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Amphibium Roman | »Eines der Bücher, von denen ich wünschte, ich hätte es bereits lesen können, als ich 20 Jahre alt war. Das hätte etwas verändert.« Lea Ruckpaul

13

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.06.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,7/12,9/3,1 cm

Gewicht

452 g

Farbe

Lichtgrau / Grau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Amphibian

Übersetzt von

Lisa Kögeböhn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28456-1

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Erfrischend an diesem Text ist, dass er die Existenz eines dezidiert weiblichen sexuellen Verlangens nicht negiert und versteht, dass dieses ebenso von Macht und Beherrschungswillen durchdrungen sein kann. (…) Die aus den Märchen-Metamorphosen entlehnte Stimm- und Sprachlosigkeit gewinnt als Motiv immer mehr an Bedeutung, bis es zuletzt den Lesern selbst die Kehle zuschnürt, weil Geheimnisse und Sprachlosigkeit die innige Beziehung der Mädchen gefährden. ("Die Welt")
Ein Coming of-Age Roman, der ebenso beklemmend wie berührend ist. (…) Ein feinsinniger, erschütternder Blick auf die dunklen Seiten des Erwachsenwerdens ohne falsche Sentimentalität, aber mit viel Verständnis für die zarte Gewalt, mit der Identität entsteht. ("Buchkultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.06.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,7/12,9/3,1 cm

Gewicht

452 g

Farbe

Lichtgrau / Grau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Amphibian

Übersetzt von

Lisa Kögeböhn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28456-1

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

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  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    02.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schmerzhaftes Erwachsenwerden

    Die 1990er Jahre in Südwestengland. Sissy, elf Jahre alt, noch nicht lange an der Schule, ist Außenseiterin, noch gehört sie nicht dazu. Tegan ist das coole Mädchen, um das sich alle aus der Klasse scharren, und Sissy möchte auch so dazu gehören. Erst als Sissy einem Jungen mit einem Stein auf den Kopf schlägt, würdigt Tegan sie als Freundin – zuerst aber nur heimlich, nicht vor den anderen. Bald sind die beiden richtige Freundinnen, teilen alles miteinander und haben trotzdem auch Geheimnisse voreinander. Sissys Mutter ist lange ein gewisses Geheimnis in dieser Freundschaft. Sie ist alleinerziehend und leidet unter einer psychischen Krankheit, so dass sie tagelang nicht aufstehen kann und Sissy allein auf sich gestellt ist - der Kühlschrank leer, die Vorhänge zugezogen. Sissy hat das Gefühl, dass sie ihre Mutter beschützen muss, auch dafür lügen muss, damit weder Schule noch Jugendamt oder sonst jemand auf diese Situation aufmerksam wird. Erwachsen werden ist in dieser Geschichte ein schmerzlicher Prozess. Es geht um akzeptiert, geliebt und anerkannt werden, weil man dazugehören will. Es geht um eine toxische Beziehung, die sich Freundschaft nennt. Und um eine unfähige Mutter, weil sie krank ist. Die 11-jährige kompensiert die mütterlichen Unzulänglichkeiten durch Lügen und Verheimlichen. Es geht auch darum, wie sich so junge Mädchen Begehren und Sex vorstellen, obwohl sie noch nicht einmal geküsst haben. Normalerweise lese ich Coming-of-age Geschichten nicht gerne, aber diese hier ist besonders. Sie zeigt in unterschiedlichen Bereichen, was es bedeutet vom Kind zu einem pubertierenden Mädchen zu werden, was es heißt Aufmerksamkeiten auf sich zu ziehen bzw diese zu provozieren. Absolute Leseempfehlung Aus dem Englischen von Lisa Kögeböhn

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    5/5

    03.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartiges Debüt

    »Meine Aufgabe ist auch, Mou vor dem zu beschützen, was andere Leute von ihr denken. Ich weiß, dass Mou mich eigentlich nicht vergessen sollte.« (Seite 42) Die elfjährige Sissy ist mit ihrer psychisch labilen alleinerziehenden Mutter kürzlich nach Südwestengland gezogen, ein Neuanfang musste her. Nun ist sie die Neue an der Schule, den Anschluss zu finden fällt ihr schwer. Als sie sich mit der ein Jahr älteren Tegan anfreundet, werden beide ziemlich schnell beste Freundinnen, erkunden zusammen ihren Körper, flüchten sich in eine Scheinwelt, in der alles möglich ist. Als in ihrer Umgebung Mädchen verschwinden, malen sie sich aus, welche Fotos von ihnen auf den Suchplakaten hängen könnten. Welche Konsequenzen dies zur Folge hätte, ist beiden nicht klar, sie unterschätzen die Gefahr. »Ich weiß, dass es Kinder gibt, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, sodass sie ihnen weggenommen werden und bei anderen Leuten aufwachsen, die nicht ihre richtigen Eltern sind. Das weiß ich, solange ich denken kann. Das ist unsere größte Angst.« (Seite 113 Auf dem Weg zur Frau, kein Kind mehr, aber ein Mädchen, bald erwachsen, aber noch nicht jetzt. Auf der Suche nach Identität, nach Geborgenheit und Liebe, den eigenen Körper entdeckend, noch nicht wissend, was erlaubt ist, was richtig und was falsch. Mit einer Mutter, die sich selbst wie ein Kind benimmt, nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, geschweige denn für ein Kind. Einerseits so unreif, andererseits so stark, sich kümmernd, eine Mauer hochziehend, wenn dies notwendig ist. Dies alles und noch viel mehr ist die Ich-Erzählerin und dies ist so authentisch, dass es wehtut. Dieses Debüt hat mich eingesogen, mich durchgeschüttelt und ergriffen, es war lebendig, erschütternd und echt. Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, worauf wir zusteuern, aber der gewählte Abschluss war perfekt. Für alle, die nah an der Realität bleiben wollen und sich daran erinnern, wie es war, erwachsen zu werden. Lesen!

  • Buecherheidrun

    aus Horb

    5/5

    26.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schonungslos, kraftvoll und absolut lesenswert

    Die vermutlich nicht ganz schmerzlose Metamorphose eines Amphibiums vom Wasser- zum Landwesen ähnelt der Verwandlung der 11-jährigen Sissy vom unbedarften Kind hin zu einer jungen Frau, die mehr und mehr ihre Weiblichkeit entdeckt. Mou als alleinerziehende Mutter, die immer wieder in dunkle Phasen abdriftet, lässt Sissy an ihrem neuen Wohnort alle Freiheiten und auch die Freundschaft zu Tegan zu, deren Erziehung ebenfalls eher unkonventionell erfolgt. Die ein Jahr ältere Tegan stiftet Sissy nach und nach zu Experimenten in Chats mit Männern, zum Probieren alkoholischer Getränke und zum Entdecken ihrer intimen Sehnsüchte an. Ob die Freundschaft wirklich auf Gegenseitigkeit beruht, ist immer wieder fraglich, doch für Sissy ist das Zugehörigkeitsgefühl und die Akzeptanz ein unvergleichlich erhebendes Glück in ihrem bisher recht rastlosen Leben. Die beunruhigenden Veränderungen ihrer Körper gehen einher mit dem Verschwinden junger Mädchen in der Gegend, doch die beiden verspüren keine Angst, sondern planen ihre Suchplakat-Fotos, fühlen sich in ihrer neuen Weiblichkeit unverwundbar und wären stolz auf die Aufmerksamkeit eines Entführers. Bis Tegan eines Tages tatsächlich verschwindet und die mythisch und märchenhaft anmutenden Fantasiewelten bittere Realität zu werden drohen…. Mit feinem Gespür für die Verwandlung zur Frau und die Entdeckung des eigenen Ichs, lotet dieser erstaunliche Debüt-Roman die Zerbrechlichkeit einer Kinderseele mit einem Hauch von magischem Realismus aus. Gebannt, aber immer auch mit einem unguten Gefühl, verfolgt man die Unbedarftheit der Mädchen gegenüber reellen Gefahren und ihre Stärke, den eigenen, steinigen Lebensweg zu finden. Schonungslos, kraftvoll und absolut lesenswert! „Am Ende dieser Geschichte werde ich mich verwandelt haben, in etwas Anderes, etwas Grauenvolles. Soll heißen: etwas voll des Grauens.“ (S. 11)

  • Andrea

    aus Karlsruhe

    5/5

    14.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Aufwühlend und mitreißend

    Inhalt: Sissy lebt mit ihrer labilen Mutter zusammen, die immer etwas anders als andere Eltern erscheint. Sie ist 11 Jahre alt und lernt Tegan kennen, das coolste Mädchen der Klasse, das mit ihr befreundet sein will. Die beiden kommen in die Pubertät und verändern sich, was Sissy fasziniert und beschäftigt. Dann werden in der Umgebung junge Mädchen entführt und zu Sissys Unsicherheiten und Ängsten kommt dadurch noch eine weitere hinzu. Meinung: Sissys Welt ist etwas Besonderes. Sie schwärmt für einen Jungen auf einem Sticker, verhält sich anderen gegenüber scheinbar seltsam und will, dass es ihrer Mutter gut geht. Sissy entwickelt sich im Verlauf des Romans, sie entdeckt Veränderungen an sich, sowohl körperlich als auch in ihrem Verhalten, mit denen sie kaum mithalten kann und die sie befremden. Mit ihrer Mutter lebt sie in einer ärmlich eingerichteten Unterkunft, was sie aber zunächst nicht so sieht. Erst im Vergleich mit Tegan und deren Schwester lernt sie andere Familien und deren Welten kennen, in denen allerdings auch nicht alles perfekt ist. Ihren Vater kennt sie nicht wirklich, sie klammert sich an Erinnerungsfetzen an ihn und ist sich nicht sicher, warum sie ihn überhaupt verlassen haben. Sissys Verunsicherung wird durchgehend auf die Leserin übertragen, da man mit ihr wächst, ihre Probleme kennt und versucht, ihre Handlungsweisen nachzuvollziehen. Man fühlt mit Sissy und möchte ihr Ratschläge geben, kann sich aber auch selbst noch an diese unsichere Phase der Pubertät erinnern. Sie versucht, ihr Leben durch die Augen anderer zu sehen, was sie beinahe verzweifeln lässt. In diesem Werk begleitet man Sissy beim Übergang vom Mädchen zur Frau , welcher aufwühlend und emotional ist. Sissy versucht ihre depressive Mutter zu unterstützen, braucht aber selbst dringend Unterstützung. Diese Schwierigkeiten werden empathisch geschildert und zeigen das große Verständnis der Autorin. Auch die sexuellen Unsicherheiten Sissys oder die Schwierigkeit, in bestimmten Situationen "Nein" zu sagen werden herausragend beschrieben. Was lernt man in der Schule, was ist wichtig im Leben? Tyler Wetherall geht auf viele Tabuthemen der Gesellschaft ein und zerrt sie ins Licht. Sehr lesenswert!

  • MarieOn

    5/5

    14.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine mutmachende Geschichte

    Susie mou liegt im Bett, als die elfjährige Sissy aus der Schule kommt. Die Vorhänge, wie immer zugezogen, liegt sie auf der Seite und sieht zur Wand. Ein Blick in den Kühlschrank spiegelt Sissys innere Leere. Sie füllt eine Schale mir Cornflakes und schüttet die restliche Milch darüber, sie schmeckt sauer. Sissy kennt Luke Perry nicht, trotzdem hat sie seinen Aufkleber aus der Illustrierten in der Arztpraxis geklaut. Jetzt klebt er unter dem Regal über ihrem Bett, wo nur sie ihn sehen kann. Ihr ist egal, wie er heißt, sie gibt seinem Gesicht eigene Namen (Ramses, Adam oder Freddie) und träumt davon, ihn zu verführen, um ihn dann zu ertränken. Sie hat gemerkt, dass, wenn sie sich auf ihre Matratze hockt und die rechte Ferse zwischen die Beine klemmt, das Becken ein wenig kreisen lässt, ihr Gesicht heiß wird und es in ihr flutet und pocht, wie die Supernova. Koko aus Griechenland ist nicht mehr da, aber er war der Namensgeber für ihre Mutter. Er nannte sie Susie mou (meine Susie) oder matia mou (meine Augen) anders für ich liebe dich. Sie haben Koko irgendwo draußen auf der Nordsee gelassen. Vielleicht ist er immer noch auf den Bohrinseln, spart für ein kleines Häuschen mit Garten für Mom und seine Tochter. Neue Schule, neue Sissy. Tegan sitzt auf einer Bank, kichert und flüstert mit einem anderen Mädchen. Hinter ihnen stehen sechs weitere in der Schlange. Sie hat die Illustrierte More auf dem Schoß, aber darum geht es nicht. Sie wollen alle in den Genuss kommen, neben Tegan zu sitzen, denn Tegan ist cool. Sissy läuft die Schulhofbegrenzung auf und ab und schaut ihnen verstohlen über die Schulter zu. Fazit: Tyler Wetherall hat ein feinfühliges Romandebüt geliefert. Mit großer Empathie versetzt sie sich in ein junges Mädchen, dessen Mutter an einer Depression erkrankt ist. Sie ist nicht in der Lage, sich um ihre Tochter zu kümmern, die sich selbst überlassen bleibt. Die Mutter leidet unter ihrer Unfähigkeit und überträgt die Schuldgefühle auf die Tochter, die sich für deren Wohlergehen verantwortlich fühlt. Die Ängste der Mutter führen zu Übersprungshandlungen mit Fluchttendenzen. Derweil versucht Sissy ihr Leben zu meistern und den rasanten Sprung vom Kindsein zur Frau zu vollenden. Die Autorin trifft genau den richtigen Ton, hat in ihrer klugen Protagonistin die Richtige gefunden, um mich an meine eigenen pubertären Nöte zu erinnern. Immer in Begleitung der Angst, Nein zu sagen, des Gefühls, sich zu verweigern führe dazu, nicht gemocht zu werden. Diese Enttäuschung, wieder nur benutzt worden zu sein und die Hingabe an augenscheinlich Stärkere. Wetherall hat einige mystische Elemente eingebracht, die mich nicht gestört, sondern eher das Besondere an der jungen Heldin Sissy hervorgehoben haben. Die Ich-Erzählung im Präsens erleichtert den Lesefluss und bringt mich ganz nah an Sissy heran. Eine traurige, schöne, kluge und mutmachende Geschichte, die ich ganz arg genossen habe.

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