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Wir spielen Alltag Leben in Israel seit dem 7. Oktober | »Klug und empathisch – ein Buch, in dem die Traumata der israelischen Gesellschaft sichtbar werden.« Sigrid Brinkmann, DLF

5

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.04.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

19,2/12,1/2,2 cm

Gewicht

240 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

2. Auflage

Übersetzt von

Markus Lemke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28453-0

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Ein mehr als beeindruckendes Buch über das Leben in Israel, über einen Alltag in diesen Zeiten, in denen kaum noch eine Zukunft vorstellbar ist. Unbedingt lesen und dadurch besser verstehen! ("Kulturette")
Lizzie Doron zeigt in Wir spielen Alltag‘ die tiefe Entfremdung liberaler und linker Menschen von ihrem Staat und gleichzeitig ihr internationales politisches Alleingelassensein. ("Kulturnews")
Splitter um Splitter trägt Lizzie Doron das Geschehen zusammen, arbeitet sich durch alle Ebenen, weigert sich, sich mit einer Position komplett zu identifizieren und zufriedenzugeben. [...] Lizzie Doron wagt sich weiter als andere. [...] Uns Glücklichen, die wir wählen können, wann wir hin- und wann wir wegschauen, hat sie ein weiteres Mal eine Brücke in etwas Unvorstellbares gebaut. ("Berliner Zeitung")
Lizzie Doron gelingt eine eindringliche und fesselnde Reflexion über den Preis des Krieges. ("NZZ am Sonntag")
Unmittelbare Eindrücke, die nur durch die sarkastische Erzählweise erträglich werden. Man hat die 160 Seiten schnell durch. Weil man das Buch nicht aus der Hand legt. ("Berliner Morgenpost")
Eine sehr lesenswerte Auseinandersetzung mit der israelischen Gesellschaft, die – genau wie die Autorin – seither in einer regelrechten Schockstarre gefangen zu sein scheint Und ein Stück Trauerarbeit. ("WDR 5, Westart lesen")
Lizzie Doron erzählt so eindringlich, dass man es lange nicht vergisst. ("NDR Kultur")
Ein erschütterndes, zutiefst menschliches Buch. ("Bücher Magazin")
Der bedrückende Bericht über eine traumatisierte Gesellschaft. ("Der Tagesspiegel")
Lizzie Doron beschreibt auf sehr persönliche Weise den Schockzustand, der seit dem 7. Oktober die Menschen in jener Region im Griff hat. ("General-Anzeiger")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.04.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

19,2/12,1/2,2 cm

Gewicht

240 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

2. Auflage

Übersetzt von

Markus Lemke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28453-0

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

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  • Seitenrascheln

    5/5

    28.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erschütternd

    Ich weiß noch ganz genau wo ich an diesem 7. Oktober war, als mich die ersten Nachrichten aus Israel erreichten. Es hatte mich zutiefst erschüttert und glich einem lebendig gewordenen Alptraum. Lizzie erzählt davon wie es ihr und ihrer Familie und Freunden erging. Ich stehe sprachlos davor wie „Alltag“ nach diesem entsetzlichen Tag ausschaut. „Und jetzt, Monate später, da ich dies schreibe, weiß ich, Worte können diese quälende Zeit nicht erfassen, die so unendlich langsam verstrich, die Atemzüge nicht, die aussetzten, die apokalyptischen Gedanken, und auch den Schweiß nicht, in den ich ausbrach und der wieder trocknete und von Neuem ausbrach, nicht die Luftalarme und das Sirren der Raketen, die Einschläge und die Abschüsse ringsum.“ (S. 11 meiner eBook-Ausgabe) Lizzie Doron versucht eine Auszeit von den Nachrichten und engagiert sich ehrenamtlich durch die Vermittlung einer Freundin an ein Erinnerungsprojekt, das den Opfern des Massakers gewidmet ist und Nachrufe verfasst. Man rechnet mit über 1.300 Namen die eingehen werden. Alleine schon diese Stelle lässt einem still zurück. So viele Menschen, so viele Tote, so viel Leid. Das Gespräch mit einem palästinensischen Freund stockt. Wie will man Worte finden? Wann kann man überhaupt noch miteinander reden und sich verstehen? Und immer wieder erzählt Lizzie Doron von Situationen, die manchmal wirklich absurd klingen, beispielsweise im Schutzraum während eines Luftangriffes. Oder von Demonstrationen, an denen man sich immer noch beteiligt. Lizzie Doron schreibt in ihrem Nachwort zu diesem Buch: „Alle diese Geschichten habe ich so erlebt, sie sind wahr. Ich wollte, dass unsere Realität erzählt wird. Dass man die Dringlichkeit spürt, die Wut, die Frustration, die Verzweiflung – und die Sehnsucht nach Normalität, das tiefe Bedürfnis nach Hoffnung und danach, endlich wieder Mitleid zu empfinden, endlich wieder lieben zu können. Und ich wollte, dass man sieht, wohin grausamer Hass führt, Siegesträume, wahnhafte Politiker und messianische Fantasten.“ Fazit: Ich kann die Lektüre dieses Buches mit seinen 160 Seiten nur sehr empfehlen. Mir konnte es ein Verständnis dafür geben wie zerrissen und zutiefst verletzt das Leben und Denken der israelischen Bevölkerung seit diesem Tag ist. Die Übersetzung aus dem Hebräischen ist von Markus Lemke.

  • Jürg K.

    5/5

    26.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindrücklich und interessant

    Ein Leben lang hat sie für das Land gekämpft. Eine Heimat ohne Verfolgung, für Frieden mit den palästinensischen Nachbarn, für Freiheit und Demokratie. Dann kam der 7. Oktober und erschütterte alles, was vorher war. Was passierte ist ein Krieg, der noch mehr Menschenleben fordert. An welcher Zukunft kann man sich noch halten? Lizzie Doron beschreibt einen Alltag, den es so schon lange nicht mehr gibt. Die Schilderung des Alltages ist sehr real und authentisch. Dieses Buch ist ein Zeugnis, was nach dem 7. Oktober in der Gesellschaft passierte. Es wird schonungslos der bestehende Alltag des Lebens zwischen Krieg, Verlust und der Suche nach Normalität geschildert. Beschrieben werden die politischen Entwicklungen der jetzigen Gesellschaft. Das Lesen dieses sehr ausführlichen Buches ist nicht sehr einfach und doch interessant und spannend. Dieses Buch kann ich Lesern empfehlen die mehr über den Nahostkonflikt wissen möchten.

  • yellowdog

    5/5

    17.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Text voller Empathie

    Leben in Israel seit dem 7.Oktober. Der 7.Oktober 2023 mit dem heimtückischen Anschlag der Hamas auf Israel veränderte die Welt. Nach dem Massaker: Luftangriffe, Luftschutzkeller, Krieg im Gaza bestimmen das Leben und die Menschen Israel können nur versuchen, eine Alltag aufrechtzuerhalten. Doch es bleibt das Gefühl, diesen Alltag nur zu spielen, denn der Krieg ist allbeherrschend. Lizzie Doron, die in Tel Aviv lebt, schildert in diesem Bericht ihre Beobachtungen und Emotionen unmittelbar nach diesem Ereignis. Es ist eine düstere Zeit. Viele sind traumatisiert. Und die Verhärtungen nehmen zu. Wer noch nach Toleranz und Verständnis strebte, sieht sich getäuscht. Lizzie Doron war immer eine Frau und Autorin, die für Ausgleich kämpfe. Mit Schrecken nimmt sie die Veränderungen wahr. Das Buch ist trotz des harten Themas nicht verkrampft, es lässt sich flüssig lesen und als Leser nimmt man Anteil. Es erinnert mich an Dror Mishanis Buch Fenster ohne Aussicht. Beides sind sehr gute Bücher. Unbedingt lesenswert.

  • xxholidayxx

    4/5

    16.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vom Leben zwischen Sirenen und Schweigen

    "Wir spielen Alltag – Leben in Israel seit dem 7. Oktober" von Lizzie Doron, übersetzt von Markus Lemke, erschienen bei dtv, ist ein schmaler, aber unglaublich intensiver Bericht über die Zeit nach dem 7. Oktober 2025. Doron erzählt vom Alltag in Israel, der nach dem brutalen Terrorangriff der Hamas plötzlich fragil, fragmentiert und von Angst durchzogen ist: Sirenen, Raketen, plötzliche Todesnachrichten und die ständige Unsicherheit über das Leben der Liebsten prägen jede Zeile. Meine Meinung Was mich an diesem Buch sofort ergriffen hat, ist die Mischung aus persönlicher Reflexion und kollektiver Erfahrung. Doron schreibt so, dass man die Schwere jedes Moments spürt: „Monate später, da ich dies schreibe, weiß ich, Worte können diese quälende Zeit nicht erfassen, die so unendlich langsam verstrich … die Luftalarme und das Sirren der Raketen, die Einschläge und die Abschüsse ringsum“ (S. 16). Dieses Schreiben ist radikal ehrlich, dabei aber nie voyeuristisch. Es zeigt Trauma und Ohnmacht, ohne die Betroffenen zu instrumentalisieren. Besonders gut gelingt es der Autorin, die kleinen Rituale einzufangen, die überleben helfen: das Erinnern an Freund:innene, die gestorben sind, oder die absurden, fast komischen Momente im Schutzraum mit Enkelkindern. Doron vermittelt, dass das Leben trotz allem irgendwie weitergeht, oder zumindest weitergehen muss. Das Buch ist sensibel im Umgang mit der Gewalt gegenüber Palästinenser:innen, gleichzeitig reflektiert es das Trauma innerhalb Israels, ohne in simplen Schuldzuweisungen zu enden. Diese Ambiguität ist schwer, aber notwendig. Doron schafft es, Empathie zu erzeugen – für Menschen auf allen Seiten – und zeigt, wie antisemitische Vorurteile, Gewalt und die allgegenwärtige Angst miteinander verflochten sind. Ein Zitat das mir besonders hängen geblieben ist, weil es wie ich finde das Bild der verlorenen Menschlichkeit, des persönlichen Schmerzes so gut einfängt: „Die Führer werden sich die Hände reichen. Diese alte Frau wird weiter auf ihren getöteten Sohn warten. Diese Kinder werden auf ihren heldenhaften Vater warten … Aber du hast gesehen, wer den Preis dafür bezahlt hat“ (S. 94). Fazit "Wir spielen Alltag" ist ein Buch, das erschüttert, ohne zu polarisieren. Es zeigt, wie nah Normalität und Horror beieinanderliegen und wie schwer es ist, in einem Land voller Angst und Trauma weiterzuleben. Für alle, die sich für Gegenwartsliteratur, Israel & Palästina, Friedensarbeit und persönliche Perspektiven auf Krieg und Trauma interessieren. Definitiv keine leichte Lektüre, aber umso wichtiger. Danke an netgalley.de und den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Bewertung

    aus Quickborn

    5/5

    16.04.2025

    eBook (ePUB 3)

    „S’s brennt, briderlech, s’brennt“

    Der 7. Oktober 2023 hat sich mir tief in die Seele gefressen, mit allem, was damit zusammenhängt, was ich höre, lese, anschaue und fühle. Ja, auch Hass gegen die Hamas gehört dazu. Nun habe ich mit Lizzie Doron eine Seelenverwandte gefunden, die das aus der Sicht einer Jüdin, einer Israelin zum Ausdruck bringt. Sie ist nur ein Jahr älter als ich, 1953 geboren und Nachkomme von Holocaustopfern. Schon 2011 schrieb die Journalistin Cornelia Rabitz „Doron hat ihr Thema gefunden. Es sind die Albträume der Davongekommenen, die Gespenster der Vergangenheit - aber auch die Grotesken des Alltags.“ (Zitat Wikipedia) und meinte damit Dorons Buch „Das Schweigen meiner Mutter“. Doron hat viele Romane veröffentlich, das Thema ist immer das jüdische Leben und Überleben. Nun legt sie einen schmalen Band vor, der ihre Gedanken und Gefühle, ihren Schmerz und ihre Trauer, ihre Wut und ihre Ohnmacht seit jenem 7. Oktober, seit dem unsäglichen, menschenunwürdigen Massaker der Hamas in Israel ausdrückt. Und in all dem Chaos, was sich über Israel wie ein schwarzes Tuch ausgebreitet hat, da fragt sie sich „Und ich? Was empfinde ich?“ – die Frage beantwortet dieses Buch, das auf ungeschminkte Weise, aber doch sehr poetisch und emotional beschreibt, wie ein Mensch weiterleben kann in diesem Horror. Ist sie wirklich auf der „Schokoladenseite“, nur weil ihr Haus noch steht, ihre Lieben alle unversehrt sind? Schwer zu sagen, wenn jedes Kaffeetrinken von einem Luftalarm unterbrochen wird, wenn Demonstranten gegen Israel schreien, wenn eigene Landsleute im Kugelhagel sterben, wenn eigene Landsleute meinen, Israel begeht Genozid an den Palästinensern? Wie fühlt man sich als Israeli, wenn Touristen sensationslüstern die Kibbuze besichtigen, die niedergebrannt wurden, wo die Menschen erschlagen und vergewaltigt wurden? Trotzdem vergeht der Autorin nicht der Humor, mit leiser Ironie blickt sie auf Verwandte und Freunde und schreibt auch mal „Na, die hat ihr Rezept zur Maximierung der eigenen Erschütterung gefunden, denke ich.“ Ich vermute, das Lakonische und Ironische ihrer Betrachtungsweise hält sie am Leben, hält sie ab und zu auch auf Abstand, wenn alles Äußere dem Herzen zu nahekommt. Ich erhielt einen viel tieferen Einblick in die „israelische Seele“ und das tägliche Leben als es durch die Medien hier in Deutschland je vermittelt werden könnte, auch die Ambivalenzen werden nicht ausgespart. Noch kommt die Autorin (gern?) nach Deutschland, das ihr beinahe zur zweiten Wohnstatt wurde. Heimat will ich es nicht nennen. Hoffentlich aber kann und will sie auch in Zukunft noch unser Land besuchen, in dem der Ton seit dem 7. Oktober 2023 gegenüber Juden sehr viel rauer geworden ist, wo pro-palästinensische Demonstrationen zu Israels Vernichtung aufrufen und empfohlen wird, in der Öffentlichkeit keine Kippa und keinen Davidstern zu tragen. Für mich wäre es unerträglich, müsste ich als Israeli unser Land unter diesen Vorzeichen besuchen. Aber ich lebe hier und muss es aushalten und dagegenhalten. Fazit: Jeder Mensch ist verschieden beim Bewältigen von Trauer, Tragödien und Horror. „Jedem sein eigener Krieg.“ Und auch seine eigene Freiheit, damit umzugehen. Lizzie Doron hat mich mit diesen nur 160 Seiten tief beeindruckt. Absolute Leseempfehlung.

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