Adam Ingliz hat einen Traum, ein einziges Ziel: Professor für Sprachwissenschaften in Oxford zu werden. Er verlässt den Sudan und durchquert Europa auf dem >Ameisenweg<, der ihn über Graz in den >Dschungel< von Calais führt. Dort harren Tausende in Zelten aus, um in einem Schlauchboot oder unter einem Lastwagen den Ärmelkanal zu überqueren. Er aber beschließt, sich einen Heißluftballon zu besorgen - um zu fliegen wie die Raben, denen er sich mehr und mehr zuwendet.
>Der Rabe, der mich liebte< ist ein Roman über Flucht, Entscheidungen, die man trifft, und über die Liebe in all ihren Facetten. Mit Humor und Empathie für seine Figuren kreiert Abdelaziz Baraka Sakin mehrstimmig die Lebensgeschichte eines Migranten, der unverrückbar an seinem Traum festhält. Eines zum Scheitern Verurteilten, dessen Tragik für viele steht. Und dessen Geschichte durch die Erzählungen seiner Freunde so fantastisch erscheint wie E. A. Poes Rabe, der spätnachts an die Türe klopft.
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Eine bewegende Geschichte von…
MarcoL aus Füssen am 05.12.2024
Bewertungsnummer: 2905089
Bewertet: eBook (ePUB)
Eine bewegende Geschichte von zwei Flüchtlingen aus dem Sudan! Wertvoll! Diese Geschichte über Flucht und der Hoffnung auf ein besseres Leben beginnt damit, dass Al-Nur, einer der Ich-ErzählerInnen des Romans, nach zwei Jahren seinen alten Freund und Fluchtbegleiter Adam Saad Saadan zufällig in Graz wiedertrifft. Doch Adam, der von allen Adam-Ingliz genannt wurde, war kaum wieder zu erkennen. Verwahrlost, offensichtlich dem Wahnsinn nahe, scheint er Al-Nur nicht zu erkennen, und bettelt ihn an. Al-Nur versucht ihm helfen, doch nach kurzen Begegnungen verschwindet Ingliz wieder. Von diesem Zeitpunkt an wird die Geschichte aufgerollt. Beide stammen aus dem Sudan und machten sich zu Fuß über den „Ameisenweg“ auf nach Europa. Über Graz gelangten sie bis nach Calais – in den sogenannten „Dschungel“, ein Flüchtlingslager. Die dort Gestrandeten leben in erbärmlichen Verhältnissen, allein die Hoffnung haltet sie aufrecht, es nach Großbritannien zu schaffen, sei es mit einem windigen Boot oder auf der Achse eines LKWs. Manchen gelang es, andere sind verschollen. Adam möchte nicht auf dem Festland bleiben. Er träumt davon, ein Professor in Oxford zu werden. Daher rührt auch sein Spitzname Ingliz. Vor dem Meer hatte er Angst, gleichfalls vor der LKW-Achse. Er beschloss, die Flucht mit einem Heißluftballon zu versuchen. Er möchte fliegen, wie seine Kumpane, die Raben. Mit ihnen scheint sich seine Seele verbunden zu haben. Nun, der Fluchtversuch änderte so manches … In eindrücklichen Bildern erzählt der Autor, in seiner Heimat Sudan verfolgt, über die Flucht, die Zeit in den Lagern und von den unbändigen Wünschen auf ein besseres Leben. Adams Schicksal ist berührend, zeigt es doch auf, woran Menschen letztendlich scheitern können, oder ganz im Gegenteil, was ihnen Flügel verleiht. Al-Nur fühlt sich Adam verpflichtet. S. 102: „Adam Ingliz und ich haben alles geteilt, sogar Hunger und Durst, Angst und Geduld. Alle haben mich im Stich gelassen, als ich mir […] den Fuß verknackst habe und die Polizei hinter uns her war. […] und er hat mich auf dem Rücken über unwegsame Pfade getragen, bis wir gerettet waren.“ Im Dschungel von Calais erzählen sich die Asylsuchenden, die Adam kannten, Anekdoten über ihn. Viele Menschen säumten den Weg der beiden Flüchtlinge, darunter hilfsbereite Seelen voller Empathie, wie die junge Frau Evelina, die Adam helfen wollte, und von ihm „Mama“ genannt wurde. S.46: „Was können fünf Euro mit einem Menschen machen? Er hatte sie mir aus den Händen gerissen und war verschwunden. Was, wenn es zehn Euro gewesen wären oder tausend oder eine Million? Plötzlich überkam mich Trauer über ein so ungerechtes Schicksal. Dass ein so schöner und starker Mann zu einem Bettler wird, der sich dermaßen über eine so geringen Geldbetrag freut, während andere Millionen besitzen, ständig schlechte Laune haben und schließlich aufgrund von Stress und psychischem Druck sterben, weil sie sich in einem ständigen Kampf um noch mehr Geld und Privilegien befinden.“ Es ist ein wunderbares Buch über die Macht von Freundschaft und über die wahren Werte im Leben. Es ist ein Buch über innige Wünsche, und letztendlich auch über das Scheitern und das ganze Drama und Elend der Flüchtlinge. Aber es zieht einen nicht hinunter, sondern der Autor versteht es, eine positive Grundstimmung aufrecht zu erhalten, einem Abenteuer gleich mit vielen Botschaften zwischen den Zeilen. Die Raben waren Adams Heil, er fütterte sie, sprach mit ihnen. Sie verstanden ihn wohl. Eine Hommage an E.A. Poe – Nimmermehr - Nevermore – das Absolutum, das Unausweichliche! Ganz große Leseemempfehlung für diesen bewegenden Roman! Kauft ihn! Lest ihn! Er tut uns gut!
Eine bewegende Geschichte von zwei Flüchtlingen aus dem Sudan! Wertvoll!
MarcoL aus Füssen am 05.12.2024
Bewertungsnummer: 2357171
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Diese Geschichte über Flucht und der Hoffnung auf ein besseres Leben beginnt damit, dass Al-Nur, einer der Ich-ErzählerInnen des Romans, nach zwei Jahren seinen alten Freund und Fluchtbegleiter Adam Saad Saadan zufällig in Graz wiedertrifft. Doch Adam, der von allen Adam-Ingliz genannt wurde, war kaum wieder zu erkennen. Verwahrlost, offensichtlich dem Wahnsinn nahe, scheint er Al-Nur nicht zu erkennen, und bettelt ihn an. Al-Nur versucht ihm helfen, doch nach kurzen Begegnungen verschwindet Ingliz wieder.
Von diesem Zeitpunkt an wird die Geschichte aufgerollt. Beide stammen aus dem Sudan und machten sich zu Fuß über den „Ameisenweg“ auf nach Europa. Über Graz gelangten sie bis nach Calais – in den sogenannten „Dschungel“, ein Flüchtlingslager. Die dort Gestrandeten leben in erbärmlichen Verhältnissen, allein die Hoffnung haltet sie aufrecht, es nach Großbritannien zu schaffen, sei es mit einem windigen Boot oder auf der Achse eines LKWs. Manchen gelang es, andere sind verschollen. Adam möchte nicht auf dem Festland bleiben. Er träumt davon, ein Professor in Oxford zu werden. Daher rührt auch sein Spitzname Ingliz. Vor dem Meer hatte er Angst, gleichfalls vor der LKW-Achse. Er beschloss, die Flucht mit einem Heißluftballon zu versuchen. Er möchte fliegen, wie seine Kumpane, die Raben. Mit ihnen scheint sich seine Seele verbunden zu haben. Nun, der Fluchtversuch änderte so manches …
In eindrücklichen Bildern erzählt der Autor, in seiner Heimat Sudan verfolgt, über die Flucht, die Zeit in den Lagern und von den unbändigen Wünschen auf ein besseres Leben. Adams Schicksal ist berührend, zeigt es doch auf, woran Menschen letztendlich scheitern können, oder ganz im Gegenteil, was ihnen Flügel verleiht.
Al-Nur fühlt sich Adam verpflichtet.
S. 102: „Adam Ingliz und ich haben alles geteilt, sogar Hunger und Durst, Angst und Geduld. Alle haben mich im Stich gelassen, als ich mir […] den Fuß verknackst habe und die Polizei hinter uns her war. […] und er hat mich auf dem Rücken über unwegsame Pfade getragen, bis wir gerettet waren.“
Im Dschungel von Calais erzählen sich die Asylsuchenden, die Adam kannten, Anekdoten über ihn.
Viele Menschen säumten den Weg der beiden Flüchtlinge, darunter hilfsbereite Seelen voller Empathie, wie die junge Frau Evelina, die Adam helfen wollte, und von ihm „Mama“ genannt wurde.
S.46: „Was können fünf Euro mit einem Menschen machen? Er hatte sie mir aus den Händen gerissen und war verschwunden. Was, wenn es zehn Euro gewesen wären oder tausend oder eine Million? Plötzlich überkam mich Trauer über ein so ungerechtes Schicksal. Dass ein so schöner und starker Mann zu einem Bettler wird, der sich dermaßen über eine so geringen Geldbetrag freut, während andere Millionen besitzen, ständig schlechte Laune haben und schließlich aufgrund von Stress und psychischem Druck sterben, weil sie sich in einem ständigen Kampf um noch mehr Geld und Privilegien befinden.“
Es ist ein wunderbares Buch über die Macht von Freundschaft und über die wahren Werte im Leben. Es ist ein Buch über innige Wünsche, und letztendlich auch über das Scheitern und das ganze Drama und Elend der Flüchtlinge. Aber es zieht einen nicht hinunter, sondern der Autor versteht es, eine positive Grundstimmung aufrecht zu erhalten, einem Abenteuer gleich mit vielen Botschaften zwischen den Zeilen.
Die Raben waren Adams Heil, er fütterte sie, sprach mit ihnen. Sie verstanden ihn wohl. Eine Hommage an E.A. Poe – Nimmermehr - Nevermore – das Absolutum, das Unausweichliche!
Ganz große Leseemempfehlung für diesen bewegenden Roman! Kauft ihn! Lest ihn! Er tut uns gut!
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