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Kleine Probleme Roman

173

13,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47816

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.03.2025

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

19/12,7/2 cm

Gewicht

187 g

Farbe

Schwarz / Altweiß

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00810-4

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47816

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.03.2025

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

19/12,7/2 cm

Gewicht

187 g

Farbe

Schwarz / Altweiß

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00810-4

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

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  • sommerlese

    5/5

    22.01.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ich habe Tränen gelacht: Machen statt Reden und Denken

    Im Ki Wi Verlag erscheint der Roman Kleine Probleme von Nele Pollatschek. Der 49-jährige Lars ist Denker und angehender Schriftsteller, ein Mensch, der wenig praktisch veranlagt ist und mehr über die anliegenden Aufgaben nachdenkt, als sie schlussendlich mal anzupacken und abzuarbeiten. Seine Frau Johann verreist in der Woche vor Silvester, mit der Ansage, bitte zu Silvester einen Nudelsalat (Rezept hängt am Kühlschrank) zuzubereiten und zur Feier beim gemeinsamen Sohn mitzubringen. In dieser Woche nimmt Lars die nötigen Aufgaben in den Blick, es gilt die Wohnung zu putzen, die Steuererklärung zu machen und das Bett seiner Tochter zusammen zu schrauben. Das neue Jahr will er mit einem aufgeräumten Leben ohne ausstehende Aufgaben beginnen. Doch schneller als gedacht ist die Woche ohne große Aktivitäten vergangen, Lars verbleibt nur noch Silvester und er macht sich an seinen Plan, den er Punkt für Punkt angeht. Natürlich mit seiner ihm eigenen, etwas verpeilten Art. Nele Pollatschek hat einen wortgewandten, bildhaften Erzählstil, der Lars Probleme des Alltagslebens auf wunderbar humorvolle, aber auch liebevolle und manchmal sogar philosophisch ausufernde Weise beschreibt. Zu Anfang musste ich mich erst einmal an die ellenlangen Kettensätze gewöhnen, die wie ich später bemerkte, aber ganz wunderbar der Art des passiven Dauer-Denkers Lars entsprechen. Es ist eine Geschichte, die tragisch und komisch zugleich daherkommt. Wer sich vor unerledigten Dingen drückt, den erwischt das schlechte Gewissen spätestens zum Jahreswechsel. Eine Woche ohne Frau und Kinder vor Silvester ist die Chance für Lars, endlich mal die liegen gebliebenen Aufgaben zu schaffen, die seit langer Zeit liegen geblieben sind und die er bisher nur vor sich hergeschoben hat. Doch diese freie Woche verstreicht ohne große Aktivitäten und zu Silvester packt Lars die große Panik. Ihm bleibt noch ein Tag, um seiner Familie zu beweisen, was er so schaffen kann. Sie kennen seine Untätigkeit und diese Wunde nagt an ihm. Es hilft alles nichts, er muss den Wochenplan abarbeiten. So reinigt er im Winter bei Schneetreiben die Regenrinne, weiß aber selbst, wie viel besser das im Herbst gegangen wäre. Das neue Bettgestell von IKEA für seine Tochter befindet sich seit Monaten noch in den Originalkartons, sie schläft auf einer Matratze auf dem Fußboden. Er erfindet Namen für alle tausend Bauteile und Schräubchen und ergeht sich fast selbst verliebt in seinen Wortschöpfungen. Und die überaus nötige Putzaktion artet in eine wahre Chaosorgie aus, bei der ich Tränen gelacht habe. Während seiner gerade ausgeführten Aufgabe macht sich Lars ausufernde Gedanken, die meistens mit der Aufgabe kaum etwas zu tun haben. Mit diesen Denk-Ergüssen stellt er seiner Leserschaft seine Familie und seine eigenen Unzulänglichkeiten vor. Man kann sich während des Lesens nur wundern, dass Johanna nicht schon längst die Reißleine gezogen hat und dass ihn seine Kinder nicht für völlig unfähig halten. Lars möchte seinem Leben neuen Schub geben und seiner Familie beweisen, dass er auch ein Macher ist. Deshalb will er sich ändern und endlich mal etwas bewegen. Doch mit jeder kleinen Aktion erkennt man seine schräge Verpeiltheit, lacht über merkwürdige Vorgänge und hofft inständig, dass ihm seine Aufgabe gelingt. Am meisten habe ich darüber gelacht, wie sich Lars bei jeder noch so kleinen erledigten oder nicht erledigten Sache feiert. Eine literarische Perle, die uns die Unzulänglichkeiten der Trägheit vor Augen hält, die uns von vielen Aufgaben des Lebens abhält. Doch wenn die Liebe in Gefahr ist, muss man etwas bewegen!

  • Bewertung

    5/5

    30.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hätte nie gedacht, dass ich mich so sehr mit einem 49-Jährigen Familienvater identifizieren könnte.

    "Wie beschissen ist es bitte, wenn einem alle Türen offenstehen und man trotzdem stehen bleibt. Wenn man keinen Grund dafür hat, so zu sein, aber man ist halt trotzdem so. Wenn alles einfach ist und einfach ist viel zu schwer." Lars ist fast 50 und hat noch einiges zu erledigen, was er bisher aufgeschoben hat. Also eigentlich hat er noch alles zu erledigen. Aber wer hat das nicht.

  • Bewertung

    5/5

    06.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kleines Meisterwerk

    Dieses Buch polarisiert auf ganz besondere Art und Weise. Im Mittelpunkt steht ein Endvierziger, der nach Jahren der Lethargie und vor sich hin Sinnierens am letzten Tag des Jahres mal eben schnell alles Liegengebliebene erledigen will. Problem dabei ist nur - er kommt nicht aus dem Quark. Jede einzelne Handlung wird gedanklich in winzigste Teile aller was-wäre-wenn-Optionen zerteilt. Wer schon mal was aufgeschoben hat oder einen leichten Hang zum Perfektionismus bei sich wahrnimmt, kann sich an vielen Stellen im Buch wiederfinden. Wer das nicht kennt, wird sich möglicherweise schwer tun, in das Buch einzutauchen. Ebenso außergewöhnlich ist der Dialog mit seinem inneren Kritiker, der sich stilistisch durch das gesamte Buch zieht. Ich mochte es gerne, machte es den Protagonisten auf eine für mich wunderbare Art nah und erfahrbar. Tolles, kurzweiliges Buch mit Witz und Tiefgang.

  • sommerlese

    5/5

    22.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ich habe Tränen gelacht:…

    Ich habe Tränen gelacht: Machen statt Reden und Denken Im Ki Wi Verlag erscheint der Roman Kleine Probleme von Nele Pollatschek. Der 49-jährige Lars ist Denker und angehender Schriftsteller, ein Mensch, der wenig praktisch veranlagt ist und mehr über die anliegenden Aufgaben nachdenkt, als sie schlussendlich mal anzupacken und abzuarbeiten. Seine Frau Johann verreist in der Woche vor Silvester, mit der Ansage, bitte zu Silvester einen Nudelsalat (Rezept hängt am Kühlschrank) zuzubereiten und zur Feier beim gemeinsamen Sohn mitzubringen. In dieser Woche nimmt Lars die nötigen Aufgaben in den Blick, es gilt die Wohnung zu putzen, die Steuererklärung zu machen und das Bett seiner Tochter zusammen zu schrauben. Das neue Jahr will er mit einem aufgeräumten Leben ohne ausstehende Aufgaben beginnen. Doch schneller als gedacht ist die Woche ohne große Aktivitäten vergangen, Lars verbleibt nur noch Silvester und er macht sich an seinen Plan, den er Punkt für Punkt angeht. Natürlich mit seiner ihm eigenen, etwas verpeilten Art. Nele Pollatschek hat einen wortgewandten, bildhaften Erzählstil, der Lars Probleme des Alltagslebens auf wunderbar humorvolle, aber auch liebevolle und manchmal sogar philosophisch ausufernde Weise beschreibt. Zu Anfang musste ich mich erst einmal an die ellenlangen Kettensätze gewöhnen, die wie ich später bemerkte, aber ganz wunderbar der Art des passiven Dauer-Denkers Lars entsprechen. Es ist eine Geschichte, die tragisch und komisch zugleich daherkommt. Wer sich vor unerledigten Dingen drückt, den erwischt das schlechte Gewissen spätestens zum Jahreswechsel. Eine Woche ohne Frau und Kinder vor Silvester ist die Chance für Lars, endlich mal die liegen gebliebenen Aufgaben zu schaffen, die seit langer Zeit liegen geblieben sind und die er bisher nur vor sich hergeschoben hat. Doch diese freie Woche verstreicht ohne große Aktivitäten und zu Silvester packt Lars die große Panik. Ihm bleibt noch ein Tag, um seiner Familie zu beweisen, was er so schaffen kann. Sie kennen seine Untätigkeit und diese Wunde nagt an ihm. Es hilft alles nichts, er muss den Wochenplan abarbeiten. So reinigt er im Winter bei Schneetreiben die Regenrinne, weiß aber selbst, wie viel besser das im Herbst gegangen wäre. Das neue Bettgestell von IKEA für seine Tochter befindet sich seit Monaten noch in den Originalkartons, sie schläft auf einer Matratze auf dem Fußboden. Er erfindet Namen für alle tausend Bauteile und Schräubchen und ergeht sich fast selbst verliebt in seinen Wortschöpfungen. Und die überaus nötige Putzaktion artet in eine wahre Chaosorgie aus, bei der ich Tränen gelacht habe. Während seiner gerade ausgeführten Aufgabe macht sich Lars ausufernde Gedanken, die meistens mit der Aufgabe kaum etwas zu tun haben. Mit diesen Denk-Ergüssen stellt er seiner Leserschaft seine Familie und seine eigenen Unzulänglichkeiten vor. Man kann sich während des Lesens nur wundern, dass Johanna nicht schon längst die Reißleine gezogen hat und dass ihn seine Kinder nicht für völlig unfähig halten. Lars möchte seinem Leben neuen Schub geben und seiner Familie beweisen, dass er auch ein Macher ist. Deshalb will er sich ändern und endlich mal etwas bewegen. Doch mit jeder kleinen Aktion erkennt man seine schräge Verpeiltheit, lacht über merkwürdige Vorgänge und hofft inständig, dass ihm seine Aufgabe gelingt. Am meisten habe ich darüber gelacht, wie sich Lars bei jeder noch so kleinen erledigten oder nicht erledigten Sache feiert. Eine literarische Perle, die uns die Unzulänglichkeiten der Trägheit vor Augen hält, die uns von vielen Aufgaben des Lebens abhält. Doch wenn die Liebe in Gefahr ist, muss man etwas bewegen!

  • Bewertung

    5/5

    25.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das mache ich lieber morgen ...

    Lars hat es verpeilt. Naja, eigentlich nur aufgeschoben. Der 49-jährige hätte sich noch um allerhand Dinge kümmern müssen, damit alles am Silvesterabend für seine Familie vorbereitet ist: Bett der Tochter aufbauen, Steuererklärung machen, Lebenswerk schreiben, Haus putzen, mit dem Rauchen aufhören ... Ursprünglich wollte er dies auch tun, zwischen den Jahren. Aber auf einmal ist schon der 31. Dezember und Lars hat keines dieser Dinge auch nur ansatzweise angefangen. Was also tun? Erstmal anfangen und dann natürlich alles an einem Tag erledigen, ist doch klar. Denn das neue Jahr muss frisch gestartet werden – wenn Lars sich jetzt nicht ändert, dann wird er es nie tun. Und dann werden wieder alle denken, dass auf ihn sowieso kein Verlass ist ... Ein witziger, aber auch überraschend tiefgründiger Roman über einen Mann, der sein Leben lang schon prokrastiniert und in dieser Trägheit gefangen ist. Wenn man selbst dazu neigt, die wichtigen Dinge immer weiter nach hinten zu verschieben, dann wird man sich hier sehr gut wiedererkennen. Ich habe mich häufig ertappt gefühlt, musste aber auch teilweise herzlich lachen, wenn Lars immer tiefer in seinen Gedankenstrom fällt. Eben weil einem das Ganze so bekannt vorkommen kann. Mit einem bittersüßen Beigeschmack macht uns Pollatschek klar, worauf es letztendlich ankommt und dass das Einzige, was uns letztendlich im Weg steht eigentlich nur wir selbst sind.

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