„Jenseits der Tränen“ beschreibt die Geschichte einer Frau, die es verdient, in Worte gefasst zu werden. Anne war kein Wunschkind. Und das gibt ihr ihre Mutter mit verletzenden Kommentaren immer wieder zu verstehen. Später, als Anne selbst Ehefrau und Mutter ist, erfährt sie von ihren Partnern psychische und sexualisierte Gewalt, bis sie sich schließlich nach Jahren der Unterdrückung befreien kann. Erika Pattis erzählt einfühlsam von Annes jahrzehntelangem Kampf gegen Einsamkeit, Traurigkeit und Verzweiflung und wie Anne es geschafft hat, das alles hinter sich zu lassen. Dieses Buch soll Mut schenken und zeigt, dass es möglich ist, einen Ausweg und gleichzeitig inneren Frieden zu finden. Mit einem einordnenden Nachwort von Julia Ganterer
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
bdriver
aus Berlin
5/5
19.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Befreit aus den Zwängen der…
Befreit aus den Zwängen der Vergangenheit Mit diesem Buch hat die Autorin eine Geschichte mitten aus dem Leben niedergeschrieben. Die berührende Geschichte einer Frau, die im Leben selten auf der Sonnenseite stand und lange brauchte, um sich von den Geistern der Vergangenheit zu lösen. Mir gefällt, wie Erika Pattis die Vergangenheit von Anne in Worte gefasst hat. Das passt zu ihr, zu ihren Gedanken, Fragen und wie sie die Welt wahrnimmt. Einfühlsam, aber mit klaren Worten, bekommen wir Einblicke in verschiedene Momente und alltägliche Begebenheiten, die sie prägten und ausmachen. Sie hat ihr eine Stimme gegeben, die sich anfühlt, als würde man neben ihr sitzen und zuhören, während sie von ihren traumatischen Erlebnissen erzählt. Der nüchterne Schreibstil ist genau richtig. Er weckt beim Leser verschiedene Emotionen, so dass man sich selbst ein Bild machen kann. Genau deshalb und weil es kein chronologischer Lebenslauf ist, wirkt es so authentisch und lebensnah. Als ungewolltes, ungeliebtes Kind ihrer Mutter, hatte sie es nicht leicht im Leben. Es ist nicht einfach, nur darüber zu lesen, wie ihr Leben von Gewalt und Ungerechtigkeit bestimmt wurde. Es ist bedrückend und erschreckend, hat aber zwischendurch auch mal einen schönen Moment. Dieses Buch ist nicht nur ein Roman nach wahren Begebenheiten. es ist vor allem auch ein Warnruf, ein Mahnmal und eine Botschaft zu den Themen Gewalt gegen Frauen, Gewalt in der Familie und Patriarchat. Ich fand es sehr gut zu lesen, informativ und beeindruckend und empfehle es auf jeden Fall weiter!
Isabel (engi)
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
22.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Was für ein emotionales Thema…
Was für ein emotionales Thema die Autorin Erika Pattis gemeinsam mit der betroffenen Frau, dem betroffenen Mädchen Anne mit ihrem Buch „Jenseits der Tränen“ aufgegriffen hat – mir fehlen immer noch die Worte! Es hat mir mal wieder vor Augen geführt, wie ein erwachsener Mensch, in diesem Fall die eigene Mutter, ein Kind kaputt machen kann. Hier kommt leider alles zusammen … die Mutter, die lieber Jungs gehabt hätte, der Vater, der seine Tochter zwar liebt, aber zu schwach ist, sich gegen die omnipräsente Mutter durchzusetzen und schließlich als Krönung der endlich geborene Sohn, der natürlich sofort den Prinzenstatus erhält. Und als wäre das noch nicht genug, ergeht es Anne in ihrem Erwachsensein nicht anders. Auch hier wird sie rumgeschubst, geschlagen und bleibt schließlich ungeliebt zurück. Für mich gleicht es einem Wunder, dass sie sich schließlich nach vielen Jahren der Tortur freischaufeln kann … Erschüttert musste ich beim Lesen feststellen, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass mir Annes Schicksal erspart geblieben ist. Dankbar schaue ich auf mein eigenes Leben und nehme mir vor, mich wegen kleiner Dinge nicht mehr zu ärgern – mir geht es gut und ich freue mich, dass auch Anne hoffentlich noch viele schöne Jahre haben wird. Dennoch hat es bei mir nicht für die Bestnote gereicht, ich kam einfach mit dem Schreibstil nicht gut zurecht. Während das Buch flüssig zu lesen war, hat mir bei der doch recht einfach gehalten Art des Schreibens die Tiefe gefehlt. Zudem fand ich mich mit den doch recht großen Zeitsprüngen manchmal schlecht zurecht, aber das ist sicher mein persönliches Empfinden. Ich bedanke mich aber bei der Autorin und vor allen Dingen bei der leidtragenden Protagonistin, dass sie die Geschichte für uns LeserInnen erzählt haben und vergebe hierfür solide drei Sterne.
Zuckerblueten
5/5
11.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Nicht gewollt und ungeliebt
Annes Kindheit steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Wie sehr hatte sich ihre Mutter einen Jungen gewünscht, letztendlich blickte sie nach der Geburt nur in die Augen eines Mädchens. In den nächsten Jahren merkte die Tochter rasch, dass sie sich bemühen konnte, wie sie wollte, Liebe und echte Zuneigung würden ihr seitens der Mutter verwehrt bleiben. Sie konnte ihr nichts recht machen, war stets fehl am Platze und ertrug Beleidigungen und manchmal sogar Schläge.
Ganz anders verhielt sich ihr Vater. Er unternahm Ausflüge und spielte mit ihr gemeinsam in jungen Jahren, später erfuhr sie Verständnis und bekam praktische Hilfe. Er war da, wenn sie ihn brauchte. Sie liebte ihren Vater. Ersetzen konnte er die fehlende Mutterliebe jedoch nicht.
Kaum volljährig entschied sich Anne zu heiraten. Ihr war klar, dass es kein Traummann wäre, doch Dieter schien das Ticket in die Freiheit zu sein. Und sie wollte endlich frei sein, frei von ihrer Mutter. Die Jahre vergingen, sie bekam selbst zwei Kinder, doch ihre Ehe zerbrach zusehends mehr. Ihm waren Anne und die Kinder längst egal. Dementsprechend abweisend, egoistisch und verletzend verhielt er sich.
Auch die nächste Ehe scheiterte. Aus ihr gingen zwei Mädchen hervor. Anne hatte nun vier Kinder und stand vor dem Nichts. Durch eine zufällige Begegnung und viele lange Gespräche wurde ihr klar, dass sie ihr Leben ändern kann. Es lag in ihrer Hand, es auszurichten und einen Neuanfang zu wagen...
Dieses wunderbare Buch erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die viele Jahre unter einer Mutter litt, die keinerlei Liebe für sie empfand. Gleichzeitig zeigt es die Auswirkungen einer solchen Kindheit auf das spätere Leben. Anne fehlt es auch im Erwachsenenalter an einem gesunden Selbstwertgefühl, sie lässt zu, das andere über sie bestimmen, sie ausnutzen. Grenzen zu setzen und eigene Bedürfnisse zu äußern, das hat sie nie gelernt. Im Gegenteil, sie tat alles, um andere nicht zu verärgern und opferte sich auf. Dementsprechend schlecht ging nicht nur ihre Mutter mit ihr um, auch spätere Partner machten sie zu ihrem Opfer. Sie erlebte physische und psychische Gewalt.
Heute lebt Anne ein selbstbestimmtes Leben. Sie hat sich beruflich nach ihren Wünschen verändert, ihre Kinder sind erwachsen und sie liebt sie. Ein Außenstehender würde vielleicht fragen, warum sie solange damit wartete. Menschen, die ähnlich aufwuchsen, können sie ganz sicher verstehen. Sie empfinden ähnlichen Schmerz, können Verhaltensweisen und jahrelange Bemühungen nachvollziehen. Selbst (aussichtslose) Hoffnungen kommen uns bekannt vor. Doch wir bleiben nicht unser Leben lang Opfer, das hatte Anne bewiesen....
Ein wirklich wunderbares Buch, das mit einem bildhaften und berührenden Stil arbeitet, Emotionen jeder Art weckt und eindringlich aufrüttelt. Ein Kompliment der Autorin, die "Annes" Geschichte bewegend erzählt.
Bewertung
aus Schönebeck
5/5
06.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Jenseits der Tränen
„Jenseits der Tränen“ ist ein zutiefst bewegendes Buch, das unter die Haut geht. In einfühlsamer Sprache erzählt Erika Pattis die Geschichte von Anne – einer Frau, die schon früh erfahren muss, was es heißt, ungeliebt und unerwünscht zu sein. Die Ablehnung durch die eigene Mutter, später gefolgt von emotionalem und sexualisiertem Missbrauch durch ihre Partner, zeichnen ein erschütterndes Bild von jahrzehntelanger seelischer Qual.
Doch trotz aller Dunkelheit ist dieses Buch kein Werk der Hoffnungslosigkeit – im Gegenteil. Es ist eine leise, aber kraftvolle Hymne auf die innere Stärke und den Mut zur Veränderung. Pattis gelingt es, Annes Weg der Befreiung mit großem Respekt und viel Empathie zu schildern, ohne ins Pathetische oder Voyeuristische zu verfallen.
Was „Jenseits der Tränen“ so besonders macht, ist die authentische und respektvolle Art, in der traumatische Erfahrungen aufgearbeitet und zugleich ein hoffnungsvoller Ausblick gegeben werden. Die Botschaft ist klar: Es gibt einen Weg aus dem Leid – auch wenn er lang, steinig und von Rückschlägen geprägt ist.
Fazit: Ein intensives, ehrliches und letztlich ermutigendes Buch über das Überleben, die Kraft des eigenen Willens und den Triumph über das erlebte Leid. Für Leser, die sich für Schicksalsgeschichten interessieren oder selbst nach Hoffnung suchen, ist „Jenseits der Tränen“ ein wertvoller Begleiter.
Steffi
aus BaWü
5/5
30.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch beruht auf einer…
Dieses Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. Erzählt wird die Geschichte von S. von der Autorin Erika Pattis. Schon als Kind beginnt das Schicksal von Anne (wie S. genannt wird). Ihre Mutter hätte sich einen Sohn gewünscht und lässt Anne dauernd spüren, wie unerwünscht sie ist, später scheitern einige Beziehungen und Ehen und das Leiden geht weiter... Die Kapitel sind jeweils größere Zeitsprünge, was ich jedoch nicht störend finde, ich habe das Buch verschlungen. Mich hat Annes Schicksal sehr berührt und es lässt mich nachdenklich zurück. Danke für dieses Buch.
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