Feministische Themen sind wichtig und ernst – aber, das beweist dieses farbenfroh illustrierte Buch, können auch sehr, sehr lustig sein! Denn wo sonst gibt es derart viel Konfliktpotential, Widersprüche und Missverständnisse? Und welche Textform kann dies prägnanter auf den Punkt bringen als das kurze Reimgedicht, insbesondere das traditionsreiche »Tiergedicht«? Das in deutscher Sprache bislang fast ausschließlich von Männern bespielt wurde. Ernüchternd – aber gut für dieses Buch, weil damit zahllose Themenfelder noch komplett unverbraucht, ja geradezu jungfräulich sind: Von rigiden Schönheitsnormen und verschiedensten Formen der Care-Arbeit, über das Mansplaining bis hin zum Gender-Pay-Gap. In diesem ersten und einzigartigen Gedichtband wird das Tiergedicht ein für alle Mal dem »männlichen Blick« entrissen und eine weibliche Perspektive in die komische deutsche Lyrik geschleust. Hier werden schmerzhafte, gesellschaftspolitische Themen angesprochen aber auch die Freude am kollektiven Empowerment besungen: in diesen Gedichten wird gefeiert, gebechert, getanzt, gebumst und vor allem sehr, sehr viel gechillt – weibliche Selbstermächtigung ist hier nicht nur eine soziale Utopie, sondern eine wilde, gelebte, befreiende Praxis.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Daggy
5/5
14.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zum Kichern und Nachdenken
Mich hat einfach der Untertitel „Feministische Tiergedichte“ sehr gereizt, das Buch zu lesen und der Titel beschreibt männliches Verhalten, wie ich es kenne.
Und es geht auch gleich handfest los, die Nachtigall verzichtet wegen des schlaffen Beckenbodens auf Nachwuchs, Schildkröten sind innerlich wild und die Ente bekommt im Gegensatz zum Erpel keine Rente. Die Störchin lässt sich vom Kranich vernaschen und das schrille Bild zeigt die beiden im Nest. Das Gedicht vom gebärenden Seepferdchen ist schon etwas länger, während die meisten Gedichte mit zwei Zeilen auskommen. „Heute starb ihr zwölfter Mann – gezogen ihm des Lebens Stecker! Die Schwarze Witwe flennt zu Gott: Warum sind die Kerls so lecker?“ Neben der weinenden Spinne hängen die Bilder ihrer Verflossenen an der Wand.
Einige der Reime sind schon sind schon sehr handfest, so bietet der Rehbock der Ricke an, sie zu ficken, da sie dann selbst handelt möchte, verzichtet der Bock. Mir gefällt auch die Hummel gut, die keine Wespentaille braucht und deshalb auch kein Korsett trägt.
Wie die Autorin selbst im Nachwort schreibt, gibt es viele Tiergedicht, die von Männern geschrieben wurden. Und deshalb wurde es einfach Zeit für dieses Buch, das ist auch meine Meinung. Ob frivol, ob das Patriachat angreifend oder einfach nur witzig, mir haben die Gedichte durchweg gut gefallen und ich kann dieses Gedichtband nicht nur Frauen empfehlen. Neben dem Text ist aber auf jeden Fall auch der Illustratorin Lob auszusprechen, denn durch ihre Zeichnungen wird die Wirkung gut verstärkt.
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