Wie ein unsichtbares Netz verbinden Fäden von Magie Familien miteinander: In Brinon haben alle ihren festen Platz im magischen Gefüge. Als seine Schwester stirbt, fällt Lucien die Aufgabe zu, ihren Witwer Noel zu heiraten – denn nur so bleibt das magische Gewebe der Familie intakt. Für beide Männer halten ihre Trauer, die ungewohnte neue Situation und intrigante Familienmitglieder mehr als eine Herausforderung bereit. Doch während der Sommer sich über Luciens idyllisches Landgut ergießt, entdecken sie, dass Liebe viele Facetten hat und Magie in bisher unbekannten Formen existiert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
06.02.2025
Hörbuch-Download
Sehe berührend
Diese besondere Fantasy-Geschichte glänzt nicht durch sich überschlagende Handlungsstränge oder Plottwist über Plottwist, sondern die Charaktere und Magie.
Letztere habe ich so noch nie gelesen. Anfangs wird man einfach hineingeworfen und versteht noch nicht, was es damit auf sich hat. Es macht Spaß und ist faszinierend, dieses Magiesystem zu entdecken und gemeinsam mit den Protagonisten neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Das Setting fand ich wunderbar. In dieser Welt ist es ganz normal ist und nicht mal erwähnenswert, dass zwei Männer heiraten. Männer von hohem Stand tragen Kleider und das lange Haar in aufwendigen Flechtfrisuren. Hosen sind in diesen Kreisen für Männer verpönt. Diese Perspektive, so anders als die unsere, hat mir sehr gefallen. Auch Gebärdensprache spielt eine Rolle, und eine Person hat eine DIS.
Meine Highlights waren Luciens medizinische Profession (und so manche Patientin) und seine Andersartigkeit. Er nimmt Magie und Menschen anders war, hat eine soziale Batterie und ist quasi das neurodivergente Äquivalent in dieser neurotypischen Gesellschaft. Ich habe soooo viele Parallelen zwischen ihm und mir gefunden und mich sehr gesehen gefühlt. Die besondere Beziehung, die sich zu Noel und seiner Tochter Celeste entwickelt, fand ich sehr berührend. ♥️
Vor allem gefiel mir der Umgang mit Celeste. Kinder werden in Büchern oft negativ dargestellt (zu wild, zu laut, müssen geformt werden) und das sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Dass Noel (und auch Lucien inklusive Hausstand) Celeste stets auf Augenhöhe begegnet und sie als Individuum behandelt, ihre Interessen fördert, statt sie so zu formen wie sie „sein müsste“, hat in meinem inneren Kind einiges geheilt. ❤️
Timmo Niesner und Tim Gössler lesen den Hauptteil dieses Buches und bringen die jeweiligen Charakterzüge ihrer Figur super rüber. Mala Sommer rundet diese Hörerfahrung wunderbar ab.
Wenn ihr also nach einem inklusiven, sehr gefühlvollen Read mit einzigartiger Magie und reichlich Found Family sucht, kann ich euch dieses Buch nur empfehlen.
Bewertung
aus Brühl
5/5
25.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Wunderschöne queere Romantasy mit fiesen Fieslingen
"Die Magie goldgewebter Herzen" (DMGH) habe ich dann in einem Instagram-Gewinnspiel gewonnen - und darüber bin ich sehr froh, denn es ist ein großartiges Buch. Von Eleanor Bardilac hatte ich vorher "Knochenblumen welken nicht" gelesen, was mir stilistisch und von der ruhigen Atmosphäre gut gefallen hat.
"DMGH" ist jedoch sehr anders. Nicht nur, weil es Romantasy ist, sondern auch weil die Stimmung eine andere ist: wärmer, sonniger, aber dabei zugleich auch voller Schatten, Traumata, Verlust, Trauer und Schmerz. Und dabei dennoch unablässig hoffnungsvoll. Das Setting mit seinem warmen Landhaus ist eins, in dem man gern selbst viel Zeit verbringen möchte, der durch die Bank queere Haushalt eine große Found Family, die Romanze zwischen Noel und Lucien voller Green Flags und das Magiesystem ein wunderschöner Einfall und wirklich einmal etwas anderes.
Schütteln möchte ich die Autorin nur für die Figur des Onkels von Noel, denn ich habe schon lange nicht mehr eine Buchfigur so sehr gehasst wie ihn. Sie funktioniert, gerade im Kontrast mit der Wärme der Liebesgeschichte, extrem gut, aber trotzdem hätte ich lieber eine Geschichte ohne ihn gelesen.
Wer damit leben kann, sollte jedoch unbedingt zuschlagen, denn Noel und Lucien können einem nur das Herz erwärmen.
Bewertung
5/5
08.10.2024
Buch (Taschenbuch)
So schön 1000 Punkte
kann es nur empfehlen sooooo eine schöne Geschichte. als kleine einordnungshilfe, mich hat es etwas an die Geschichten von T.J. Klune erinnert. Ich habe circa 30 Seiten gebraucht um in die Geschichte rein zukommen aber ab da pure Liebe für diese Buch. Es wird auf jeden Fall eins meiner Jahres Highlights.
Bewertung
5/5
27.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Found family, cosy Fantasy und eine besondere Liebesgeschichte
Das Buch konnte mich überzeugen. Den Schreibstil von Eleanor Bardilac finde ich großartig, die Atmosphäre in Sinq Soleil hat mich eingenommen und die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Ich mochte besonders Celeste und die Momente, wenn sie mit Lucien gemeinsam ihre Magie erkundet. Das Cover finde ich wunderschön! Ich habe mir fest vorgenommen, auch "Knochenasche rottet nicht" bald zu lesen.
Franci
aus Ilmenau
5/5
23.06.2024
Buch (Taschenbuch)
Überraschende Cozy-Fantasy-Story .
„Die Magie goldgewebter Herzen“ ist ein Roman, für dessen Inhalt und Aussagekraft mir fast die Worte fehlen.
Denn Bardilac greift in einem zarten magischen Rahmen, der durchaus originell, frisch und komplex daherkommt, unglaublich viele wichtige Themen auf – und das auf eine Art, die die Handlung nicht überlädt, hat doch alles und jeder seine Berechtigung, seinen Platz. Im Buch und in der Welt.
Fangen wir mit der bunten Figurenvielfalt an, die neben diversen Neigungen und queeren Orientierungen auch Merkmale aufweist, die an psychische Erkrankungen erinnern.
So zeigt Lucien bspw. autistische Züge und, wie Celeste, Anzeichen von Hypersensibilität. Zusätzlich schweben u. A. depressive Verstimmungen, dissoziative Persönlichkeitsstörungen und toxische Beziehungen umher.
Trauer, Ableismus wie Behinderung, Ausgrenzung und Vorurteile. Menschen, denen ihr Leben lang eingeredet wurde, nicht stark genug, nicht „normal“ zu sein.
Die Autorin legte merklich Wert auf Besonderheiten und (Fein)Gefühl, sponn natürliche, rücksichtsvolle Dynamiken, bricht die gemütliche Atmosphäre durch Ernst, Tragik und skurril-morbide Szenen auf.
Luciens leidenschaftliche Arbeit, die durch Herstellung und Anpassung von Prothesen das Ziel der Inklusion verfolgt, gab dem fantastischen Roman noch mehr Wichtigkeit und Input. Genau wie die wirtschaftliche Situation des Landes, die den Gedanke aufflammen lässt, wer alles am Krieg beteiligt ist und von diesem profitiert?!
Wir treten in ein (Welt)Gefüge, welches sich zeitlich an einem historischen Frankreich anlehnt, in dem Webmagie und Familienbande, Konventionen und Traditionen scheinbar unerlässlich sind. Doch nicht für Lucien, der auf all das pfeifft, und Noel zeigt, dass Familie nicht immer Blut sein muss.
Da die Geschehnisse aus wechselnder Perspektive dargelegt sind, ist es ein Leichtes, sich in die Protagonisten einzufinden, ihre (Glaubens)Ansätze, inneren Zweifel und deren Ursprung zu erkennen.
Löblich hervorzuheben sind der Umgang mit und das intensive Einbinden von Celeste – die siebenjährige Tochter von Noel. Ihre herrlich trockenen, kindlichen Aussagen brachten mich häufig zum Schmunzeln. Genau wie Luciens Umgang mit Worten und – der Interpretation von – Gefühlen oder Noels Schamgefühl.
Ich würde den Stil als bildhaft, zart und poetisch beschreiben, für die anvisierte Zeit wurden Ton und Ausdruck authentisch gewählt.
Waren Gegebenheiten und Wirkung der Magie anfangs schwer zu greifen, bindet Bardilac im voranschreitenden Verlauf mehr Hintergrund ein, sodass dieser Aspekt ausreichend und schlüssig zur Geltung kam. Cinq Soleils versprühte Geborgenheit und hüllt die LeserInnen in einen utopischen, sicheren Kokon. Denn obgleich die hier erschaffene Gesellschaft vielen Dingen – wie Tod oder Fleisch – Respekt entgegenbringt, sind Ausgrenzung, Vorurteile, Gier und die deutlichen Machtgefälle unleugbar.
Stehen zwar die trauernden, durch Zwang verbundenen Protagonisten im Fokus, wurde auch der lebendige Haushalt präsent eingebunden, mit individuellen Facetten und Problemen bestückt. Niemand blieb konturlos – selbst jene nicht, die Zwietracht sähten.
Die Beziehung zwischen Noel und Lucien entwickelt sich sehr langsam und flatterhaft, nicht ohne Konflikte oder Missverständnisse, aber auf eine erwachsene Weise, die emotionale Ausbrüche und Uneinigkeiten ebenso einbindet wie offene Gespräche und Verständnis.
Ich liebte es, ihre ziemliche, elegante Annäherung zu verfolgen, das Aufblühen beider und Noels an- und zur Ruhe kommen auf dem unkonventionellen Gut. Beide wachsen, verfolgen Pläne, doch kann dieses sanfte Band gegen Intrigen und Manipulation, verinnerlichte Glaubenssätze und jedwede (gesellschaftliche) Erwartung standhalten?
„Die Magie goldgewebter Herzen“ ist eine gefühlvolle Geschichte mit vielen wichtigen Aspekten und aktuellen Themen, erzählt vom Loslassen und Freisein, von Akzeptanz und der menschlichen Vielfalt. Found-Family, Queerness und Liebe treffen auf Gemütlichkeit und bittere Realität.
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