Auf einer Insel im Nordwesten der USA lebt Sam mit ihrer Schwester Elena und der schwerkranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Sam arbeitet auf der Fähre, die die wohlhabenden Urlauberinnen und Urlauber zu ihren Feriendomizilen bringt, während Elena im Golfclub kellnert. Sie beide träumen von einem besseren Leben, davon, woanders neu anzufangen. Dann, eines Nachts, erblickt Sam einen Bären, der durch die dunklen Gewässer vor der Küste schwimmt. Noch kann sie nicht ahnen, dass das wilde Tier die Welt der beiden Schwestern völlig aus den Angeln heben und ihren lang gehegten Traum in Gefahr bringen wird.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
5/5
02.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schneeweißchen und Rosenrot in modernen Zeiten
Zwei Schwestern und ein Bär – die Geschichte kennen wir doch schon? Julia Phillips spart in ihrem Roman „Cascadia“ zumindest nicht mit Anspielungen auf das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“. Überall im Text sind kleine Hinweise auf die beiden Schwestern versteckt. In Cascadia geht es jedoch weniger märchenhaft zu: Die Lebensrealität der beiden Schwestern Elena und Sam ist geprägt von einer schweren Erkrankung der Mutter, harter, schlecht bezahlter Arbeit und einem Gefühl der Ausweglosigkeit.
Während Schneeweißchen und Rosenrot sich zumindest auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, bringt der Bär neben Aufregung und Abwechslung auch Zwietracht in das Leben von Elena und Sam.
Julia Phillips verpackt viele schwere Themen in dieser fabelhaften Geschichte: Pflege von Angehörigen, Verbitterung, Trostlosigkeit, finanzielle Not und die enge Beziehung zweier doch sehr unterschiedlicher Schwestern. Mir hat vor allem die ungewöhnliche Erzählweise gefallen. Die sich langsam aufbauenden Einblicke in die Charaktere, die vielen (unausgesprochenen) Wahrheiten zwischen den Schwestern, und das bedrohliche Drama, das sich langsam entfaltet.
Cascadia ist kein einfaches Buch und wirkt noch lange nach – trotzdem lässt es sich schnell und flüssig lesen. Für mich 4,5 Sterne!
Gelinde
5/5
15.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Cascadcia – muss man wirken lassen
Cascadia, von Julia Phillips
Cover: Wunderschöne Farben, gefällt mir sehr gut
Titel: den musste ich googeln:
Kaskadien (engl. und span. Cascadia) ist eine Region im Pazifischen Nordwesten Nordamerikas, die durch die Kaskadenkette von den umliegenden trockeneren Klimaregionen abgegrenzt wird.
Inhalt und meine Meinung:
Es geht um zwei Schwestern, Elena und Sam (Samantha) die mit ihrer todkranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf einer Insel im Norden der USA (Cascadia) leben.
Sie träumen davon, nach dem Tod der Mutter das Haus und das Grundstück zu verkaufen und irgendwie anders neu anzufangen.
Eines Nachts kommt ein Bär auf die Insel und kreuzt immer wieder den Weg der Schwestern.
Wir lernen die Schwestern, die ein sehr inniges Verhältnis zueinander und zu ihrer Mutter haben, und ihr Leben kennen. Es ist sehr hart und eintönig, durch die Pandemie ist die finanzielle Situation noch verschärft.
Als der Bär auf die Insel kommt wird Elena immer mehr von seinem Reiz gefangen. Sam kann sie hier nicht verstehen und es kommt immer öfters zum Streit. Nasch dem Tod der Mutter eskaliert das ganze sogar.
Ein eher ruhiges Buch, und dennoch voller Emotionen und dramatischer Ereignisse.
Die Geschichte zeigt uns, dass in jeder Familie so viel unterschiedliche „Stimmungen“ herrschen und dass nur aufrichtige und offene Kommunikation die wirklichen Gefühle und Meinungen der jeweiligen Mitglieder zeigt.
Und was einmal geschehen ist, ist geschehen, da hilft kein grübeln und fragen warum und wieso.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist flüssig und leicht zu lesen geschrieben. Aber man muss es wirken lassen und ein bisschen darüber nachdenken um für sich den tieferen Sinn in der Geschichte zu finden.
Autorin:
Julia Phillips, geboren 1988, lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York. Die Autorin schreibt u.a. für die New York Times, The Atlantic und The Paris Review und unterrichtet am Randolph College.
Mein Fazit:
Ein sehr ungewöhnliches Buch und am Ende mit einem dramatischen Schluss.
Je länger ich darüber nachdenke desto mehr „Aussage“ kann ich darin finden.
Von mir 5 Sterne.
Bewertung
5/5
15.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Toll!
Dieses Buch entführt den Leser in eine raue, aber zugleich wunderschöne Landschaft, die die perfekte Kulisse für die tiefgründige Geschichte von Sam und Elena bietet. Die beiden Schwestern, die im Mittelpunkt der Erzählung stehen, sind außergewöhnlich gut beschrieben. Man spürt förmlich die enge Bindung zwischen ihnen, die von Liebe, aber auch von stillen Konflikten geprägt ist. Die Autorin schafft es meisterhaft, ihre Träume, Ängste und Hoffnungen in eindrucksvollen Bildern einzufangen.
Besonders hervorzuheben ist der angenehm fließende Schreibstil der Autorin, der es leicht macht, in die Geschichte einzutauchen und sich mit den Charakteren zu identifizieren. Ohne große Worte wird die Dramatik des Alltags der beiden Schwestern greifbar gemacht. Der unvorhergesehene Wendepunkt, symbolisiert durch den Bären, bringt eine Spannung in die Geschichte, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt.
Insgesamt ist dies ein tiefgründiger, atmosphärischer Roman, der die Themen Familie, Träume und die harte Realität des Lebens auf eine sehr einfühlsame Weise behandelt. Eine absolute Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
13.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Von Träumen und Bären
Cascadia erzählt die Geschichte von Sam und Elena, die zusammen mit ihrer kranken Mutter auf einer Insel im Nordwesten der USA leben. Sam träumt von einem besseren Leben zusammen mit ihrer Schwester, ohne Rechnungen und ständige Sorgen. Eines Tages taucht ein Bär auf der Insel auf, für den Elena eine Faszination entwickelt, mit der Sam nicht zurechtkommt. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sich Sam nicht mit Elena verbunden.
Cascadia ist ein schön geschriebener Roman über Träume und Realität. Das harte Leben trifft hier auf Zukunftswünsche und Erinnerungen an die Schönheit vergangener Tage. Der Roman ist melancholisch und überzeugt mit einer verträumten Schonungslosigkeit.
Die Charaktere sind gut gestaltet und wirken überzeugend. Die Spannungskurve hat zwischenzeitlich flache Täler, hat allerdings eine starke Klimax. Von mir erhält das Buch eine klare Empfehlung.
Bewertung
5/5
12.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Traurig und schöne Geschichte
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Proganisten haben in mir viele unterschiedliche Gefühle ausgelöst. Es war sehr spannend und aufregend in diese Geschichte einzutauchen. Die Beschreibung der Natur und des Bären fand ich sehr gut gelungen.
Es geht in dem Buch um zwei Schwestern, mit unterschiedlichen Charakteren die mit ihrer kranken Mutter zusammen leben. Es geht um Träume und einen Neuanfang in einer atemberaubenden Natur. Es gibt verschiedene Unstimmigkeiten durch nicht ausgesprochenen Gefühle, Ängste und Hoffnungen. Der Schreibstil ist flüssig, man leidet und freut sich mit den Figuren. Ich finde das Buch sehr gut gelungen und auf alle Fälle lesenswert.
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