Helene Schweitzer Bresslau (1879 1957) ist als die Frau an Albert Schweitzers Seite bekannt geworden, die gemeinsam mit ihrem Mann das Urwaldkrankenhaus im zentralafrikanischen Lambarene gründete. Daß die eigenständige und emanzipierte Tochter aus einem großbürgerlichen jüdischen Elternhaus einen erheblichen, oft unterschätzten Einfluß auf Albert Schweitzers Denken und Handeln hatte, zeigt Verena Mühlstein anhand von Tagebüchern, Briefen und anderen bisher unbekannten Dokumenten in ihrer spannend erzählten Biographie.
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Großartige Biografie
Bewertung aus Villach am 19.02.2025
Bewertungsnummer: 2416775
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Helene Bresslau, geboren am 25. Jänner 1879 in Berlin, wächst in einer jüdischen bildungsbürgerlichen Familie in äußerst harmonischen Verhältnissen auf. Der Vater wird, als Helene sieben Jahre alt ist, als Professor für Geschichte nach Straßburg berufen. Dort gibt es keinen Antisemitismus, deutsche Jüd*innen werden als Deutsche gesehen. Helenes Vater ist das besonders wichtig. Er lässt auch seine drei Kinder taufen, womit diese dem Protestantischen Glauben angehören.
Helene genießt eine vorzügliche Bildung, soweit die in ihrer Zeit möglich ist, und erhält eine Ausbildung in einem typischen Frauenberuf – als Lehrerin.
Mit Anfang 20 lernt sie Albert Schweitzer kennen, der zu diesem Zeitpunkt längst beschlossen hat, weder zu heiraten noch eigene Kinder zu haben – er möchte sein Leben vielmehr Waisenkindern widmen. Ganz offen bespricht Albert Schweitzer seine Lebenspläne mit Helene, die sich darauf einstellt. Auch sie möchte nicht heiraten, sondern ein Leben als selbstständige berufstätige Frau führen. Zu Beginn ihrer Freundschaft liegt Albert Schweitzer viel daran, sie davon zu überzeugen, dass sie einen anderen Mann heiraten soll, denn die Konventionen der Zeit sehen alleinstehende, unverheiratete Frauen als „altes Fräulein“.
Zehn Jahre nach ihrem ersten Kennenlernen heiraten Helene und Albert. Dies ist kurz vor ihrer ersten Reise nach Afrika, wo sie das Krankhaus in Lambarene aufbauen.
Viel wird über die Gesellschaft der Jahrhundertwende in Deutschland berichtet, insbesondere über Frauenbildung, aber auch über den Antisemitismus im bildungsbürgerlichen Deutschland.
Helene Schweitzer-Bresslau unterstützt ihren Mann ihr gesamtes Leben lang und muss dafür einige Abstriche für sich selbst machen. Oftmals befindet sich Albert Schweitzer in Afrika, sie kann ihn aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht begleiten und leidet unter den Trennungen sehr. Befindet sich Albert Schweitzer in Europa, arbeitet er an seinen Büchern, oder er ist als Organist auf Konzertreise bzw. hält Vorträge. Zwar ist Helene für Albert die wichtigste Person in seinem Leben. Auch ist sie jene Person, die ihm jedes Kapitel seiner Bücher korrigiert, seine Korrespondenz führt und ihm wichtigste Gesprächspartnerin ist. Er kann und möchte jedoch nicht auf seine „Verpflichtungen“ verzichten, trotzdem er weiß wie sehr er damit Helene kränkt.
Für mich ein hochinteressantes Buch über Helene und Albert Schweitzer, die ich beide bis dato zu wenig kannte. Nicht nur über Helene erfährt die Leser*in ihren gesamten Werdegang, sondern auch das Leben von Albert Schweitzer habe ich en passant viel erfahren – über sein Leben als Arzt, Organist, Pastor und Philosoph. Helene Schweitzers war eine selbstbewusste Frau, die zumindest in ihren jungen Jahren ihr eigenes Fortkommen, ihre Freiheit und ein selbstständiges Leben, oft gegen die Konventionen, führte.
Eine Biografie, die wirklich sehr gern gelesen habe - absolute Empfehlung!
Aus Freundschaft wird Liebe
Alexandra aus Kerzers am 04.10.2022
Bewertungsnummer: 1799040
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das 1.Kapitel fand ich etwas schwerfällig geschrieben. Die Familienmitglieder und ihre spezielle Familienform bzw. -zusammensetzung wurde für mich zu viele Namen genannt, welche es unübersichtlich machte. Irgendwann wusste ich nicht mehr wer mit wem wie verwandt war. Das legte sich dann aber im 2.Kapitel, in welchem es mehr und mehr um Helene Bresslau ging.
Trotzdem musste ich das Lesen abbrechen, da ich nach 1 Monat lesen erst knapp in der Mitte des Buches war. Der Schreibstil konnte mich nicht packen, auch wenn ich gerne gewusst hätte was Helene und Albert noch alles erleben und durchstehen müssen.
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