Eine Höhle, in der alles möglich ist. Fast alles. Außer man verläuft sich.
Aus purem Zufall finden Stoffel und Ca beim Buddeln ein megacooles Höhlensystem: Was man hier unten alles tun könnte! Süße Einhörner in Regenbogenfarben züchten zum Beispiel. Das ist natürlich nur ein Witz: Süße Einhörner sind hier unten verboten. Dafür gibt es ein Speisezimmer, ein Nachspeisezimmer und ein Dschungelzimmer. Und noch so einen Raum, der aber verboten ist. Strengstens. Allerstrengstens. Stoffel und Ca haben leider keinen guten Orientierungssinn. Sie verlaufen sich sofort – und landen ausgerechnet im verbotenen Raum. War ja klar.
Außergewöhnliches Setting: eine Höhle, in der alles möglich ist
Für Fans von »Und dann kam Juli«, »Böse Jungs« und »Unheimlich unheimlich«
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
lesenmitausblick
5/5
13.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Witzig, skurril, einfach mal anders!
Wie wichtig ist euch Vielfalt und Klischeefreiheit im Kinderbuch?
Für Autorin und Illustratorin Steffi Freitag spielt genau das eine große Rolle. Bereits als Kind mochte sie keine Einhorn- und Reiterhofgeschichten und las lieber lustige Jungsbücher. Da sie nach guter jungstauglicher Mädchenlektüre vergeblich suchte, schrieb sie ebendiese einfach mal selbst.
Und das ist dabei herausgekommen:
„Unterirdisch – Ein Comicroman – selbst erlebt von Stoffel und Ca (garantiert ohne Einhörner)“ erschienen bei Fischer & Sauerländer.
Band 2 der Reihe, „Unter Wasser – Ein Comicroman – garantiert ohne Liebeskitsch“ habe ich euch bereits vorgestellt. Alles, was dieses Buch ausmacht, trifft auch auf Band 1 zu.
Doch worum geht es?
Stoffel und Ca lernen sich kennen, als Stoffel nach einer Höhle gräbt. Schnell werden sie beste Freundinnen und entdecken obendrein, dass sie mit Glück eine meeega Höhle gefunden haben. Dort gibt es alles, ein Lesezimmer, Speise- und natürlich Nachspeisezimmer, einen Blubberbadraum, Gummi-Toberaum und noch so viel mehr. Nur das mit dem Kartenlesen ist nicht so ihr Ding. Deshalb verlaufen sie sich arg in ihrer eigenen Höhle und erleben fantastische, aber auch sehr gefährliche Abenteuer. Und das nur, weil die Lesewesen das einzige Buch nicht finden können, das Mädchen in der Hauptrolle und witzige Bilder hat, ohne Reiterhof-Glitzerschnörkel-Zauberfeen-Einhorn-Kitsch! Die Frist läuft, bis Seite 150 haben die Lesewesen Zeit, dieses eine perfekte Buch aufzutreiben, sonst gibt es keine Hoffnung mehr…
Steffi Freitag erzählt hier eine absolut skurril-witzige Freundschaftsgeschichte, die überspitzt, Klischees aufs Korn nimmt, mit Worten und Bildern spielt und dabei ganz viel Spaß macht. Text und Illustrationen ergänzen sich perfekt, wechseln sich ab, greifen sich auf. Mit Stoffel und Ca stolpert man von einem Plan zum nächsten, von einer Idee zu einer sprunghaft neuen. Verrückt, dass Steffi Freitag trotzdem ihr Ziel nicht aus den Augen verliert. Sie sprüht vor Ideen, spielt mit allem, was ihr in die Quere kommt. So ganz ohne Einhorn kommt das Buch nämlich nicht aus. Konsequent setzt die Autorin den Einhornkitsch in einer verschnörkelten Schrift um. Stoffel und Ca sind traurig und geknickt, als die Lesewesen sich auf den Weg in die weite Welt machen, um dieses eine Buch zu finden – also sieht man die beiden Freundinnen völlig geknickt gezeichnet. Als Ca aufgeht, dass sie im Dschungelraum nur knapp dem Tod entkommen sind, weil sie ein Schild falsch gelesen haben, zitiert die Illustratorin den Schrei von Edvard Munch. Die Ameis*innen im Buch bestehen auf das Gendersternchen, also wird das knallhart durchgezogen. Das liebe ich an diesem Buch, diese vielen kleinen Sidekicks und Zitate.
Wie auch in Band 2 nutzt Steffi Freitag in ihren Comics alle Mittel, die möglich sind. Sie arbeitet mit unterschiedlichsten Sprechblasen, ordnet die Panelrahmen, so es welche gibt, passend zum Erzählten an. Die Zeichnungen sind auf das Wesentliche reduziert und trotzdem extrem auf den Punkt aussagekräftig. Mimik, Gestik, kleine Details sorgen auch hier für viel Spaß.
Ich glaube, Steffi Freitag hat sehr gekonnt umgesetzt, was sie sich selbst als Kind gewünscht hat. Ein Mädchenbuch mit lustigen Bildern und ohne rosa Kitsch, das Spaß macht, vielleicht auch ein bisschen aneckt und provoziert, dem nichts peinlich ist, das das Lesen feiert und natürlich die Freundschaft!
Hörnchens Büchernest
4/5
09.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wenig abstrus, dennoch geniale Zeichnungen und tolle Comicelemente
Meinung:
Eines Tages lernen sich Stoffel und Ca dabei kennen, wie Stoffel gerade dabei ist eine Höhle zu buddeln. Ca ist sofort mit dabei und gemeinsam finden die beiden per Zufall eine Höhle. Die Höhle ist unfassbar groß und so beschließen Stoffel und Ca., dass die Höhle Platz für ein Lesezimmer, Klo (mit Musik), Dschungelraum und noch einige andere Räume bieten kann. Nach getaner Arbeit ist es jedoch um den Orientierungssinn der beiden nicht gut bestellt und so verlaufen sie sich heillos in ihrem Tunnelsystem.
Die Vorstellung einer eigenen Höhle mit coolen Räumen sprach mich sofort an. Ich musste beim Lesen der Geschichte jedoch feststellen, dass mir die Handlung manches Mal ein wenig zu absurd war. Ja, ich bin ein Fan von magischen Geschichten und Fantasie, aber hier war es mir manches Mal ein wenig zu wild.
Was mir hingegen richtig gut gefallen hat, ist, dass Autorin Steffi Freitag mit so einigen Klischees spielt. Beispielsweise geht man als Leser anhand der Bilder und den ersten Dialogen zwischen den beiden Kindern davon aus, dass es sich bei Stoffel und Ca um Jungs handelt. Doch hier liegt man falsch, die beiden sind Mädchen und würden endlich mal gerne ein Abenteuerbuch lesen, in dem Mädchen die große Hauptrolle spielen.
Auch der Zeichenstil traf absolut meinen Nerv. Denn die Handlung wird von den vielen Bildern und Comicelementen nicht nur aufgelockert, teilweise erzählen die Illustrationen die Geschichte weiter. Zudem sind die Bilder von Autorin Steffi Freitag selbst gezeichnet, was ich persönlich immer absolut feiere.
Lesemuffel werden von diesem Buch daher sicherlich absolut angesprochen werden, regen die Zeichnungen und die Comicelemente doch ungemein zum Lesen an.
Fazit:
Die Handlung dieser Comicgeschichte war mir teilweise ein wenig abstrus. Richtig toll sind jedoch die Zeichnungen und Comicelemente, sowie, dass man hier mal nicht bekannte Stereotypen an Charakteren vorgesetzt bekommt.
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