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Die Jungfrau Roman | »Ein Zauberkunststück.« Meike Feßmann, Deutschlandfunk Kultur

2

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.02.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

152

Maße (L/B/H)

18,9/11,7/1,5 cm

Gewicht

142 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14926-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.02.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

152

Maße (L/B/H)

18,9/11,7/1,5 cm

Gewicht

142 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14926-6

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

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  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    26.06.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Auf der Suche nach dem Ich Im…

    Auf der Suche nach dem Ich Im Reigen der bei auffallend vielen Autoren derzeit sehr beliebten, autofiktionalen Romane steht Monika Helfers «Die Jungfrau» für das Erkunden des ‹Ich›, was hier exemplarisch an der lebenslangen Freundschaft zweier Frauen dargestellt wird. Eine der beiden ist eine Schriftstellerin mit dem Vornamen Monika (sic!), die andere, wie die österreichische Autorin im Interview erklärt hat, allerdings nur zu dreißig Prozent reale Figur ist deren Freundin Gloria. Die eher unscheinbare, brave, aber blitzgescheite Moni kommt aus bescheidenen Verhältnissen, die exzentrische Gloria hingegen entstammt dem gehobenen bürgerlichen Milieu. Beide sind mit unterschiedlichen Talenten gesegnet. Moni ist eine sehr gute Schülerin, die ihrer Freundin bei Klassenarbeiten die Lösungen zuflüstert und dabei ganz bewusst auch Fehler einbaut, damit der Lehrer keinen Verdacht schöpft, weil die Versagerin plötzlich alles richtig macht. Gloria macht ihrem Namen alle Ehre, sie ist abenteuerlustig, äußerst attraktiv, erfolgreich und atemberaubend sexy, alle Männer schwärmen von ihr, und sie hat Talent als Schauspielerin, träumt von ihrer künftigen Karriere. Der in acht Kapiteln erzählte, schmale Roman beginnt fünfzig Jahre später mit einem Hilferuf der kranken Gloria, die vor ihrem Tod unbedingt noch mal mit Moni reden will. Die Beiden haben sich völlig auseinander gelebt und sich schon jahrelang nicht mehr gesehen. Sofort fährt Moni zu ihr und findet sie verwahrlost in der ziemlich herunter gekommenen alten Villa, eine Nichte, die in der Nachbarschaft wohnt, betreut sie dort – und hofft mangels Blutsverwandten auf eine Erbschaft. Während Moni in zweiter Ehe mit einem Schriftsteller namens Michael (sic!) glücklich verheiratet ist und Kinder hat, ist Gloria ledig geblieben und, wie sie der Freundin gesteht, immer Jungfrau geblieben. Trotz ihrer umwerfenden Attraktivität habe sie nämlich nie mit einem Mann geschlafen. Auch eine einzige, leidenschaftliche Affäre mit einem verheirateten italienischen Professor blieb in diesem einen Punkte keusch, weil dieser Mann sich aus tiefer Religiosität strikt an sein Ehegelübde gebunden fühlte, woran auch Glorias sehnlicher Wunsch nach eigenen Kindern damals partout nichts ändern konnte. In vielen chronologisch wild durcheinander gewürfelten Rückblenden beschreibt die Autorin, wie ihre Protagonistinnen zu denen wurden, die sie nun im Alter tatsächlich geworden sind. An einer Stelle im Roman werden diese von der Autorin selbstkritisch erkannten Zeitsprünge von ihr damit erklärt, dass Erinnern ja immer ein chaotischer Prozess sei, den sie nur getreulich abbilde in ihrer Geschichte. Und auch die Frage bleibt jeweils offen, ab wo der voyeuristische Zoom auf das Innerste ihrer Figuren von der Realität ins Fiktive abgleitet, reale Wahrheit also zur puren Fantasie wird. Das alles gipfelt in dem Wunsch von Gloria, ihre Freundin möge doch ein Buch über sie schreiben, denn wenigstens das würde zurückbleiben von ihr, wenn sie erst tot sei. Moni erkennt in den intensiven Gesprächen, die sie nach einer sehr langen, getrennt nebeneinander her gelebten Zeit nun führen, dass sie immer einen gewissen Neid empfunden hat und oft auch ziemlich eifersüchtig war auf Gloria. Der eher konservativen, angepassten, bescheidenen Lebensweise der spät zu Ansehen gekommenen Schriftstellerin steht in diesem Roman das abenteuerliche, exaltierte, unter glänzenden Vorzeichen stehende Künstlerleben der exaltierten Jugendfreundin Gloria diametral gegenüber, was der Autorin reichlich Stoff bietet für allerlei kontemplative Exkursionen. Sie bleibt dabei aber auffallend distanziert, schreibt wie nebenbei über ihre Thematik, sie stellt weder selbst Fragen noch gibt sie Antworten auf Zweifel oder Widersprüche. Am Ende haben die alten Rollenbilder der ungleichen Freundinnen die biografischen Umbrüche und Verwerfungen fast allesamt überlebt, und das eigene Ich bleibt weiterhin rätselhaft. Die Autorin macht auch das Schreiben selbst zum Thema ihres Romans und bereichert ihn damit zusätzlich.

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