DER GEBROCHENE HELD
Das New York der nahen Zukunft hat lange keine Superschurken mehr gesehen. Doch die Menschen zahlen einen hohen Preis für diese Sicherheit, die durch brutale Reign-Ordnungshüter durchgesetzt wird. Der alt gewordene Peter Parker ist außerdem schon lange nicht mehr Spider-Man und wird von Erinnerungen an seine tote Liebe MJ heimgesucht. Ausgerechnet J. Jonah Jameson will dafür sorgen, dass der Netzschwinger zurückkehrt und sie alle rettet.
Der dystopische Spidey-Kracher von Ausnahmekünstler Kaare Andrews (Spider-Man, Amazing Fantasy) in der Tradition von Frank Millers Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters.
ENTHÄLT: SPIDER-MAN: REIGN (2007) 1-4
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Old Man Peter...
Hemeraner am 09.06.2025
Bewertungsnummer: 2511526
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Old Man Peter...
I.
In etwas über 30 Jahren...
Helden sind nicht mehr, sie haben die Stadt verlassen. Schurken aber auch. Die Stadt ist sicher. Dies verdanken die Bürger einen Mann, Bürgermeister Waters. Die Medien, sein Sender, verkündigen durch dauergrinsende, die Zähne nicht auseinander bekommende Parteisoldaten Lobhuldigungen wie sicher die Stadt demnächst noch werden wird. Denn Waters beabsichtigt das System Webb einzusetzen. Superterroristen können dann der Stadt und ihren Einwohnern nichts mehr ab haben. Für dieses System des ultimativen Schutzes zahlen die Bürger gerne einen kleinen Preis. Wie die persönlichen Freiheit. Niemand wird rein- oder rauskommen. Oder den notwendigen Abbau sämtlicher Glocken, Statuen oder anderen größeren metallischen Objekten. Die könnten das System stören. Verbrechen gibt es sowieso kaum noch - auch sonst niemanden, der aufmuckt. Maskierte Schlägertruppen, Reign, ausgerüstet mit Tasern aber auch mit Schusswaffen mischen alle Schwerverbrecher auf - Mörder, Diebesbanden, Kids, die Graffiti auf Wände sprühen oder renitente Opas, die ihren Rollator auf fremde Autos donnern, Leute, die es wagen, dem Beschallungsverbot zu widersprechen. Oder der Ausgangssperre. Oder dem Versammlungsverbot. Oder der Meinungsäußerung. Schöne neue Welt. Für Gold verkauft von den ewig nickenden Dauergrinsern aus den Nachrichten. Dafür ist man dann sicher. Nur nicht vor jenen, die dieses faschistoide System im ganzen Land betreiben wollen.
J. Jonah Jameson, weitaus älter als man ihn kennt (aber dafür weitaus fluchender) hat das System durchschaut. Zwar hat er mit dem Verkauf des Bugle an Saubermann Waters einen Beitrag zu den Missständen beigetragen, doch nun verspürt er Reue und will alles zum Besseren wenden. Dafür braucht es nur einen Helden.
So sucht er Peter Parker auf. Der ist jedoch kaum noch wiederzuerkennen. Alt, gebrechlich, verbittert und des Lebens müde. Schon wieder hat er dank kleinerer Demenzanfällen seinen Job verloren, lebt aufgrund des schweren Verlustes, den er selbst verursacht hat, wie ein Schatten seiner selbst in einer schäbigen Unterkunft, einsam und auf das Ende wartend.
Als Jameson auf seine unnachahmliche Art und Jameson-Weise Rabatz macht und zwei Reign-Soldaten mit seinem Rollator eins überzieht und dafür fast totgeprügelt wird, gibt's für Parker jedoch kein Halten mehr...
Der Comic (kann man ihn überhaupt noch so nennen?) ist wie man unschwer erkennen kann eine Dystopie. Alles an der Story rennt geradezu auf ein düsteres Ende hinaus aber offiziell verkauft man dies als strahlende Zukunft. Nach und nach erschließen sich Bemerkungen, die zunächst wie Nebensächlichkeiten, aber für die Handlung eigentlich so wichtig sind, dass man - je näher man der Auflösung kommt - einen Aha-Effekt auslösen. Das einzige, was mir jedoch nicht so richtig gefallen hat, waren ausgerechnet die Zeichnungen. Es gibt Zeichner, die kriegen Charaktere fast fotorealistisch hin. Die Gesichtszüge wirken hier teilweise auf eine groteske Art und Weise verzerrt. Mit der Zeit hatte ich mich dann daran gewöhnt. Insbesondere da es oft Einschübe durch Nachrichten gibt. Denn hierfür eignen sich dann der Fotorealismus als Stilmittel nicht um seelenlose Fratzen darzustellen, die den eigenen Untergang glorifizieren...
II.
Unter großen Verlusten hat sich der alte Peter Parker gegen den Schutzschild Webb gestellt, nur um damals festzustellen, dass es letztlich die Menschen als Beute für den außerirdischen Symbionten Venom innerhalb New Yorks festhalten soll. Nun wacht er im Beisein seiner nach wie vor junggebliebenen Frau MJ auf. Bis er sich verheddert - und zwar wortwörtlich. MJ ist wie alles um ihn herum in einer virtuellen Realität existent. Er ist wie bei Matrix an diversen Kabeln angeschlossen. Wilson Fisk alias Kingpin hat kurz nach der Zerstörung des Empire State Buildings von dem Webb ausging zunächst den schwer verletzten Waters getötet, der als Marionettenbürgermeister Venom diente und sich dann zum König ausgerufen und mit Supermodels als Security und Beraterinnen umgeben. Peter wird von der jungen Kitty-Kat gerettet. Verwirrt und überrascht muss er feststellen, dass Webb aktiv ist. Offenbar befand sich Parker mehrere Jahre nach der Zerstörung des Systems in der Simulation. An der Peripherie sieht er draußen Leichenberge. Ihm wird mitgeteilt, dass es eine Art Apokalypse gab. Alles, was sich außerhalb NYC befindet, ist tot. Die Unglücklichen draußen haben es nicht mehr hinein geschafft. Aber auch die Bewohner NY sind dem Untergang geweiht. Der Reaktor, der die Stadt versorgt, hat Risse und wird bald den Geist aufgeben. Das wäre das Ende für die Menschheit. Aber Fisk hat eine Lösung. Zwar kann man das Fleisch nicht retten, aber die Seele sozusagen uploaden. Hilfe wartet auf Peter von unerwarteter Seite. Norman Osborn schickt Parker und Kitty-Kat sowie drei seiner Goblins für 48 Stunden in eine nicht näher genannte Vergangenheit. Es wäre Peter daher möglich die Zukunft zu verändern. Der hat aber nur ein Ziel: die Rettung MJs - vor seinem jüngeren Ich. In der Vergangenheit wartet auf ihn eine unliebsame Überraschung...
- Der fast 20 Jahre später erschienene zweite Teil zu Reign liegt in deutscher Erstveröffentlichung vor und war der Anlass für die Neueröffentlichung des ersten Teils in gleicher Optik. Dieser Teil ist noch düsterer und hoffnungsloser als der erste, weist aber mit einem unerwarteten Twist gegen Ende vor. Man muss aber aufmerksam lesen, da die Geschichte aufgrund virtueller Realität, (offensichtlich diverser) Zeitreise(n) und dann noch das Ende ziemlich verkopft geraten ist. Laut einschlägiger Seiten spielt die alternative Zukunft auf Erde-70237.
Hart,emotional & anders als gewohnt
Bewertung am 15.07.2025
Bewertungsnummer: 2540371
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
ᴅɪᴇ ʜᴏꜰꜰɴᴜɴɢ ʜᴀᴛ 3 ᴛÖᴄʜᴛᴇʀ: ᴡᴜᴛ,ᴍᴜᴛ ᴜɴᴅ ᴅɪᴇ ᴡᴀʜʀʜᴇɪᴛ!
ꜱᴘɪᴅᴇʀ-ᴍᴀɴ ʀᴇɢɪɴ ᴅᴀꜱ ʀᴇɢɪᴍ
Kaare Andrews
Spider-Man ist alt, die Stadt von Superhelden befreit und die Regin greift hart durch,also ist die Stadt doch sicher..?
J.Jonah Jameson sieht das anders und bittet Peter Parker um Hilfe. Auf 160 Seiten erleben wir wie Peter mit den Geistern seiner Vergangenheit kämpft,der Tod von M.J lässt ihn einfach nicht los. Kaare hat eine sehr düstere Atmosphäre geschaffen die durch seinen rauen und groben Zeichenstil unterstützt wird. Ich habe lange keine Spider Man Comics mehr gelsen , als wieder einstieg war dieser Band für mich etwas ungewohnt.Ich liebe den fröhlichen witzigen Spidey, fand Regin ist aber eine gute Abwechslung und Kaare hat alles richtig gemacht. Für 20 Euro bekommt man hier viel geboten. Am 6.5.2025 ist er erschienen und am 27.5 erschienen. Ihr könnt also direkt beide hintereinander weg lesen ohne lange warten zu müssen.
Ich habe Band 2 noch nicht gelesen werde das aber die Tage nachholen und euch berichten wie ich ihn fand.
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