkolonialen Fantasien und fragt sich, wohin die Museums-Wissenschaft mäandert. Ich werde solche Museen in Zukunft kritischer besuchen und finde in diesem Buch hervorragende, sachliche Informationen dafür. Folgendes Buch werde ich wieder lesen: Weltgeschichte der Sklaverei von Egon Flaig.

Schwarz-Weiss Denken kennzeich…

LichtundSchatten am 07.05.2025
Bewertungsnummer: 2938191
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Schwarz-Weiss Denken kennzeichnet heute das Vorgehen vieler Museen bei uns in Europa: Opfer sind immer Menschen aus Afrika, schuld sind immer die Weißen aus dem Westen. Das aber wird der geschichtlichen Komplexität nicht gerecht. Notwendig ist eine differenzierte Analyse, dessen Lücke mit diesem Buch geschlossen wird. „Untersucht wird, wie die Völkerkundemuseen Hamburg, Berlin, Leipzig und Wien ihr koloniales Erbe aufarbeiten und welche Geschichten sie dabei ihren Besuchern erzählen.“ Zudem fließen Erkenntnisse ein aus den gezeigten Kunst-Werken auf der Biennale in Venedig, wo Künstler die koloniale Problematik auf sich wirken ließen. All das hat Rückwirkungen auch auf die Politik, deren Handlungen heute mit erheblichen monetären Folgen für uns alle klar werden. Dabei greift das Buch zurück in die Anfänge der Kolonialpolitik unter Bismarck, deren wesentliches Ziel damals die Bekämpfung der Sklaverei war. Bismarck war zudem kein Freund der Kolonien, man machte es damals mehr oder weniger, um Privat- bzw. Geschäftsleute in Afrika zu schützen und wohl auch weil bedeutende europäische Staaten, allen voran England, Kolonien hatten. Zwischen christlich-humanistisch und machtpolitisch beseelten Kolonialisten gab es einen gemeinsamen Nenner: Die Sklaverei galt als Schande der Menschheitsgeschlechts.“ Es gab in D damals eine Antisklaverei-Lotterie, an der alle teilnahmen, vom Arbeiter bis zum Fabrikbesitzer. Deutsche waren mithin Täter und Wohltäter. „Und Afrikaner nach heutigen Maßstäben Begünstigte wie Opfer - und als Sklavinnen oder Kollaborateure selbst Täter.“ Hat also der weiße Mann eine Alleinschuld oder nicht? Wenn es nach den Museen geht lautet die Antwort: ja. Die realistische Sichtweise dieses Buches zeichnet jedoch ein anderes Bild. „Es ist ein Plädoyer gegen die moralische Hybris, mit der die westlichen Gesellschaften auf ihre eigene Geschichte blicken.“ Mit Sartre und Franz Fanon als radikalen Sozialisten begann in den 50ern eine Sichtweise, die vermeintlich Unterdrückte in Afrika von Schuld freisprach. Die Armut in Afrika sei ein Produkt des Westens, der Reichtum im Westen sei auf dem Rücken von Sklaven und der Ausbeutung von Rohstoffen erzielt worden. Der neue Mensch könne nicht als fratzenhafte und obszöne Nachahmung Europas gelingen, sondern nur über eine andere Stufe des Humanen, aus Afrika herkommend, dem Hort alles Guten. „Was Sartre und Fanon bei all dem verschweigen, war die vorkoloniale Geschichte Algeriens…Über Jahrhunderte hinweg überfielen muslimische Korsaren aus Algier, also staatlich legitimierte Piraten, europäische Schiffe, raubten sie aus und verkauften oder versklavten ihre Besatzungen.“ Der postkoloniale Diskurs von der Alleinschuld des Westens ist aber übermächtig aktiv, auch heute noch, er leugnet, beschreibt und verharmlost in vielen Bereichen. Sie wollen tatsächlich Geschichte nachträglich verändern, zu Ungunsten des Westens und in mächtiger Bußhaltung in Richtung alten Kolonien. „Die Konsequenzen hieraus sind unausweichlich: Aus der Suche nach Wahrheit wird die Verfertigung einer gewünschten gesellschaftlichen Erzählung.“ Dabei geben vor allem Literaturwissenschaftler den Ton an! Das hochgesteckte Ziel: „historische Gerechtigkeit.“ Das Völkerkundemuseum Grassi in Leipzig sieht sich diesem Ziel verpflichtet: „Wir begreifen uns nicht in erster Linie als Leipziger oder deutsches Museum, sondern als Partner in einem internationalen Netzwerk der Weltkulturen.“ Dies sagt die Direktorin, Leontine Meijer- van Mensch, eine bekennende Feministin. Intellektuell und moralisch wird so eine globale, über-nationale Koordinationsstelle geschaffen, um Menschen vor Ort mit der gefundenen Erziehungsrichtung zu beglücken. Das Konzept dabei: ein verflüssigtes Museum, in dem Wahrheit nicht mehr möglich ist, sondern nur vielfältige, subjektive Sichtweisen, die jeder in eigener Vorstellungskraft interpretieren kann. „Aus Stätten der Wissensvermittlung werden Orte der politischen Aushandlung des Morgen.“ Dabei sollen alle gleichberechtigt mitreden, wirklich alle, also auch Atmosphäre, Ozean und das Eis. Schlaue Intellektuelle reden von der Ontologie des flüchtigen Museums. Man erschrickt ob solcher postkolonialen Fantasien und fragt sich, wohin die Museums-Wissenschaft mäandert. Ich werde solche Museen in Zukunft kritischer besuchen und finde in diesem Buch hervorragende, sachliche Informationen dafür. Folgendes Buch werde ich wieder lesen: Weltgeschichte der Sklaverei von Egon Flaig.

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von Mathias Brodkorb

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