Hoch oben in den Bayerischen Alpen stirbt die Buchhändlerin Hannah Kirchner einen einsamen Tod – gefesselt an ein Gipfelkreuz. Erste Hinweise sprechen für eine Beziehungstat, doch für Hauptkommissar Markus Schatzschneider und Polizeimeisterin Luisa Waidhofer mehren sich die Unstimmigkeiten im Leben der jungen Frau. Woher hatte sie das Geld für eine teure Designerhandtasche? Und warum weiß ihr langjähriger Freund so gut wie nichts über sie? Während sich in den Bergen bereits ein neues tödliches Drama anbahnt, stößt Schatzschneider auf eine erschütternde Wahrheit ...
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Genau das, das ich gebraucht hab :)
Bewertung aus Chur am 26.04.2025
Bewertungsnummer: 2475998
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der Krimi liest sich in einem Zug weg. Das liegt zum einen am Plot, der konstant und gut weiterentwickelt wird, und zum anderen an den tollen Figuren, von denen ich nicht genug bekommen konnte. Allen voran Paula Schatzschneider, die mich mehr als einmal zum Lachen gebracht hat.
Denn ja, trotz des traurigen Themas, das mehr und mehr an Tiefe gewinnt, ist dieses Werk gespickt mit Humor und unvergesslichen Szenen. Hier wird noch sehr unkonventionell ermittelt, was zu einigen skurrilen Diskussionen führt. Eine gewissere ältere Dame spielt dabei auch noch eine Rolle, aber ich will nicht zu viel verraten.
Das Mitraten hat hier sehr viel Spass gemacht und das Ende war richtig, richtig gut. "Letzter Blick zum Wendelstein" hat alles, was ich erwartet hatte und war genau das, was ich in dem Moment gebraucht habe.
Einfühlsam und spannend
Silke - Buchgespür - am 13.04.2025
Bewertungsnummer: 2465579
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Inmitten der bayerischen Alpen wird die Buchhändlerin Hannah Kirchner tot aufgefunden – gefesselt an ein Gipfelkreuz, allein auf dem Berg. Zunächst deutet vieles auf ein Verbrechen im privaten Umfeld hin. Doch Hauptkommissar Markus Schatzschneider und Polizeimeisterin Luisa Waidhofer entdecken nach und nach beunruhigende Widersprüche in Hannahs Leben. Unerwartete Luxusartikel tauchen in ihrem Besitz auf – Dinge, die sich mit ihrem Alltag kaum in Einklang bringen lassen. Auch ihr langjähriger Lebensgefährte wirkt zunehmend wie ein Fremder, der die Frau an seiner Seite kaum wirklich gekannt hat. Während sich am Horizont bereits das nächste Unheil zusammenbraut, dringt Schatzschneider immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Abgründen und verborgenen Wahrheiten vor.
Es gibt Krimis, die beginnen mit einem lauten Knall – einem Mord, einem Schrei, einem Prolog, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und dann gibt es „Letzter Blick zum Wendelstein“. Kein Prolog, kein dramatischer Einstieg, aber eine junge Läuferin, die die Leiche am Gipfelkreuz findet. Florian Degenhart versteht es meisterhaft, eine Atmosphäre zu schaffen, die mich ab diesem Moment nicht mehr losließ.
Die Handlung rund um das eigentliche Verbrechen entfaltet sich eher gemächlich, aber keineswegs langweilig. Im Gegenteil: Die Charaktere sind so liebevoll und detailliert gezeichnet, dass ich sie sofort ins Herz geschlossen habe. Besonders Paula, die Tochter von Hauptkommissar Markus Schatzschneider, hat es mir angetan. Ihre Beobachtungen, wie ihr Vater sich ein wenig in die feuerrote Polizeimeisterin Luisa Waidhofer verguckt, sind einfach köstlich. Und Luisa? Eine Frau mit Feuer, nicht nur wegen ihrer Haarfarbe, die in ihrer Schulzeit regelmäßig für “Feueralarm”-Rufe sorgte.
Die Vermieterin von Markus und Paula ist ein Kapitel für sich. Eine Frau, die jeden Grashalm auf Unversehrtheit prüft und dabei eine Kontrolle ausübt, die selbst dem akribischsten Ermittler Respekt einflößen würde. Solche Nebenfiguren verleihen dem Roman eine Tiefe und einen Charme, die ich selten in einem Krimi erlebt habe.
Die eigentliche Krimihandlung nimmt im letzten Drittel des Buches richtig Fahrt auf. Die Spannung steigt, und der Showdown ist so intensiv, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Täter und seine Motive waren für mich völlig unvorhersehbar und dabei aus menschlicher Sicht dazu noch völlig unverständlich und traurig.
Die verwendete Sprache passt wundervoll zum Aufbau des Krimis: klar, pointiert und dabei immer wieder überraschend humorvoll, ohne ins Alberne abzurutschen. Der Autor schreibt mit einer Leichtigkeit, die selbst ernste Themen mit Feingefühl behandelt – manchmal schnippisch, oft liebevoll, immer passend zur Szene und Figur.
Wer Gefühl, Spannung und Humor in einem Roman sucht, ist hier an genau der richtigen Stelle.
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