Produktbild: Der Anruf

Der Anruf Untersuchungen

1

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

29.01.2025

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

176 (Printausgabe)

Dateigröße

5854 KB

Übersetzt von

Joachim Röhm

Sprache

Deutsch

EAN

9783104920320

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • alle zum Verständnis notwendigen Inhalte sind über Screenreader zugänglich
  • navigierbares Inhaltsverzeichnis
  • alle Texte können angepasst werden
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert
  • Seitennummerierung folgt dem gedruckten Werk
  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • ARIA-Rollen vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

29.01.2025

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

176 (Printausgabe)

Dateigröße

5854 KB

Übersetzt von

Joachim Röhm

Sprache

Deutsch

EAN

9783104920320

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Dichtung, Macht und Zensur

Bewertung am 05.02.2025

Bewertungsnummer: 2404008

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"»Was hältst du von Mandelstam?« Boris Pasternaks Antwort »Wir sind verschieden, Genosse Stalin«" | 15 Der berühmte Anruf von Stalin in 1934 ist das Zentrum des Romans des bekannten albanischen Schriftstellers Ismail Kadare, der 2018 posthum in Albanien veröffentlicht wurde und nun in der Übersetzung von Joachim Röhm auch dem deutschsprachigen Lesepublikum vorliegt. Der russisch-jüdische Dichter Mandelstam fiel kurz vor dem berühmten Anruf in Ungnade und starb später im Gulag. Sein Freund und Kollege, der berühmte Boris Pasternak, der Jahre später Doktor Shiwago erschuf, hat ihn verraten, oder nicht? War das Verrat? Hatte Pasternak Angst? Was wurde in diesem berühmten dreiminütigen Telefonat zwischen Stalin und Pasternak gesprochen, was gedacht und was verstanden? Ganze dreizehn Versionen findet der albanische Schriftsteller, das Alterego Kadares, der sich sein Leben lang mit den Ereignissen im fernen Moskau von 1934 beschäftigt. In seiner Moskauer Zeit stieß er auf die Anekdote des Telefonats, 1976 verarbeitete er sie versteckt in einem Roman. Genosse Stalin und Onkel Enver gingen längst getrennte Wege, Albanien wendete sich von der Sowjetunion ab. Und doch rückt Kadare Stalin und Hoxha stets nahe zueinander. Mit seiner Zuwendung und seinen Untersuchungen der mystisch aufgeladenen sowjetischen Anekdote der Literaturgeschichte erzählt er ebensoviel über seine eigene Situation als Dichter und Denker im albanischen totalitären Regime, wie über das sowjetische Regime und das historische Ereignis selbst. Im Roman von 1976 etwa ruft Hoxha Kadare an, nicht Stalin Pasternak. Mit Zensur im Nacken und im Schreiben wird die versteckte Anspielung auf Pasternak durchgewinkt, während andere Literaten dem Regime zum Opfer fallen. Dichtung und Macht verhandelt Kadare zwischen den Zeilen und Fronten, sich fragend, welche Möglichkeiten Dichtern offen stehen, sich gegen den Staat, gegen offen verfolgte Dichterkollegen zu stellen "oder neutral bleiben" (15) ebenso wie die Frage, was diese Situation mit dem Dichter, der Dichtung und der Rezeption macht. Wie Erinnerung sich verformt und unzuverlässig bleibt, wie Beziehungen, das Politische und historische Ereignisse das sagbare verformen, exerziert Kadare in seiner Untersuchung des berühmten Telefonats durch und entlastet dabei fast nebenbei all jene Dichter, die sich mit den Mächtigen in totalitären Regimen arragieren. Nicht nur angesichts des historisch viel beachteten Telefonats, sondern auch wegen der viel und kontrovers diskutierten Rolle des Autors selbst mit seiner Kritik und Nähe zum Hoxha-Regime, ist DER ANRUF ein spannendes Stück Literatur. . "Die Geschichte hat drei Protagonisten, Pasternak, Stalin und Mandelstam... Dass hier etwas nicht zusammen passt, ist auf den ersten Blick erkennbar und sicherlich einer der Gründe, wenn nicht sogar der Hauptgrund dafür, dass man sich nach fast einem Jahrhundert wieder verstärkt mit dem Ereignis beschäftigt." |61 . " Immer endet die Geschichte damit, dass er den Hörer auflegt, aber es hat noch keiner wirklich Licht in die Sache gebracht. Die Fragen bleiben. Was ist tatsächlich geschehen? Was haben Stalin, Pasternak und womöglich der Tote selbst zu verbergen?" 61 . Die Geschichte hat fünf Protagonisten Pasternak, Stalin, Mandelstam, Hoxha und Kadare. Licht in die Sache ist nur in Grenzen gebracht. Die aufgeworfenen Fragen bleiben.

Dichtung, Macht und Zensur

Bewertung am 05.02.2025
Bewertungsnummer: 2404008
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"»Was hältst du von Mandelstam?« Boris Pasternaks Antwort »Wir sind verschieden, Genosse Stalin«" | 15 Der berühmte Anruf von Stalin in 1934 ist das Zentrum des Romans des bekannten albanischen Schriftstellers Ismail Kadare, der 2018 posthum in Albanien veröffentlicht wurde und nun in der Übersetzung von Joachim Röhm auch dem deutschsprachigen Lesepublikum vorliegt. Der russisch-jüdische Dichter Mandelstam fiel kurz vor dem berühmten Anruf in Ungnade und starb später im Gulag. Sein Freund und Kollege, der berühmte Boris Pasternak, der Jahre später Doktor Shiwago erschuf, hat ihn verraten, oder nicht? War das Verrat? Hatte Pasternak Angst? Was wurde in diesem berühmten dreiminütigen Telefonat zwischen Stalin und Pasternak gesprochen, was gedacht und was verstanden? Ganze dreizehn Versionen findet der albanische Schriftsteller, das Alterego Kadares, der sich sein Leben lang mit den Ereignissen im fernen Moskau von 1934 beschäftigt. In seiner Moskauer Zeit stieß er auf die Anekdote des Telefonats, 1976 verarbeitete er sie versteckt in einem Roman. Genosse Stalin und Onkel Enver gingen längst getrennte Wege, Albanien wendete sich von der Sowjetunion ab. Und doch rückt Kadare Stalin und Hoxha stets nahe zueinander. Mit seiner Zuwendung und seinen Untersuchungen der mystisch aufgeladenen sowjetischen Anekdote der Literaturgeschichte erzählt er ebensoviel über seine eigene Situation als Dichter und Denker im albanischen totalitären Regime, wie über das sowjetische Regime und das historische Ereignis selbst. Im Roman von 1976 etwa ruft Hoxha Kadare an, nicht Stalin Pasternak. Mit Zensur im Nacken und im Schreiben wird die versteckte Anspielung auf Pasternak durchgewinkt, während andere Literaten dem Regime zum Opfer fallen. Dichtung und Macht verhandelt Kadare zwischen den Zeilen und Fronten, sich fragend, welche Möglichkeiten Dichtern offen stehen, sich gegen den Staat, gegen offen verfolgte Dichterkollegen zu stellen "oder neutral bleiben" (15) ebenso wie die Frage, was diese Situation mit dem Dichter, der Dichtung und der Rezeption macht. Wie Erinnerung sich verformt und unzuverlässig bleibt, wie Beziehungen, das Politische und historische Ereignisse das sagbare verformen, exerziert Kadare in seiner Untersuchung des berühmten Telefonats durch und entlastet dabei fast nebenbei all jene Dichter, die sich mit den Mächtigen in totalitären Regimen arragieren. Nicht nur angesichts des historisch viel beachteten Telefonats, sondern auch wegen der viel und kontrovers diskutierten Rolle des Autors selbst mit seiner Kritik und Nähe zum Hoxha-Regime, ist DER ANRUF ein spannendes Stück Literatur. . "Die Geschichte hat drei Protagonisten, Pasternak, Stalin und Mandelstam... Dass hier etwas nicht zusammen passt, ist auf den ersten Blick erkennbar und sicherlich einer der Gründe, wenn nicht sogar der Hauptgrund dafür, dass man sich nach fast einem Jahrhundert wieder verstärkt mit dem Ereignis beschäftigt." |61 . " Immer endet die Geschichte damit, dass er den Hörer auflegt, aber es hat noch keiner wirklich Licht in die Sache gebracht. Die Fragen bleiben. Was ist tatsächlich geschehen? Was haben Stalin, Pasternak und womöglich der Tote selbst zu verbergen?" 61 . Die Geschichte hat fünf Protagonisten Pasternak, Stalin, Mandelstam, Hoxha und Kadare. Licht in die Sache ist nur in Grenzen gebracht. Die aufgeworfenen Fragen bleiben.

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Der Anruf

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