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Martina Hefter

1. Hey guten Morgen, wie geht es dir?

Hey guten Morgen, wie geht es dir? Roman | Deutscher Buchpreis 2024

Gesprochen von
72

21,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

1410

Gesprochen von

Inka Löwendorf

Spieldauer

5 Stunden und 9 Minuten

Erscheinungsdatum

14.11.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

Audio

Anzahl

1

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783839821732

Beschreibung

Rezension

»Witz und Tiefe verbinden sich [in diesem Hörbuch] auf wunderbare Weise.[…] Martina Hefter […] ist, wie Juno, Performancekünstlerin. Vielleicht gelingt ihr deswegen das scheinbar so leichtfüßige Erzählen ernster Themen so gut: Es geht um Sehnsucht, Einsamkeit, Altern, Krankheit, Kunst, aber auch um Kolonialismus und globale Ungerechtigkeit. Das alles fließt beinahe tänzerisch ineinander, es ist eine wahre Freude, der witzigen und Funken sprühenden Juno bei ihren Gedankensprüngen und ihrem oft so verspielten Tun zu folgen. Inka Löwendorf verleiht der Stimme dieser Frau eine Spur Rotzigkeit. Vor allem klingt sie aber freundlich und wach.« ("BÜCHERmagazin")
»Inka Löwendorf findet den perfekten Rhythmus und verleiht der Protagonistin trotz aller Herausforderung eine schwebende Leichtigkeit, um die man sie beneiden könnte.« ("Galore")
»Der aus Online-Messages kompilierte Roman über Frauen in der Lebensmitte […] wird hier wunderbar interpretiert von Inka Löwendorf.« ("Hörzu")

Produktdetails

Verkaufsrang

1410

Gesprochen von

Inka Löwendorf

Spieldauer

5 Stunden und 9 Minuten

Erscheinungsdatum

14.11.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

Audio

Anzahl

1

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783839821732

Herstelleradresse

Argon Verlag AVE GmbH
Waldemarstraße 33A
10999 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@argon.de

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  • SternchenBlau

    5/5

    19.11.2024

    Hörbuch (Audio)

    Als würde ich einer guten Freundin beim Erzählen ihrer Geschichte zuhören.

    Es ist die Freundin, die schon eine ganze Zeitlang viel zu viel wuppt, mit Care Arbeit und dem Leben im Allgemeinen. Sie hat sich aber Coping Strategien zugelegt, um mit allem klarzukommen. Und die größte Coping Strategie lautet: Lass es nicht an dich rankommen, also sei ironisch, sei zynisch. Und so kommt Juno auf die Idee, Love Scammern zu schreiben, die sie über ihr Instagram-Profil kontaktieren – und diese Männer zu belügen. Ihnen Geschichten aufzutischen, bis sie schließlich aufgeben. Aber einer spricht weiter mit ihr. Diese Distanz der Protagonistin zu ihrem Leben ist auch beim Lesen (oder in meinem Fall Hören) vorhanden. Ich glaube, das habe ich als häufigste Kritik gelesen, dass man an Juno nie so richtig rankommt. Aber eigentlich macht genau das dieses Buch so treffend für unsere Zeit: Wie können wir das alles ohne Distanz ertragen? Dass Junos Mann regelmäßig von der Pflegekasse überprüft wird, weil vielleicht könnte seine chronische Erkrankung ja besser geworden sein? Dass das Monatsticket der Frau mit Kopftuch länger und ausführliche geprüft wird, wie das anderer Fahrgäste? Dass Frauen über 50 kaum noch beachtet werden? Dass wir immer noch von kolonialen Ausbeutungsmechanismen profitieren? Juno ist in so vieler Hinsicht eine Durchschnittsperson, auch wenn sie mit dem Love Scammer-Ding ein merkwürdiges Hobby hat. In dieser scheinbaren Durchschnittlichkeit findet ganz viel tiefe Weltsicht Platz, wenn Juno über Leben und Sterben, das Weltall und griechische Mythologie, Ausbeutung und Selbstverwirklichung nachdenkt. Warum wird solchen Charakteren, die nur vermeintlich ein unspektakuläres Leben führen, nur so wenig Platz in der Literatur eingeräumt? Menschen, die hauptsächlich Care Arbeit leisten, oder sich mit ihrer Kunst mehr schlecht als recht durchschlagen, aber eben nicht auf den großen Genie-Kult abheben. Da birgt es schon eine besondere Ironie, dass Clemens Meyer lauthals verkündet hat, dass die Jury „Wi**ser“ seien, weil sie nicht ihm, sondern Autorin Hefter den Deutschen Buchpreis zugesprochen haben. Besonders gefallen hat mir die ungekürzte Lesung von Inka Löwendorf – als würde ich einer guten Freundin beim Erzählen ihrer Geschichte zuhören. Zusammengenommen wirkte auf mich das Buch sehr leichtfüßig, obwohl sehr ernste Themen angesprochen werden. Trotz der kurzen Länge von knapp über 5 Stunden gibt es wiederkehrende Gedankenschleifen. Das ist der Form geschuldet, die uns sehr Nahe an Junos Gedanken heranlässt (auch, wenn nicht aus der Ich-Form erzählt wird). Wer das nicht mag, der sollte das Buch lieber auslassen. Und die Distanz sollte man auch aushalten können. 4,5 von 5 Sternen – und den deutschen Buchpreis hat das Buch auf alle Fälle verdient.

  • Novalie

    4/5

    07.12.2024

    Hörbuch (Audio)

    Kreativer Ansatz Juno ist…

    Kreativer Ansatz Juno ist Künstlerin, pflegt ihren erkrankten Mann und verbringt ihre schlaflosen Nächte damit, heimlich mit Love-Scammern zu chatten. Diese Männer lügen Frauen die große Liebe vor, um an ihr Geld zu kommen. Doch Juno lügt zurück. Sie belügt die Männer und sich selbst, bis sich immer wieder neue Wahrheiten hineinschleichen. Aber dann trifft sie online den Love-Scammer Benu, der sie durchschaut. Die Idee der Geschichte fand ich sehr kreativ und auch der Erzählstil hat mir richtig gut gefallen. Juno wirkt auf mich ein bisschen suchend und orientierungslos. Sie war mir nicht wirklich sympathisch, hatte aber einen sehr eigenen Blick auf die Welt, den ich gerne verfolgt habe und der im Hörbuch auch sehr gut rübergekommen ist. Als sie begonnen hat mit den Love-Scammern zu chatten, habe ich fast schon etwas Mitleid mit den Männern bekommen, weil sie so gnadenlos war. Diese Unterhaltungen haben mir richtig gut gefallen. Es werden viele verschiedene Themen angesprochen. Juno ist ein Mensch mit verschiedenen Diversitätsmerkmalen und beginnt durch ihre Unterhaltungen mit Beno zu recherchieren, zu kontextualisieren und zu hinterfragen. Dadurch werden sehr viele Dinge, die angesprochen wurden, für meinen Geschmack nicht genug behandelt, sondern nur gestreift und einiges bleibt offen. Die Geschichte ist sicher nicht Main-Stream, aber mir hat es ganz gut gefallen, auch wenn ich glaube, dass ich nicht alles verstanden habe.

  • Monsieur

    aus Amorbach

    4/5

    29.11.2024

    Hörbuch (Audio)

    Jedes Jahr löst die Verleihung…

    Jedes Jahr löst die Verleihung des Deutschen Buchpreises bei vielen Leserinnen und Lesern zunächst Skepsis aus. Auch Martina Hefters Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ fällt in diese Kategorie – ein Werk, das thematisch und methodisch auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint. Doch bei genauerer Betrachtung offenbart es eine tiefere, nachdenklich stimmende Ebene, die sich den Lesern erst nach und nach erschließt. Ohne die Nominierung für den Buchpreis wäre das Buch wahrscheinlich an einem breiten Publikum vorbeigegangen. Das Thema, in das Martina Hefter ihre Leser mitnimmt, wirkt auf den ersten Blick wenig einladend: Es geht um Love-Scamming, eine Art des Internetbetrugs, bei dem Männer versuchen, Frauen durch gefälschte romantische Absichten auszunehmen. Die Hauptfigur Juno, eine Performance-Künstlerin, fällt jedoch nicht auf diese Maschen herein. Stattdessen nutzt sie die anonymen Chatgespräche als Spiel, eine Art Bühnenauftritt in einem digitalen Raum. Hier kann sie Rollen annehmen, sich inszenieren und eine Art Kontrolle ausüben, die ihr im Alltag oft verwehrt bleibt. Juno entspricht nicht dem typischen Opferbild, das oft mit Love-Scamming verbunden wird. Sie ist weder naiv noch verzweifelt auf der Suche nach Liebe. Im Gegenteil: Ihr Leben erscheint auf den ersten Blick stabil. Sie ist nicht reich, kommt jedoch mit ihrer sparsamen Lebensweise gut zurecht. Sie betreibt regelmäßig Sport, hat Ambitionen im Ballett und führt ein künstlerisch bereicherndes, wenn auch nicht erfolgreiches Leben. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich, dass der Alltag sie stark fordert. Die Pflege ihres Ehemannes, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, zehrt an ihrer Energie. Sie ist ständig unterwegs, gehetzt von einem Termin zum nächsten. Diese Überforderung, die sich schon seit längerem schleichend in ihrem Leben eingeschlichen hat, mag für viele Leser nachvollziehbar sein – sie ist keine Ausnahme, sondern ein Abbild der Realität vieler Menschen. Doch warum lässt sich Juno, die weder verzweifelt noch mittellos erscheint, auf dieses Internetspiel ein? Martina Hefter nähert sich dieser Frage in kleinen, unaufdringlichen Schritten. Ist es einfach ein Zeitvertreib? Oder steckt eine tiefere Sehnsucht dahinter? Juno scheint sich selbst einzureden, dass sie die Männer durchschaut. Doch immer wieder lässt der Text erahnen, dass auch in ihr eine gewisse Hoffnung aufkeimt: Vielleicht sind die Dinge am Ende doch anders, als sie scheinen. Diese Ambivalenz macht die Figur so vielschichtig – Juno ist stark und verletzlich, kontrolliert und suchend zugleich. Interessant ist auch, wie Hefter Junos Leben abbildet. Es gibt kaum Dialoge oder intensive menschliche Interaktionen. Der Text wirkt nüchtern und fast kalt, was den monotonen Alltag der Protagonistin treffend widerspiegelt. Doch gerade diese nüchterne Erzählweise erlaubt es Hefter, tief in Junos Gefühlswelt einzudringen. Die Handlung schreitet kaum voran, die Geschichte scheint auf der Stelle zu treten – eine literarische Reflexion von Junos stagnierendem Alltag. Und doch entsteht dabei keine Langeweile. Vielmehr schafft es die Autorin, die Leser in die scheinbare Leere von Junos Leben hineinzuziehen, die gleichzeitig voller leiser Konflikte und emotionaler Nuancen ist. Ein wiederkehrendes Motiv des Romans ist Junos Fähigkeit, Rollen zu spielen – beruflich wie privat. Als Performance-Künstlerin ist sie es gewohnt, sich zu inszenieren, und im Internet kann sie diese Fähigkeit voll ausleben. Doch das Leben ist kein Drehbuch, und so stößt sie immer wieder an ihre Grenzen. In einer Szene am Ende des Romans wird sie Zeugin, wie Jugendliche gegen die Scheibe einer Bahn spucken, in der sie sitzt. Diese willkürliche Aggression überfordert sie, und sie bleibt passiv. Gleichzeitig zeigt der Roman auch ihre Stärke: So hindert sie einen Zug minutenlang an der Abfahrt, um sicherzustellen, dass der Rollstuhl ihres Mannes eingeladen wird. Diese Ambivalenz – zwischen Stärke und Hilflosigkeit, Kontrolle und Ohnmacht – macht Juno zu einer faszinierenden, vielschichtigen Figur. Der Roman stellt immer wieder die Frage, was Juno wirklich antreibt. Ist es Liebe, die sie im Internet sucht? Oder einfach nur eine Flucht aus dem monotonen Alltag? Vielleicht ist es auch etwas Dunkleres: eine Sehnsucht nach dem Ende. Der wiederkehrende Verweis auf Lars von Triers Film „Melancholia“, in dem die Erde durch einen Kometen zerstört wird, legt nahe, dass Juno sich von der Vorstellung eines absoluten Endes angezogen fühlt. Diese morbide Faszination verleiht dem Roman eine zusätzliche Tiefendimension und öffnet Raum für Interpretationen. „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ ist kein Buch, das durch große Dramatik oder tiefschürfende Konflikte besticht. Vielmehr lebt es von seiner ruhigen, unaufgeregten Erzählweise, die die Leser schrittweise in Junos Welt zieht. Der Text ist leicht zugänglich, aber keineswegs oberflächlich. Hefter hat es geschafft, eine ungewöhnliche Protagonistin zu schaffen, die auch skeptische Leser für sich einnehmen kann.

  • Elina Z.

    3/5

    01.02.2026

    Hörbuch (Audio)

    Ganz ok

    Juno lernt Benu kennen, einen Love-Scammer, mit dem sie chattet. Die Flucht aus der Realität ins Internet, wo man alles sein kann, was man möchte, hilft Juno irgendwie, mit ihrem Alltagsstress umzugehen. Sie erzählt Benu nicht mal viel über sich und trotzdem beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden. Auf so wenigen Seiten findet man so viel. Zwischen den Zeilen erfährt man facettenreiche Dinge, die einem im Leben wichtig sind. So viele Gegensätze, die zusammengestellt werden, so schöne Sprache und so witzig und ergreifend erzählt. Es ist eine Geschichte über Alles und Nichts, über einen Moment, der kurze Zeit hilfreich ist und dennoch keine andauernde Lösung sein kann.

  • Eric

    aus Dresden

    5/5

    20.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das etwas andere Hauptthema wird verarbeitet

    „Hey Guten Morgen, wie geht es dir“ von Martina Hefter ist die Gewinnerin des deutschen Buchpreises 2024. Aus meinen Augen zurecht. Mit Love Scammer zu schreiben wird gewarnt. Die Profile heucheln den Opfern Liebe vor, derweil haben sie es auf das Geld der Opfer abgesehen. Nur wer sind die Menschen die mit diesen Profilen schreiben? Einsame Personen, Menschen die aus dem Alltag fliehen? Muss ich als Opfer ein schlechtes Gewissen haben oder was ist Lüge, was ist Echt? Love Scammer sind Menschen, aber was passiert, wenn sich eine Beziehung daraus entwickelt. Wenn aus der vorgetäuschten Liebe, echte Liebe wird. Eine Bindung, Gefühle entstehen. Der Abschied oder das Blockieren des Profils ist umso schmerzlicher. Hefter wirft zudem einen Blick auf die freie Kunstszene. Als Performancekünstlerin hat sie Sorge um ihre finanzielle Lage. Ein neues Stück muss produziert werden und mit bisherigen gehe ich auf Tournee. Zukunftsängste sind bedeutet. Der Roman ist ein unterhaltsames, flüssig zu lesendes Buch welche komödiantische Züge trägt, gespickt mit ernsthaften Themen. Es besitzt viele autobiographische Züge und den Blick auf die Krankheit Mulitple Sklerose, an den auch Hefter´s Mann erkrankt ist. Durch diesen Part fühlt sich der Plot sehr vertraut, nah- und fühlbar an.

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