Vier Außenseiter auf der Flucht: Staci, Ray, Ernie und Coral hauen mit geklautem Drogengeld ab nach Texas, wo sie in einem abgelegenen Haus etwas finden, wovon sie nie zu träumen gewagt hätten: Zugehörigkeit, Vertrauen und Liebe. Und je länger sie in dieser vom Schicksal zusammengewürfelten Gemeinschaft leben, desto mehr wächst jede und jeder über sich hinaus. Doch die Tage ihres zerbrechlichen Glücks sind schon lange gezählt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
15.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zusammen ist man trotzdem allein
Staci, Ray, Ernie und Coral sind auf der Flucht, sie verstecken sich in Texas, mieten sich mit geklautem Drogengeld ein Haus und spielen heile Welt, was ihnen erstaunlich leicht gelingt. Bald aber ist klar, dass die zehn Riesen, die sie unterschlagen haben, nicht ausreichen und auch sonst sind die Tage ihrer Gemeinschaft gezählt.
»Die Angst, auf der Flucht zu sein, war dem großen Unbehagen gewichen, als Fremde aufeinander angewiesen zu sein. Sie wussten, dass sie zu einem neuen Zuhause fuhren, auch wenn es nicht von Dauer sein würde, aber die Heimatlosigkeit umhüllte sie wie ein Schwarm Kriebelmücken.« (Seite 72)
Eine Ex-Stripperin, ein abgekämpfter Biker, ein ehemaliges Heimkind mit Depressionen und Aussetzern sowie ein Teenager, Kind von Junkies, der nicht spricht und meistens neben der Spur ist, um es vorsichtig auszudrücken. Alle haben eine Vorgeschichte, Narben auf der Seele, und auch sonst sind ihre Körper gezeichnet, manche Spuren sieht man außen nicht und dennoch sind sie da. Diese vier machen sich auf, unfreiwillig, nicht geplant, aber nicht planlos und mit einem gewissen Ziel auf den Weg.
Ehrlich gesagt, war ich zu Beginn ein wenig irritiert, als ich den ersten Satz las: »Dies ist eine Liebesgeschichte, nebenbei gesagt«. Und das war es, aber irgendwie auch wieder nicht. Es war ein Roadtrip der besonderen Art, eine Suche nach einem Zuhause, nach einer Gemeinschaft, Vertrauen, Liebe und Glück. Wünsche, Träume, Hoffnungen, aber auch der Kick nach dem schnellen Geld spielten eine Rolle und über allem schwebte permanent ein Unheil, wie ein fernes Grollen, das man körperlich spürt, auch wenn es noch weit genug entfernt ist. Die Erzählstimme kam zudem regelmäßig darauf zurück. Ich fand die Story abgedreht, total crazy, zuweilen lustig, aber auch traurige Momente waren zur Genüge dabei. Wer nun wissen möchte, was der auf dem Cover abgebildete Gepard mit dem Ganzen zu tun hat, macht sich auf die Reise und findet es selbst heraus. Ich wünsche gute Unterhaltung, aber auch Glück. Es lohnt sich!
Bewertung
5/5
05.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rau und zärtlich zugleich
Biker, Methköche, Outlaws - niemand, der einem auf Anhieb sympathisch erscheint. Und doch wachsen sie einem ans Herz.
Staci, Ray, Ernie und die junge taubstumme Coral. Alle versuchen, die Karten, die ihnen das Schicksal zugeteilt hat, so gut wie möglich auszuspielen - blind von Klischebildern, auf der Suche nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Liebe. Alle werden am Ende der Geschichte von sich selbst überrascht sein.
Dieses neue Buch von J. Libaire ist ebenfalls wieder rau und zärtlich zugleich und voller Liebe für seine Protagonisten.
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
4/5
03.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wegkreuzungen
In Oklahoma in einem Camp treffen sich Aussteiger aus der amerikanischen Gesellschaft und bilden eine Gemeinschaft, in der Tim das Sagen hat. Dabei ist diese Gemeinschaft kein totaler Verbund dieser Menschen. Eher werden sie durch das Geschehen davor dahin geweht, hier schwimmen sie in dem Maße mit Tim, wie sie es eben vermögen, ohne die Wut von Tim zu wecken. Man lernt in dem Buch von Jardine Libaire einen Teil der hier Gestrandeten kennen, darüber lernt man auch auf eine gewisse Weise die amerikanische Gesellschaft kennen. Und was zählt dort, aber nicht nur dort? Yes, der Mammon. Denn irgendwie finanziert werden muss dieses Camp eben auch. Aus diesem Grund wird Crystal Meth erzeugt. Und dieses Crystal Meth hat in seiner Herstellung auch Gefahren. Und so kommt es wie es eben kommen soll. Eine Explosion und ein darauf wütender Brand, zerstören das Camp, rufen Polizei und andere Einsatzkräfte herbei. Die Campmitglieder zerstreuen sich nach dem Brand in alle Winde.
Staci, Ray, Ernie und Coral waren in Tims Auftrag im Außenraum unterwegs. Sie hatten Drogengeld dabei und hatten einen Auftrag. Dieser konnte nicht umgesetzt werden und das Geschehen im Camp schockiert sie sehr, sie machen sich ihre Gedanken um ihr weiteres Vorgehen und suchen sich schließlich mit dem Drogengeld eine Farm in Texas. Dort kommen sie sich etwas näher. Staci, Ray, und Ernie kennen sich schon einige Zeit von ihrer gemeinsamen Zeit im Camp, Coral kam erst vor kurzem zu der Gemeinschaft in Oklahoma dazu und dennoch bestimmt sie recht maßgeblich das Handeln der anderen Drei.
Jardine Libaire kenne ich schon von ihrem Buch „Uns gehört die Nacht“. Ein wundervolles Buch, ein intensives Buch und ein Buch voller Feuer. Nun, ich hatte gehofft dieses Feuer hier in „Dein Herz, ein wildes Tier“ wieder zu finden. Doch da wurde ich leider etwas enttäuscht. Dieses Feuer von „Uns gehört die Nacht“ habe ich nicht gefunden, dennoch habe ich eine schöne und auch etwas abwegige Geschichte gefunden. Jardine Libaire scheint eine außergewöhnliche Autorin zu sein, denn sie sieht Menschen vielschichtig und weiß diese Vielschichtigkeit auch gut in einem Roman unterzubringen.
Den Zauber von Coral kann Jardine Libaire sehr gut beschreiben, und dass, obwohl Coral nichts oder wenig hört und daher auch ihre Konversation eingeschränkt ist. Coral kommt den Hauptcharakteren in „Uns gehört die Nacht“ recht nahe, aber sie erreicht sie leider nicht völlig. Was recht schade ist!
Dennoch ist „Dein Herz, ein wildes Tier“ ein recht gutes Buch, welches gute Einblicke in das heutige Amerika, die heutige USA bietet, auch eigenwillige Charaktere aufweist und die Liebe der Autorin zu ihren Underdog-Charakteren zeigt, wie auch schon im Vorgänger-Roman „Uns gehört die Nacht“. Ich habe „Dein Herz, ein wildes Tier“ sehr gern gelesen und kann es empfehlen, auch wenn ich den Vorgänger „Uns gehört die Nacht“ deutlich mehr empfehlen kann.
kaffeeelse
aus D
4/5
03.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wegkreuzungen In Oklahoma in…
Wegkreuzungen In Oklahoma in einem Camp treffen sich Aussteiger aus der amerikanischen Gesellschaft und bilden eine Gemeinschaft, in der Tim das Sagen hat. Dabei ist diese Gemeinschaft kein totaler Verbund dieser Menschen. Eher werden sie durch das Geschehen davor dahin geweht, hier schwimmen sie in dem Maße mit Tim, wie sie es eben vermögen, ohne die Wut von Tim zu wecken. Man lernt in dem Buch von Jardine Libaire einen Teil der hier Gestrandeten kennen, darüber lernt man auch auf eine gewisse Weise die amerikanische Gesellschaft kennen. Und was zählt dort, aber nicht nur dort? Yes, der Mammon. Denn irgendwie finanziert werden muss dieses Camp eben auch. Aus diesem Grund wird Crystal Meth erzeugt. Und dieses Crystal Meth hat in seiner Herstellung auch Gefahren. Und so kommt es wie es eben kommen soll. Eine Explosion und ein darauf wütender Brand, zerstören das Camp, rufen Polizei und andere Einsatzkräfte herbei. Die Campmitglieder zerstreuen sich nach dem Brand in alle Winde. Staci, Ray, Ernie und Coral waren in Tims Auftrag im Außenraum unterwegs. Sie hatten Drogengeld dabei und hatten einen Auftrag. Dieser konnte nicht umgesetzt werden und das Geschehen im Camp schockiert sie sehr, sie machen sich ihre Gedanken um ihr weiteres Vorgehen und suchen sich schließlich mit dem Drogengeld eine Farm in Texas. Dort kommen sie sich etwas näher. Staci, Ray, und Ernie kennen sich schon einige Zeit von ihrer gemeinsamen Zeit im Camp, Coral kam erst vor kurzem zu der Gemeinschaft in Oklahoma dazu und dennoch bestimmt sie recht maßgeblich das Handeln der anderen Drei. Jardine Libaire kenne ich schon von ihrem Buch „Uns gehört die Nacht“. Ein wundervolles Buch, ein intensives Buch und ein Buch voller Feuer. Nun, ich hatte gehofft dieses Feuer hier in „Dein Herz, ein wildes Tier“ wieder zu finden. Doch da wurde ich leider etwas enttäuscht. Dieses Feuer von „Uns gehört die Nacht“ habe ich nicht gefunden, dennoch habe ich eine schöne und auch etwas abwegige Geschichte gefunden. Jardine Libaire scheint eine außergewöhnliche Autorin zu sein, denn sie sieht Menschen vielschichtig und weiß diese Vielschichtigkeit auch gut in einem Roman unterzubringen. Den Zauber von Coral kann Jardine Libaire sehr gut beschreiben, und dass, obwohl Coral nichts oder wenig hört und daher auch ihre Konversation eingeschränkt ist. Coral kommt den Hauptcharakteren in „Uns gehört die Nacht“ recht nahe, aber sie erreicht sie leider nicht völlig. Was recht schade ist! Dennoch ist „Dein Herz, ein wildes Tier“ ein recht gutes Buch, welches gute Einblicke in das heutige Amerika, die heutige USA bietet, auch eigenwillige Charaktere aufweist und die Liebe der Autorin zu ihren Underdog-Charakteren zeigt, wie auch schon im Vorgänger-Roman „Uns gehört die Nacht“. Ich habe „Dein Herz, ein wildes Tier“ sehr gern gelesen und kann es empfehlen, auch wenn ich den Vorgänger „Uns gehört die Nacht“ deutlich mehr empfehlen kann.
A.Basan
aus Garbsen
4/5
02.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Seltsam berührend
Das Schicksal hat vier unterschiedliche Menschen auf einer verlassenen Farm im Nirgendwo zusammengewürfelt. Die drei Biker Ernie, Staci und Ray, die sich ziellos durchs Leben treiben lassen, und die junge Coral. Diese ist fast gehörlos und stumm und wird von ihren Verwandten in einem Camp abgeliefert. Doch dort bricht ein Feuer aus. Coral und die drei Biker, die ihren Lebensunterhalt mit Drogenkochen verdienen, müssen fliehen und sind plötzlich heimatlos. Sie mieten ein abgewohntes Haus in der Einöde und warten, auch wenn sie nicht genau wissen, worauf.
Die drei Biker fühlen sich für Coral verantwortlich, doch diese macht es ihnen nicht leicht und verweigert sich größtenteils der Kommunikation. Erst als sie einen halbzahmen Geparden für Coral organisieren, scheint das die Wende zu bringen.
Der Roman ist trotz seiner teils derben Sprache seltsam berührend. Staci, Ernie und Ray versuchen trotz eigener emotionaler Defizite für Coral so etwas wie eine Familie zu sein. Doch keiner von ihnen ist selbst so gefestigt, dass er Coral aus ihrer Isolation befreien könnte. Die eigene Vergangenheit holt sie immer wieder ein.
"Dein Herz, ein wildes Tier" will nicht so recht in irgendein Genre passen und genau das macht das Buch so lesenswert. Die Autorin zeichnet ihre Figuren, ohne zu richten. Besonders der rätselhafte Charakter der Coral ist ihr wunderbar gelungen.
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