Grausam zugerichtete Leichen und ein Mörder wie aus dem dunkelsten Albtraum
Frankfurt im Jahr 1800: Drei auf ungewöhnliche Weise entstellte Leichen versetzen die Stadt in Angst. Gerüchte über religiöse Ritualmorde machen die Runde. Nur zwei erliegen dem alten Aberglauben nicht: Zeitungsredakteur Johann und Manon, deren Vater als Rechtsmediziner die Überreste der Ermordeten obduziert. Die beiden erkennen, dass die Verbrechen die blutige Handschrift eines berüchtigten Mörders tragen - einer Gestalt wie aus dem dunkelsten Albtraum. Man nennt ihn "den Aal", weil er einst lebensgefährlich verletzt wurde und seine Wunden nur dank der Schuppen eines Aals geheilt werden konnten. Doch der Aal wurde vor Jahren hingerichtet, Johann selbst hat die Enthauptung bezeugt. Bis Manon und er die wahren Hintergründe aufdecken, ist es für beide fast zu spät ...
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4.4/5.0
58 Bewertungen
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Fesselnd, spannend und interessant
Bewertung aus Dresden am 28.01.2025
Bewertungsnummer: 2397805
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Johann hat es als Zeitungsschreiber nicht gerade leicht. Seines Berufes wegen muss er immer in der ersten Reihe stehen, egal ob er einen schwachen Magen hat oder nicht. Wer sonst sollte detailgetreu über Hinrichtungen, Morde oder Aufstände berichten?
Eine Frau wird furchtbar massagriert aufgefunden, da musste schnell ein Täter her.
Die Frankfurter Bevölkerung, angestachelt durch die Zeitung, vermutet den Täter unter den Juden.
Theophil Pontos, ein "Rechtsmediziner" und seine Tochter Manon, helfen mit, den Fall.......oder im Laufe der Ermittlungen, die Fälle , zu lösen
Auch wenn Manon, als Frau, absolut nichts zu sagen hat, ist es auch ihrer Auffassungs- und Kombinationgabe, die die unglaubliche Wahrheit ans Licht bringt und zur Lösung der Fälle beiträgt.
Mein Fazit:
Die Autorin schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit und einem wahnsinnigen Schreibstil die Atmosphäre 1800 in Frankfurt einzufangen.
Egal, ob es die Judengasse mit ihren dreckigen Gassen , der düsteren Stimmung ist, oder das gesamte Gesellschaftsbild, es ist mehr als bildlich eingefangen.
Mich hat manchmal geschockt, wie krass das Frauenbild war, wie die Christen die Juden gesehen haben, wie der alltägliche Umgang miteinander war.
Vorurteile und Willkür waren an der Tagesordnung, egal ob richtig oder falsch.
Einige Szenen sind sehr bildlich und gruselig beschrieben, aber das macht das Buch aus. Zart besaitet darf man nicht sein, beim lesen.
Der Stand der damaligen Rechtsmedizin, ließ mich eher manchmal schmunzeln. Wiederum empfand ich die Ausführungen auch wahnsinnig interessant.
Manon als Frau, ihre Einstellungen, ihr Wissen, ihre Durchsetzungsvermögen und ihr Mut haben mich beeindruckt.
Ein sehr spannendes Buch, welches mehr als fesselt.
Von mir bekommt es definitiv eine Leseempfehlung und ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Wenn ein Mörder nachweislich tot ist, kann er dann noch morden?
Anchsunamun aus xxxx am 07.01.2025
Bewertungsnummer: 2380882
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Frevel" von Nora Kain ist ein historischer Thriller, der einen Einblick in die Anfänge der Gerichtsmedizin bietet und 2024 bei der dtv Verlagsgesellschaft GmbH & Co.KG erschienen ist.
In Frankfurt im Jahre 1800 werden drei Leichen gefunden, die ungewöhnlich zugerichtet wurden. Sofort geht das Gerücht um, es handele sich um Ritualmorde. Nur zwei Personen glauben daran nicht: der Zeitungsredaktuer Johann und Manon, die Tochter des Gerichtsmediziners, der die Leichen auch in Augenschein genommen hat. Beide meinen bei den Morden die Handschrift eines Serienmörders zu erkennen, der der Aal genannt wurde, weil seine bei einem Unfall erlittenen Verletzungen einst mit Aalhaut geheilt worden sind. Dabei gibt es nur ein Problem: Der Aal ist tot, Johann selbst war bei der Hinrichtung dabei. Trotz intensiver Forschungen erkennen Johann und Manon fast zu spät die Wahrheit.
Schon am Cover lässt sich erkennen, dass es hier nicht ganz unblutig zugehen wird und so ist es auch. Die Gerichtsmedizin steckt noch in den Kinderschuhen, die Polizei war in ihrer Ermittlungsarbeit nicht besonders sorgfältig, wenn sie nur einen Täter vorweisen konnte. Mit Johann und Manon hat Nora Kain ein Ermittlerteam geschaffen, dass seinesgleichen sucht. Er kann kein Blut sehen, ist aber gegen jede Ungerechtigkeit und sie ist die Tochter eines Gerichtsmediziners, der sie an seiner Arbeit teilnehmen lässt, weil er ganz einfach vergisst, dass sie weiblich ist. Seine Arbeit ist für ihn am wichtigsten. So lernt Manon Dinge, die für eine Frau zur damaligen Zeit nicht üblich sind. Man wird als Frau fast böse, wenn man die Vorurteile, die damals über Frauen herrschten,liest und ist froh, in der heutigen Zeit zzu leben, Respekt habe ich vor Johann, der sich kein X für ein U vormachen läasst und trotz seines Handycaps alles tut, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Erschüttert hat mich das Ansehen der Frau und dieser unbändige Hass, wenn etwas nicht so ist wie es zu sein hat. Erschreckend besonders deshalb, weil man es problemlos ins hier und jetzt übertragen könnte. Das Ende war für mich zwar befriedgend was den Fall angeht, auch wenn ich es fast vermutet hatte, aber leider nicht was die beiden Ermittler angeht. Doch es kann ja noch eine Fortsetzung folgen oder wie meine Oma immer sagte:"Es ist noch nicht aller Tage Abend."
Mir hat der Thirller sehr gefallen, denn er hat alles was ein historischer Thriller braucht. Es geht langsam los und steigert sich dann so, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich kann ihn allen Krimifans nur wärmstens empfehlen.
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