Was bedeutet es, 1929 in Thorn an der Weichsel in die beginnende Weltwirtschaftskrise hineingeboren und gleichzeitig von den Eltern verlassen zu werden? Wie erlebt ein unter diesen Umständen aufwachsender Junge Hitler, Krieg und die nationalsozialistischen Jugendorganisationen. Und wie übersteht er die Herausforderungen seiner Gefangenschaft?
Josef hat nur einen Wunsch: ein Leben in Freiheit. Diesem ordnet er alles unter, sogar Herzensangelegenheiten. Zusammen mit seinen Freunden Gregor und Sam begibt er sich auf den von zahlreichen Unwägbarkeiten begleiteten Weg in den Westen. Dabei treffen sie Menschen, die mit ihren eigenen Schicksalen zu kämpfen haben, auf deren Hilfsbereitschaft sie aber angewiesen sind. Doch wer meint es ernst mit ihnen, in der Zeit größter Not?
In einem fast ein Jahrhundert umspannenden Bogen erzählt der Roman Josefs anrührende Lebensgeschichte. Eine Geschichte über Familie, Liebe, Kunst und Freundschaft. Eine Geschichte über die Menschlichkeit.
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Tolles Buch
Bewertung am 27.10.2024
Bewertungsnummer: 2327023
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In dem Buch wird die Reise des Hauptcharakters beschrieben, die durch einige Höhen und Tiefen geht. Es ist sehr emotional und detailreich geschrieben, sowie angenehm und leicht zu lesen, wodurch man schnell eine Bindung zu dem Charakter entwickelt und gerne weiter lesen will. Als Leser kann man nicht anders, als mitzufiebern!
Ein Leben voller glücklicher Fügungen
Bewertung aus Alfter am 24.09.2024
Bewertungsnummer: 2300603
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Joseph ist kein unsympathischer Charakter. Er ist offen und zugewandt, aufrichtig und ehrlich. Und so, wie er auf die Welt schaut, so schaut sie auf ihn zurück.
Seine Lebensumstände sind in vielerlei Hinsicht nicht glücklich und rosig, aber sie wenden sich immer wieder zum Guten für ihn. Von der Mutter vernachlässigt, vom Vater wenig beachtet, wächst er bei liebenden Großeltern, die ihn an Kunst und Kultur heranführen. Die deutschstämmige Familie lebt in Thorn, Westpreußen, mal deutsch, mal polnisch, mal wertgeschätzt, mal degradiert. Die Jugend des Erzählers ist die Zeit des Zweiten Weltkrieges auf, er gerät in Gefangenschaft, ohne überhaupt Soldat gewesen zu sein, findet aber immer wieder jemandem, der ihm hilft, die Umstände im Lager zu überleben. Und so soll es weitergehen. Als er mit seinen zwei Jugendfreunden beschließt, das von Russen besetzte Gebiet gen Westen zu verlassen, sind die Begegnungen mit den Menschen, die ihnen auf der nicht unabenteuerlichen Reise weiterhelfen, bisweilen quasi märchenhaft. Schließlich verschlägt es den jungen Josef, der aufgrund des Krieges keinen Schulabschluss und keine Berufsausbildung hat über den Harz, wo er das Schusterhandwerk erlernt, nach Essen. Da seine Augen sehr schlecht sind, bleibt ihm das Musizieren verwehrt sowie die Ausbildung zum Fotografen. Auch die Farbenblindheit erschwert ihm das eh nicht sonderlich geliebte Handwerk des Schusters. So verdingt er sich hier und da, im Stall, auf dem Bau, und findet auch in Essen immer wieder familiären Anschluss, auch wenn eine eigene Familie ihm zunächst nicht vergönnt ist. Das Fotografieren, ein Hobby, das ihn schon als Jungen faszinierte, fällt ihm zwar durch seine schwachen Augen schwer. Auf der anderen Seite entstehen so so ungewöhnliche Fotos, dass das Schicksal am Ende für ihn noch ein besonderes Glück bereithält.
Das Leben dieses jungen Josef, erzählt aus der Retrospektive von ihm selbst, nimmt den Leser sowohl emotional als auch buchstäblich mit auf eine lange, abenteuerlich, spannende und auch herzliche Reise mit zahlreichen interessanten Bekanntschaften. Als Bilanz dieses Lebens, das unter erschwerten Bedingungen und mit einigen Unwägbarkeiten gelebt wurde, kann gezogen werden, dass sich viel unerwartet Gutes ereignen kann, wenn man den Mut hat, sich auf das Leben einzulassen und es so nimmt, wie es sich bietet. Der sympathische Protagonist ist eine Stärke dieses Buches, seine spannendes Leben, das, man kann es kaum glauben, auf wahren Begebenheiten beruht, ein zweiter Grund, dieses Buch zu lesen. Und ein besonders hervorzuhebender dritter, aber sicherlich nicht letzter Grund ist die schöne Sprache, in der das Buch geschrieben ist.
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