Cléo, das kleine Gespenst, würde sich so gerne mal gruseln und erleben, wie sich Gänsehaut und Angst anfühlen. Seine gute Menschen-Freundin Juliette will ihm helfen, denn sie hat vor zahlreichen Sachen Angst: dem Monster unter dem Bett, der Dunkelheit des Kellers, der Hexe in der Nachbarschaft. Doch Cléo erkennt hinter all dem die Wahrheit: Unter dem Bett liegen nur Staub und eine Socke; er liebt die Dunkelheit und die Hexe ist eine liebe alte Dame. Da gibt es nichts, wovor man Angst haben muss. Vor lauter Traurigkeit fängt das Gespenst an zu weinen und kann nicht mehr aufhören. Dann bekommt er es doch noch mit der Angst zu tun – was ist, wenn er für immer weint? – und merkt, dass das kein schönes Gefühl ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
LeSEEgenuss / Lesendundspielenddurchleben)
aus Velden
4/5
04.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
guter Gesprächsanlass
Cléo, das kleine, sehr hell gezeichnete und überhaupt nicht gruselige Gespenst, würde sich so gerne mal gruseln und erleben, wie sich Gänsehaut und Angst anfühlen. Seine gute Menschen-Freundin Juliette will ihm helfen. Sie kennt ja einige Situationen, die Angst machen. Und so suchen die beiden Monster unterm Bett, machen sich auf den Weg in den Keller, lernen gruselige Nachbarn kennen und vieles mehr.
Ich fand das Buch durch die Zeichnungen sehr ansprechend und behutsam. Dieselbe Behutsamkeit hätte ich mir an 2,3 Punkten auch inhaltlich gewünscht. Denn an manchen Stellen empfand ich die "Lösung" etwas unglücklich und nicht ganz, was ich meinen Kindern vermitteln möchte. Denn: Wenn etwas körperlich unangenehm ist und sich körperlich eine Grenze auftut, versuche ich eher zu vermitteln, dass solche Grenzen klar artikuliert werden müssen und sein dürfen. Das kam für mich im Buch leider in der Situation mit der Nachbarin anders rüber und hätte "pädagogischer" gelöst werden können. Etwa hätte ich es schön gefunden, wenn das Gespenst auch Wege aus der Angst gezeigt hätte. So blieb für mich mit dem ende auch ein wenig etwas offen. Das Buch bietet so gute Gesprächsimpulse. Es fehlt aber noch ein Stück, um das Thema vollständig zu behandeln und den Kindern Umgangsformen mit Angst und Wege aus der Angst aufzuzeigen. Das aufzuarbeiten, dafür kann das Buch aber ein guter Gesprächsanlass sein!
Lia48
4/5
28.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebevoller, sensibler Umgang mit dem Thema Angst mit Kritikpunkten
INHALT:
Das kleine Gespenst hat tatsächlich noch nie in seinem Leben Angst gehabt. Wie das wohl so ist, wenn man sich so richtig fürchtet?
Diese Frage stellt das kleine Gespenst seiner Menschenfreundin Juliette, die ihm von ihren verschiedensten Ängsten erzählt:
Da wären einmal die Monster unter dem Bett von Juliette, die Dunkelheit im Keller mit all den krabbelnden Spinnen dort, aber auch Hund Romeo, der Juliette an einen Wolf erinnert, sowie das gruselige Hexen-Haus.
„Oooooh! Ich hätte so gerne auch mal Angst!“, wünscht sich das kleine Gespenst, das sonst nur andere erschreckt.
Und so begeben sich Juliette und ihr kleiner Freund auf die Suche, um etwas zu finden, das auch dem Gespenst Angst bereitet.
Doch das ist gar nicht so einfach, denn das kleine Gespenst kann keine Monster unter dem Bett entdecken, liebt die Dunkelheit, findet Hund Romeo sogar ganz niedlich und es weiß, dass Frau Denise keine Hexe, sondern eine freundliche Nachbarin ist.
Ob sie doch noch fündig werden …?
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MEINUNG:
In diesem Bilderbuch wird auf sensible Art und Weise das Thema Angst angegangen, was mir ausgesprochen gut gefällt.
Die überwiegend farbenfrohen und liebenswerten Illustrationen sorgen dafür, dass die Ängste zwar in Gestik und Mimik der Figuren auch bildlich wahrgenommen werden können, aber die Bilder nicht zu düster erscheinen. Selbst das kleine Gespenst wirkt eher goldig als gruselig.
Dadurch eignet sich das Bilderbuch meiner Meinung nach, bereits für Kinder ab ca. 3,5 Jahren.
Gemeinsam suchen Juliette und das kleine Gespenst die Dinge auf, vor denen sich das Mädchen fürchtet. Dabei handelt es sich überwiegend um Sachen, vor denen sich Kinder häufiger ängstigen, sodass diese sich darin vermutlich wiederfinden können.
Mit dem kleinen Freund an der Seite, stellt Juliette fest, dass viele dieser Dinge doch viel harmloser sind, als gedacht:
Unter dem Bett liegt kein Monster, sondern nur eine Socke, Hund Romeo ist ziemlich klein und möchte eigentlich nur spielen und hinter der Hexe steckt eine freundliche Nachbarin.
Kinder können durch das Buch lernen, sich in andere hineinzuversetzen, ihre eigenen Gefühle von Angst und Traurigkeit wahrzunehmen, sie auszudrücken und mit ihnen umzugehen.
Denn wir alle haben diese Gefühle hin und wieder.
In der Geschichte werden verschiedene Synonyme für Angst verwendet, darunter beispielsweise „zittern wie Espenlaub“ oder „Muffensausen“, wodurch eine Wortschatzerweiterung stattfinden kann.
Auch wie sich Angst körperlich bemerkbar machen kann, wird thematisiert, z. B. Zittern, Bauchweh, Gänsehaut, oder vor Angst in die Hose machen.
Zusätzlich zur Sprache kommt, wie man mit Kummer umgehen kann, bzw. andere trösten kann, wie beispielsweise weinen, streicheln oder darüber sprechen.
Was mir weniger gefällt, ist, dass in der Geschichte indirekt normalisiert wird, dass Juliette die „Küsschen“ der Nachbarin wohl über sich ergehen lassen musste, obwohl sich diese wie „Stiche“ für sie anfühlten.
Kinder sollten ermutigt werden, „stopp“ sagen zu dürfen!
Außerdem wird bei der dreipfötigen Katze, Behinderung als „Angst“-Element genutzt: Gemeinsam mit der Auflösung (SPOILER! Sie hat doch vier Pfoten, aber eine helle --> ist also "harmlos", da vier Pfoten „normal“ sind) würde ich dies als ableistisch einordnen. Dieser Textausschnitt sollte meiner Meinung nach unbedingt geändert oder gestrichen werden!
Des Weiteren wird im Buch bei Traurigkeit und Kummer, u. a. heiße Schokolade als Trostmittel eingesetzt. Also wird Nahrung als mögliche Strategie vermittelt, um Wohlbefinden herbeizuführen. Da bin ich etwas zwiegespalten: Auch wenn das viele Erwachsene so handhaben, um sich besser zu fühlen, könnte dieses Verhalten auf Dauer ein ungünstiges Ess- und Trinkverhalten bei Kindern fördern. Allerdings hilft es in der Geschichte dem Betroffenen nicht, wodurch es für mich wieder etwas abgeschwächt wird.
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FAZIT:
An diesem Bilderbuch gefällt mir besonders gut, wie liebevoll und sensibel mit dem Thema Angst umgegangen wird. Die hübschen Illustrationen sind nicht zu düster und das Gespenst ist so goldig, sodass ich das Buch bei Kindern ab ca. 3,5 Jahren einsetzen würde, um sie in Sachen Gefühlswahrnehmung, Empathie, Gefühlsbenennung und Umgang mit den Gefühlen zu fördern.
Gewünscht hätte ich mir, dass Juliette von der Nachbarin keine Küsschen gegen ihren Willen bekommen hätte, die dreipfötige Katze nicht als Angst-Element (--> Ableismus) und die heiße Schokolade nicht als Trostmittel gegen Kummer dienen würde.
Beim Vorlesen würde ich persönlich bei meinen Kritikpunkten den Text ändern oder Teile streichen. 3,5/5 Sterne!
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