Frank steckt mitten in der Pubertät und realisiert langsam aber sicher, dass er schwul ist. Anerkennung verschafft sich der schüchterne 14-Jährige vor allem durch sein Zeichentalent – seine Monster sind begehrt bei den coolen Jungs in seinem Umfeld. Um seinem an einer Depression erkrankten Vater zu helfen, sucht Franks Mutter derweil Hilfe bei einer esoterischen Heilerin. Die charismatische Thea gibt nicht nur seinen Eltern neue Hoffnung, auch der emotional verunsicherte Frank findet Sicherheit in ihrem „Geheimwissen“. Als Thea jedoch Franks Monster mitverantwortlich für die Krankheit seines Vaters macht und dem Jungen wenig später auch seiner sexuellen Orientierung wegen mit der Vermittlung schwerer Schuldgefühle begegnet, muss Frank das Verhältnis zu seinen Eltern aufs Spiel setzen, um sich zu emanzipieren... Claus Daniel Herrmann gelingt in seinem Buchdebüt eine nuancierte Coming-of-Age-Geschichte über die Wirkungsmacht, die Ideolog:innen auch über vermeintlich vernünftige Menschen erlangen können, wenn man ihnen Raum gewährt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Majo C.
aus Wien
4/5
11.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Das Gute und Böse tauschen ihre Plätze
Ein Vater kämpft mit Depressionen, ein talentierter Junge mit Mobbing. Die Mutter zieht eine Esoterikern zurate, die der Familie helfen soll. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass nicht jede Person, die sagt, dass sie einem helfen möchte auch tatsächlich gute Absichten oder die richtigen Vorstellungen davon hat, wie das berstmögliche Ergebnis auszusehen hat und andersrum jene Menschen, die wir als Böse einschätzen, uns vielleicht näher stehen, als wir denken. Der Vater geht in der alternativen Heilerei beinah verloren und verliert dabei den Wert seiner Familie aus den Augen, während der Sohn seinen Angreifer besser kennen lernt und draufkommt, dass es sich eher um einen Fall von "Was sich liebt, das neckt sich" handelt (was mir an und für sich widerstrebt, sich aber recht realitätsnah liest) und hat bald darauf seinen ersten Freund und sein Coming Out.
Im Endeffekt stellt sich also die Frau, die die Familie retten soll, als das größte Unheil heraus, das ihnen geschieht, während der gemeine Junge aus dem Sportunterricht des Sohnes eine Redemption Arc hat.
Sehr lieb illustriert, schnell gelesen, teilweise wirklich unangenehm, da die Esoterikerin anfangs so sympathisch gezeigt wird und dann so unausstehlich wird. Das zeugt aber nur von gutem Storywriting, die Gefühle kommen sehr gut rüber.
Bewertung
4/5
24.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Von pinken Gefühlen und kristallen
Frank ist 14, mitten in der Pubertät und nicht besonders extrovertiert. Anerkennung bekommt er wunderbarerweise über seine Zeichnungen die bei seinem Schwarm ziemlich beliebt sind. Da taucht auf einmal Thea, eine esoterische Heilerin die ihrer Mutter hilft die Depressionen seines Vaters zu bekämpfen, in seinem Leben auf. Und erzählt etwas von negativen Energien- die ausgerechnet von seinen Zeichnungen ausgehen! Doch Thea stoppt da nicht..
Claus Daniel Herrmann gelingt es mit seinen einfachen und dennoch sehr einfühlsamen und emotionalen Zeichnungen Frank sofort sympathisch erscheinen zu lassen. Besonders genial fand ich neben dem langsam anfahrenden Plot, der sich Zeit für seine Protagonistinnen nimmt, die einzigartige Nutzung der Farbe pink. Das sieht sooo cool aus!
Herrmanns Protagonisten sind nicht schwarz und weiß - und das macht diese Geschichte so sympathisch. Die Grau (oder rosa)töne des Comics machen ihn so liebenswert, auch wenn die Thematik ernst ist: gib toxischen Menschen keinen Raum! Abgrenzung ist wichtig.
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