Doris Dörrie, die gefeierte Filmemacherin und Autorin, erzählt ihr Leben als Wohnende und fragt, wie und mit wem wir wohnen wollen – eine unendliche Vielfalt des Wohnens tut sich auf.Doris Dörrie ist eine Wohnende wider Willen. Nie wollte sie sich niederlassen, fest einrichten, Wurzeln schlagen, aber wie andere wohnen, hat sie immer schon fasziniert. In Kalifornien geht sie zu Hausbesichtigungen, nur um sich andere Leben in anderen Räumen auszumalen. Auf ihren unzähligen Reisen nach Japan, Mexiko, Marokko, Amerika und Südeuropa sieht sie, wie eng das Wohnen an die jeweilige Kultur geknüpft ist. Und bei ihrer Arbeit als Filmemacherin wird sie zur Expertin für das Erschaffen künstlicher Wohnwelten. Doch während sie ihr eigenes Elternhaus beschreibt, die Studentenbuden, Wohngemeinschaften und das versuchsweise Leben auf dem Land, drängt sich ihr eine Frage immer wieder auf: Wo ist eigentlich in all diesen Häusern und Wohnungen der Raum für die Frauen geblieben? Könnte es etwa sein, dass aus der Hausfrau nur eine Frau im Haus mit anderen geworden ist? Doris Dörrie ist fest entschlossen: Sie will ihre ganz eigene Art des Wohnens finden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Odilie
aus Bremen
5/5
11.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Fülle von Anregungen zum Denken stecken in diesem Buch!
Ich bin verblüfft und entzückt:
Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so angeregt, über eigenes Verhalten in den letzten Jahrzehnten nachzudenken!
Als Gerüst stellt mir Doris Dörrie kaleidoskopartig ihre Erfahrungen, Gedanken, Wünsche und Träume zum Thema "Wohnen" zur Verfügung.
Sagenhaft! Danke!
Macht Lust, sofort wieder "Ein Zimmer für sich allein" von Virginia Woolf zu lesen!!
Und aus den eigenen Gedanken Schlüsse zu ziehen.
V
aus München
5/5
02.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kluger Essay mit scharfem Blick
Ich war sehr gespannt auf diesen Band der Hanser Reihe und wurde nicht enttäuscht. Doris Dörrie schildert ihre verschiedenen Wohnsituationen sehr detailreich und analysiert mit scharfem Blick, vor allem auch, was Wohnen und die damit verbundene Care Arbeit für die Frauen bedeutet, die auch heutzutage oft noch den Großteil der letzteren tragen. Es erinnert auch an "Ein Zimmer für sich allein" von Virginia Woolf: Frauen wird auch heute noch in den seltensten Fällen der Platz und der Freiraum beim Wohnen zugestanden, den sich Männer oft ganz selbstverständlich nehmen.
Bewertung
5/5
25.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebst Du noch oder wohnst Du schon?
„Wohnen“ von Doris Dörrie ist in der Essayreihe „Leben“ des Hanser Verlags erschienen. Der Hanser Verlag hat bekannte deutschsprachige Autor:innen gebeten, sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des Lebens (Altern, Streiten, Lieben, Schlafen, Arbeiten, Wohnen, etc.) zu machen. Doris Dörrie hat sich mit dem Thema „Wohnen“ befasst und herausgekommen ist ein ganz wunderbares Essay.
Die Sesshaftigkeit der Eltern der 1955 in Hannover geborenen bekannten Filmemacherin und Autorin ist nichts für sie - sie wollte nie für immer an einem Ort leben. Auch wollte sie nicht das Schicksal ihrer Mutter teilen, deren Reich das Haus und besonders die Küche waren.
Doris Dörrie nimmt den Leser mit in die Wohnräume ihres Lebens, beschreibt das Elternhaus, die diversen Studentenbuden, Wohngemeinschaften, Wohnungen, in denen sie gelebt hat. Auf ihren vielen Reisen nach Japan, Mexiko, Marokko, Amerika und Südeuropa sieht sie, wie sehr das Wohnen mit der Kultur des jeweiligen Landes verbunden ist. Wohnen ist ein Menschenrecht, doch wie man wohnt und wieviel Platz man beansprucht, ist von Zivilisation zu Zivilisation unterschiedlich. Auch die Vorstellungen vom eigenen „Wohnparadies“ sind äußerst unterschiedlich.
„Wohnen“ ist durchaus eine Art Selbstporträt Dörries, sie beleuchtet aber auch politische und gesellschaftliche Aspekte des Wohnens und hinterfragt u.a., welche Räume wem zustehen (auch heute noch haben die wenigsten Frauen einen eigenen Raum in einer Wohnung) oder wieviel Raum/Platz wir wirklich benötigen (fehlender oder nicht mehr bezahlbarer Wohnraum, weil wir immer größer wohnen wollen), sind unsere Wohnvorstellungen (das große Eigenheim mit Garten) für die Zukunft noch geeignet, usw.
„Wohnen“ ist ein sehr kluges, lesenswertes Buch, lebendig und unterhaltsam geschrieben und regt durchaus zum Nachdenken ein. Klare Leseempfehlung!
Bewertung
4/5
02.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leben lesen
Wie wichtig wohnen und wie sehr das mit der eigenen Identität und Biographie verbunden ist, zeigt dieses Buch. Leben lesen, ist eine schöne Reihe mit den elementaren Dingen im Leben. Ein erholsames Zuhause voller Erinnerungen, das ist wohnen
nessabo
3/5
31.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein netter Essay zwischen Anekdotischem und Politischem
Ich kenne Doris Dörrie nur ansatzweise von ihren Filmen und fand den Themenkomplex rund ums Wohnen durchaus reizvoll. Nach der Lektüre würde ich sagen, dass sich auch dieses Buch gut in die Leben-Reihe des Verlags einfügt, ich jedoch selten viel aus den Werken mitnehmen kann.
Grundlegend schreibt Dörrie durchaus kurzweilig und teilweise humorvoll, ohne dabei den Blick für strukturelle Probleme zu verlieren. Sie vermischt in ihrem Essay Erinnerungen aus ihrem Leben mit feministischer und antikapitalistischer Analyse. Selbstredend kann in einem so kurzen Text wie diesem nicht tiefgreifend kritisiert werden, aber ich fand die vielen Elemente rund um Wohnungsnot, Klassen-Privilegien und sexistischer Rollenzuschreibung sehr wichtig. Ohne sie hätte mir definitiv die politische Komponente gefehlt.
Die Nähe und Liebe zu Japan ist der Autorin auf jeden Fall anzumerken - angenehmerweise aber ohne die starke Romantisierung, die ich in westlichen Diskursen zu Japan oft wahrnehme. Stattdessen gibt es einfach deutsche, us-amerikanische und japanische Elemente, die im Leben Dörries eine Rolle spiel(t)en. Nebenbei gibt sie uns auch immer wieder Einblicke in ihren Schreibprozess sowie ihr Schaffen als Regisseurin.
Insgesamt also eine sympathische und authentische Autorin sowie ein nett zu lesender Text, für mich aber mit wenig Potenzial für tiefgreifende Reflexionen. Wer Essays grundsätzlich schätzt, kann getrost zu diesem greifen und wird sicherlich auch etwas daraus mitnehmen können.
3,5 ⭐️
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.