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Martina Hefter

1. Hey guten Morgen, wie geht es dir?

Hey guten Morgen, wie geht es dir? Roman | Deutscher Buchpreis 2024

Gesprochen von
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Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Inka Löwendorf

Spieldauer

5 Stunden und 9 Minuten

Erscheinungsdatum

14.11.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

Audio

Anzahl

1

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783839821732

Beschreibung

Rezension

»Witz und Tiefe verbinden sich [in diesem Hörbuch] auf wunderbare Weise.[…] Martina Hefter […] ist, wie Juno, Performancekünstlerin. Vielleicht gelingt ihr deswegen das scheinbar so leichtfüßige Erzählen ernster Themen so gut: Es geht um Sehnsucht, Einsamkeit, Altern, Krankheit, Kunst, aber auch um Kolonialismus und globale Ungerechtigkeit. Das alles fließt beinahe tänzerisch ineinander, es ist eine wahre Freude, der witzigen und Funken sprühenden Juno bei ihren Gedankensprüngen und ihrem oft so verspielten Tun zu folgen. Inka Löwendorf verleiht der Stimme dieser Frau eine Spur Rotzigkeit. Vor allem klingt sie aber freundlich und wach.« ("BÜCHERmagazin")
»Inka Löwendorf findet den perfekten Rhythmus und verleiht der Protagonistin trotz aller Herausforderung eine schwebende Leichtigkeit, um die man sie beneiden könnte.« ("Galore")
»Der aus Online-Messages kompilierte Roman über Frauen in der Lebensmitte […] wird hier wunderbar interpretiert von Inka Löwendorf.« ("Hörzu")

Produktdetails

Gesprochen von

Inka Löwendorf

Spieldauer

5 Stunden und 9 Minuten

Erscheinungsdatum

14.11.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

Audio

Anzahl

1

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783839821732

Herstelleradresse

Argon Verlag GmbH
Waldemarstraße 33A
10999 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@argon.de

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Als würde ich einer guten Freundin beim Erzählen ihrer Geschichte zuhören.

SternchenBlau am 19.11.2024

Bewertungsnummer: 2344834

Bewertet: Hörbuch (Audio)

Es ist die Freundin, die schon eine ganze Zeitlang viel zu viel wuppt, mit Care Arbeit und dem Leben im Allgemeinen. Sie hat sich aber Coping Strategien zugelegt, um mit allem klarzukommen. Und die größte Coping Strategie lautet: Lass es nicht an dich rankommen, also sei ironisch, sei zynisch. Und so kommt Juno auf die Idee, Love Scammern zu schreiben, die sie über ihr Instagram-Profil kontaktieren – und diese Männer zu belügen. Ihnen Geschichten aufzutischen, bis sie schließlich aufgeben. Aber einer spricht weiter mit ihr. Diese Distanz der Protagonistin zu ihrem Leben ist auch beim Lesen (oder in meinem Fall Hören) vorhanden. Ich glaube, das habe ich als häufigste Kritik gelesen, dass man an Juno nie so richtig rankommt. Aber eigentlich macht genau das dieses Buch so treffend für unsere Zeit: Wie können wir das alles ohne Distanz ertragen? Dass Junos Mann regelmäßig von der Pflegekasse überprüft wird, weil vielleicht könnte seine chronische Erkrankung ja besser geworden sein? Dass das Monatsticket der Frau mit Kopftuch länger und ausführliche geprüft wird, wie das anderer Fahrgäste? Dass Frauen über 50 kaum noch beachtet werden? Dass wir immer noch von kolonialen Ausbeutungsmechanismen profitieren? Juno ist in so vieler Hinsicht eine Durchschnittsperson, auch wenn sie mit dem Love Scammer-Ding ein merkwürdiges Hobby hat. In dieser scheinbaren Durchschnittlichkeit findet ganz viel tiefe Weltsicht Platz, wenn Juno über Leben und Sterben, das Weltall und griechische Mythologie, Ausbeutung und Selbstverwirklichung nachdenkt. Warum wird solchen Charakteren, die nur vermeintlich ein unspektakuläres Leben führen, nur so wenig Platz in der Literatur eingeräumt? Menschen, die hauptsächlich Care Arbeit leisten, oder sich mit ihrer Kunst mehr schlecht als recht durchschlagen, aber eben nicht auf den großen Genie-Kult abheben. Da birgt es schon eine besondere Ironie, dass Clemens Meyer lauthals verkündet hat, dass die Jury „Wi**ser“ seien, weil sie nicht ihm, sondern Autorin Hefter den Deutschen Buchpreis zugesprochen haben. Besonders gefallen hat mir die ungekürzte Lesung von Inka Löwendorf – als würde ich einer guten Freundin beim Erzählen ihrer Geschichte zuhören. Zusammengenommen wirkte auf mich das Buch sehr leichtfüßig, obwohl sehr ernste Themen angesprochen werden. Trotz der kurzen Länge von knapp über 5 Stunden gibt es wiederkehrende Gedankenschleifen. Das ist der Form geschuldet, die uns sehr Nahe an Junos Gedanken heranlässt (auch, wenn nicht aus der Ich-Form erzählt wird). Wer das nicht mag, der sollte das Buch lieber auslassen. Und die Distanz sollte man auch aushalten können. 4,5 von 5 Sternen – und den deutschen Buchpreis hat das Buch auf alle Fälle verdient.

Als würde ich einer guten Freundin beim Erzählen ihrer Geschichte zuhören.

SternchenBlau am 19.11.2024
Bewertungsnummer: 2344834
Bewertet: Hörbuch (Audio)

Es ist die Freundin, die schon eine ganze Zeitlang viel zu viel wuppt, mit Care Arbeit und dem Leben im Allgemeinen. Sie hat sich aber Coping Strategien zugelegt, um mit allem klarzukommen. Und die größte Coping Strategie lautet: Lass es nicht an dich rankommen, also sei ironisch, sei zynisch. Und so kommt Juno auf die Idee, Love Scammern zu schreiben, die sie über ihr Instagram-Profil kontaktieren – und diese Männer zu belügen. Ihnen Geschichten aufzutischen, bis sie schließlich aufgeben. Aber einer spricht weiter mit ihr. Diese Distanz der Protagonistin zu ihrem Leben ist auch beim Lesen (oder in meinem Fall Hören) vorhanden. Ich glaube, das habe ich als häufigste Kritik gelesen, dass man an Juno nie so richtig rankommt. Aber eigentlich macht genau das dieses Buch so treffend für unsere Zeit: Wie können wir das alles ohne Distanz ertragen? Dass Junos Mann regelmäßig von der Pflegekasse überprüft wird, weil vielleicht könnte seine chronische Erkrankung ja besser geworden sein? Dass das Monatsticket der Frau mit Kopftuch länger und ausführliche geprüft wird, wie das anderer Fahrgäste? Dass Frauen über 50 kaum noch beachtet werden? Dass wir immer noch von kolonialen Ausbeutungsmechanismen profitieren? Juno ist in so vieler Hinsicht eine Durchschnittsperson, auch wenn sie mit dem Love Scammer-Ding ein merkwürdiges Hobby hat. In dieser scheinbaren Durchschnittlichkeit findet ganz viel tiefe Weltsicht Platz, wenn Juno über Leben und Sterben, das Weltall und griechische Mythologie, Ausbeutung und Selbstverwirklichung nachdenkt. Warum wird solchen Charakteren, die nur vermeintlich ein unspektakuläres Leben führen, nur so wenig Platz in der Literatur eingeräumt? Menschen, die hauptsächlich Care Arbeit leisten, oder sich mit ihrer Kunst mehr schlecht als recht durchschlagen, aber eben nicht auf den großen Genie-Kult abheben. Da birgt es schon eine besondere Ironie, dass Clemens Meyer lauthals verkündet hat, dass die Jury „Wi**ser“ seien, weil sie nicht ihm, sondern Autorin Hefter den Deutschen Buchpreis zugesprochen haben. Besonders gefallen hat mir die ungekürzte Lesung von Inka Löwendorf – als würde ich einer guten Freundin beim Erzählen ihrer Geschichte zuhören. Zusammengenommen wirkte auf mich das Buch sehr leichtfüßig, obwohl sehr ernste Themen angesprochen werden. Trotz der kurzen Länge von knapp über 5 Stunden gibt es wiederkehrende Gedankenschleifen. Das ist der Form geschuldet, die uns sehr Nahe an Junos Gedanken heranlässt (auch, wenn nicht aus der Ich-Form erzählt wird). Wer das nicht mag, der sollte das Buch lieber auslassen. Und die Distanz sollte man auch aushalten können. 4,5 von 5 Sternen – und den deutschen Buchpreis hat das Buch auf alle Fälle verdient.

Kreativer Ansatz Juno ist…

Novalie am 07.12.2024

Bewertungsnummer: 2905314

Bewertet: Hörbuch (Audio)

Kreativer Ansatz Juno ist Künstlerin, pflegt ihren erkrankten Mann und verbringt ihre schlaflosen Nächte damit, heimlich mit Love-Scammern zu chatten. Diese Männer lügen Frauen die große Liebe vor, um an ihr Geld zu kommen. Doch Juno lügt zurück. Sie belügt die Männer und sich selbst, bis sich immer wieder neue Wahrheiten hineinschleichen. Aber dann trifft sie online den Love-Scammer Benu, der sie durchschaut. Die Idee der Geschichte fand ich sehr kreativ und auch der Erzählstil hat mir richtig gut gefallen. Juno wirkt auf mich ein bisschen suchend und orientierungslos. Sie war mir nicht wirklich sympathisch, hatte aber einen sehr eigenen Blick auf die Welt, den ich gerne verfolgt habe und der im Hörbuch auch sehr gut rübergekommen ist. Als sie begonnen hat mit den Love-Scammern zu chatten, habe ich fast schon etwas Mitleid mit den Männern bekommen, weil sie so gnadenlos war. Diese Unterhaltungen haben mir richtig gut gefallen. Es werden viele verschiedene Themen angesprochen. Juno ist ein Mensch mit verschiedenen Diversitätsmerkmalen und beginnt durch ihre Unterhaltungen mit Beno zu recherchieren, zu kontextualisieren und zu hinterfragen. Dadurch werden sehr viele Dinge, die angesprochen wurden, für meinen Geschmack nicht genug behandelt, sondern nur gestreift und einiges bleibt offen. Die Geschichte ist sicher nicht Main-Stream, aber mir hat es ganz gut gefallen, auch wenn ich glaube, dass ich nicht alles verstanden habe.

Kreativer Ansatz Juno ist…

Novalie am 07.12.2024
Bewertungsnummer: 2905314
Bewertet: Hörbuch (Audio)

Kreativer Ansatz Juno ist Künstlerin, pflegt ihren erkrankten Mann und verbringt ihre schlaflosen Nächte damit, heimlich mit Love-Scammern zu chatten. Diese Männer lügen Frauen die große Liebe vor, um an ihr Geld zu kommen. Doch Juno lügt zurück. Sie belügt die Männer und sich selbst, bis sich immer wieder neue Wahrheiten hineinschleichen. Aber dann trifft sie online den Love-Scammer Benu, der sie durchschaut. Die Idee der Geschichte fand ich sehr kreativ und auch der Erzählstil hat mir richtig gut gefallen. Juno wirkt auf mich ein bisschen suchend und orientierungslos. Sie war mir nicht wirklich sympathisch, hatte aber einen sehr eigenen Blick auf die Welt, den ich gerne verfolgt habe und der im Hörbuch auch sehr gut rübergekommen ist. Als sie begonnen hat mit den Love-Scammern zu chatten, habe ich fast schon etwas Mitleid mit den Männern bekommen, weil sie so gnadenlos war. Diese Unterhaltungen haben mir richtig gut gefallen. Es werden viele verschiedene Themen angesprochen. Juno ist ein Mensch mit verschiedenen Diversitätsmerkmalen und beginnt durch ihre Unterhaltungen mit Beno zu recherchieren, zu kontextualisieren und zu hinterfragen. Dadurch werden sehr viele Dinge, die angesprochen wurden, für meinen Geschmack nicht genug behandelt, sondern nur gestreift und einiges bleibt offen. Die Geschichte ist sicher nicht Main-Stream, aber mir hat es ganz gut gefallen, auch wenn ich glaube, dass ich nicht alles verstanden habe.

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