Mangelnde Wandlungsbereitschaft steht dem Willen des Geistes Gottes am schärfsten im Weg – so lässt sich eine der Kernbotschaften des Lukas-Evangeliums auf den Punkt bringen. Lukas skizziert für das kirchliche, private und gesellschaftliche Leben Bilder einer neuen Welt. Auf diese Weise fordert er dazu heraus, die Spannungen zwischen der Reich-Gottes-Botschaft Jesu und unseren menschengemachten Realitäten und Traditionen bewusst wahrzunehmen, um sie nach vorne wirksam werden zu lassen als befreiendes Kontrastprogramm.
Die Autorin erschließt das Lukas-Evangelium als Irritation und Inspiration zu mehr Lebendigkeit und Güte. Was verliehe unserem Mensch- und Christ-Sein tieferen Wert und Sinn
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5.0/5.0
FiliusAmbrosii
aus 75365 Calw
5/5
16.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Mit dem Band zum Lesejahr C…
Mit dem Band zum Lesejahr C schließt die Autorin die Reihe der Auslegungen für Predigt und Meditation zu den Sonntagslesungen. In ihrem Vorwort weist A. Lechtenberg darauf hin, dass die allseits beschworene Neuevangelisierung "zuallererst die Kirche selbst betrifft" und für sie bietet das Lukasevangelium den Horizont dafür, dass der "Kirchen-Evangelist" dazu die "Bilder einen neuen Welt [bietet] ...die sich in der Schar der Jüngerinnen und Jünger Jesu verwirklichen" sollen und können. Und dazu sieht sie, die Studienrätin an einer berufsbildenden Schule ist, in ihrem Arbeitsfeld die Notwendigkeit, sich als Kirche dem Verlorengehen der Zeitgenossenschaft entschieden entgegen zu wirken. Mit ihren Perspektiven auf die auszulegenden Sonntagslesungen tut A. Lechtenberg dies in diesem Buch zum wiederholten Mal, denn "im 21. Jahrhundert ist [die] frohe Botschaft eine geradezu erschütternde Erinnerung, die als heilsames Kontrastprogramm nach vorne wirksam werden will" (S. 12). Zur Einführung unterstreicht sie die Notwendigkeit, dass Christen "eine Kultur des geistlichen Lebens" (Tomas Halik) brauchen, die nicht privatisierender Innerlichkeit nachhängt, sondern "das Abenteuer, die Verbundenheit mit Gott das alltägliche Leben durchdringen zu lassen" wagt. Dazu gehöre eine Wandlung, die Gott in uns wirkt und unsere Aufgabe sei es, "ihm dabei möglichst wenig im Weg zu stehen", ihm unsere Offenheit zu geben, um "an uns geschehen zu lassen" und neugeboren zu werden, wie es Jesus gegenüber Nikodemus formuliert. Die Pflege regelmäßiger Stille und Meditation ist ein Werkzeug, das auch die Heilige Schrift einbindet. Und meines Erachtens sind Lechtenbergs Auslegungen für das Lesejahr C wie in den vorausgegangen Bäbden dazu eine hilfreiche Ergänzung. Denn auch dieser Band basiert auf einer guten Exegese, die aber übergeführt wird zu Auslegungen, die sowohl die Themen der Zeitgenossen als auch ihre Sprache im Blick hat. Im Aufbau folgt der Band zunächst den geprägten Zeiten von Advent über Weihnachten, Fastenzeit bis in die Osterzeit, dem schließen sich drei Abschnitte zu Herrenfesten an (Dreifaltigkeit, Fronleichnam, Herz Jesu). Schließlich die Sonntage im Jahreskreis. In diesem Band sind es nur die Sonntagsevangelien, due aber in dieser Reihung bei der durchgehenden Lektüre eine Einsicht in den Charakter des Lukasevangeliums vermittelt. Wie überraschend perspektivisches Lesen biblischer Texte sein kann zeigt der siebte Sonntag im Jahreskreis (Lk 6,27-38), für den es zwei Impulse gibt zum Thema Feindesliebe und die Lektüre tief in gegenwärtige Herausforderungen zum Umgang mit Fremden führt wie auch die persönlichen Konflikte als Anwendungsfeld der Aussage Jesu reflektiert. An diesem Beispiel macht die Autorin deutlich, wie vielseitig biblische Texte wirken können. Ein persönlicher Dank beschließt den Band und die vorausgehenden Bände, gefolgt von einer Bibliographie. Dankbar dürfen wir als Leserinnen und Leser sein, dass sich die Autorin der großen Mühe unterzogen hat, in drei Bänden exegetisch wie spirituell fundierte Auslegungen an die Hand zu geben. Und dabei ist für mich besonders hervor zu heben, dass sie dabei diese fruchtbaren Impulse in der Regel auf zwei Buchseiten präsentiert hat. Mich selbst begleiten die Bände nicht nur bei der Vorbereitung einer Auslegung, sondern sind auch hinführend zum Gesicht des Sonntags aus der Perspektive des Heute. In meinen Ausbildungskursen für liturgische Dienste setze ich zwar sehr darauf, dass die Teilnehmenden sich selbst an die biblischen Texte heranwagen, aber dann gehören diese Bände auch zur Standardlektüre. Nach drei Lesejahren endet der Zyklus der Evangelien, aber vielleicht geht jemand das Wagnis ein, ausgewählte Texte aus der Reihe der ersten oder zweiten Lesung auf ähnliche Weise in den Dialog mit dem Heute zu bringen.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
17.12.2023
Buch (Taschenbuch)
mit dem Leben verknüpft
Mit dem ersten Adventsonntag wechselt in der katholischen Liturgie das Lesejahr, 2023/24 ist das Jahr ‘B’. vorgesehen. Wiederum bietet Lechtenberg zum neuen Lesejahr und ein paar Herrenfesten Auslegungen zu den Evangelien (Am Herz-Jesu-Fest zur Lesung aus Hosea). Nebst einer allgemeinen Einführung zum Markus-Evangelium, das den Jahreskreis hauptsächlich prägt, gibt Lechtenberg eine gute Anleitung zur Schriftbetrachtung nach der Methode des Ignatius von Loyola. Die vier Schritte eignen sich nicht nur für den vorliegenden Band, sondern für jede Schriftbetrachtung überhaupt.
Lechtenbergs Gedanken sind theologisch fundiert, aber lebens-praktisch ausgerichtet und stehen immer unter einem Schlaglicht, das sie aus dem Text herausschält.
Wiederum ein wertvoller Begleiter - nicht nur im Lesejahr B, sondern auch sonst für die verwendeten Schriftstellen.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
25.10.2023
Buch (Taschenbuch)
überraschend aktualisiert
Lechtenberg’s Schriftauslegung orientiert sich an der katholischen Liturgieordnung. Im Lesejahr A (in dem wir zur Zeit sind) steht dabei das Matthäusevangelium im Zentrum. Ihre Gedanken sind nicht bibel-theologisch fokussiert, sondern vielmehr ‘lebenspraktisch’ formuliert. So kommt Lechtenberg immer wieder zu überraschenden Verknüpfungen und Auslegungen, die die Texte erden und im Heute ankommen lassen. Z.B. sieht sie in der Erzählung vom Unkraut unter dem Weizen den Stammbaum Jesu gespiegelt, bei dem auch einiges ‘an Unkraut’ vorkommt - und dadurch geht der Blick (automatisch) auf die eigene (biografische) Verortung im Leben.
Sie nutzt die Schriftgedanken, um Mut zu machen, Neues zu denken, sich betreffen und ansprechen zu lassen. Damit eignen sich die Texte nicht nur, um entlang der Sonntage Anregungen für Predigtvorbereitung zu finden, sondern ebenso für eigenes Meditieren - wie es der Untertitel vorsieht.
Mit Lechtenbergs Gedanken lässt sich das Matthäusevangelium ‘auf eigene Faust’ erkunden. Ihr Input, hilft die Berührungsängste mit biblischen Texten zu verlieren und darin nach Spuren des eigenen Lebens und deren mögliche Deutung zu suchen.
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