An einem gewöhnlichen Tag Anfang Juni kommt die Zeit zum Stehen. Niemand stirbt, niemand wird mehr geboren. Die neue Ewigkeit verändert das Lebensgefühl der Menschen: Die Rentnerin Margo will ausgelassen das Leben feiern und auf Reisen gehen – doch ihr pflanzenliebender Ehemann Otto möchte seine Balkonblumen nicht alleine lassen. Für die Fotografin Jenny gibt es nichts Schöneres, als die geschenkte Zeit mit ihrer Familie im Sommerhaus zu verbringen. Trotzdem plagt sie das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Und die Krankenschwester Eva erlebt die Sorge der Schwangeren, die nicht wissen, wann ihre Babys zur Welt kommen. Überall im Land rätselt man, warum die Menschen aus dem Lauf der Zeit herausgefallen sind. Ist es ein Virus, ein alter Zauber oder eine Verschwörung böser Mächte? Und warum geht in der Natur der Kreislauf von Werden und Vergehen unvermindert weiter? Feinfühlig und mit viel Wärme schreibt Maja Lunde in ihrem neuen großen Roman über das Leben im Jetzt, die eigene Endlichkeit und über unsere Verbindung zur Natur.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Andrea
aus Karlsruhe
5/5
07.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
(Un)Endlichkeit?
Inhalt: Es ist der 6. Juni und die Zeit steht still. Allerdings nur für die Menschen, die Welt an sich nimmt ihren gewohnten Gang. Margo und Otto, ein Rentnerpaar, lebt sich auseinander. Jenny, eine kranke Frau, kann sich nicht entscheiden, was sie möchte. Jakob, ein werdender Vater, sorgt sich um sein Kind. Was also tun mit der geschenkten Zeit?
Meinung: Der Roman befasst sich vor allem mit der Endlichkeit. Der Ton ändert sich, je nachdem, aus wessen Perspektive berichtet wird. Diese Perspektiven bestimmen auch die Schauplätze. Ellen arbeitet in einem Bestattungsinstitut, ihr wird schnell klar, dass etwas nicht stimmt, da niemand mehr stirbt. Sie merkt nach und nach, was ihr im Leben tatsächlich etwas bedeutet - das hat nichts mit dem zu tun, was sie zu Beginn des Romans geschätzt hat. Ihrer jugendlichen Einstellung steht der Rentner Otto gegenüber, der sich an die Natur und ihren Verlauf klammert und fast süchtig nach dem Fortschritt und dem Wachsen von Pflanzen ist. Dabei stößt er auf viel Unverständnis, da er seine Gedanken und Gefühle für sich behält. Man möchte ihn beim Lesen schon darum bitten, endlich seine Gedanken mitzuteilen, da sie es wert sind. Jenny ist krank und hat mit ihrem Leben schon beinahe abgeschlossen. Sie probiert aus, was sie tatsächlich möchte und bemerkt ihre Fehler, ohne immer in der Lage zu sein, sich zu ändern. Zusätzlich zu den einzelnen Figuren wird auch deren Veränderung beschrieben, da jeder mit der Zeit anders umgeht. Sie alle sind beispielhafte Pfade, die sicherlich auch in der Realität so gewählt werden würden.
Die Figuren werden eindrücklich beschrieben, ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle deutlich. Es sind sehr unterschiedliche Charaktere, in die man sich jedoch alle hineinversetzen kann. Sie alle plagt die Überlegung, was mit dieser geschenkten Zeit anzufangen ist und ob sie verdient oder überhaupt gewollt ist. Das Thema regt natürlich zum Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit und den Sinn des Lebens an. Der Fokus ist sehr eindeutig, da der Grund, aus welchem die Zeit stehen bleibt, nicht aktiv ermittelt wird.
Ich würde "Für immer" auf jeden Fall empfehlen. Es ist keine leichte Lektüre für zwischendurch und sollte auch nicht so gelesen werden. Es ist ein Buch, das einen nachdenken und reflektieren lässt. Toll!
ShaanielsBookWorld
aus Niedersachsen
5/5
12.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
5 Von 5 Sternen ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
*Absolutes Highlight!*
Meine Meinung:
Hallo ihr Süßen
ich durfte meinen ersten richtigen Roman von Maja lesen und so schusselig, wie ich war habe ich nicht mal gewusst, dass es ein Band einer Reihe ist. Typisch für mich! Aber nicht schlimm, jeder Band ist alleinstehend und kann unabhängig gelesen werden. Andere haben mit *Der Geschichte der Bienen* begonnen und ich fange halt von hinten an. Das ist so typisch! Ich kannte bisweilen nur, die Bilderbücher/ Kinderbücher von Maja und wusste einfach schlicht weh nichts über die Reihe, das "Klimaquartett". Es hat mich irgendwie nie interessiert!
So habe ich dann halt mal locker 4 Bände übersprungen . Was solls, dieses Buch zu lesen, zu hören und zu entdecken, war ein absolutes Highlight und eine ganz einzigartige Erfahrung. Maja Lunde, hat es auch hier wieder einmal geschafft, mich vollständig zu fesseln. Atmosphärisch und sprachlich einzigartig,mit einem Thema, das mir noch jetzt Gänsehaut bereitet! Nämlich was wäre, wenn jeder Mensch unsterblich wäre und gleichzeitig aber auch keine neuen Babys mehr das Licht der Welt erblicken würden? Was wäre wenn es keine Krankheiten mehr geben würde? Wäre dieses Leben wirklich so vollkommen und perfekt? Finde es heraus und lass dich darauf ein,für mich grandios und beängstigend geschrieben.
Ganz lieben Gruß
Sonja / Shaaniel
ancla_books4life
aus Schwerte
5/5
11.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfach stark! Ein besonderes Highlight.
**** Worum geht es? ****
Was passiert, wenn die Zeit stehen bleibt? Alles wächst und gedeiht, doch der Mensch im Stillstand verharrt – ein ewiges Leben im Hier und Jetzt.
**** Mein Eindruck ****
Für mich hat Maja Lunde mit *Für immer* das stärkste Werk bislang geschrieben. Die Aussagekraft und das dystopische Szenario haben mich tief beeindruckt. Lunde dringt in die Psyche des Menschen bis auf den Kern vor. Das Spiel mit Leben und Tod wird besonders eindrucksvoll, als die Zeit für den menschlichen Körper stehen bleibt, während sich alles andere weiterentwickelt. Ewiges Leben, aber ohne wirklich zu leben – dieser Gedanke kam mir häufig. Es war absolut spannend, zu interpretieren, wie es zu dieser Situation gekommen ist und die Tragweite der Beisetzung selbst zu durchdringen. Lunde wusste stets zu überraschen und erschuf eine vielschichtige Figurenkonstellation. Figuren, die so nahbar sind wie du und ich – jung, alt, voller Hoffnung und Träume, der anklopfende Tod und das Leben, das trotzdem weitergeht. Ich habe jede einzelne dieser Figuren begleitet. Ihre Schicksale wogen schwer, emotional und bedeutend. Wer Lunde kennt, weiß, dass sie mit wenigen Sätzen eine ganze Welt erschaffen kann. Dieses Talent beweist sie auch hier und kombiniert es mit einem Erzählstil, den ich als absolut treffend bezeichnen möchte. Alles fügt sich zusammen, und die Bedeutung sowie die Aussage ihres Szenarios werden mich lange begleiten.
**** Empfehlung? ****
Wer Dystopien und philosophische Fragestellungen liebt, wird dieses Werk nicht nur als faszinierend, sondern auch als herausfordernd empfinden. Ein besonderes Highlight für mich, dass ich gerne weiterempfehle!
Giselas Lesehimmel
aus Landshut
5/5
11.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Meine Meinung Und die Zeit…
Meine Meinung Und die Zeit bleibt einfach stehen Ich habe mich schon oft gefragt, was wäre, wenn man die Zeit anhalten könnte, und ob sich das Leben dadurch verbessern würde. "Für immer" behandelt genau dieses Thema; daher war dieses Buch für mich ein absolutes Muss! Der Schreibstil ist von Anfang fesselnd; und so fiel mir der Einstieg sehr leicht. Jedes kurze Kapitel wird aus der Perspektive einer anderen Person erzählt, was meinen Lesefluss zusätzlich erhöht hat. Die Fotografin Jenny ist es gewohnt, in lebensgefährliche Situationen zu geraten, da sie beruflich oft in Krisengebieten arbeitet, für eine sehr angesagte Zeitung. Die schwerste Herausforderung für sie ist jedoch eine katastrophale Diagnose beim Arzt. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit mit ihrem Mann und den zwei Kindern. Doch an einem Tag im Juni bleibt plötzlich die Rathausuhr stehen. Mit ihr das Fortschreiten von Krankheiten und Sterbeprozessen - sowie das Wachstum der Menschen. Das Geschehen handelt von verschiedenen Schicksalen und weist eindringlich auf die Auswirkungen hin, die der Stillstand mit sich bringt. Ein Beerdigungsinstitut bekommt keine Aufträge mehr, da keiner mehr stirbt. Embryonen entwickeln sich im Mutterleib nicht mehr weiter, daher werden keine Hebammen mehr gebraucht. Die Menschen verspüren keinen Hunger; werden jedoch vom Staat aufgefordert weiter zu konsumieren, da sonst die ganze Wirtschaft zusammen bricht. Pflanzen wachsen ganz normal weiter, was der Rentner Otto sehr begrüßt, da das Gärtnern sein ganzer Lebensinhalt ist. Mir ging der Spruch durch den Kopf: Die Natur braucht uns nicht - aber wir brauchen die Natur! Ottos Frau Margo braucht wiederum ihren Mann nicht mehr. Die Zeit bleibt stehen; ihre Lebenslust nicht. Mein Gedankenkarussell hat sich nonstop gedreht. Ich habe viele Parallelen zu der Coronapandemie entdeckt. Auch hier hat sich die Gesellschaft gespalten und Verschwörungstheorien wurden laut. Die meisten Menschen lebten mit der ungewöhnlichen Situation einfach weiter und versuchten das Beste daraus zu machen. Ihnen waren Querdenker lästig, die alles hinterfragten und herausfinden wollten, was der Ursprung des Ganzen ist. Was war denn nun der Ursprung? Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, um eine Antwort zu bekommen. Fazit Diese spannende Dystopie überzeugt mit leisen Tönen. Die Figuren sind gut gezeichnet und wirken authentisch. Der Schreibstil liest sich wie Butter und hat mich förmlich in das Geschehen hinein gezogen. Gibt es eine Antwort? Das solltet ihr selbst entdecken. Eine klare Empfehlung für diese Geschichte, die zur Selbstreflexion anregt. Danke, Maja Lunde. Ich habe jedes Wort genossen.
Giselas Lesehimmel
aus Landshut
5/5
11.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Und die Zeit bleibt einfach stehen
Meine Meinung
Ich habe mich schon oft gefragt, was wäre, wenn man die Zeit anhalten könnte, und ob sich das Leben dadurch verbessern würde.
"Für immer" behandelt genau dieses Thema; daher war dieses Buch für mich ein absolutes Muss!
Der Schreibstil ist von Anfang fesselnd; und so fiel mir der Einstieg sehr leicht. Jedes kurze Kapitel wird aus der Perspektive einer anderen Person erzählt, was meinen Lesefluss zusätzlich erhöht hat.
Die Fotografin Jenny ist es gewohnt, in lebensgefährliche Situationen zu geraten, da sie beruflich oft in Krisengebieten arbeitet, für eine sehr angesagte Zeitung. Die schwerste Herausforderung für sie ist jedoch eine katastrophale Diagnose beim Arzt. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit mit ihrem Mann und den zwei Kindern. Doch an einem Tag im Juni bleibt plötzlich die Rathausuhr stehen. Mit ihr das Fortschreiten von Krankheiten und Sterbeprozessen - sowie das Wachstum der Menschen.
Das Geschehen handelt von verschiedenen Schicksalen und weist eindringlich auf die Auswirkungen hin, die der Stillstand mit sich bringt.
Ein Beerdigungsinstitut bekommt keine Aufträge mehr, da keiner mehr stirbt. Embryonen entwickeln sich im Mutterleib nicht mehr weiter, daher werden keine Hebammen mehr gebraucht.
Die Menschen verspüren keinen Hunger; werden jedoch vom Staat aufgefordert weiter zu konsumieren, da sonst die ganze Wirtschaft zusammen bricht.
Pflanzen wachsen ganz normal weiter, was der Rentner Otto sehr begrüßt, da das Gärtnern sein ganzer Lebensinhalt ist. Mir ging der Spruch durch den Kopf: Die Natur braucht uns nicht - aber wir brauchen die Natur! Ottos Frau Margo braucht wiederum ihren Mann nicht mehr. Die Zeit bleibt stehen; ihre Lebenslust nicht.
Mein Gedankenkarussell hat sich nonstop gedreht. Ich habe viele Parallelen zu der Coronapandemie entdeckt. Auch hier hat sich die Gesellschaft gespalten und Verschwörungstheorien wurden laut. Die meisten Menschen lebten mit der ungewöhnlichen Situation einfach weiter und versuchten das Beste daraus zu machen. Ihnen waren Querdenker lästig, die alles hinterfragten und herausfinden wollten, was der Ursprung des Ganzen ist.
Was war denn nun der Ursprung? Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, um eine Antwort zu bekommen.
Fazit
Diese spannende Dystopie überzeugt mit leisen Tönen. Die Figuren sind gut gezeichnet und wirken authentisch. Der Schreibstil liest sich wie Butter und hat mich förmlich in das Geschehen hinein gezogen. Gibt es eine Antwort? Das solltet ihr selbst entdecken.
Eine klare Empfehlung für diese Geschichte, die zur Selbstreflexion anregt.
Danke, Maja Lunde. Ich habe jedes Wort genossen.
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