Dem Deutschitaliener Umberto gelingt es nicht, den tragischen Tod seines Mannes zu überwinden, und er beschließt, an die italienische Adria zu reisen, wo die beiden viele glückliche Urlaube verbracht haben, um sich der Frage zu stellen, wie es mit ihm in seiner Trauer weitergehen kann.
In diesem vermeintlich letzten Sommerurlaub lernt er die anstrengende junge Mutter Debora, den stets gutgelaunten, jüngeren Daniele und die entwaffnende und mysteriöse alte Dame Eloisa kennen. Alle drei Bekanntschaften hindern ihn unwissentlich und auf ihre eigene Art daran, sich seiner Verzweiflung vollends hinzugeben.
Während Umberto versucht, eine Entscheidung zu treffen, erfährt er etwas über seinen verstorbenen Mann, das ihn in ein Gefühlschaos stürzt. Zugleich spürt er jedoch, dass das Leben ihm noch mehr zu bieten hat.
Einmal noch beschreibt die Gefühle des Verlustes, der Trauer und der wiederaufkeimenden Zuversicht, verdichtet auf eine Zeitspanne von wenigen intensiven Wochen vor der Kulisse eines italienischen Badeortes. Ein Schauplatz, der sich dem Protagonisten als profanes Klischee aufdrängt, letztendlich aber seine Rettung bedeutet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Claudia liest
aus Swisttal
5/5
16.06.2026
Buch (Paperback)
Ein absolut bewegendes Buch
Die Geschichte hat mich schnell in den Bann gezogen. Umberto hat vor zwei Jahren bei einem Unfall seinen Mann Sascha verloren. Die Trauer hält ihn gefangen und er sieht keinen Sinn mehr im Leben. Ein letztes Mal reist er nach Bibione, den Ort, wo er mit Sascha viele schöne Urlaube verbracht hat.
Das Cover zeigt einen Mann, der am Strand sitzt und aufs Meer hinausschaut. Und genau das möchte Umberto. Er will seine Ruhe, von niemandem angesprochen werden, seinen traurigen Gedanken nachhängen und in der Trauer versinken. In den letzten zwei Jahren hat er niemanden an sich herangelassen, ja sogar seine sozialen Kontakte mehr oder weniger abgebrochen. Er ist an einem Punkt angekommen, an dem er keine Perspektive für sich mehr sieht. Vor allem ist er nicht in der Lage, positive Gedanken und Gefühle zuzulassen.
Sein Plan, geht aber nicht auf. Kaum im Hotel angekommen, spricht ihn Eloisa an. Sie stellt ihm Fragen, die er eigentlich gar nicht beantworten möchte. Aber diese etwas mysteriöse alte Dame ignoriert seine Abwehr und lässt sich auch von seiner Unfreundlichkeit nicht abschrecken. Er ist verärgert, aber gleichzeitig auch fasziniert von ihrer direkten Art.
Am Strand bleibt er auch nicht lange ungestört. Dort rückt ihm Deborah, die sich in Begleitung ihrer beiden kleinen Töchter direkt neben ihm niederlässt, auf die Pelle. Und ehe er sich versieht, erzählt sie ihm von ihren Problemen. Umberto ist hochgradig genervt.
Auch Daniele, ein junger Mann, sucht den Kontakt zu Umberto und verwickelt ihn immer wieder in ein kurzes Gespräch. Er ist sympatisch und humorvoll, Umberto hat sogar den Eindruck, er würde mit ihm flirten. Für ihn eine unmögliche Vorstellung, wie könnte er sich neu verlieben, wo die Liebe seines Lebens gestorben ist.
Zwischen diesen so unterschiedlichen Menschen entwickelt sich etwas, was Umberto anfangs nicht richtig deuten kann. Ist es vielleicht so etwas wie Freundschaft? Nach so kurzer Zeit?
Die geheimnisvolle Eloisa wird für Umberto eine feste Größe in seinem Tagesablauf. Nur ihr gegenüber öffnet er sich wirklich. Er fragt sich, warum das so ist. Sie ist doch eine wildfremde Person, aber er erzählt ihr mehr, als jedem Anderen. Ihre direkte und unverblümte Art schockiert ihn aber des Öfteren. Er bekommt keinesfalls Mitleid von ihr, aber so manchen Denkanstoß.
Der ruhige und sehr einfühlsame Schreibstil hat mir gut gefallen. Durch die Erzählung in der Ich-Form hatte ich einen guten Einblick in das Seelenleben von Umberto. Seine tiefe Traurigkeit und Verzweiflung konnte ich mitfühlen. Auch seine Machtlosigkeit, aus diesem Zustand der Handlungsunfähigkeit herauszukommen, wurde sehr deutlich. Die Gespräche mit Eloisa haben ihn oft in Ratlosigkeit zurückgelassen. Denn die alte Dame ging auf seine Trauer nicht mit Bedauern oder Mitleid ein. Vielmehr war es so, dass sie einfach darüber hinwegging und einfach ein anderes Thema anfing. Sie ist ihm ein Rätsel. Als er im Gespräch nach dem Sinn des Weiterlebens nach einem Schicksalsschlag fragte, antwortete sie ihm: “Es gibt Pasen im Leben, in denen leben wir deswegen, und dann gibt es Phasen, in denen leben wir dennoch.”
Ich finde, das sind wahre Worte.
Im Buch sind immer wieder Kapitel mit Rückblicken eingefügt. Sowohl von Umberto, als auch von Debora und Daniele. Bei Umberto sind es meistens die Erinnerungen an schöne Zeiten mit Sascha, aber auch die Erinnerung an den Unfall. Debora und Daniele erinnern sich an Vorfälle aus der Vergangenheit, die für Beide alles andere als schön sind. Diese Dinge erfährt Umberto dann im Laufe der Tage. Ihm wird klar, dass er nicht alleine Schweres zu verarbeiten hat.
Mir kam beim Lesen in den Sinn, dass oft eine Floskel verwendet wird. Nämlich: “Anderen geht es ja noch viel schlechter, als mir.” Meine Antwort darauf ist dann: “Das ist ganz sicher so, aber jeder muss sein Päckchen tragen und das ist für denjenigen in diesem Moment schlimm”.
Meiner Meinung nach, hat Umberto erst jetzt mit der wirklichen Trauerarbeit begonnen. Bis jetzt war er in einem Vakuum gefangen, in das von außen keine Impulse eindringen konnten. Durch den Kontakt mit Daniele, Debora und Eloise, den er zwar gar nicht wollte, der ihm aber offensichtlich hilfreich war, bekam seine Fassade Risse und er hinterfragte sich immer öfter. Einen letzten Anstoß erhielt er, als er erfahren musste, dass es in Saschas Leben ein Geheimnis gab. Zu dem Gefühl der Trauer kommen nun noch grenzenlose Wut und Enttäuschung. Der Autor hat auch hier die Emotionen absolut authentisch geschildert. Sodass ich Umbertos Gefühle richtig nachempfinden konnte.
Ich habe ein wunderbares Buch gelesen, dass mich wirklich abgeholt hat. Es hat mich auf eine emotionale Reise mitgenommen und zum Nachdenken angeregt. Ich empfehle es wirklich gerne.
Bewertung
5/5
03.02.2026
Buch (Paperback)
Für mich ein absolutes Highlight
Ich habe dieses Buch geliebt. Kaum begonnen, hat mich die Schreibweise so in den Bann gezogen, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe. Der Autor versteht es Gefühle wie Trauer, Verzweiflung, aber auch Zuversicht und Hoffnung so darzustellen, dass ich den Eindruck hatte, alles selbst zu fühlen. Die Geschichte ist tiefgründig und absolut lesenswert.
Vicky
5/5
02.02.2026
Buch (Paperback)
Absolute Leseempfehlung!!!!
Was für ein facettenreiches Buch!
Direkt die ersten Zeilen haben mir Umbertos Gefühlswelt offenbart.
Ich konnte seinen Schmerz beim Lesen spüren.
Was dann aber mit den drei verschiedenen Arten von Begegnungen folgt,ist dem Autor wirklich sehr gelungen.
Das Buch fühlte sich,besonders durch Eloise,wie eine Umarmung für die Seele an.
Die Gespräche zwischen Umberto und ihr sind einfach besonders schön.
Aber auch die weiteren Gespräche und Aktionen sind vielfältig.
Von traurig,zu lustig und einfach wunderschön,ist alles dabei.
Für mich ist „Einmal noch“ wie ein Kompass für Zuversicht.
Die Kulisse in Italien konnte ich mir beim Lesen ganz wunderbar vorstellen.
Das Hotel,den Strand,das Meer…die Charaktere.
Dieses Buch hat einen Platz in meinem Herzen,volle Punktzahl und ist ein Highlight für mich!
Bewertung
5/5
03.03.2025
Buch (Paperback)
Sehr berrührend
In diesen Roman von dem äußerst sympathischen Autor Marcello Liscia musste ich mich erst hinein finden. Sein Vorgänger Werk hatte mich von der ersten Seite an gepackt, "Einmal noch" brauchte da einige Seiten. Aber dann taute er (der Roman) oder ich, oder wir beide zusammen auf und das Buch hatte mich. Der Autor beschreibt so einfühlend den Zwiespalt von verstorbenen Partner und neuer Verliebtheit, lässt für mich als Leserin die Charaktere beim Lesen lebendig werden, dass es eine Freude ist, dieses Buch zu lesen. Es bringt mich zum Nachdenken, zum Weinen und zum Lachen.
Ich mag Marcello Liscias ruhigen Schreibstil, das mich Mitreißende in seiner Unaufgeregtheit, die leisen Töne und Zwischenklänge der Lebensweisheiten die in diesem Roman mitspielen.
Ich vergebe 5 Sterne wirklich sehr gerne und für mich ist unter dem Strich gar nicht schlimm, dass ich mich die ersten paar Seiten warmlesen musste.
Ben @Buchkomet
5/5
31.08.2024
Buch (Paperback)
Unvergesslich
„Ist das Leben gut zu uns, dann leben wir … Ist das Leben aber ein hinterhältiger Schurke,... dann leben wir allem zum Trotz …“ Dieses Zitat ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, als ich Marcello Liscias neuen Roman „Einmal noch“ gelesen habe.
Darum geht's:
Umberto kann den Tod seines geliebten Mannes nicht verkraften. Entschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen, macht er sich auf den Weg an die italienische Adria, wo die beiden viele glückliche Urlaube verbracht haben. Doch er hat nicht mit der resoluten Mutter Debora, dem fröhlichen Daniele und der entwaffnenden alten Dame Eliosa gerechnet. Plötzlich stellt sich Umberto die Frage, ob das Leben vielleicht doch noch lebenswert ist.
So hat es mir gefallen:
Uff. Was für eine Reise. Ich habe geweint, gelacht, mitgefühlt – und wieder geweint. Diese Geschichte hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, nur um mich im nächsten Moment wieder aufzurichten. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ein großer Pluspunkt sind die vielschichtigen Figuren: Umberto, der mit seinem Leben eigentlich schon abgeschlossen hat und dann mit aller Wucht vor eine Entscheidung gestellt wird. Eliosa, meine liebste Figur im ganzen Roman, die brutal ehrlich ist und ausspricht, was niemand hören will. Debora, die mit ihren Töchtern alle Hände voll zu tun hat und doch gezeichnet ist. Sämtliche Charaktere sind so authentisch; sie sind nicht nur Statisten in einem Roman, sie sind der Roman. Jede Figur trägt ihr eigenes Päckchen, und das nicht ohne Grund. Dem Autor gelingt es, Charaktere zu zeichnen, die kaum realistischer sein könnten. Die Geschichte ist voller Herzschmerz, Trauer, aber auch voller Freude und Hoffnung – Hoffnung, dass bessere Zeiten kommen, auch wenn man sich gerade in einem scheinbar endlosen dunklen Tal befindet. Dieses Buch hat mich tief beeindruckt, weil es Freude und Trauer so nah beieinander zeigt. Es zeigt, dass das Leben lebenswert ist, egal welche Steine einem in den Weg gelegt werden. Ich sage oft, dass mir Bücher in Erinnerung bleiben, und das stimmt auch. Aber dieses Buch hier ist eine andere Dimension. Es hat mich auf so vielen Ebenen berührt, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Es ist jetzt schon mein Highlight des Jahres. Kauft es euch, ihr werdet es nicht bereuen.
10/10
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