ÜberLeben LebensWert ist eine tiefgründige Gesellschaftskritik. Karo engagiert sich für Suchtkranke und kämpft gegen die unheilbare Krankheit ihres Sohnes. Ein erschütterndes Erlebnis ihrer Vergangenheit bringt sie dazu, das drogenkranke Mädchen Alina bei sich zu Hause aufzunehmen. Die Unerbitterlichkeit der Sucht trifft auf die Feinfühlichkeit ihres Sohnes. Ein Ausflug an den Abgrund der Gesellschaft.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
5/5
04.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Mitfiebern, ohne zu verbrennen
Nachdem ich wochenlang um dieses Buch herumgeschlichen bin, hab ich kürzlich von Agatha Huxley das Debüt »Überleben Lebenswert« gelesen und obwohl ich derzeit sehr langsam lese, war der Drops nach einer Woche gelutscht.
Es geht um Karo, die als Sozialarbeiterin in einer Großstadt arbeitet. Sie hilft bei der Essensausgabe für ihre Schützlinge, sucht vor allem junge Obdachlose auf, schaut nach dem rechten, bietet Hilfe oder auch nur ein Ohr zum Zuhören an, während sie in höheren Kreisen um Spenden für wohltätige Vereine wirbt und sich um ihren chronisch kranken Sohn kümmert, der nie die Chance auf ein normales, bürgerliches Erwachsenenleben haben wird. Aber Karo rockt das – bis jetzt.
Denn wenn so viel Druck auf etwas oder jemandem lastet, braucht es oft nicht viel, um das Kartenhaus, das eingeübte Ballett des Alltags zum Einsturz zu bringen.
Ohne Flaks: Ich hatte Angst. Deshalb habe ich das Buch so lange nicht angerührt. Obwohl Obdachlosigkeit ein Thema ist, das mir wichtig ist. Obwohl das Buch einen wirklich professionellen Eindruck machte. Obwohl ich neugierig war, wie dieses Debüt von Agatha Huxley ist. Weil da echt harte Themen drin schlummern.
Ich war mutig und wurde belohnt mit einer spannenden Geschichte, mit guten Dialogen, mit interessanten teils für mich neuen Perspektiven und einer sehr guten Mischung aus Emotionalität, aber einem hohen Erzähltempo, das mich wie beim Wasserski erleben ließ, aber verhinderte, dass ich zu sehr in den Tiefen versank, von denen manche Szene erzählt.
Vielleicht hab ich dieses ganze Buch voller Schattenseiten der Gesellschaft auch deshalb besser verkraftet als manchen harmlosen Halbsatz in anderen Büchern, weil ich gewappnet war. Vielleicht war es die Distanz durch das hohe Erzähltempo oder den auktorialen Erzähler. Keine Ahnung. Die Geschichte hat berührt, sie hat mitgerissen, aber es war ein Mitfiebern ohne zu verbrennen. Ein schönes Beispiel für mich, dass es nicht immer 100% Nähe, Spannung und Emotion sein müssen, um ans Ziel zu kommen: eine gute Geschichte zu schreiben.
reziprov
5/5
06.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Packend und berührend
Inhalt:
Karo ist eine engagierte Streetworkerin, die sich in ihrem Job aufopfert und gleichzeitig ihre eigene Päckchen zu tragen hat, denn ihr Sohn leidet an einer potenziell tödlichen Krankheit. Als die Drogenabhängige Alina und der Chirurg Karl in ihr Leben treten, gerät dieses völlig durcheinander.
Meine Meinung:
Während ich dieses Buch gelesen habe, hat es mir schon das ein- oder andere Mal die Kehle zugeschnürt.
Verzeiflung, Wut, Ärger, Unverständnis, Resignation aber auch immer wieder ein Funken Hoffnung sorgten für ein Wechselbad der Gefühle.
Da ist Karo, eine mutige und engagierte Streetworkerin, eine Fürsprecherin für die sozial Benachteiligten, die trotz täglicher Rückschläge mit Herzblut bei der Sache ist. Die an allen Fronten kämpft, weil es nicht nur die Obdachlosen und Drogenabhängigen für die sie sich einsetzt sind, die ihr alles abverlangen, sondern auch ein System, das ihr immer wieder Hindernisse in den Weg wirft. Eine starke Frau, die zur tragischen Figur wird, weil sie trotz all ihrer Erfahrung, oder gerade aufgrund dieser, unbewiesene Vorwürfe reproduziert.
Dann gibt es Karl, der eigentlich alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben mitbringt, aber durch Egoismus, Hybris und Arroganz auf Abwege gerät. Anhand seiner Figur zeigt die Autorin, wie einfach es ist, als jemand, der in der Gesellschaft akzeptiert ist, die eigene Schuld auf Menschen abzuwälzen, die außerhalb des Sytems existieren.
Alina hat sich schnell in mein Herz geschlichen und auch wenn sie in schwachen Momenten falsche Wege einschlägt, zeigt die Autorin an ihrer Figur, wie alleine Empathie schon einen Unterschied machen kann. Dass ein freundliches Wort und Offenheit den Weg eines Menschen beeinflussen können. Zusammen mit Max bildet sie ein ungleiches Gespann, denn er als Charakter zeigt, wie viel wir für selbstverständlich nehmen, ohne weiter darüber nachzudenken.
Ein starkes Buch, das einen nachdenklich macht, einen Kloß im Hals hinterlässt und die Frage aufwirft, ob eine Gesellschaft mit ihrem Schubladendenken und ihrer Härte gegenüber Menschen, die ihren Normen nicht mehr entsprechen, nicht auch etwas von einem Antagonisten hat.
Angela J
aus Neuengörs
5/5
05.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Tiefgründig, emotional und sehr berührend, mein Highlight
Was für ein Highlight ...
Dieses Buch hat soviel Tiefgang und behandelt Themen, die teilweise Tabu in unserer Gesellschaft sind.
Karo ist Streetworkeing mit Herz und Seele, sie kümmert sich um ihre Schützlinge und hilft wo sie kann. Dabei hat sie es selbst auch nicht leicht, ihr Sohn ist schwerkrank, er kämpft gegen eine seltene Krankheit und ist dabei sehr tapfer.
Als Alina, ein Junkie, kurzfristig bei ihnen Unterschlupf findet, verliebt sich Max in sie. Doch durch ein Missverständnis, an dem Karl, der Arzt im mobilen Arztbus, nicht ganz unschuldig ist, eskaliert die Situation.
Mich haben die Charaktere berührt, jeder für sich stark und muss mit Problemen kämpfen.
Die Themen rund um die Drogen, die Szene dazu und Organhandel sind ungeschönt sehr ergreifend.
Die Settings sind real in Hamburg zu finden und jeder kennt sie aus dem TV, aus Reportagen, Dokus, Büchern etc.
Für mich ist es das Highlight in diesem Jahr und ich lege euch das Buch sehr ans Herz.
Daher natürlich die absolute Leseempfehlung von mir
Astrid
aus Frankfurt
5/5
12.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Süchte
Wir haben es in diesem Roman mit vier sehr unterschiedlichen Protagonisten zu tun.
Karo kümmert sich als Streeworkerin um Obdachlose und Suchtkranke. Sie versucht allen gerecht zu werden, ist aber auch noch alleinerziehende Mutter ihres schwerkranken Sohnes Max. Eine physische und psychische Doppelbelastung die sehr an ihre Substanz geht.
Dr. Karl von Stein, der Wolf im Schafspelz. Arzt und ehrenamtlicher Fahrer des Arztmobils zur Versorgung Obdachloser. Beide lernen sich auf einer Spendengala kennen und er scheint an Karo interessiert. Echt oder nur Mittel zum Zweck? Ist er zur Begleichung seiner horrenden Spielschulden an illegalem Organhandel beteiligt und hat was mit dem Verschwinden unschuldiger Mädchen zu tun?
Alina, ein junges Mädchen, durch die Umstände im Elternhaus in die Sucht gerutscht und darin gefangen. Voller Selbstzweifel und Selbsthass. Durch einen Zusammenstoß mit Karo landet sie bei ihr zu Hause und begegnet Max. Bei ihm fühlt sie sich endlich einmal wohl und geborgen.
Max, durch seine Krankheit an zu Hause gefesselt, lebt auf als Alina vorübergehend bei ihnen wohnt. Er kann seine Krankheit endlich mal für einen Moment vergessen.
Das Buch hat mich sehr bewegt und ich habe wirklich bis zum Schluß gehofft. Der Schreibstil gerade heraus, sehr direkt und die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. An den entsprechenden Stellen aber auch wieder sehr emotional, man kann die innere Zerrissenheit Karos regelrecht spüren. Eine Geschichte die nachdenklich macht und leider einen Teil unserer Gesellschaft zu 100% widerspiegelt. Die Augen verschließen vor dem, was nicht in die selbst gebastelte, heile Welt hineinpasst. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!
Lahni
aus Frankfurt
5/5
12.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Süchte Wir haben es in diesem…
Süchte Wir haben es in diesem Roman mit vier sehr unterschiedlichen Protagonisten zu tun. Karo kümmert sich als Streeworkerin um Obdachlose und Suchtkranke. Sie versucht allen gerecht zu werden, ist aber auch noch alleinerziehende Mutter ihres schwerkranken Sohnes Max. Eine physische und psychische Doppelbelastung die sehr an ihre Substanz geht. Dr. Karl von Stein, der Wolf im Schafspelz. Arzt und ehrenamtlicher Fahrer des Arztmobils zur Versorgung Obdachloser. Beide lernen sich auf einer Spendengala kennen und er scheint an Karo interessiert. Echt oder nur Mittel zum Zweck? Ist er zur Begleichung seiner horrenden Spielschulden an illegalem Organhandel beteiligt und hat was mit dem Verschwinden unschuldiger Mädchen zu tun? Alina, ein junges Mädchen, durch die Umstände im Elternhaus in die Sucht gerutscht und darin gefangen. Voller Selbstzweifel und Selbsthass. Durch einen Zusammenstoß mit Karo landet sie bei ihr zu Hause und begegnet Max. Bei ihm fühlt sie sich endlich einmal wohl und geborgen. Max, durch seine Krankheit an zu Hause gefesselt, lebt auf als Alina vorübergehend bei ihnen wohnt. Er kann seine Krankheit endlich mal für einen Moment vergessen. Das Buch hat mich sehr bewegt und ich habe wirklich bis zum Schluß gehofft. Der Schreibstil gerade heraus, sehr direkt und die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. An den entsprechenden Stellen aber auch wieder sehr emotional, man kann die innere Zerrissenheit Karos regelrecht spüren. Eine Geschichte die nachdenklich macht und leider einen Teil unserer Gesellschaft zu 100% widerspiegelt. Die Augen verschließen vor dem, was nicht in die selbst gebastelte, heile Welt hineinpasst. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!
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