Ein fesselnder Roman über zwei unvergessliche Frauen, die vier Jahrhunderte trennen und dennoch um dieselbe Sache kämpfen: dass ihre Stimmen gehört werden.
England im frühen 17. Jahrhundert: Emilia Bassano liebt das Schreiben, doch als Frau hat sie keine eigene Stimme. Nur für einen hohen Preis kann sie ihre Geschichten heimlich auf die Bühne bringen: Sie muss einen Mann finden, der sich als Autor ihrer Werke ausgibt. Und dieser ist niemand anders als Englands berühmtester Dramatiker: William Shakespeare.
New York in der Gegenwart: Melina Green ist fest entschlossen, ihr Theaterstück zu veröffentlichen, inspiriert vom Leben ihrer Vorfahrin Emilia Bassano. Auch vierhundert Jahre später wird die Stimme einer Frau immer noch nicht so gehört wie die eines Mannes. Doch wie weit kann Melina gehen, um ihren Traum zu verwirklichen?
»Jodi Picoult ist einzigartig! Ihre Romane berühren das Herz und erweitern den Verstand.« Emily Henry
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
07.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Tolle Verbindung von Vergangenem und Gegenwart
Eine sehr berührende Geschichte von 2 Frauen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und die Darstellung davon, dass wir lange noch nicht bei einer Gleichberechtigung von Mann und Frau angekommen sind.
Das Eintauchen in die Zeit rund um Shakespeare und Emilia Bessano hat viel Freude gemacht, aber auch gleichzeitig die Härte des damaligen Lebens verdeutlicht.
Bewertung
5/5
06.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Stimmen der Frauen und was Shakespeare damit zu tun hat
Die 13-jährige Emilia Bassano lebt im England des 17. Jahrhunderts als Mündel bei einer Pflegefamilie. Als Mädchen von niedrigem Stand hat sie durch ihr musikalisches Talent Zugang zum königlichen Hof. Als sie von ihrer Pflegefamilie fort muss, wird sie von ihrem Cousin als Kurtisane an den sehr viel älteren Lord Hunsdon verkauft. Er behandelt sie gut, sie kann bei ihm ihrer Leidenschaft für das Schreiben nachgehen. Und trotzdem lebt sie in einem Gefängnis ohne eigene Stimme. Doch sie möchte gehört werden, möchte, das ihre Stücke in die Welt getragen werden. Aber Frauen haben in dieser Welt und Zeit keine Stimme.
„Männer gingen davon aus, dass Frauen dafür ausersehen waren, sich an den Rändern der Gesellschaft zu bewegen, anstatt die Hauptrollen in ihren eigenen Geschichten zu spielen. Aber warum sollte Gott ihr eine Stimme gegeben haben, wenn nicht vorgesehen war, dass sie diese auch benutzte?“ (S. 140)
Und so verkauft sie ihre Geschichten an niemand Geringeren als William Shakespeare, der eines Tages zu Englands berühmtesten Dramatiker werden sollte…
Im zweiten Erzählstrang im New York der Gegenwart, begleiten wir Melina Greene. Sie ist Studentin der Anglistik, möchte erfolgreiche Theaterstücke schreiben und ist eine Nachfahrin von Emilia Bassano. Ihre Geschichte möchte sie erzählen mit dem Stück „By Any Other Name“, in dem sie nicht nur das Leben ihrer Ahnin erzählt, sondern auch ein Augenmerk auf das Gerücht legt, ob Shakespeare wirklich so ein großer Schriftsteller war. Doch hat sich die Welt geändert oder muss sich Melina ähnlichen Strukturen stellen?
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Jodi Picoults Roman hat mich schlichtweg umgehauen! Er wechselt zwischen den Jahrhunderten, zwischen Bühne, Archiv und dem wahren Leben.
Emilias Geschichte hat mich dabei ein wenig mehr fasziniert, als Melinas Erzählstrang. Der historische Teil ist unglaublich gut recherchiert und ich habe Emilia so gerne begleitet durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Dagegen blieb Melinas Geschichte manchmal etwas blass, doch im Zusammenhang gesehen, ergänzen sich die beiden Storylines perfekt.
Es geht in diesem Buch um Sichtbarkeit, um die Stimmen der Frauen, die auch in der heutigen Zeit immer noch zu wenig gehört oder ernst genommen werden. Das Buch stellt die richtigen Fragen. Wer wird gehört, wer vergessen? Wessen Werke werden in den Himmel gelobt, und wessen werden vergessen werden?
„Es war einmal ein Mädchen, das unsichtbar wurde, damit ihre Worte es nicht waren.“ (Zitat)
Zudem lenkt Picoult den Blick noch auf das immer noch nicht widerlegte, literarische Gerücht, ob Shakespeare wirklich alle seine Werke selbst geschrieben hat. Dieser Aspekt war für mich zusätzlich sehr interessant zu lesen und ich werde mich ein wenig tiefer in seine Arbeit begeben und seine berühmten Stücke nun mit einem anderen Blickwinkel lesen.
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„Wir schreiben unsere Namen in den Wind“ ist ein spannender, historischer Roman für Fans von starken Frauenfiguren und alle, die wissen wollen, was die Literaturgeschichte vielleicht verschweigt. Für mich ein kleines Highlight!
Nadys Bücherwelt
Thalia Book Circle Community
4/5
18.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Ungewöhnlich
Nachdem ich den Roman im Jahr 2025 abgebrochen habe, habe ich jetzt trotzdem nochmal danach gegriffen. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass mir ein Buch von Jodi Picoult nicht gefallen soll.
Doch dieses Mal hatte ich überhaupt keine Probleme, in die Geschichte hineinzukommen.
Der Roman spielt in zwei Zeitepochen:
In der Gegenwart lernen wir Melina Green kennen. Sie liebt es, Theaterstücke zu schreiben und träumt davon, endlich eines ihrer Stücke zu veröffentlichen.
Dabei greift sie auf ihre Vorfahrin, Emilia Bassano, zurück, die im 17. Jahrhundert lebte. Damals waren die Frauen noch viel weniger wert als heute. Melina kämpft und durch eine Unstimmigkeit schmiedet sie ein Plan, damit ihre Geschichte endlich Gehör erlangt.
Dann reisen wir in das 17. Jahrhundert und lernen Melinas Vorfahrin Emilia Bassano kennen. In der damaligen Zeit war es undenkbar, dass eine Frau ein Buch oder ein Theaterstück schreibt und veröffentlicht, ja ihnen wurde das nicht zugetraut. Emilia bleibt nichts anderes übrig, als einen Mann zu finden, der ihre Werke in seinem Namen veröffentlicht. Doch Emilia muss einen hohen Preis dafür zahlen. Dann begegnet ihr der berühmte Dramatiker William Shakespeare, der ihre Werke unter seinem Namen veröffentlicht und sie nur einen geringen Verdienst dafür bekommt. Um ihren Traum zu erfüllen, muss sie kämpfen.
Fazit:
Dieses Mal war es wohl genau der richtige Moment, um den teilweise historischen Roman von Judi Picoult zu lesen.
Ich konnte mich sehr gut in die Story fallen lassen. Es war mal ein anderes Buch, aus der Feder von Picoult.
Die Kapitel, die in der Gegenwart spielen, waren leicht und flüssig zu lesen. Jedoch die Vergangenheit war teilweise nicht einfach zu verstehen. Emilia schreibt sehr viele Gedichte, die für mich nicht einfach zu lesen waren, was der damaligen Ausdrucksweise im 17. Jahrhundert geschuldet ist.
Trotzdem war die Lebensgeschichte von Emilia Bassano sehr interessant und oft dachte ich mir, dass ich froh bin, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben.
Ich habe „Wir schreiben unsere Namen in den Wind“ gleichzeitig gelesen und gehört. Dadurch habe ich den Roman viel intensiver wahrnehmen können. Die Sprecherinnen Simone Kabst und Linda Blümchen haben wunderbar und fesselnd vorgelesen, so dass die 19 Stunden und 30 Minuten im Flug vergangen sind.
Ich gebe dem Roman 4 von 5 Sterne und kann ihn auf jeden Fall empfehlen.
Marlen
aus Dresden
4/5
15.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Es war einmal ein Mädchen, das unsichtbar wurde, damit ihre Worte es nicht sind.
Es war einmal ein Mädchen, das unsichtbar wurde, damit ihre Worte es nicht sind.
Mit diesem Leitsatz hat Jodi Picoult ihre neueste Geschichte verfasst und wie immer geht es um Themen, die kontrovers diskutiert werden. Diesmal steht die Anerkennung weiblicher Leistungen im Vordergrund und die Autorin baut auf zwei Zeitebenen einen Plot rund um Theaterstücke und deren Schöpfer auf.
In der Gegenwart lernen wir Melina kennen, eine junge Frau, die Theaterstücke schreibt und hofft, irgendwann davon leben zu können. Sie ist – laut Ahnenforschung ihres Vaters – eine Nachfahrin von Emilia Bassano, einer italienischstämmigen Engländerin, die um 1600 lebte. Dies führt zum historischen Strang der Handlung, denn Emilias Geschichte führt ebenfalls in die Welt des Theaters und zu einem Geheimnis, das Emilia mit William Shakespeare verbindet…
Die Autorin schließt sich in diesem Buch den „Anti-Stratfordianern“ an und entwirft eine alternative Theorie über die Entstehung der berühmten Werke Shakespeares. Tatsächlich – und das erläutert sie auch ausführlich im Nachwort – gibt es nur wenige wirklich verlässliche Quellen zu Shakespeares Leben und Werk, aber viele Ungereimtheiten. Dies führte in der Vergangenheit immer wieder zu Diskussionen über die Urheberschaft seiner Werke. Jodi Picoult bringt nach akribischer Recherche zum Leben Emilia Bassanos vor, dass auch sie die Autorin der Stücke gewesen sein könnte – und dass es viel weniger Ungereimtheiten zur Entstehung der Stücke geben würde, wenn man zugrunde legen würde, dass sie von ihr stammen bzw. von einer Frau verfasst worden sind. Tatsächlich hat Emilia zu ihren Lebzeiten nachweislich einen Gedichtband veröffentlicht, was allein schon eine außergewöhnliche Leistung für eine Frau des elisabethanischen Zeitalters war. Jodi Picoult geht der Frage nach, ob sie noch mehr geschrieben hat, es aber nicht anders veröffentlichen konnte, als durch den Verkauf der Texte an einen „Strohmann“.
Von der Theorie über den Ursprung von Shakespeares Werken kann man halten was man will – ich allerdings fand ihr Ergebnis plausibel und zumindest im Bereich des Möglichen. Zudem erzählt sie die Geschichte einer Frau, der es das Leben nicht leicht gemacht hat und die sich immer wieder neu erfinden musste, um zu überleben. In diesem Zusammenhang auch eine Warnung zum Inhalt: die Darstellung von Gewalt und sexualisierter Gewalt ist sehr explizit (mir war es teilweise zu heftig). Wer Probleme hat, so etwas zu lesen, sollte das Buch mit Vorsicht zur Hand nehmen.
Die Geschichte, die in der Gegenwart spielt, konnte mich leider nicht ganz so einfangen wie der historische Strang. Sicherlich wollte die Autorin damit Vergleiche ziehen, dass es für Theaterautorinnen immer noch verhältnismäßig schwer ist „einen Fuß in die Tür“ zu bekommen, da die Theaterwelt immer noch von weißen Männern dominiert wird. Ich persönlich fand allerdings, dass das Buch damit sowohl vom Umfang als auch vom Thema her den Rahmen etwas sprengt – mir war es etwas zuviel und wirkte ein wenig wie ein Rundumschlag zum Thema „weibliches Schreiben“. Mir hätte die historische Geschichte ausgereicht. Sie allein birgt schon so viel Potential zum Nachdenken, dass mir das Buch mit dem zweiten Erzählstrang leicht überfrachtet erschien.
Dennoch: es ist wichtig, die Leistungen von Frauen in den Mittelpunkt zu rücken. Ob Emilia tatsächlich für Shakespeares Werk mitverantwortlich war oder nicht, wird wohl nie gänzlich geklärt werden. Dass sie allerdings eine stolze und tatkräftige Frau war, die gebildeter war als der Durchschnitt und die es immerhin geschafft hat, als Frau zur damaligen Zeit Literatur zu veröffentlichen – das kann nicht abgesprochen werden und verdient Respekt und somit auch gern ein Denkmal in Form eines Romans.
Und Shakespeare? Tja…mein Vertrauen in die bisherige Lehre wurde erschüttert, das muss ich schon sagen. Zumindest bin ich in Zukunft zurückhaltender, wenn er als Genie bezeichnet und auf einen goldenen Sockel gestellt wird. Denn vielleicht war alles ganz anders…
Lilli33
4/5
02.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Eine berührende Story mit wichtigem Inhalt
Inhalt:
Melina Green wünscht sich Erfolg als Theaterautorin, kann sich in der von Männern dominierten Welt aber nicht durchsetzen. Als sie erfährt, dass es ihrer Vorfahrin Emilia Bassano vor vierhundert Jahren genauso erging, setzt sie alles daran, deren Geschichte auf die Bühne zu bringen.
Meine Meinung:
Mit diesem Werk konnte Jodi Picoult mich wieder einmal begeistern, nachdem ihr das beim letzten leider nicht gelungen ist. Dies ist umso bemerkenswerter, als ein Großteil der Handlung Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts spielt und ich historische Romane im Allgemeinen nicht mag. Doch hier konnte mich die Erzählung der Vergangenheit tatsächlich noch mehr fesseln als Melinas Erlebnisse in der Gegenwart.
Jodi Picoult hat einen Roman geschrieben, der auf historischen Tatsachen beruht, aber auch auf unbewiesenen Vermutungen bzw. Möglichkeiten und bei dem die Autorin, wie sie im Nachwort erklärt, sich auch nicht strikt an die Historie gehalten hat. Trotzdem hat sie mir das Leben einer Frau vor vierhundert Jahren authentisch beschrieben und dabei eine wirklich interessante und ergreifende Geschichte erzählt, die nicht nur die ungleichen Rechte von Mann und Frau thematisiert, sondern auch mit einer tragischen Liebesgeschichte mein Herz berührt.
Auszüge aus Bühnenskripten und William Shakespeare zugeschriebenen Werken sind eingestreut und untermauern die Handlung. Insgesamt hätte man den Text gerne noch ein bisschen kürzen dürfen; dann wäre die Story noch knackiger gewesen. Aber auch so gibt es von meiner Seite eine Leseempfehlung.
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