Keine Party ist auch keine Lösung
Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis | Ein berührendes und Mut machendes Kinderbuch mit einer starken Heldin – authentisch und schwungvoll erzählt
Jagoda, neun-fast-zehn, steckt tief im Schlamassel: Warum hat sie ihre neue Klassenkameradin Mia zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen, obwohl es gar keine gibt? Denn Jagoda und ihre Mama wohnen im Frauenhaus, und das darf niemand wissen. Aber ohne Party wird Mia vielleicht nie ihre Freundin. Kann Jagoda in nur vier Tagen und mit null Euro die beste Party überhaupt organisieren?
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Daggy
Thalia Book Circle Community
5/5
28.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überzeugend erzählt voller Wärme und Humor
Ich bin noch ganz beseelt von diesem liebevoll geschriebenen Buch. Dabei behandelt es ein sehr ernstes Thema, denn es geht um häusliche Gewalt. Aber Jagoda, die seit einem halben Jahr mit ihrer Mutter in einem Frauenhaus an der polnischen Grenze wohnt, ist eine sehr pragmatisches Kind und sie hat ein Ziel vor Augen, ihren 10. Geburtstag.
Leider ist dieser Geburtstag schon in vier Tagen und mit jeder Kapitelüberschrift nähern wir uns ihm immer mehr. Jagoda hat Mia, ihre neue Mitschülerin, die sie sich zur Freundin wünscht, eingeladen, obwohl sei weiß, dass sie niemanden ins Frauenhaus einladen darf, denn die Adresse muss geheim bleiben. Jagoda macht also einen Plan und bittet einige Menschen um Hilfe, so haben wir mit ihr die Hoffnung, dass es eine Mega-Party werden kann, doch am Vortag spitzt sich die Situation dramatisch zu.
Jagoda ist trotz ihrer negativen Erfahrung ein Kind, dass noch Wünsche hat und die alles tut, damit sie in Erfüllung gehen. Sie hat selbst Strategien entwickelt sich abzulenken. So hat sie eine Aversion gegen „Blau“, was damit zu tun hat, dass ihr Name auf Polnisch Blaubeere bedeutet. So sammelt sie gute und schlechte Blaus in einer Liste, sie zur Beruhigung im Stillen aufsagt.
Dieses Mädchen, dass schon so viel in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat und die für ihr Alter viel zu reif und vernünftig ist, zeigt uns eine Welt, die wir hoffentlich nicht kennenlernen werden. Aber es ist wichtig zu wissen, dass es Kinder gibt, die so leben müssen, wir Jagoda.
Es gibt viele schöne kleine Zeichnungen in dem Buch und der Geschichte, die aus Jagodas Sicht erzählt wird, geht einfach ins Herz. Ein besonders Buch über ein ganz besonderes Mädchen!
v_buecherwurm
Thalia Book Circle Community
5/5
06.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie ist es für Kinder im Frauenhaus zu leben
Inhalt
Jagodas zehnter Geburtstag steht an, den sie gerne groß Feiern möchte und dazu lädt sie auch ihre neue Freundin Mia ein. Doch es gibt keine Party! Jagoda lebt mit ihrer Mutter im Frauenhaus, das darf aber niemand wissen, damit ihr Vater sie nicht finden kann. Darum ist ein Geburtstagsparty dort mit Schulfreunden unmöglich. Aber keine Party ist auch keine Lösung! Wie soll Jagoda in nur vier Tagen und ohne Geld die beste Party organisieren?
Meinung zum Buch
Die Geschichte ist wirklich sehr interessant, da sie mir einen Einblick in das Leben in einem Frauenhaus geboten hat, den ich noch nicht kannte. Es wird viel in dem Zusammenhang kurz angerissen, aber nur soweit drauf eingegangen, wie es für die Zielgruppe nötig ist. Mich hat das zum Nachdenken und Austausch mit meiner Mutter angeregt. Obwohl Jagodas Leben nicht einfach ist, weiß sie das Beste draus zu machen und nicht aufzugeben. „Geht nicht – gibt’s nicht“ – das Lebensmotto ihrer Oma hat sie sich zu eigen gemacht und ihr Optimismus ist ansteckend. Trotz ihrer eigenen Sorgen und Probleme ist sie stets für andere da und hilft, was mich sehr beeindruckt hat. Für mich ist sie ein starkes Vorbild. Ich hoffe, ich kann das Buch etwas ins Rampenlicht stellen, damit es auffällt. 5 von 5 Sternen.
lesenmitausblick
5/5
28.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig! Wichtig! Lesen!
Kennt ihr Bücher der Autorin Anna Maria Praßler? Ich habe jetzt schon einige ihrer Bücher gelesen, aber nun hat sie ein Buch geschrieben, das ab sofort mein liebstes von ihr ist: „Keine Party ist auch keine Lösung“, erschienen im wunderbaren Klett Kinderbuch Verlag und als Hörbuch erhältlich beim rubiton Audioverlag.
Ich habe das ungekürzte Hörbuch mit der tollen Uta Dänekamp als Sprecherin gehört und bin begeistert. Das Buch hat Theresa Strozyk illustriert und lohnt sich deshalb ebenso.
Hauptperson der Geschichte ist Jagoda, polnisch für Blaubeere, und die Geschichte spielt an der deutsch-polnischen Grenze. Ich mag Geschichten, deren Orte man kennt oder die in der eigenen Heimat spielen so gern und habe die Stadt auch erkannt, in der die Geschichte spielt. Wer noch?
Jagoda ist ein großartiges, starkes Mädchen. Das muss sie auch sein, denn sie lebt bereits zum zweiten Mal mit ihrer Mutter in einem Frauenhaus. Anna Maria Praßler erzählt hier von Kindern und ihren Müttern, aus allen sozialen Schichten, die vor ihren gewalttätigen Männern und Vätern fliehen und sich verstecken mussten. Klingt nach schwerer Kost. Ist es aber nicht. Die Autorin erzählt mit einer Leichtigkeit und mit Spaß von Jagoda und ihrem Leben im Frauenhaus und schafft es trotzdem den Ernst dahinter zu vermitteln, ohne dass er bleiern über allem liegt. Jagoda ist mir sofort ans Herz gewachsen, denn sie wünscht sich nur eines: dass die neue Mitschülerin Mia ihre Freundin wird und eine richtig coole Party zu ihrem 10. Geburtstag. Denn, keine Party ist auch keine Lösung.
Anna Maria Praßler erzählt von starken und schwachen Momenten, von verschiedensten Menschen und wie sie mit ihrem Schicksal umgehen. Wie sie sich im Frauenhaus zurechtfinden, manche besser, manche mit Schwierigkeiten. Wie sie es schaffen, sich aus dem gewalttätigen Leben und der Abhängigkeit von den Männern zu befreien oder daran scheitern.
Das alles aus der Perspektive von Jagoda, die genau eine Woche Zeit hat, ihre eigene Geburtstagsparty zu organisieren. Ohne Geld, ohne, dass ihre Adresse auffliegt - denn die muss unter allen Umständen geheim bleiben, zum Schutz aller Frauen. Ich habe mit Jagoda mitgefiebert und mich mit ihr gefreut, wenn sie Lösungen für all die Probleme und Steine im Weg findet. Großartig, wie jede Person in ihrem Umfeld ihr Können oder ihre Stärke einbringen kann, um Jagoda zu unterstützen. Doch als all die Anstrengungen zu scheitern drohen und nicht nur Jagodas Party auf dem Spiel steht, sondern auch die Freundschaft zu Mia und, noch viel schlimmer, ihr Vater sie aufspüren will, scheint Jagoda sich aufzugeben. Das war’s dann wohl mit der Geburtstagsparty…
„Keine Party ist auch keine Lösung“ ist ein wichtiges und wertvolles Buch für Kinder und Familien, die vielleicht Ähnliches erlebt haben. Aber natürlich auch für alle anderen. Anna Maria Praßler beschreibt ein buntes und vielfältiges Leben, spielt wunderbar mit Sprache, lässt die Kinder sprechen wie im echten Leben, greift ihre Lebenswirklichkeit gekonnt auf. Dabei bringt sie so viele Aspekte scheinbar mühelos mit in die Geschichte hinein. Ob es das Leben in ostdeutschen Städten an der deutsch-polnischen Grenze ist, die unterschiedlichsten Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen im Frauenhaus leben und auch ganz unterschiedlich damit umgehen. Aber auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Mobbing und Freundschaft fehlen hier nicht. Gleichzeitig schafft sie es, mit Jagodas Geschichte Hoffnung zu vermitteln und Zuversicht. Ohne jedoch alles nur schön zu malen. Auch die dunklen Seiten des Lebens im Frauenhaus kommen zur Sprache. Die Gefahr, dass hier unerwünschte Männer auftauchen, die dauerhafte Angst vor Entdeckung, das Geheimhalten und alle Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, bis hin zum Schulbesuch, werden nicht ausgelassen.
Jagoda schreibt Listen mit Wörtern zur Farbe Blau, die sie mag oder nicht mag. Sie spricht Zungenbrecher rauf und runter, um mit ihren inneren Konflikten umzugehen, sie mag es nicht gern, angefasst zu werden, sie liebt Songs von Nina Chuba. Wie ihr all das auch helfen kann und ob ihre Party ins Wasser fällt, das empfehle ich euch dringend selbst herauszufinden. Lest das Buch, hört das Hörbuch und empfehlt beides gern weiter!
v_buecherwurm
aus Furth
5/5
04.01.2026
Hörbuch (CD)
Kindheit im Frauenhaus…
Kindheit im Frauenhaus erleben Inhalt Jagodas zehnter Geburtstag steht an, den sie gerne groß Feiern möchte und dazu lädt sie auch ihre neue Freundin Mia ein. Doch es gibt keine Party! Jagoda lebt mit ihrer Mutter im Frauenhaus, das darf aber niemand wissen, damit ihr Vater sie nicht finden kann. Darum ist ein Geburtstagsparty dort mit Schulfreunden unmöglich. Aber keine Party ist auch keine Lösung! Wie soll Jagoda in nur vier Tagen und ohne Geld die beste Party organisieren? Meinung zum Hörbuch Die Sprechstimme von Uta Dänekamp ist sehr angenehm, lebendig aber auch frech. Sie hat mich gut mit in die Geschichte genommen und mich mit Jagoda mitfühlen lassen. Diese wird ungekürzt erzählt, sodass man auch bequem im Buch parallel mitlesen kann. Mit einer Laufzeit von 2 Stunden 38 Minuten konnte ich auch an einem Stück gut bis zum Ende folgen ohne abzudriften. Von mir gibt es für das Hörbuch 5 von 5 Sternen.
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