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Sein Name ist Donner Roman | Das unvergessliche Porträt einer indigenen Gemeinschaft in den USA

3

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.06.2025

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,5/13,2/3,1 cm

Gewicht

366 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Night of the Living Rez

Übersetzt von

Thomas Überhoff

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00703-4

Beschreibung

Rezension

Morgan Talty schildert das Leben im Reservat nicht als Sozialkitsch, sondern als gelebten Alltag und mit großer Leichtigkeit. ("Deutschlandfunk Kultur "Studio 9"")
Ein Roman voller Symbolik, Tragik, aber auch Komik, eine geradezu pointillistische Geschichte aus dem Reservat, die nicht von ihrem Plot, sondern von ihrer Detailfülle lebt. ("Welt am Sonntag")
Morgan Talty erzählt ohne Urteil und ohne Selbstmitleid, zuweilen aber mit feiner Ironie von den emotionalen und sozialen Abgründen im Leben der native americans, von den Folgen der Auslöschung von Kulturen und Traditionen, vom Wechselspiel zwischen Diskriminierung und Selbstaufgabe. Mit seiner mehrfach preisgekrönten Prosa beweist Talty, dass zuweilen auch die Literatur einen Ausweg aus diesem Kreislauf bieten kann. ("Deutschlandfunk Kultur")
Eine ganz eigene Stimme, ein sehr sinnliches, lebendiges Buch. ("RBB, radio 3")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.06.2025

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,5/13,2/3,1 cm

Gewicht

366 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Night of the Living Rez

Übersetzt von

Thomas Überhoff

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00703-4

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • kaffeeelse

    aus D

    5/5

    25.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben im Reservat Morgan…

    Leben im Reservat Morgan Talty ist ein indigener Autor und gehört der Penobscot Indian Nation an. Die Penobscot sind ein Volk der Algonkin Sprachfamilie, deren Mitglieder einst große Teile von Nordamerika besiedelten. Einst waren sie Teil der großen Wabanaki Konföderation, die sie mit den Mikmaq, Maliseet, Passamaquoddy und den eigentlichen Abenaki bildeten und die die USA (Maine, New Hampshire und Vermont) und Kanada (New Brunswick, Nova Scotia, Quebec, Prince Edward Island und Neufundland) besiedelten. Die Penobscot waren im Tal des Penobscot River im heutigen Maine beheimatet. Alle diese Völker gibt es auch heute noch, was ein Glücksfall ist, denn die meisten Indigenen sind ja bekanntlich verschwunden. Vielleicht hat hier diese Abgeschiedenheit in den nördlichen Gefilden geholfen. Morgan Talty ist in Bridgeport, Connecticut geboren und lebte dort mit seiner Mutter bis er 6 Jahre alt war, dann zogen sie ins Penobscot Reservat in Maine um. Sie fanden hier ein anderes Leben vor. Ein prägendes Leben, das Morgan Talty bis er 18 Jahre alt war im Reservat durchlief. Erst dann fand er für sich andere Wege Heute unterrichtet Morgan Talty in den Universitäten von Orono und Portland in Maine Kreatives Schreiben. Und er schreibt selbst. Bisher erschienen zwei Bücher. Sein Debut „Nigth oft he living Rez“ erschien 2022 und liegt hier in diesem Buch in deutscher Übersetzung aus dem Englischen vor. Sein zweites Buch „Fire exit“ erschien 2024 in den USA. Sein Buch erschien in Englisch, was vielleicht erstaunen mag, denn es könnte ja auch in der Penobscot Sprache geschrieben sein. Doch hier wird es schwierig. Die letzte Penobscot Sprecherin starb 1990. Was macht das wohl mit einem Volk, welches sich selbst als Volk wahrnimmt, dessen Sprache aber verschwunden ist und sich die Angehörigen des Volkes nun in Englisch, in der Sprache der Eroberer unterhalten. Auch dies thematisiert Morgan Talty in seinem Buch. Ebenso wie er das Leben im Reservat in seinem Buch spiegelt. Nun mag diese gezeichnete und empfundene Ausweglosigkeit, dieser Konsum von Substanzen für manche sicher etwas befremdlich vorkommen. Denn hier schwingt ein unausgesprochenes Warum mit. Doch sicher ist ein Sprung aus diesen Verhältnissen schwierig. Denn dieses eventuelle negative Selbstwahrnehmen, dieses die Sicht der Eroberer übergestülpt bekommen, dieser Bürger zweiter Klasse sein, macht etwas mit den Menschen. Morgan Talty ist dieser Sprung gelungen, was bewundernswert ist, sehr bewundernswert. Gerade wenn man impliziert, was dieses Aufwachsen für ihn bedeutet hat. Denn dieses Buch hier ist dazu sehr bedeutsam. Das Leben in den Reservaten kannte ich schon von anderen Büchern. Angefangen hat dieses Erkennen bei mir mit den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich, mit ihrer Pentalogie „Das Blut des Adlers“. Weitergegangen ist es mit Büchern von Louise Erdrich, Naomi Fontaine, Tommy Orange und Natasha Kanapé Fontaine. Wobei diese zuletzt genannten Autoren alle selbst indigene Wurzeln haben. Auch weitere Autoren haben sich mit dieser Thematik befasst, ich nenne hier mal noch Jacques Poulin, Éric Plamondon und Frauke Buchholz. Alles Buchtipps übrigens. Weitere Autoren mit ihren Büchern warten noch auf ihre Lesezeit, ich denke hier besonders an Michel Jean und Richard Wagamese. Und ja, diese Thematik hat eine Wichtigkeit bei mir. Schon lange. Und weiterhin. Mich hat Morgan Talty mit seinem eindringlichen Buch hier sehr beeindruckt. Ich erhoffe mir sehr, dass auch das zweite Buch von ihm auf Deutsch erscheint. Denn diese Thematik hier, sie beschäftigt mich, sie treibt mich um. Und Morgan Talty hat mit seinem Buch mein inneres Feuer geschürt. Lest es und schaut selbst! Für mich ist „Sein Name ist Donner“ definitiv ein Jahreshighlight in diesem Lesejahr 2025! ❤

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    25.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben im Reservat

    Morgan Talty ist ein indigener Autor und gehört der Penobscot Indian Nation an. Die Penobscot sind ein Volk der Algonkin Sprachfamilie, deren Mitglieder einst große Teile von Nordamerika besiedelten. Einst waren sie Teil der großen Wabanaki Konföderation, die sie mit den Mikmaq, Maliseet, Passamaquoddy und den eigentlichen Abenaki bildeten und die die USA (Maine, New Hampshire und Vermont) und Kanada (New Brunswick, Nova Scotia, Quebec, Prince Edward Island und Neufundland) besiedelten. Die Penobscot waren im Tal des Penobscot River im heutigen Maine beheimatet. Alle diese Völker gibt es auch heute noch, was ein Glücksfall ist, denn die meisten Indigenen sind ja bekanntlich verschwunden. Vielleicht hat hier diese Abgeschiedenheit in den nördlichen Gefilden geholfen. Morgan Talty ist in Bridgeport, Connecticut geboren und lebte dort mit seiner Mutter bis er 6 Jahre alt war, dann zogen sie ins Penobscot Reservat in Maine um. Sie fanden hier ein anderes Leben vor. Ein prägendes Leben, das Morgan Talty bis er 18 Jahre alt war im Reservat durchlief. Erst dann fand er für sich andere Wege Heute unterrichtet Morgan Talty in den Universitäten von Orono und Portland in Maine Kreatives Schreiben. Und er schreibt selbst. Bisher erschienen zwei Bücher. Sein Debut „Nigth oft he living Rez“ erschien 2022 und liegt hier in diesem Buch in deutscher Übersetzung aus dem Englischen vor. Sein zweites Buch „Fire exit“ erschien 2024 in den USA. Sein Buch erschien in Englisch, was vielleicht erstaunen mag, denn es könnte ja auch in der Penobscot Sprache geschrieben sein. Doch hier wird es schwierig. Die letzte Penobscot Sprecherin starb 1990. Was macht das wohl mit einem Volk, welches sich selbst als Volk wahrnimmt, dessen Sprache aber verschwunden ist und sich die Angehörigen des Volkes nun in Englisch, in der Sprache der Eroberer unterhalten. Auch dies thematisiert Morgan Talty in seinem Buch. Ebenso wie er das Leben im Reservat in seinem Buch spiegelt. Nun mag diese gezeichnete und empfundene Ausweglosigkeit, dieser Konsum von Substanzen für manche sicher etwas befremdlich vorkommen. Denn hier schwingt ein unausgesprochenes Warum mit. Doch sicher ist ein Sprung aus diesen Verhältnissen schwierig. Denn dieses eventuelle negative Selbstwahrnehmen, dieses die Sicht der Eroberer übergestülpt bekommen, dieser Bürger zweiter Klasse sein, macht etwas mit den Menschen. Morgan Talty ist dieser Sprung gelungen, was bewundernswert ist, sehr bewundernswert. Gerade wenn man impliziert, was dieses Aufwachsen für ihn bedeutet hat. Denn dieses Buch hier ist dazu sehr bedeutsam. Das Leben in den Reservaten kannte ich schon von anderen Büchern. Angefangen hat dieses Erkennen bei mir mit den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich, mit ihrer Pentalogie „Das Blut des Adlers“. Weitergegangen ist es mit Büchern von Louise Erdrich, Naomi Fontaine, Tommy Orange und Natasha Kanapé Fontaine. Wobei diese zuletzt genannten Autoren alle selbst indigene Wurzeln haben. Auch weitere Autoren haben sich mit dieser Thematik befasst, ich nenne hier mal noch Jacques Poulin, Éric Plamondon und Frauke Buchholz. Alles Buchtipps übrigens. Weitere Autoren mit ihren Büchern warten noch auf ihre Lesezeit, ich denke hier besonders an Michel Jean und Richard Wagamese. Und ja, diese Thematik hat eine Wichtigkeit bei mir. Schon lange. Und weiterhin. Mich hat Morgan Talty mit seinem eindringlichen Buch hier sehr beeindruckt. Ich erhoffe mir sehr, dass auch das zweite Buch von ihm auf Deutsch erscheint. Denn diese Thematik hier, sie beschäftigt mich, sie treibt mich um. Und Morgan Talty hat mit seinem Buch mein inneres Feuer geschürt. Lest es und schaut selbst! Für mich ist „Sein Name ist Donner“ definitiv ein Jahreshighlight in diesem Lesejahr 2025! ❤

  • MarieOn

    5/5

    10.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Authentisch und spannend

    David ist auf dem Weg zu Rab, der außerhalb des Reservats Gras verkauft. Doch der Drecks**** lässt sich von David nicht vorführen. David sucht nämlich nach dem Schein und tut ganz überrascht, weil seine Hosentaschen leer sind. Muss er eben noch mal wiederkommen. Auf dem Rückweg ins Reservat stolpert er fast über Fellis. Der liegt stöhnend im Dreck. Er hatte am Morgen den Bus verpasst, um sein Methadon zu holen und hielt es für eine gute Idee Schnaps zu trinken, um die Übelkeit zu dämpfen. Im Sumpf war er dann nachdenklich geworden, hatte sich kurz hingesetzt, war dann aber eingenickt und festgefroren. David zückt sein Taschenmesser und Fellis kreischt. Er versucht seine Haare selbst zu befreien, bleibt jedoch chancenlos. David schneidet ihm ein gutes Stück seines langen Haars ab und bringt ihn zu Fellis Mutter Beth. David und seine Mom hatten das Leben im Süden mit seinem Vater aufgegeben und waren nach Maine ins Reservat gezogen. Seine Mutter stammt von der Penobscot Nation. Als sie her gekommen waren fand David, beim Spielen vor dem Haus in einer Senke, ein Glas mit Zähnen, Maiskörnern und grauem Haar. Als er es seiner Mom gezeigt hatte, musste er alles fallen lassen und mit ihr ins Haus gehen, wo sie telefonierte und zwei Zigaretten rauchte. Dann kam Frick der Medizinmann, sprach Gebete, räucherte David und Mom mit Salbei und weihte das Haus. Seine Mom dachte nicht an einen Spaß, sie glaubte, dass jemand ihnen ernsthaft schaden wollte. Und irgendwie sollte sie recht behalten, denn kurz darauf zog Frick bei ihnen ein, stellte seine Zahnbürste neben Davids, verteilte seine Haare im WC und trank mit Mom Wein aus Pappkartons. Fazit: Morgan Talty, selbst Angehöriger der Penopscot Indian Nation, hat eine generöse Geschichte gezeichnet. Er hat mich in seine indigene Heimat entführt und mir mit großem sprachlichem Können gezeigt, wie traumatisiert die Menschen seines Stammes sind. Einst in Freiheit lebend bestritten sie ihren Unterhalt mit Jagen und Sammeln. Heute leben sie im Reservat als Menschen zweiter Klasse. Die Mutter des Protagonisten wurde durch Kriege und Kolonialisierung über viele Generationen traumatisiert. Man wies ihnen ein kleines Gebiet, in dem sie sein dürfen. Innerhalb des Reservats herrscht Perspektivlosigkeit. David und die anderen jungen Leute teilen multiple Abhängigkeiten. Fast jeder im Reservat ist alkoholabhängig. Geld ist schwer zu beschaffende Mangelware. Der Autor zeigt die ganze Ausweglosigkeit, ein unabhängiges, selbstständiges Leben zu führen. Sein lakonischer, teils komischer Erzählstil verpackt das ganze Elend in mundgerechte Häppchen und macht den Lesefluss erträglich. Die Eindrücke von Geistern, die an Wasserrohre klopfen, verfluchte kleine Kinder, die Schabernack treiben und schmutziges Geschirr, das mit einem Tuch abgedeckt wird, damit die Geister sich nicht eingeladen fühlen, haben mich so gut in seine Kultur hineinfühlen lassen, dass ich fast Dankbarkeit für seine Gastfreundschaft empfinde. Ich war mittendrin in der Familie des Hauptakteurs und habe mich an den Maisküchlein und am Schweinebauch mit Farnkrautspitzen erfreut. So eine authentische, spannende und wertvolle Geschichte.

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