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Das Schwarz an den Händen meines Vaters Roman | Ein bewegendes, zärtliches Porträt über Arbeiterkultur, Sucht und familiäre Liebe

33

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.03.2025

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,5/13,1/2,6 cm

Gewicht

274 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

8. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397657-1

Beschreibung

Rezension

[...] ein Dorfroman, ein Familienroman, ein Suchtroman. [...] voller Empathie und Liebe, der uns zeigt, es ist eben nicht jedes Leben golden. [...] Ein ganz, ganz großartiges Buch. ("WDR 4 Buchtipp")
Lena Schätte hat ihre Sprache, ihre Stimme gefunden und sie ist unverwechselbar. Es gelingt ihr, abgründigste, tragische und brutale Ereignisse geradezu lakonisch zu beschreiben. ("Westfalenpost")
Trotz ihrer schmucklosen Sprache, trotz ihrer unsentimentalen Betrachtung bleibt Schätte in ihrer Figurenzeichnung ganz zart, ganz differenziert. ("Augsburger Allgemeine")
[...] eine wahnsinnig gute Erzählerin ("Kurier")
[...] hart, direkt und doch zugleich zärtlich. [...] eine besondere erzählerische Kraft ("Börsenblatt")
[...] Schätte gelingt Eindrückliches: Ihr Buch ist einfühlsam und präzise, tieftraurig und doch nie pathetisch. Ein Roman, der nahegeht, ohne kitschig zu werden. ("Junge Welt")
[...] hat mich sehr beeindruckt, dieses Buch. ("SRF Literaturclub")
So alkoholisiert und perspektivlos auch durch die Gegend gewankt wird, so nüchtern geschrieben und herausragend beobachtet ist dieser tolle Text. ("Kulturnews")
Man merkt, dass hier eine Schriftstellerin am Werk ist, die ihr Handwerk von Grund auf gelernt hat. ("Altenaer Kreisblatt")
[...] echte Literatur, prall gefüllt mit Leben [...]. Ein Sog entsteht, die Geschicht von Motte [...] ist so zwingend, so eindringlich, so wahrhaftig ("Altenaer Kreisblatt")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.03.2025

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,5/13,1/2,6 cm

Gewicht

274 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

8. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397657-1

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • Katharina

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    22.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So leise erzählt und trotzdem so intensiv

    Das Schwarz an den Händen meines Vaters ist eines dieser Bücher, die eigentlich ganz leise daherkommen und dabei unglaublich viel auslösen. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Sprache. Lena Schätte braucht keine komplizierten Sätze und keine großen Worte, um unglaublich viel Gefühl und Tiefe zu transportieren. Die Geschichte ist einfach erzählt und gleichzeitig voller Traurigkeit, Nähe und all dieser kleinen Zwischentöne, die dafür sorgen, dass man beim Lesen immer tiefer hineingezogen wird. Und dann sind da diese Charaktere. Ich habe sie geliebt – obwohl, oder vielleicht gerade weil, sie alle auf ihre Art ein bisschen kaputt sind. Besonders berührt hat mich die Beziehung der Protagonistin zu ihrem Vater. Diese tiefe Liebe zu einem Menschen, von dem man gleichzeitig weiß, dass längst nicht alles gut ist. Und dann zu beobachten, wie sie Eigenschaften und Verhaltensweisen von ihm übernimmt, obwohl genau diese ihr selbst nicht guttun, fand ich unglaublich stark beschrieben. Überhaupt haben mich die Beziehungen zwischen den Figuren begeistert. Sie fühlen sich nicht glatt oder konstruiert an. Sie sind kompliziert, manchmal schmerzhaft und trotzdem voller Verbundenheit. Genau dadurch wirkten die Charaktere für mich so echt. Ich habe das Buch regelrecht durchgesuchtet und wollte immer weiter in diese Geschichte eintauchen. Umso mehr hätte ich mir am Ende noch ein bisschen mehr gewünscht. Einige Dinge bleiben offen und ich hätte sehr gerne erfahren, wie es mit den Figuren weitergeht. Vielleicht ist genau das beabsichtigt – ich wäre jedenfalls sofort bereit für einen zweiten Band. Ein Feelgood-Roman ist Das Schwarz an den Händen meines Vaters definitiv nicht. Wer aber eine kurzweilige und gleichzeitig tiefgehende Geschichte sucht, die mit erstaunlich wenigen Worten sehr viel erzählt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  • Bewertung

    5/5

    16.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein erschütterndes Buch über die Macht des Alkohols

    „Als ich beginne zu trinken, trinke ich keinen Schnaps. Ich trinke buntes, süßes Zeug. Ich sage Dinge, die ich nüchtern niemals sagen würde und die sich nicht mehr zurücknehmen lassen.“ Die Erzählerin, von ihrem Vater liebevoll „Motte“ genannt liebt ihren Vater über alles. Der Vater ist Arbeiter, Trinker und Spieler. Sie sieht und beschreibt ihn so wie er ist. Nach der Arbeit schrubbt er sich ausgiebig die Hände, aber die Spuren seiner Arbeit bleiben. „So starre ich auf seine Hände, während er isst. Montags grau, über die Woche immer dunkler. an Freitagen ist das Schwarz in jede Rille seiner Hornhaut gekrochen, das spröde Nagelbett tiefrot.“ Die Tochter erlebt, wie der Vater durch seine Alkoholsucht sich und die Familie zerstört. Ihre Liebe für ihn bleibt. Sie erkennt auch die Hilflosigkeit der Mutter, die an der Situation zerbricht. Ihr Bruder und sie wollen ein besseres Leben führen. „Wir schwören uns gegenseitig, ganz anders zu werden.“ Aber sie setzt das „Erbe“ der Familie fort. „Ich verliebe mich in einen trinkenden Mann, weil es wie zu Hause ist. Ich kenne das.“ „Ich trinke, bis ich nicht mehr sprechen kann. Ich trinke, bis alles dumpf und leise ist. Ich trinke, bis nichts mehr weh tut.“ Dieses Buch bietet einen erschütternder und schonungslosen Einblick in den Zerfall einer Familie über Generationen und die Macht des Alkohols, der Menschen zerstört. Beeindruckend ist die leise, liebevolle Erzählweise der Autorin ohne jede Bewertung. Ein Text voller Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    04.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Intensives Familienporträt, das unter die Haut geht...

    »Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so. Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol. »Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben. (Verlagsbeschreibung) Dieser Roman stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025. Im Roman erzählt Lena Schätte liebevoll aber schonungslos vom Aufwachsen der Ich-Erzählerin Motte in einer Familie, die vom Alkoholismus geprägt ist - über Generationen hinweg. Mit autobiografischen Anteilen aber ebenso mit fiktiven Details gewährt die Autorin szenische Einblicke in eine Arbeiterfamilie mit einem trinkenden Vater, nicht chronologisch, sondern wechselnd in den Zeiten, pendelnd zwischen der Kindheit und der Gegenwart Mottes, die mittlerweile selbst alkoholsüchtig ist und einen Freund hat, der ebenso viel trinkt.  "Wenn er von der Arbeit nach Hause kommt am späten Nachmittag, riecht er nach Schweiß und Maschinenöl. Eine Stunde lang dürfen wir Kinder ihn nicht ansprechen. “Papazeit” nennt Mama das und drückt sich zischend den Zeigefinger auf den Mund." Auf dem Dorf ist Trinken Alltag, auch für Motte. Sie arbeitet als Putzfrau in einem Krankenhaus. In ihrer freien Zeit betrinkt sie sich oft bis zur Besinnungslosigkeit - so kennt sie es von ihrem Vater. Sie versucht dagegen anzukämpfen, aber es fällt ihr sehr schwer. Und dann bekommt ihr Vater eine Krebsdiagnose, Heilung ausgeschlossen, der Tod ist nah. Motte beginnt nach einem Weg zu suchen, sich von ihrem Vater zu verabschieden und überdenkt ihr bisheriges Leben. Was macht ein Trinkerhaushalt aus einem Kind?  “Als ich noch ein Kind bin, denke ich oft, ich habe zwei Väter. Den einen nüchternen, der schnell rennen kann und gute Verstecke kennt, der auf alle Fragen eine Antwort weiß und wenn nicht, sich eine gute ausdenkt. Und dann gibt es noch den anderen Vater, der sich darüberlegt und ihn verschwinden lässt.”  Motte erinnert sich an die zahllosen Enttäuschungen, die ihr der Vater zugefügt hat. An ihren Schmerz. Und trotzdem hört sie nie auf, ihn zu lieben und sich um ihn zu kümmern. Diese Ambivalenz, die Gleichzeitigkeit der Dinge - auf der einen Seite Liebe, Nähe, Zuneigung, Vertrauen, auf der anderen Seite aber der Bruch, die Enttäuschung und die ständige Unsicherheit - greift tief ein in das Seelenleben eines Kindes und hinterlässt unauslöschliche Spuren. Hinzu kommt die Verzweiflung angesichts des zunehmenden Verfalls des Vaters und der eigenen Hilflosigkeit, irgendetwas daran zu ändern. Die Sprache ist einfach und geradlinig, schnörkellos, lakonisch, dicht, leise, präzise. Dennoch erreicht einen die Erzählung, lässt einen mitschwingen, ohne jegliche Larmoyanz, getragen durch die Stärke der Bilder. In wenigen Zeilen oft nur gelingt es der Autorin, komplexe Gefühlslagen vor Augen zu führen: große Kunst.  In kurzen Kapiteln gelingt Lena Schütte ein intensives Familienporträt, das unter die Haut geht. Leseempfehlung! © Parden

  • kaffeeelse

    aus D

    5/5

    15.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Alkohol Wieder ein Buch…

    Der Alkohol Wieder ein Buch von der Longlist und wieder ein Knaller. Ein Blick auf die Alkoholsucht. Klar, dass dies mich einfängt. Arbeite ich doch seit vielen Jahren in der Psychiatrie und natürlich habe ich viele Menschen mit genau diesem Krankheitsbild kennengelernt. Ich wollte immer in die Psychiatrie und ich habe diesen Schritt/diese Entscheidung nie bereut. Die Umstände in der Medizin, die sich in den vielen Jahren merklich zum Negativen verändert haben, sind ein Grund zum Verzweifeln. Ja. Aber nicht die Arbeit. Nicht die Psychiatrie. Ich bin ein empathischer und gefühlsbetonter Mensch. So zu sein hat zwei Seiten, wie fast alles im Leben. Man empfindet und kann reagieren. So reagieren, dass es dem Gegenüber etwas bringt, zeigen, dass man Verständnis hat und gleichzeitig auch ein Vielleicht ermöglichen. Ein Vielleicht, was schlussendlich der Patient umsetzen muss. Eine Aktion, die aus dem Verständnis der Erkrankung erwächst, erwachsen muss. Aber gerade dies ist ein sehr schwerer Schritt. Die zweite Seite bei einem empathischen Wesen ist, dass man für dieses Fühlen einen Preis zu zahlen hat. Denn dieses Empathisch sein macht auch Türen auf. Türen, die dem Negativen Einlass gewähren. Mit dem man dann zu kämpfen hat! Aber man ist ja hier, um zu lernen. Und so lernt man dann. Weil man es muss und will. Denn das Leben ist schön, wie Frieda sagte! Die ja mit dem Alkohol auch ihre Erfahrungen gemacht hat. Lena Schätte ist wie ich Psychiatriekrankenschwester. Sie kennt das psychiatrische Erleben. Sie kennt die psychiatrischen Erkrankungen. Sie kennt die Suchterkrankungen. Und sie schreibt in diesem Buch darüber. Intensiv, schonungslos und sehr berührend! „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ist ein Blick auf einen suchterkrankten Vater, genauso ist es aber auch ein Blick auf die gesamte Familie. Denn psychiatrische Erkrankungen betreffen den Erkrankten, aber auch das gesamte Umfeld. Psychiatrische Erkrankungen infiltrieren die Umgebung mehr, als es die meisten anderen Erkrankungen tun. Hier erkrankt ein Mensch, betroffen sind aber Viele mehr. Und dies macht psychiatrische Erkrankungen so ungemein tückisch, bösartig und dunkel. Lena Schätte beschreibt hier einen sehr negativen Prozess. Dies mag die Lesenden sicherlich sehr anfassen. Dennoch entbehrt es nicht einer tiefen Wahrheit. Psychiatrische Erkrankungen töten. Auch dies ist ein Grund, dass ihnen endlich ein angemessener Platz in unserer Gesellschaft gebührt. Denn es sind eben nicht die Anderen, die krank werden. Es sind wir alle! Und dies müssen wir begreifen. Nur so lassen sie sich minimieren. Hier ist in den letzten Jahren schon einiges passiert. Die Anzahl der Psychosen geht meiner Meinung nach etwas zurück, vielleicht liegt das an der nunmehr verbesserten medizinischen Versorgung, so dass einerseits eher reagiert wird und auch durch verbesserte Medikationen schlimme Verläufe minimiert werden konnten. Bei den depressiven Erkrankungen und bei den Suchterkrankungen sehe ich eher eine Anhäufung. Ein Verständnis kann hier helfen, Veränderungen in der Gesellschaft zum Beispiel, ein empathischeres Menschenbild in D, etwas weniger Druck in unserer Gesellschaft und etwas weniger starres Denken. Fromme Wünsche. Ich weiß. Gerade jetzt. Aber eine Information kann hier durchaus helfen. Und in der Literatur finde ich gerade in den letzten Jahren viele Beispiele, die ein Verständnis von psychiatrischen Erkrankungen ermöglichen. So auch dieses Buch hier. „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ von Lena Schätte. Ein Blick auf einen alkoholkranken Vater, ein Blick auf seine Tochter, die ähnliche Verhaltensweisen zeigt. Ein Blick auf den Alkohol, dem wir ja in unserer Gesellschaft einen großen Platz einräumen. Wir alle. Ich ebenso. Und der etwas mit uns macht. Was wir alle wissen. Aber manchmal ist es schwer. Und ein Glas hilft beim Entspannen. Wer kennt es nicht? Doch es gibt sie. Diejenigen, die es nicht kennen. Nicht mehr kennen. Diejenigen, die der Suchtspirale entkommen sind. Denn genau das geht. Es ist schwer, sehr schwer. Aber es ist möglich. Das sollte man nicht vergessen. Denn Entspannen kann man auf vielerlei Weise. Auch das zeigt ja dieses Buch, die Möglichkeit des Entkommens! Das Buch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ von Lena Schätte reiht sich in die anderen Positiv-Erfahrungen aus der Longlist ein, ich werde weiter der Longlist nachforschen und viele weitere Schätze finden. Wie auch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ein Schatz ist. Lesen!

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    14.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Alkohol

    Wieder ein Buch von der Longlist und wieder ein Knaller. Ein Blick auf die Alkoholsucht. Klar, dass dies mich einfängt. Arbeite ich doch seit vielen Jahren in der Psychiatrie und natürlich habe ich viele Menschen mit genau diesem Krankheitsbild kennengelernt. Ich wollte immer in die Psychiatrie und ich habe diesen Schritt/diese Entscheidung nie bereut. Die Umstände in der Medizin, die sich in den vielen Jahren merklich zum Negativen verändert haben, sind ein Grund zum Verzweifeln. Ja. Aber nicht die Arbeit. Nicht die Psychiatrie. Ich bin ein empathischer und gefühlsbetonter Mensch. So zu sein hat zwei Seiten, wie fast alles im Leben. Man empfindet und kann reagieren. So reagieren, dass es dem Gegenüber etwas bringt, zeigen, dass man Verständnis hat und gleichzeitig auch ein Vielleicht ermöglichen. Ein Vielleicht, was schlussendlich der Patient umsetzen muss. Eine Aktion, die aus dem Verständnis der Erkrankung erwächst, erwachsen muss. Aber gerade dies ist ein sehr schwerer Schritt. Die zweite Seite bei einem empathischen Wesen ist, dass man für dieses Fühlen einen Preis zu zahlen hat. Denn dieses Empathisch sein macht auch Türen auf. Türen, die dem Negativen Einlass gewähren. Mit dem man dann zu kämpfen hat! Aber man ist ja hier, um zu lernen. Und so lernt man dann. Weil man es muss und will. Denn das Leben ist schön, wie Frieda sagte! Die ja mit dem Alkohol auch ihre Erfahrungen gemacht hat. Lena Schätte ist wie ich Psychiatriekrankenschwester. Sie kennt das psychiatrische Erleben. Sie kennt die psychiatrischen Erkrankungen. Sie kennt die Suchterkrankungen. Und sie schreibt in diesem Buch darüber. Intensiv, schonungslos und sehr berührend! „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ist ein Blick auf einen suchterkrankten Vater, genauso ist es aber auch ein Blick auf die gesamte Familie. Denn psychiatrische Erkrankungen betreffen den Erkrankten, aber auch das gesamte Umfeld. Psychiatrische Erkrankungen infiltrieren die Umgebung mehr, als es die meisten anderen Erkrankungen tun. Hier erkrankt ein Mensch, betroffen sind aber Viele mehr. Und dies macht psychiatrische Erkrankungen so ungemein tückisch, bösartig und dunkel.  Lena Schätte beschreibt hier einen sehr negativen Prozess. Dies mag die Lesenden sicherlich sehr anfassen. Dennoch entbehrt es nicht einer tiefen Wahrheit. Psychiatrische Erkrankungen töten. Auch dies ist ein Grund, dass ihnen endlich ein angemessener Platz in unserer Gesellschaft gebührt. Denn es sind eben nicht die Anderen, die krank werden. Es sind wir alle! Und dies müssen wir begreifen. Nur so lassen sie sich minimieren. Hier ist in den letzten Jahren schon einiges passiert. Die Anzahl der Psychosen geht meiner Meinung nach etwas zurück, vielleicht liegt das an der nunmehr verbesserten medizinischen Versorgung, so dass einerseits eher reagiert wird und auch durch verbesserte Medikationen schlimme Verläufe minimiert werden konnten. Bei den depressiven Erkrankungen und bei den Suchterkrankungen sehe ich eher eine Anhäufung. Ein Verständnis kann hier helfen, Veränderungen in der Gesellschaft zum Beispiel, ein empathischeres Menschenbild in D, etwas weniger Druck in unserer Gesellschaft und etwas weniger starres Denken. Fromme Wünsche. Ich weiß. Gerade jetzt. Aber eine Information kann hier durchaus helfen. Und in der Literatur finde ich gerade in den letzten Jahren viele Beispiele, die ein Verständnis von psychiatrischen Erkrankungen ermöglichen.  So auch dieses Buch hier. „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ von Lena Schätte. Ein Blick auf einen alkoholkranken Vater, ein Blick auf seine Tochter, die ähnliche Verhaltensweisen zeigt. Ein Blick auf den Alkohol, dem wir ja in unserer Gesellschaft einen großen Platz einräumen. Wir alle. Ich ebenso. Und der etwas mit uns macht. Was wir alle wissen. Aber manchmal ist es schwer. Und ein Glas hilft beim Entspannen. Wer kennt es nicht?  Doch es gibt sie. Diejenigen, die es nicht kennen. Nicht mehr kennen. Diejenigen, die der Suchtspirale entkommen sind. Denn genau das geht. Es ist schwer, sehr schwer. Aber es ist möglich. Das sollte man nicht vergessen. Denn Entspannen kann man auf vielerlei Weise.  Auch das zeigt ja dieses Buch, die Möglichkeit des Entkommens! Das Buch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ von Lena Schätte reiht sich in die anderen Positiv-Erfahrungen aus der Longlist ein, ich werde weiter der Longlist nachforschen und viele weitere Schätze finden. Wie auch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ein Schatz ist. Lesen! 

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